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Es gibt viele Frauen, die sich gerne vergleichen. Hin und wieder gehöre ich auch zu diesen unsympathischen Frauen. Im Fitness-Studio, in den Öffentlichen, auf der Landstraße, aus dem Auto. Ein wenig ist es “normal”, aber ein wenig ist es verstörend, wenn es ältere Frauen tun, die sich mit Jüngeren vergleichen. Seit ich meine Haare kurz trage, passiert es immer und immer wieder, dass ältere Frauen sich mit meinem Haar vergleichen. Ich schwanke zwischen Rassismus – meine Haare sind auffällig dunkel – und dem einfachen Neidtrieb in einer Gesellschaft, in der ohnehin Jugendwahn und Neid besteht.

Im Türkischen sagt man über einen Mann, der “glotzt”: öküz, was auf Deutsch “Ochse” heißt, aber nicht sehr nett gemeint ist. Eine Frau sagt es, wenn sie begafft wird, auch in der Türkei kommt das Hin und Wieder vor, wenn nicht andauernd. Mittlerweile aber muss ich einsehen, dass Deutschland da nicht fortschrittlicher ist. Hier glotzt jeder Mann eine Frau an, die er gut findet. Hat man aber die Frau gefragt, ob sie das will? Frauen glotzen ja auch nicht den ganzen Tag minutenlang andere Männer an. Sexuelle Belästigung über Körperkontakt ist ja schon ein Tabu, wie dürfte man sich da je über “harassment” mit Blicken beschweren? Mit Gutaussehen oder die-Blicke-auf-sich-ziehen hat das nicht viel gemein. Es ist sexistisch, aber nicht etwa, weil es Männer tun, sondern der weitverbreitete Irrglaube besteht, Männer dürften Frauen anglotzen bis sie nachgibt. Ob schüchtern, oder aufreisserisch spielt dabei keine Rolle.

Es gibt natürlich auch Frauen, die sich gerne von Männern verführen lassen. Mir fällt da eine Frau ein, die auf sozialen Medien sich gerne mit anderen Männern zeigt. Sie ist Journalistin. Und wenn sie die Gelegenheit hat, gutaussehende, prominente, junge Männer zu treffen, macht sie die gern mal an, Zwinker hier, Zwinker da.

Aber das ist zum Glück nur die Ausnahme. In “reicheren” Gesellschaften, nennt man sie ja eigentlich “Sugarmama”. Zurück zu den Männern auf der Straße. Bei den Amerikanern nennt man das “Catcalling”, aber wie ein Video einer New Yorkerin zeigte, müssen sich die Frauen dort weitaus mehr Kommentare geben. Das aber dürfte hier auf “Deutschboden” nicht so gerne verbal geschehen, sondern mit Blicken. Und der nennt sich Sexismus.

Deutsch-türkische Gesellschaft treffen sich einmal: in der deutschen Gesellschaft ist es genauso wie in der deutsch-türkischen und zu guterletzt auch türkischen Gesellschaft verpöhnt, mit 30 Jahren unkoventionell zu leben. In der Türkei heißt es dann “evde kalmis” (zu Haus geblieben), wenn eine Frau nicht genügend Heiratsanträge bekommen hat, und noch immer bei den Eltern wohnt. In der deutschen Gesellschaft gibt es das zum Glück ja nicht, das Beleidigen und Lustigmachen über Frauen, die nicht im hohen Alter geheiratet haben, was es aber sehr wohl gibt: den Glauben, eine Frau, sei dann für jeden verfügbar. Wenn sie nicht in festen Händen ist. Für die deutsch-türkische Gesellschaft in Deutschland bedeutet das dann doppelte Last: Es wird gelästert, und verurteilt. #Geschlechterdebatteheute #wasdirdeinsoziologiestudiumnichterzählt

Rapper sind schon echt so ein Faszinosum. Sie sind männlich wie kein anderes Geschöpf. Sie weinen wie Frauen es nicht können, und sie schreiben wie Politiker es nicht können. Sie sind aggressiv, genügend Gründe dafür haben sie. Sie sind sportlicher als Kickboxer, wenn sie mit Drehkick gen Kamera treten. Sie sind doper als der größte Läufer. Sie können auch romantisch, wie gesagt, wenn sie verletzt sind, sie haben eine Mutterseele. Fast möchte man(n) sagen, sie sind nicht nur Faszinosum, sondern Prinzessin, mehr als ich es je sein werde. Als Frau fragt man sich da: “Hat ihnen die Mutter nicht gesagt, dass sie es können, die Sache mit der appearance, oder wurde es ihnen einfach nicht häufig genug gesagt?”

Ich weiß es nicht. Aber sie brauchen die Aufmerksamkeit, und sie verdienen sie, mehr als ein Journalist sich je davon erträumen lassen darf. Von Fremden, Freunden, Followern, Feuds, Frauen, und Fans. Der Widerstand aber, den die meist männlichen Rapper leisten wollen – gegen die Gesellschaft und alles, was sie sonst so im Alltag nervt –  könnte für die einen Fluch sein, für die Anderen der Segen schlechthin. Denn sie brauchen den geistigen Input, wie den materiellen Output. Für die Erfolgreichsten unter ihnen kommt das Eine aber eben mit dem Anderen. Das macht sie wegweisend, gerade auch, weil viele einen Migrationshintergrund haben und inspirieren können. Sie sind fortschrittlich wie der größte Broker in ihrer Persona, und broker als der größt möglich gefeierte Debütant der deutschen Literaturszene.  Für das weibliche Geschlecht gilt, das sich auch wieder zu jener Zeit überdurchschnittlich von den modernen Künstlern des Sturm & Drang angezogen fühlt, sich nicht von jener brauchbaren, aber zutiefst verletzbaren Männlichkeit in den Bann ziehen zu lassen. Denn so wirklich eifrig Handeln können das die wenigsten Frauen. Ihre Seitensprünge und medialen Eskapaden. Liebenswert sollten sie trotzdem für alle Frauen sein. Den Fame hat man sich schließlich ja nicht umsonst hart erarbeitet. Wer aber denkt wie ein Rapper, niemals aber so leben würde, für den gilt: “Date niemals einen Rapper!”

Frauen heutzutage haben es ja nicht sonderlich leicht; von ihnen wird viel abverlangt. Modern, wenn nicht Zwang ist heute: Arbeiten, Kinderkriegen, und dabei meisterhaft Gutaussehen. Die heutige prominente Skincare-Routine, die über die sozialen Medien weit verbreitet und umworben ist, steht insofern im Zeichen der Zeit, als dass sie zum Einen Sucht ist, zum Anderen Ventil. 

Ganze Sammlungen zeichnen sich in den Regalen der Frauen ab. Unter dem Hashtag Shelfie werden nicht nur Büchersammlungen oder gar andere Regalordnungen im Wohnzimmer aufgezeigt, sondern auch haufenweise Kosmetikprodukte, Make-Up-Utensilien und Hilfsmittel bildlich geteilt, die dazu beitragen, die Pflege der Haut aufrecht zu halten. Gleich einer Märchen- und Zauberwelt bauen sich dabei diese Bilderwelten auf. Entstanden sind dabei auch speziell angefertigte “Skincare Fridges” für Sheet-Masken oder gar andere Beauty-Gadgets. Miniaturkühlschranke für die Hautpflege und Hausfrau. Ob meist in pink, und roséfarben: die moderne Frau benötigt Ruhe und Rückzug mit Technik und Kosmetik. Die koreanische Beautykultur, die durch ihre besonders schätzige, technologisch fortschrittlichere Pflege auch im Westen von Europa bis hin zu den USA angekommen ist, übte in den letzten Jahren verstärkt Einfluss aus und prägt sogar die deutsche Kultur mit.

Besonders im Internet zeichnet sich dabei auch der sogenannte “Pan Porn” auf, der über Sharing-Plattform reddit stattfindet. Bei Pan Porn handelt es sich um eine Art Beweis und Fotoabbild eines Produktes, das bereits so häufig und intensiv genutzt wurde, dass der Boden der Packung sichtbar wird. Durch eine Buhle wird bewiesen, und gezeigt, dass das Produkt aufgebraucht wurde. Das “Fertignutzen” ist in Sicht. Mit Stolz werden jene Bilder über die sozialen Foren aufgezeigt.

Youtubevideos und Beautytutorials, die aufzeigen, welche Produkte tatsächlich aufgebraucht wurden, liegen im Trend. Viele der Beautyvlogger und Beautygurus zeigen aber gleichzeitig auch auf, welche Produkte sie für die kommende Zeit ins Visier genommen haben und nun fokussiert verwendet werden bis sie tatsächlich einmal aufgebraucht sind, bevor wieder neue Produkte erworben werden.

“Skincare-Addiction” heißt das Wort, das das Konsumverhalten aufzeigt, aber auch das Interesse und den hobbyesquen Verbrauch der Frau beschreibt. Eine Selbsteinschätzung, die ebenso über den gleichnamigen Hashtag stattfindet. Dabei werden in den meist auch auf Instagram präsentierten Profilen der “Skincare-Addicts” die Hauttypen von sensibel über Mischhaut bis hin zu trockener Haut aufgezeigt. Neben Alter oder Wohnort findet sich auch Hauttyp wieder, der zu einer Art Identitätsergänzung geworden ist. Die User tauschen sich dabei aus, beraten und empfehlen einander jene typ-gerechten Produkte.

Unter ihnen sind Frauen, die die Skincare-Routine als Möglichkeit erklären, die ihnen dazu geholfen habe, zu ihrem Körper zu stehen, einen Therapie-Ersatz gefunden zu haben, oder ein Sprachrohr in einer Community mit Interesse an Kosmetik und Hauptpflege. Sucht und Ventil eben. 

Nach der Trennung zwischen dem gefühlt wichtigsten Paar der deutschsprachigen Rapszene, nämlich Mozzik und Loredana, folgt ein Song, der als Disstrack ordentlich die deutsche Rapszene einheizt. Mit albanischem Flair, und gar Gangstergetue, wenn nicht hochgradig Stil im Blockbusterfilm, lieferte der bereits dem Publikum bekannte Rapper aus Kosovo nun auch Antworten.

Gramoz Aliu nämlich, heutiger Ex-Mann Loredanas, schlägt zurück und löst alle Fragen auf. “Auf Wiedersehen” ist ein Racheakt, aber wie so viele Rapper ist auch der kosovo-albanische Exportschlager so sprachbegabt, dass er aus seiner Emotionalität einen ganzen deutschen Rapsong gemacht hat. Mozziks Muttersprache ist keineswegs die Deutsche. Loredana, Ex-Wifey und neuartige Rapperin, wenn nicht Partnerin eines anderen Rappers wie aus der brodelnden Gerüchteküche der Szene hervorgeht, kriegt ihr Fett ab. In ihrer eigenen verständlichen (schweizerdeutschen) Sprache. Ein Rapper dieser Größe mag dies nicht auf sich sitzen lassen. Seine Sprachphantasie drückt aus, was er denkt und glaubt, zu leben.

Bei den Rapenthusiasten kommt das einmal wieder mehr als gut an. Denn guter Rap speist sich von einer unverwundbaren Verwundbarkeit, wenn nicht gar Ehrlichkeit, die bildlich so gewalttätig ist, dass sie ungefragt mitnimmt in die Welt und des Films des Protagonisten, dieses Mal mit Mozzik.

Emily Ratajkowski gehört seit ihrem Tanz in “Blurred Lines” zu jener Modelelite, die mit ihrem Körper einen Trend in Gang gesetzt hat, der gefährlich schön ist.

Nebst Kim Kardashian gehört die kalifornische Amerikanerin zu jener Art Frauen, die selbstbewusst und selbstachtungsvoll zu ihrem Körper steht. Die Gefahr bestand aber nicht nur in ihrer anziehenden Attraktivität, die viele Frauen dazu aufforderte, es ihr gleich zu tun, sondern in dem Act, ihre Körperdarstellung als emanzipatorischen Akt zu erklären. Sie tat es Kim Kardashian gleich, und da sie beide die gleichen Körperideale vertreten – definiert, aber weiblich und kurvig – und keineswegs ihren Körper verstecken mögen, hat dies auch einen negativen Dominoeffekt bei jungen Frauen ausgelöst, die diese Machtstrukturen nicht kennen. Kim Kardashian und Emily Ratajkowski, so schön sie auch sind und wirken können, nutzen ihren Körper auch zur Machtdemonstration aus.

Junge Frauen derweil im Alter von 17 Jahren adaptieren jene Körperdarstellung, die in Form der Weiblichkeitsdefinierung auf Instagram weiter stattfindet. Mit starkem Make Up, und kurzen Kleidern werden aus 17-Jährigen 28-Jährige junge Frauen. Viele der jungen Mädchen gehen dabei auch das Risiko ein, für Männer oder andere Frauen als Machtdemonstration ihren Körper entblößend zur Schau zu stellen. Der freie Umgang mit Körper und Nacktheit ist zwar eine Begründung für die Bekanntheiten Emily Ratajkowski und Kim Kardashian, doch das Label “Feminismus” zieht ihre Sichtweise in eine umgekehrte Richtung. Den Körper als Hilfsmittel um gesellschaftlich anerkannt zu werden, haben die Frauen heute auch Minderjährigen in die Hand gegeben, und einen Körperwahn gefüttert, der diese Frauen im Glauben bestärkt zu werden, aufwachsen lässt.

Vor einigen Wochen stellte das Zeitmagazin der Hamburger Lokalzeitung Die Zeit mit der hohen Auflage von knapp 500.000 Exemplaren ein deutschlandweites Editorial zu Sängerin und Popstar Dua Lipa vor. Die 24-Jährige mit kosovo-albanischen Vorfahren wurde dabei nicht nur interviewt, von zwei Männern, sondern auch grenzwertig offenherzig dargestellt. Nicht das erste Mal, dass eine Frau zum Sexobjekt der männlichen Phantasie der Chefredaktion wird. Was mit einer Wana Limar begann über Topmodel Anna Ewers weiter geführt wurde und schlussendlich mit der Fetischisierung des schwarzen Körper seinen Höhepunkt hatte, zeigt auf, dass in Deutschland noch immer männliche Redakteure es nicht schaffen, Frauen frei von einem sexuell verfügbaren Kontext abgelichtet zu sehen. Denn hier, so sehr die sexuelle Freiheit der Frau auch gegensätzlich zum Islam angepriesen wird oder gar als solche verstanden buchstäblich fatal besteht, so ist doch klar, daß die deutsche Frau sich nicht schonen kann vor der sexuellen Objektivierung des männlichen Auges, das immer wieder dazu führt, dass Frauen als Sexobjekt legitimiert und dem öffentlichen Auge vorgeführt werden. Zwar verkauft sich das Zeitmagazin als ein Kunst- und Kulturmagazin, das eine Künstlerin darstellt, die ohnehin für jene neue Körperlichkeit auf Instagram über Frauen wie Bella Hadid einstehen mag, und dennoch, und das ist das eigentliche Problem, verstreut das Magazin jene Bilder unter dem Aspekt des Feminismus, indem es die Frau erneut auf ihr Äußeres reduziert, davon profitiert und sie zum Lustobjekt männlicher Redakteure macht.

Als ich das erste Mal in Offenbach ankam, dachte ich, ich sei angekommen im Himmel. Im türkisch-alevitischen Glaubenssatz gibt es einen Spruch, der besagt, Paradies und Hölle seien nicht im Jenseits, sondern im Diesseits vorzufinden. Ich kam an in der wunderschönen Frankfurterstraße, war begeistert von einer Agentur, die so schick in ihrer Außenfassade ist, dass sie auch im sehr viel schickeren Soho Londons hätte stehen können. Warum der Standort der Foodmarketinagentur taste! mit knapp 60 Mitarbeiter nicht zumindest in Frankfurt dafür aber nur im kleineren Nachbarsort Offenbach seinen Sitz hat? Weil Agenturchef Günther Nessel an diese Stadt glaubt. Der Gründer und Geschäftsführer, der bereits seit über 60 Jahren in Offenbach zu Hause ist, erhofft sich, seine Heimatstadt eines Tages in einem ähnlichen Lichte erblühen zu sehen wie das einstige Arbeiterviertel Brooklyn, das zu einem hippen Künstlerviertel wurde. Nessel, der verschiedenste Kulturen pflegt und liebt, erkennt der Stadt ein Potential an, das ihn nicht enttäuschen dürfte. Offenbach, die einstige industrielle Arbeiter- und Lederstadt habe er zu einer bunten, multikulturellen Stadt heranwachsen sehen, was er als gebürtiger Offenbacher, begrüßt. Genau zu jener Zeit wuchs auch der jetzige Herr Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke auf. Der 40-Jährige Schwenke, der mit seiner Erscheinung an die eines Macron erinnert und zugleich die Ausstrahlung eines Obamas hat, gewann nach seiner Arbeit als Stadtrat mit knapp 67 % die Wahl zum Oberbürgermeister. Der ehemalige Lehrer, der promoviert ist, kennt die genaue Zahl nicht, weiß aber zu sagen, dass über 160 unterschiedliche Nationen friedlich zusammen leben. Und mit eben jenem Zusammenleben zeichne sich bereits heute schon ab, wie das Morgen von Deutschland aussehen werde. Über 90% der unter Dreijährigen hat einen Migrationshintergrund. Für Schwenke ist dies aber keineswegs Grund zur Beunruhigung. Die Debatten, die bereits seit den 90ern geführt wurden, um Schlagworte wie “Integration” oder “Ausländerpolitik” scheinen für ihn kein Thema zu sein. „Offenbach ist nicht Neukölln”, habe Schwenke bereits damals bei einem Treffen mit dem ehemaligen Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky gekontert, der 2012 mit seinem gleichnamigen Buch “Neukölln ist überall” auf alle Gemüter geschlagen hatte und dabei die Aufmerksamkeit auf jene sogenannte Problembezirke mit einer hohen Dichte an Ausländer und Migranten zog. Geschafft habe man aber eben diese Friedfertigkeit, die für das hessische Pendant gilt,  mit eingeführten Sprachprogrammen wie „Mama lernt Deutsch“, weiß Schwenke zu erklären. Als Oberbürgermeister der Stadt vertritt er dabei nicht nur eine ausländerfreundliche Politik, sondern allem voran menschliche. Denn für ihn zählt nicht, welche Herkunft ein Mensch hat, sondern das Verhalten. Das zeugt von Tatkraft. Schwenke, der auch als Lehrer tätig war,  lässt Vorurteile, die über die Stadt in Umlauf sind, ungern unkommentiert liegen. Seiner Aufgabe als Oberbürgermeister wird er gerecht. Aber auch hinter dem Titel birgt sich ein “Underdog”, der seine Stadt ehrlich findet. Als der Geruch von Cannabis durch die Fenster des Büros des Oberbürgermeisters aufsteigt, reagiert Schwenke gelassen, während Jugendliche bei Capital Bra einen Joint rauchen. Pauschalisierende Kommentare wie “Migrantencity”, oder “Gangsterstadt” winkt Schwenke ab. Dass aber gedealt werde, oder Kriminalität vorherrsche sei wie in jeder anderen Stadt auch ein Thema. Dem Einfluss, den Rapmusik und Drogen auf eine marokkanisch-stämmige Jugend hat, erkennt er auch die Manieren der französischen Kultur an, die aus einem Schmelztiegel von Migration im Nachbarland entstanden ist. Der Oberbürgermeister selbst ist viel unterwegs. In Frankreich, vieler deutsche Städte, oder eben auch in seiner Wahlheimat. Am Wilhelmsplatz, dem beliebten, lebhaften Markt- und Ausgehplatz der bürgerlichen Offenbacher, schätzt der Oberbürgermeister die international, gutbürgerlich vorhandene Gastronomie. Neben mediterraner Küche ist auch die deutsche beheimatet. Aber neben der deutschen Kultur weiß auch die asiatische zu bestehen und ist gut besucht. Das Nagoya gehört zu jenen Restaurants, die von gutbetuchten Offenbachern aufgesucht wird, die auf der Suche nach mehr Lebensqualität sind.

Die ist bereits lange auch am Offenbacher Hafen zu finden, dessen Wind nicht nur weht wie in Hamburg, sondern auch dessen Preise. Ein Designer-Café wie die sogenannte OFOF Bar befindet sich dort in recht einfacher, aber zugleich interessanter Lage. Die Siedlung gelegen im Nordend wurde aufgewertet ohne dabei die Rechte der schlechter gestellten Offenbacher Bürger zu verletzen. Statt auf Gentrifizierung wie im Frankfurter Nordend, ist Ziel mit unterschiedlicher Schichten aus stadtpolitischer Sicht das Viertel zu verbessern. Auf Besserverdiener aus dem Umland und Ausland sowie jene so prophezeite Brexit-Aussteiger aus Londons Finanzsektor hatte man auch gehofft. Schwenke erklärt aber, dass die Stadtpolitik der Stadt Offenbach explizit darauf setze, weder den Umbau am Kaiserlai zu frankfurtisieren noch die Mietpreise durch neue Wohnquartiere wie das Goethequartier im Osten der Stadt in die Höhe schlagen zu lassen. Der sozialpolitische Kern des SPD-Politikers lebt in seiner persönlichen Führung auf. Doch dass kritische Stimmen Offenbach noch immer als kaputte Stadt bezeichnen ist kein Rückfall, sondern auch Tatsache. Die Innenstadt zeigt auf, dass die Stadt im Schatten Frankfurts ungepflegt ist. Nicht nur das Kulturangebot lässt zu wünschen übrig, sondern auch die Stadtarchitektur. Neuartige Projekte wie ein Einkaufszentrum sind bereits lange in Planung und in Bau, doch eine attraktivere Fassade steht dennoch nicht. Jene Architektur erinnert noch immer an jene des Berliner Alexanderplatzes der deutschen Nachkriegsarchitektur. Doch es erinnern auch positive Seiten an die deutsche Hauptstadt. In der Parallelstraße der Berlinerstraße, in der auch das Rathaus gelegen ist, befindet sich die Frankfurterstraße, die mit einem griechischen Imbissrestaurant namens Ovelos eine Miniatur Friedrichshains ist, das Studenten und Alternative anzieht. Selbiges gilt auch für das türkische Gözlemecim, das zu niedrigen Preisen Crepe ala turca anbietet. Neben L’afrique oder etwa dem Aomorie Sushi & Wok, ziehen verschiedene Esskulturen wie auch das Damaskus internationale und international denkende Menschen an. Sie verbindet die Wertschätzung anderer Kulturen wie sie so in der deutschen Kultur so beheimatet ist.  Ob Vergleiche mit New York, Paris, oder Kopenhagen – Offenbach hat Vielfalt zu bieten, ist aber dabei noch immer sehr günstig in seiner Lebensart und erschwinglich. So aufregend oder “undergroundig” es zugleich auch sein mag, von alteingesessenen Frankfurtern wird Offenbach aber noch immer gemieden und belächelt.
Schwenke, der dies selbst als Oberbürgermeister humorvoll zu spüren bekommt, versteht die Häme, die überwiegend über den Fußball oder die politisch-finanzielle Lage funktioniere, als leicht verdautlichen Gag. Dennoch – so bleibt dies fraglich – schaut das deutsche Großbürgerthum gerne abschätzig auf die Schwesterstadt Offenbach. Dabei herrscht in der ärmeren Stadt deutlich mehr Kreativität, auch durch die vielen jungen Studenten, die sich durch niedrige Mietspreise, einer guten Lage und kultureller Vielfalt angezogen fühlen. Denn Offenbachs Absonderheit ist nicht nur die Tatsache, dass mancherort besser gelegen ist als Ortsteile in der sehr viel exklusiveren Bankenstadt Frankfurt, sondern auch jene gelebte Multikulturalität, die Deutschland als Vorzeigestadt dienen kann. Toleranz, doch besonders auch Zusammenhalt, die im Entstehen von einer sozialistischer Politik, Interkulturalität und dem noch immer schlechter gestellten Ausländerstatus zu bestehen weiß, scheint durch und macht die Stadt zu einem besonderen Erlebnis mit Flair.

Mag die missliche Situation besonders die Jugendlichen der Stadt treffen, so ist sie doch auch ein Ort, der Trends schafft und eine gewisse Freilebigkeit erschaffen hat. Keine Kultur wird dabei auch über die Andere gestellt. Es wird gelernt und zusammen gelebt. Was Offenbach nicht nur anders, sondern ein Stück weit zukunftsweisender als Neukölln macht, ist die Tatsache, dass keine Kultur über die Andere dominieren kann. Die bosnisch, kroatisch oder serbische Diaspora ist gleichermaßen vertren wie auch die türkische und arabische wie auch islamisch-geprägte Kultur, und selbst die afrikanisch, italienisch und griechische Diaspora kommt in ihrer Vertretung nicht zu kurz. Schwenke erklärt, dass dies anders als in Neukölln sei. Und so werden auch Sprachen gesprochen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Als zwei Damen in der S-Bahn von Frankfurt nach Offenbach erst türkische Wörter, dann griechische und zuletzt russische Wörter benutzen, wird deutlich, diese Frauen sprechen eine andere Sprache, als die üblichen dreien. Welche Sprache sie denn nun sprechen? Griechisch erklären sie, und nach kurzem Zögern, die Herkunft ihrer Großeltern. Denn die seien als Rhomäer während der Türkenkriege aus ihrer Heimat am Schwarzen Meer vertrieben worden. Sie landeten über Umwege in Georgien, wo sie sich niederließen und gezwungenermaßen haben Heimat finden müssen. Als  Enkelinnen besuchten sie in dritter Generation in Georgien eine russische Schule, und so erlernten sie schlussendlich auch die russische Sprache, die neben dem Türkischen und Griechischen, das zu Hause gesprochen wurde, auch zu ihriger wurde. Heute in Deutschland nun dürfen sie alle drei Sprachen sprechen. Offenbach ist für viele Bürger in Deutschland Ankunfsort und – wie auch vom Direktor des deutschen Architekturmuseums Peter Cachola-Schmal mit der These des Journalisten Doug Sanders (“Arrival City”) belegt, jene “Arrival City”, die als exemplarische Stadt für Migration unter dem Titel “Making Heimat, Germany, Arrival Country” auf der Architekturbiennale in Venedig ausgestellt wurde. Exemplarisch für Offenbach, und damit Deutschland ist aber nicht nur das Ankommen und Ausleben der eigenen Kultur und Bedürfnisse, sondern auch, dass Anfeindungen innerhalb der Kulturen bestehen, aber gleichzeitig kein Grund zur Aufregung darstellen. Woher also jemand kommt, ist nicht von Bedeutung. Offenbach ist, so unverschämt die Menschen in jener Stadt auch sein mögen können – denn hier herrschen andere Regeln – sozial, besonders, wenn es um Hilfsbereitschaft geht. Wie ein Jugendlicher erklärt, helfe man hier “fünf Mal, wenn nur einmal geholfen werde.” Der 18-Jährige Auszubildende, der italienische Wurzeln hat, weiß sich auch mit Freunden zu solidarisieren, die einen nicht-deutschen Hintergrund haben. Wie marokkanische Freunde behandelt werden, von “Deutschen”, bekomme der angehende Koch häufig zu spüren, da man ihn fälschlicherweise häufig für einen Marokkaner hielte. Sein Freund wiederum, ein bosnischer Abiturient erklärt, Freundschaften mit Serbern sei in seiner Geburtsstadt möglich wie ihm sein Vater beibrachte. Offenbach zeigt, was Deutschland kann, und dass sich die Mentalität verändern können wird. Trotz der rechten Mitte, AFD oder dem islamischen Fundamentalismus hat sich mit der Migration innerhalb einer eher sozialistisch geprägten Arbeiterklasse ein Miteinander gebildet, das erstrebenswert friedlich miteinander lebt. Offenbach macht das zu einem harten Pflaster, das aber durchaus paradiesisch sein kann.

Die einen nennen sie Narzissten (Youtuberin Chloe), die Anderen nennen sie vielleicht verhaltensgestört (Therapeuten), die letzten, und das sind die Betroffenen, die diese Art Männer tagtäglich zu spüren bekommen, wissen; das sind Clowns. Sie wollen unfassbar viel Aufmerksamkeit, sie kennen sich selbst nicht, weshalb sie sich überwiegend in den Gesichtern der Frauen zu lesen versuchen. Youtuber haben Recht. Sie sind eine Art Kinder im Körper eines Erwachsenen, aber sie sind dabei auch ein Stück weit gruselig. Vermutlich sind sie sogar verhaltensgestört, was nicht problematisch wäre, wenn ihnen der Gang zum Therapeuten gelingen könnte, sodass sie ein Urteil eines fachkundigen Therapeuten bekommen könnten statt an Frauen ihr Können auszutesten, wenn nicht ihre Grenzen. Als Frau nämlich, die diese Männer und ihr Verhalten abbekommen und zu spüren bekommen, muss gewusst werden, wen oder was man da überhaupt vor sich hat. Für den alltäglichen Umgang versteht sich. Dieser Clown nämlich, gleich dem Gruselmann “Es” weiß, eine Frau zu verfolgen, während er vorgibt, Interesse zu zeigen. Letztenendes will er sich natürlich nur etwas beweisen, und allen anderen da draußen zeigen, dass er “Die Eine” abbekommt. Was das aber mit einer Frau machen kann, wird da gerne ignoriert. Dieser Clown aber, und das ist das Schwierige an ihm, trägt eine Maske und kann sich selbst nicht erkennen, weshalb er auch die Aufmerksamkeit bei Anderen statt sich selbst zu finden verhofft. Er verpasst nämlich dabei die Möglichkeit, mehr aus sich machen zu können. Überschätzung ist da das, was jene Männer zu einer Art Karikatur macht und dazu bewegt, später zu heulen. Der Clown hat auch Talente, gewiss. Doch weiß der Mann, der seine Talente nicht kennt, diese nicht einzusetzen, sondern schlichtweg seine Clownesque Art, das er als männliches Talent des Verarschens erkennt, an Frauen auszuspielen und somit sein Können unter Beweis zu stellen. Seine Männlichkeit ist ihm im Grunde eine Last, weil er sich nicht kennt. Frauen macht das übrigens verrückt, weil sie nicht wissen können, dass sie es mit einem Clown zu tun haben, der tagsüber den Normalo abgibt.

Die deutsche Marke SYS hat nun neu im Angebot eine Maske, die kühl und nährend für trockene Haut ihren Pflichten nachgeht. Nach einer Reinigung, wird die Bio-Celullose Maske natürlichen Ursprungs auf das Gesicht aufgetragen, und anschließend innerhalb von 15 bis 20 Minuten eingwirkt. Zurzeit gibt es die Linie, zu der ich aus Erfahrung nur die Maske empfehlen kann, “exklusiv” nur bei der deutschen Parfümerie Douglas. Mit 5,99 Euro gehört sie aber zu den erschwinglich und für Masken auch realistischer Kategorie an, die mit Extrakten aus Kaktusfeige, hergestellt nach koreanischen Prinzipien der hochgradig weit entwickelten Beauty-Industrie, mit Superfood für die Haut ihre Wunder vollbringen.

Es gab einmal eine Stadt, die hieß Berlin. Sie war schön, sie war bunt, sie war dreckig, aber sie war freundlich. Jeder wollte etwas von ihr, also kamen sie alle. Aus der ganzen Welt stürmten sie nach Berlin, dem einstigen Mittelpunkt für Musik, Kunst und Kultur. Backpacker kamen aus Australien, sie suchten ihre Seelen, sie kamen aus Stuttgart, sie suchten gute Geldanlagen, und sie kamen runderhum aus allen naheliegenden Städten mitunter der ehemaligen DDR. Sie bauten die Stadt finanziell mit auf, brachten Kultur und ihre eigene Perspektive auf ein gutes Leben, von dem sie nur eine vage Vorstellung hatten, mit sich. Sie investierten Geld in jene neue Heimat, ihre Hoffnungen und Träume setzten sie auf diese eine Karte. Die Ureinwohner der Stadt hatten nur darauf gewartet, bis die Kinder weiterzogen, und der Traum der Anderen, der zu ihrem Alptraum geworden war, aufhörte. Ihre Stadt hatten sie nicht mehr wiedererkannt. Ein Café nach dem Anderen ploppte auf, verglast, aus Marmor und Gold, voller Mensch, die einander zu beeindrucken versuchten. Ein Getränk etwa kostete nicht mehr 2 Euro, sondern 6, und auch sonst lief das Berliner Alltagsleben nicht mehr wie es gelebt und geliebt wurde. Doch die Stimmen der eigentlichen Anwohner hatte keiner gehört. Die Stadt wurde von den neuen Zugezogenen rücksichtslos gesäubert, poliert, um nur dann selbst unaufgeräumt hinterlassen zu werden. Die Stadt, von der sie dachten, gleich einem rohen Diamant entdeckt zu haben, wollten sie nun selbst an ihrem eigenen Finger funkeln sehen. Das Recht hatten sie bereits aus ihrer Heimat mitgenommen. Nun suchten sie ihren Frieden, das eigentliche Schmuckstück im Leben eines Menschen, in ihrer neuen Wahlheimat. Für den Wohlstand hatten sie schließlich selbst hart gearbeitet, und sich ein Stück von Berlin erkämpft zu glauben gehabt. Die sogenannte Berliner Luft und Freiheit. Ihre neue Wahlheimat hatten sie dabei zum Abbild ihrer Selbst gemacht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ihre Ideale hatten sie den Anderen neu auferlegt, Traumhäuser wurden erschaffen, Lebenswelten, die die eigenen Berliner Anwohner nicht hatten verstehen können. Aber bei aller Kritik, die da war, wollten sie die neue Heimat nicht mehr den Anderen übergeben und gehen. Und dennoch, und das war der größte Fehler, der dieser Stadt angetan wurde, sahen sie es nicht ein, der Stadt zurück zu geben, was sie sich genommen hatten; die Freiheit, so zu sein wie sie es waren. Arm, aber glücklich. Und so leben sie heute noch weiter, ohne zu begreifen, dass ihre Ignoranz die Lebenswelten anderer beeinträchtigt. Und so leben sie noch heute weiter und taumeln umher, die neuen Besitzer. Sie scheitern tagtäglich an ihrem eigenen Glück, sie selbst zu sein. Hatten sie ihre Seelen gefunden? Um die Geschichte ihrer selbst hatten sie einen großen Bogen gemacht, um die Geschichte der Anderen einen noch Größeren und um das Jetzt und Heute wollten sie nicht mehr sehen. Sie hatten die Gespräche satt. Sie hatten schließlich selbst kaputte Familien hinter sich gelassen, kamen aus Aufsteigerfamilien mit zerplatzten Träumen und unerfüllbaren Erwartungen. Aber auch die Zugezogenen hatten ihr Recht, glücklich zu sein. Sie hatten nur geglaubt, dass sie die Stadt mit ihren Anwohnern hätten mit ihrer Bürgerlichkeit retten können, während sie vergessen hatten, dass sie erst sich selbst retten mussten. Und so wurde aus der einstigen Stadt, die “arm, aber sexy” war, nur noch ein langer, schwerer Atem. Denn das Geld, das die Anderen hier haben verdienen wollen, war ihr geringstes Problem. Die Stadt wollte ihren eigenen Pissgestank wieder. Ihr altes Wesen, ihre selbst erschaffene Realität und ihre glückseligen Fluchtwege. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie weiter, in der Hoffnung, zu bekommen, was sie suchen, Liebe, die sie nicht bereit waren, zu geben.

Es hört sich witzig an, aber ich bin kein Fan von Frankfurt. Das liegt daran, dass in dieser Stadt nur eines zählt, wenn es um menschlichen Umgang geht: Geld. Geld, und darauf folgt Status, geldbringende Berufe, und zuguterletzt Konsumgüter. In Frankfurt wird viel gekauft und konsumiert. Und dazu gehören auch Orte, die neben der Bleibe selbst sehr viel Geld herausfordern: Restaurants, Kulturangebote, Shoppinglocations von Douglas über Zara bis hin zu Prada und Co., aber auch das “normale Leben”, das sich eben dadurch auszeichnet wie sich Menschen einander vorstellen. Manieren hat in Frankfurt meist nur der, der Geld hat. Dass sich die Menschen da gerne mit jenen Menschen umgeben, die es haben, ist klar. Denn in Frankfurt kann nur kultiviert leben, wer Geld hat. Die Stadt selbst hat außer ihrem Fußball keine Kultur. Goethe lebt seit gefühlt tausenden Jahren nicht, und selbst Museen erwarten 12 Euro für einen Eintritt, obwohl es sich in Frankfurt keineswegs um New York oder London handelt, wo solche Preise doch locker und sicher gerechtfertigt sind. Die meisten Frankfurter selbst halten Frankfurt nicht aus. Der Frankfurter Flughafen ist 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die meisten Leute, die in Frankfurt wohnen, sind gar nicht da. In Frankfurt selbst sind häufig Menschen, die aus anderen Städten herkommen, oder eben aus dem Ausland zum Arbeiten in der Finanzbranche. Unter ihnen sind gewiss Menschen mit Humor und Kultur. Also lohnt es sich, zu erwähnen, dass man aus dem internationalen Frankfurt kommt, oder gar dort lebt und arbeitet. Dass das Bankensystem auch aus Frankfurt aus gesteuert wird, und dementsprechend Menschen anzieht, die für Geld und Status in diesen Segmenten der Bankenbranche auch arbeiten möchten, ist ebenso klar. Es scheint aber an Überhand zu nehmen, weshalb Menschen, die kein Geld haben, oder das, was es dazu braucht um als solches bezeichnet zu werden, abgewertet werden. Frankfurt ist insofern eine asoziale Stadt, als dass die Menschen keinen Wert auf menschliches Miteinander legen. Wert bedeutet hier Geld, Aktien, Designergüter, die zeigen, dass man es geschafft hat. Dass ausgerechnet hier, und in Hamburg – der einzigen Stadt, die das Geldhaben als Wichtigkeit übertrumpft, weil sie es wirklich hat (das Geld) – so viele Menschen auf der Straße leben und wie Dreck behandelt werden, ist kein Zufall. Aber das passiert eben, wenn Menschen nach Produkten fischen. Mein Cousin sagt, es mache Menschen blind, der Status und das Einkaufen. Und Recht hat er. Frankfurt ist reich an Geld, aber arm an Menschlichkeit. Hier gilt nicht “arm, aber sexy”, der Spruch, den der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit in die Welt raus gehauen hat und es mit der Hauptstadt cool machte, und keineswegs beschämend, kein Geld zu haben. In Berlin ist das Straßenleben daher auch besser ausgeprägt, dort herrscht Menschlichkeit, weshalb es gewiss die Menschen dort auch aushalten. In Frankfurt trifft dies nicht zu, aber auf die Nachbarstadt Offenbach. In der verhassten Schwesterstadt kommt es einmal mehr auf das Miteinander an, aber auch in der Nachbarsstadt fehlt es an Manieren im Alltagsleben. Aufstieg bedeutet in Frankfurt wiederum eben auch Kultiviertsein, denn das kann sich keiner leisten. In naheliegenden Dörfern oder gar Nachbarbundesländern wie Nordrhein-Westfahlen sieht das aber anders aus. Die Menschen dort haben Kultur, und das witzigerweise trotz der Tatsache, dass der Ruhrpott als ein Gebiet der Arbeiterklasse bekannt ist. Das mag Frankfurter nicht so Recht beeindrucken, denn in Deutschland gilt, aus der Arbeiterschicht zu kommen selbst als minderwertig. Dies mag auch erklären, warum Frankfurt als eine Stadt, die durch Aufstieg gekennzeichnet ist, Menschen anzieht, die raus wollen aus ihrer Arbeiterschicht. Dies gilt für Menschen mit Migrationshintergrund gleichermaßen wie für Menschen mit deutschem Hintergrund. Daraus resultiert dann der gewisser Anteil der herrschenden organisierten Kriminalität, des Drogenksonums, der Obdachlosigkeit und zuguterletzt des elitären Ellenbogenkampfes. Lebenswert ist das Leben in Frankfurt nicht. Nur wer Geld hat, genießt die Wahrnehmung. Jeder Andere ist nicht viel wert. In Städten wie New York oder London ist es genauso hart, sicherlich, aber das dürfte es für eine Stadt wie Frankfurt nicht selbstverständlicher machen, den Atzen raushängen zu lassen, und Menschen nach ihrem Äußeren, den Herstellern ihrer Kleidung und weiteren Gütern, die sie mit sich tragen, zu bewerten, und demnach, gut oder schlecht, zu behandeln. Nicht wer Geld hat, lebt und weiß, sich anderen gegenüber korrekt zu verhalten, menschlich, sondern der, der reich ist, an allem, doch nicht nur an Geld.

Viele sind in Beziehungen, die sie aufhalten, statt sich auf das Leben einlassen zu können. Warum? Viele suchen natürlich den Schutz und die Geborgenheit, als Frau aber auch als Mann gleichermaßen. Es ist aber wichtig, sich zu distanzieren oder ein Stück weit unabhängig zu machen in seinen Beziehungen, wenn es um die Liebe selbst geht. Gemeinsame Gesprächsthemen, Aktivitäten oder auch Interessen kann es geben, allerdings reicht dies auf Dauer nicht aus. Gleichzeitig, und diese Hoffnung haben auch jene, die in unglücklichen Beziehungen sind, kann eine Beziehung nicht helfen, wenn es darum geht, sich selbst zu erfüllen. Eine Beziehung ist erstmal auch nur eine Beziehung, ob mit oder ohne Liebe, die sich so definiert, dass ein Teil des Lebens, wenn nicht der ganze Fokus eine einzige Person bei Monogamie umfasst. Seinem Beruf, der Erfüllung schlechthin, kann natürlich nachgegangen werden, aber wie erfolgreich? Eine Beziehung ist kein Garant für Erfolg im Beruf. Etliche Menschen nutzen andere mit einer Beziehung aus, um ihre Ziele zu erreichen.  Jobangebote werden über den Mann einfacher erreicht, Männer wiederum suchen häufigst bei Frauen oder eben in homosexueller Beziehung bei Männern Geborgenheit und Rückzug, wenn nicht gar Bestätigung, ohne ein intensives Interesse, Gefühl geschweige denn der Innigkeit, die jede Beziehung sinnlichst benötigt. Natürlich bringt Liebe einen aus dem Leben, aber genau dafür ist sie da. Liebe ist dafür da, um aus dem harten Leben rauszuholen. Das schafft sie aber nicht, wenn sie nicht echt ist. Die unechte Liebe, und die ist in vielen Liebesbeziehungen da, ist mehr Spannung, Gewohnheit und Langeweile, die hin und hergeworfen ist, aber nicht gleichmäßig da ist, besänftigt, aber keineswegs das Herz erfüllt. In Deutschland mag der Beruf, intellektuell zwar häufigst erfüllend und beanspruchend sein, aber in Hinblick auf Beziehung wird gerne auf echte Gefühle verzichtet. Partner werden zu Schmuckstücken, Therapeuten oder Versorgern. Liebe ist aber für den Einlass da, das Einlassen auf einen anderen Menschen. Im Idealfall. Und was passiert im Idealfall, wenn keine Liebe da ist und keine Liebe? Die eine Liebe, die falsche, wird gebrochen, um sich für die echte Liebe zu öffnen. Und sollte Liebe ohnehin nicht vorhanden sein, ist die Versöhnung wichtig. Denn Menschen, die nicht lieben können, sind häufigst nicht mit sich im Einklang, genau diesen braucht es aber, da die Liebe zwischen zwei Menschen ebenso zwitschern will wie die eigene Laune. Liebe ist kein Fluchtweg oder Rettungsplan, aber die Liebe, sie verdient sich auch nur der, der sie sein lässt, was sie ist. Liebe.

Ist Coolness wieder cool? Evan Klar hat etwas von Coolness, jener, die es braucht, um als Mann auch einfach seine Gefühle zu gestehen. Direkt, ins Gesicht. Das tut er mit “I Do”, der Newcomer macht uns wieder heiß auf kühlere Sounds, Stimmen und Stimmungen statt heißer HipHop-Töne.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet aus Australien jene Musik kommt, die das Potential hat, die Musik des gefühlten Jahrhunderts, nämlich Hiphop, abzulösen. Was nicht heißen mag, dass das eine besser oder schlechter als das andere ist. HipHop aber hat sich aus den meisten Gründen, die es braucht, um gehört zu werden, bewähren können als die wichtigste Musikrichtung der letzten Jahre. Das Recht hat sie, aber es kann sich auch ändern, zumindest Verändern. Was könnte da nicht besser helfen – denn Musik treibt schließlich an, das ist ihre Aufgabe, friedlich in bestem Falle statt animalisch und angreifbar, wenn nicht gar menschenverletzend – als die australische Prise “Chill”. Neben Evan Klar und DVNA sind auch die folgenden drei Musikernamen jene aus Australien, die neuentdeckt zur Abwechslung ab 2020 gebraucht werden.

Was passiert, wenn Rihanna, Destiny’s Child, Teedra Moses und Banks in einem Cocktail landen, der Cosmopolitan heißt, richtig: Metropolitan Music, der jungen Aussie Künstlerin DVNA der Gold Coast. Der elektronische “Rude Boy” klingen durch, oder etwa Girlpowersong “Girl”, und zu guterletzt auch It-Klassiker des RnB “Be Your Girl” der amerikanischen Soulsängerin und last, but not least schimmert Trendmusikerin Banks aus LA mit ihrem Discohit-Remix des Warm Water durch, die allesamt bis heute noch sowohl Männern als auch Frauen schwärmerische Gefühle erträglich machen, statt sie in Liebeskummer versinken zu lassen. Dass ihre Musik “Elemente aus Soul” hat, findet die junge Künstlerin selbst auch wie es in einer Beschreibung ihrer Social Media-Kanäle heißt. “Modern Day Electronica” eine weitere Komponente, die ihre Musik zu dem mache, was sie ist. In ihrer Instagram-Story derweil fragt sie ihre Follower “Worst date you ever been ?”, und zeigt frappierend, dass sie sowohl ihre eigene Geschichte als auch die der anderen erzählen will. “Sushi in Tokyo”, “Girl on the Move”, oder “Looking like a Snack” sind Tracks, die aus Gesprächen mit Freunden entstehen, in die Liebes- und Gefühlswelt ihrer einladen, und ihre Sicht der Dinge ausdrücken. DVNA, die junge weibliche Stimme aus der Gold Coast ist noch unbekannt, und gerade deshalb bleibt mit Vorfreude viel zu erwarten.

Bilder: Facebook, Privat

Wenn Victoria Secret-Engel Izabel Goulart, gern gesehener Galagast auf dem roten Teppich und Verlobte des Eintracht-Fußballertorwarts Kevin Trapp, nicht um die Welt jettet zwischen Rio und Paris, ist die 1,77m Große in Frankfurt am Main anzutreffen. Ihre beeeindruckend, bewundernwerte Größe, dabei zierlich-schmal, meterlang und ihr Schwung der einem, fliegenden, atemberaubenden Engel gleichkommend, lässt die brasilianische Schönheit herausstechen.

Fit wie die 35-Jährige Lateinamerikanerin ist, wirkt sie wie eine mädchenhafte 24, die ihr Äußeres gewiss auch ihren Sportarten zu verdanken hat. Ihre physische Natura ist ihr Verdienst und eine Wucht, insofern, als dass es scheint, sie habe nicht ein Gramm Fett am Körper. Das mag nicht immer gesund sein. Aber sie arbeitet an ihrem Body by Iza wie sie es gerne nennt und unter selbigen Hashtag vorstellt, und motiviert, mitzumachen. Ihre Übungen mögen an die einer Extremsportlerin erinnern, die Resultate aber sprechen für sich. Verschiedene Sportarten betreibt sie für ihr ganz persönliches Ideal mit Abs und mehr. Ein Trend, den das VS-Engel sichtlich mitgestartet und hat etablieren können, trotz des bis vor kuzem noch andauernden Vorurteils “Abs” seien nur den Männern gegönnt. Für die Mode von heute braucht es schließlich Definition! Kickboxen, Pilates, Joggen, das sind nur einige wenige der Sportarten, die Izabel Goulart ausübt, um fit für Shootings, den Laufsteg und auch sonst in ihrer Präsenz zu sein.

Dass eine Frau nicht immer kurvig sein muss, um als schön zu gelten, dafür ist sie der lebende Beweis. In Brasilien wurde das Model gemobbt – dort sind die meisten Frauen nämlich eher klein und kurvig – und als Giraffe von ihren Mitschülern gehänselt. Dabei, und das kommt stellt sich ja doch auch erst im Erwachsenenalter heraus, ist meist das, was anderen Grund für Beleidigung ist, das, womit später Erfolg und Anerkennung folgt. Dabei noch über seinen Schatten zu springen, dazu gerade zu stehen und etwas aus sich zu machen, das zeugt von Stärke. Izabel Goulart ist eine Art, moderne “The Body” – jenes Kompliment und jener Name, der einst dem australischen Supermodel Elle McPherson zuteil wurde. Die neue Queen des bearbeiteten Fitness-Bodys zeigt, das harte Arbeit in einem solchen Körper stecken muss, ein Model sich nicht immer auf Gene und Körperbau ausruht, ihr Äußeres sowie die Anerkennung, die sie dafür erhält, gottgegeben ist. Ihre Größe aber, und die ist gegeben, spiegelt wieder, was sie hat, nämlich Größe, wenn es darum geht, den Körper trainieren, andere zu motivieren und nicht aufzuhören. Mit dem derzeitigen Körperwahn besonders auch auf sozialen Medien wie Instagram können zwar mit den weiteren Trends in Gesundheit und Ernährung Druck entstehen, aber ein Model wie es Izabel Goulart ist, kann zeigen, wo lang es geht, wenn es darum geht, seine eigene Ziele und Bedürfnisse zu erreichen, in Sachen Körperbild, den Wohlfühlfaktor als Frau, und letztlich auch um die eigene Gesundheit mit Sport. Denn das, ob gewollt oder nicht, beschäftigt doch die meisten unter uns. Also, Grund genug, anzufangen mit #bodybyiza, go body, go iza, go body, go iza! Unser Superstar in Sachen Fitness! Go for a body like Iza! NOW!

Bildquelle: https://www.instagram.com/izabelgoulart/?hl=de

Theophilus, der einstige Liebling der Hipsterszene um den verstorbenen Karl Lagerfeld (RIP) herum, hat heute einmal mehr bewiesen, warum er sich diesen gewissen Status verdiente, und heute weiterverfolgt. Weil er’s kann. Experimentelle Musik, zu seinem Rap und Gesang. Besser kann das nur Jazzlegende Aloe Blacc. Theophilus London aber, jünger und deutlich von verschiedeneren Musikrichtungen beeinflusst, hat nun sein neues Album “Bebey” rausgebracht. Nicht nur Jazz oder etwa Soul und Funk wären diese, sondern neben Rap und Rock die noch im Mainstream etwas unbekanntere Musikrichtung Caiypso, die seinen Ursprung in Trinidad und Tobago hat. Dort geboren ist auch London, der New Yorker Musiker aber lässt sich, gerade mit einer weitumreist, klingenden Geschichte, auch von so vielen, weiteren Komponenten leiten. Von Kunst etwa, oder Mode, das, was ihn antreibt. Für Off White durfte er sich austoben. Das Cover seines Albums zu “Bebey” fertigte der ebenfalls aus New York stammende Künstler Alexander Harrison an. Ein junger, talentierter Künstler, der Intersektionalität und Rassismus zu seinen Themen zählt, und mit seiner Kunst aufweckt, spielerisch zwischen Popart eines Andy Warhol, den expressionistischen Vorreiter Basquiat und einem surrealen Magritte die Linien des Lebens hinterfragt, deutet und in eigener Farbe erschafft.

Das Titelbild, das eine blondierte Frau mit dunklem Teint zeigt, steht für das, was auch London letztlich dazu angetrieben hat, das Album “Bebey” zu verschriftlichen und aufzunehmen. Scheinbar auch die Kreativität und Attraktivität der afro-amerikanischen Frau, die mit ihrem Haar ihre Geschichte, Individualität und Stilbewusstsein ausdrückt, wie es eines der weiteren Coverbildern zeigt, machen Theophilus als Künstler verrückt. Auf dem Album befinden sich desweiteren Tracks mit Tame Impala, Lil Yachty oder Ariel Pienk, die auch seine Vielfältigkeit in seinem Musikgeschmack ausdrücken. Theophilus London ist driven wie sein Name, und seine Musik treibt an mit Groove!

Das Ausnahmetalent Jorja Smith ist kein Geheimtipp mehr. Für ihr Debütalbum “Lost & Found” war die gebürtige Britin in der Kategorie “Best New Artist” für den Grammy nominiert, den BRIT Award als “British Female Solo Artist” hat sie abgestaubt. Anders als Kontrahenten wie Dua Lipa oder Mabel weiß Jorja Smith sich weder einer konzipierten Vermarktung zu unterziehen noch in eine bestimmte Richtung lenken zu lassen. Stattdessen, was wohl auch erklärt, dass sie nach wie vor bei keinem Majorlabel unter Vertrag ist, bleibt sie echt, konsequent und ehrlich in ihrer Musik.

Mit Größen wie Adele, Amy Winehouse oder Sade wird sie verglichen, doch so komplementiertend das auch sein mag, Jorja Smith hat ihre eigene, unverkennbare Stimme. Ein Hauch von Reggae zieht sich durch den samtig-süßen, rauchig-rauen Gesang der Schönäugigen. Dabei hat sie nicht nur musikalisch die Herzen ihrer Kollegen Stormzy, Maverick Sabre oder Drake erobert, sondern die einer gesamten Fangemeinde mehrerer Genres, die auf der Suche sind nach Liebe, Gefühl und Seele, Trost und vor allem wahrhaftiger Musik. Sei es, weil die Worte, die die Lippen der Sängerin berühren, aus eigener Feder stammen, oder sie zum klassisch-romantischen Sound zurück kehrt, und dabei diesen und sich selbst erblühen lässt. Bevor sie sich zu ihrem Konzert in Frankfurt einstimmt, treffe ich sie in ihrem Zimmer auf der Couch zu einem Interview.

Du bist jung, schön, und vor allem talentiert: Wann hast du das erste Mal dein Talent entdeckt? Und wie hast du es geschafft, den Schritt zu gehen, zu schreiben, aufzunehmen und letztlich auch zu performen?

Ahw, dankeschön! Ich habe schon immer geschrieben, seit ich klein bin. Mit acht Jahren trat ich in der Kirche auf. Als ich aufgeregt und nervös auf der Bühne war, hat mich meine Mum immer ermutigt. Und als ich 18 war, bin ich nach London gezogen. Meine Eltern haben mir gesagt: “Folg’ deinem Traum!” Davor habe ich einfach immer geschrieben. Ich hab’ einen Laptop bekommen, hab’ mir Garageband drauf gezogen, damit ich mich beim Singen auf Beat aufnehmen konnte. Ich hab’ auch Klavier gespielt. Aber ich hab’ nie… Ich hab’s einfach gemacht. Ich war ziemlich unbefangen statt irgendwie etwas auszuprobieren. Nee, ich hab’s einfach getan.

Du bist jetzt 21. Wie würdest du dich beschreiben?

21… Ich bin stolz auf mich. Ich lebe meinen Traum.

Was hat dich am meisten empoweret? Gibt es da etwas oder ist es…

Das bin einfach nur ich. Einfach ich. lacht Ich mag es einfach, zu singen. Ich schreibe für mich selbst. Die Leute vor der Bühne mitsingen zu sehen und, dass meine Lieder sie berühren, macht mich richtig glücklich. Ob diese kleinen Mädchen und Jungs oder ältere Typen und Frauen, alle… jah, das gibt mir wirklich ein gutes Gefühl!

Und woher kommt all die Weisheit von “Lost & Found?”

Mm, Ich denke nicht, dass ich weise bin.

Du denkst nicht?

Doch, auch. Ich schreibe aus Beobachtungen, Unterhaltungen, Erfahrungen, Dingen, die ich durchlebe. So halt. Und je älter ich werde und wachse, je mehr gibt es, worüber ich schreibe.

Gab es denn bestimmte Situationen oder intensive Erfahrungen, die dich zu der Person gemacht haben, die du heute bist?

Ja, die könnte es gegeben habe. Aber das ist nicht meine Art zu denken. Ich denke nicht, dass ich hier aus einem bestimmten Grund bin. Ich nehme jeden Tag so wie er kommt. So mache ich mein Ding. (lächelt)

Aus “Lost & Found” geht ein wenig hervor, dass du ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast. Was denkst du, braucht es, damit man sich mit seinen Eltern gut versteht?

Meine Eltern und ich sind eigentlich immer sehr offen miteinander. Wir reden über alles. Ich habe ihnen immer alles erzählt, auch, was ich gerade in Sachen Musik mache. Aber sie haben mich auch immer unterstützt. Klar, sind das deine Eltern, aber sie können auch deine Freunde sein. Natürlich gibt es da eine Grenze. Wenn deine Eltern dir mal etwas zu sagen haben, kann es sein, dass du nicht darauf antworten kannst. Das kann man bei Freunden machen. Man kann auch mal unhöflich sein zu Freunden. lacht Aber ich denke, um ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben, ist es gut, wenn man sich ausspricht und miteinander redet.

Mit Nike hattest du eine Kollaboration. Wie denkst du, steht es um Vielfältigkeit in der Mode deiner Generation? Fühlst du dich representiert? Du bist ja gemischt.

Die Zusammenarbeit war so cool. Ich bin echt dankbar und glücklich darüber, dass ich da mitgemacht habe. Es gibt jetzt viel mehr Diversität in der Mode, und ich bin stolz, ein Teil von einer vielfältigeren Bewegung zu sein, die Leute wie mich repräsentiert. Es ist gut zu sehen, dass es jetzt mehr Vielfältigkeit gibt, viel mehr People of Color in der Modeindustrie. Gemischte und schwarze Frauen auf großen BIllboards, Werbeplakaten, überall.

Du bist im Vereinigten Königreich aufgewachsen. Was hat dich in Sachen Musik und Mode beeinflusst?

Was meine Musik betrifft, bin ich sehr von der Musik beeinflusst, die bei mir zu Hause lief. Ich habe Nina Simone gehört, Amy Winehouse, Damian Marley – alles, was meine Mum zu Hause so spielen lassen hat – viel Jazz, Ska und Reggae. Was meinen Style betrifft, mag ich es bequem, sportlich oder sexy. Es kommt darauf an, wie ich mich gerade fühle oder was ich mache.

Du wirkst stark, aber als ich dein Instagramprofil oder Albumcover gesehen habe, dachte ich um ehrlich zu sein, du wärst sehr ernst.

(Lacht) Das sagt jeder.

Und jetzt bist du so schüchtern..

Ja, das höre ich oft.

Du wirkst viel kindlicher.

Ich lächle viel, aber nicht wirklich auf Instagram.

Nicht auf Instagram?

Machmal. Ich denke nicht darüber nach, wie ich auf Instagram wirke. Aber jeder, der mich sieht und kennengelernt, sagt: “Oh, du bist so nett. Du lächelst.”

Du bist irgendwie smooth..

Ich würde nicht sagen, dass ich smooth bin. Ich bin plump. (Lacht)

Wie benutzt du eigentlich Instagram?

Ich poste meine Tourdaten, manchmal Selfies, Bilder von meinen Auftritten, manchmal Stories. Ich benutze es nicht wirklich. Ich poste, aber ich schaue nicht drauf.

Also bist du da nicht so drin?

Nee. Ich verpasse immer, was meine Freunde posten, und bin dann immer so: “Mist!” Aber Instagram ist nicht wirklich meins.

Es interessiert dich also nicht wirklich?

Nein. Ich habe so viele Follower, und bekomme so viele Kommentare, dass ich es nicht lese, weil es nicht echt ist.

Aber empoweret und inspiriert dich die neue Body Positivity Bewegung, die auf Instagram stattfindet durch Marken wie Savage Fenty von Rihanna zum Beispiel, wenn es um deinen eigenen Körper geht?

Auf jeden Fall! Als ich jünger war, sah man nur dünne Mädchen. Es gab mal eine Dove-Werbung, in der ganz verschiedene Frauen gezeigt wurden, mit unterschiedlich ethnischem Hintergrund und verschiedenen Körperformen. Sowas mag ich, und so etwas habe ich schon einige Male gesehen. Ich weiß nicht, ich war etwas mollig, als ich klein war. Dadurch hatte ich immer ein wenig das Gefühl, das etwas an mir nicht stimmt. Ich wollte immer Sport machen, aber jetzt sieht man so viele Leute, die sich alle in ihrer eigenen Haut wohlfühlen. So sollte es ja auch sein.

Es sollte keiner einem sagen, wie man auszusehen hat. Und noch heute: Ich bin nicht übergewichtig, aber wenn ich enge Sachen trage, sagen mir die Leute Sachen wie “Du siehst aus als wärst du schwanger”. Es macht mir nichts aus, aber jemand anderen könnte das wirklich treffen und dazu führen, dass er nichts mehr isst. Die Leute müssen aufpassen, was sie sagen. Mir ist es egal, denn mir macht’s nichts aus, dass ich aussehe als wäre ich schwanger. Aber andere könnte das echt traurig machen.

Also hast du eine Schutzmauer, und es prallt an dir ab.

Ja, es hat mir mehr ausgemacht als ich jünger war. Manchmal macht es mir schon etwas aus, aber es ist sehr davon abhängig, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich down bin, wird mir auch nicht gefallen, wie ich aussehe. “Ehh, das sieht nicht gut an mir aus”, denke ich mir dann. Aber du hast nur dich, sei glücklich, wir haben im Leben nur einen Körper.
Jorja Smith

Und warum hast du dir die Haare abgeschnitten? War es für das Video (“Beautiful little Fool”) oder hattest du sie schon davor so kurz?

Nein, sie waren schon davor kurz, aber ich möchte nicht darüber sprechen. lacht Aber ich liebe deine Haare. Es ist eine gute Veränderung.

Ja, das denke ich auch. Um sich befreit zu fühlen…

… ja, und meine Haare wachsen jetzt gesund. Sie waren wirklich kaputt. Das war eigentlich auch der Grund, warum ich sie abgeschnitten habe. Ich bin daher auch glücklich, dass ich es gemacht habe und sie jetzt einfach wieder gewachsen sind.

Ja, das war für mich auch eine der Gründe. Meine Haare waren auch sehr kaputt.

Ja, so sieht es auch gut aus. Es wird richtig schön wachsen. Dein Haar ist dick. Du hast ‘ne Menge Haare. (lacht)

Ja, das ist nicht immer gut, aber…

Mach’ dir keinen Kopf, ich hab’ einen Damenbart. (lacht)

Und wie lang sind deine Haare jetzt?

(zeigt ein Bild der derzeitigen Länge) Das ist eine Menge Haar.

Ja, das ist es, wow, du hast richtig viele Haare. Benutzt du auch Perücken?

Manchmal. Zum Beispiel für einen Ponytail. Kommst du zur Show?

Ja.

Ich werde einen blauen Pferdeschwanz tragen.

Wow!

Jah, ich mag es, mich mit meinem Haar zu beschäftigen. Das macht Spaß!

Ja, es ist echt cool. Ich habe es auch versucht. Ich war in einem Afroshop in Frankfurt.

Du hast eine Perücke anprobiert? (lacht)

Ja, das habe ich. Aber es passt einfach nicht zu meiner Gesichtsform.

Perücken sind eh witzig. Du musst sie gerichtet bekommen ehe sie schön aussehen.

Ja, das stimmt, aber du hast eine schöne, hohe Stirn. Es steht dir. Ich liebe deinen Look und Style!

Dankeschön! (lächelt)

Fotos: Rashid Babiker
Erstveröffenlichung: AMY&PINK, www.amypink.de 20.03.2019

In der Wirtschaft ist häufig unter Männern die Rede vom “Aufsteigen”, was den meisten Frauen aber nicht gesagt wird, ist, was dieses “Aufsteigen” überhaupt bedeutet. Manche Frauen wissen es, sicher, andere wiederum glauben, “Aufsteigen” käme mit dem Chef ins Bett gehen gleich”, andere und das ist die letzte dieser drei Gruppen, hat keine Ahnung, dass “Aufsteigen” schlicht Weiterentwicklung heißt. Betreffend sowohl für das berufliche als auch private. Männer wissen meist wie das geht, klassisch betrachtet, Frauen sind sich dem weniger bewusst. Denn der Frau wird noch immer nur die Aufgabe zuteil, Kinder gebähren zu dürfen und müssen. Das zumindest ist die Sicht der erfolgreichen Männer, wenn es darum geht, wer die Verantwortung für was im Leben unternimmt.

Es geht nicht darum, eine Rabenmutter zu werden, keine Kinder kriegen zu wollen, oder die tausenden Rollen zu verlassen, die Frauen mögen und in denen sie sich wohl fühlen. Problematisch ist, dass Frauen sowohl in intellektuellen Kreisen, gleichermaßen wie bürgerlichen und prekären Verhältnissen noch immer als das weniger intelligente Geschlecht gilt, das nicht verdient oder gar es wert wäre, in das eigene Potential zu investieren, wenn sogar es zu fördern und weiterzubilden. Anders als Männer, die vom Profit des Weiterentwickels wissen, darüber nachdenken und schlussendlich, diese Kompetenz auch pflegen. Frauen wiederum wird glaubhaft, dass sie und ihr Leben genügend ist, wenn sie all’ das tut, was besonders Man(n) von ihr erwartet. Erwartungen sind dies, die überwiegend von Männern stammen, aber auch von Frauen an andere Frauen gestellt werden, die selbst ein konservatives, gar minderwertiges Frauenbild und Ehebild haben.

Dieses Unwissen führt dazu, dass Frauen dann nicht nur im Arbeitsleben – die moderne Frau von heute hat sich das Recht, aufsteigen zu können hart verdient, dem deutschen Feminismus sei seit Anbeginn 70-er Dank, sondern auch im Privatleben an einen Punkt stoßen, an dem sie nicht weiter wissen. Denn das Leben stellt Aufgaben, nicht nur Männern, sondern auch Frauen. Und die bestehen aus weitaus mehr als Hausarbeit und Kinderpflege wie auch Erziehung. Während aber von konservativen Männern immer wieder betont wird, dass sie sich weiterentwickelt hätten, und das tun von Fußballstar über Chefredakteur und Bauarbeiter bis hin zu CEO eines Großkonzerns im Finanzwesen Männer jeden Alters, jeder Coleur und Herkunft, sind es Frauen, die dieses Wort nicht in ihrem Sprachschlatz haben, was sie bräuchten, um in dieser Welt erfolgreich zu überleben, wenn auch Erfolg heutzutage glücklich sein bedeuten mag. Weiterbildung heute reicht nicht mehr aus. Weiterentwicklung ist das Stichwort, denn gerade in Unternehmen oder anderen Berufsfeldern gilt, Weiterentwicklung sprich Persönlichkeitsentfaltung – und Veränderung ist gewinnbringend, sowohl als Mutter, als auch als arbeitende Frau, und schlussendlich unabhängiger Charakter, denn die Welt verändert sich immerwährend und entwickelt sich – im schlimmsten Fall zurück. Selbiges gilt für das “schönere Geschlecht”, dem Aufgaben meist selbst erteilt werden. Und wenn Frauen, sie leiden meist mehr seelisch als Männer, sich nicht ebenso weiterentwickeln und es auch nicht dürfen, kommt es zur Stagnation, und die ist schmerzlich. Dagegen hilft und beugt vor, alles, was weiterentwickeln kann: Erfahrungen sammeln, sich informieren, Wissen aneignen, lesen, Sport treiben, sich um die Kinder kümmern, – auch das fördert selbstverständlich Weiterentwicklung – und zu guterletzt auch hin und wieder für eine eigene Comfortzone investieren.

Frankfurt hat nicht viel zu bieten in Sachen Beauty, Mode oder auch sonstiger Trends. Aber in einer Sache ist die Stadt am Main am Zahn der Zeit. Koreanische Hautpflege mit unzähligen Sheet Masks bietet das Korean Beauty House an, einem Store, der viele Marken bietet, die sich schon in ihrer Wirkung haben erwiesen können unter dem in den letzten Jahren durchgesetzten K-Beauty Trend. Die Preise starten bei 1,75 Euro, und werden dem gerecht, für das sie stehen. Wie eine der Verkäuferinnen erklärte, sind koreanische Beautyprodukte bekannt dafür, dass sie weniger Chemie nutzen stattdessen mehr auf natürlicher Basis mit Extrakten aus Ginseng, Schneckenschleim oder Extrakte der wertvollen Tomate aufgebaut sind. Hier lohnt sich eine fachkundige Beratung, die auch bei Masken für den richtigen Hauttyp und der Bedürfnisse zu Gute kommt.

Neben der Filiale in Frankfurt, gibt es auch in den folgenden Städten das Korean Beauty House vorzufinden: Ingolstadt, Salzburg und München. Bild: koreanbeautyhouse.de

Es gibt Menschen, die haben ein Leben lang dafür gearbeitet, um in einer großen Firma bei einer großen Marke zu landen. “Langnese”, “Schwarzkopf”, oder “Siemens” heißen manche dieser Firmen. In einer Großstadt oder am liebsten aus dem Ausland für die deutsche Dependance. Ein Leben lang wird also gearbeitet, studiert, eine Ausbildung gemacht, vielleicht gar der ein oder andere Hintereingang genommen, um letztlich in einem Unternehmen zu landen, das den Namen einer in unserer Kultur etablierten Einrichtung trägt. Dort ist dann die eigene dümmliche Art ertragbar, wenn nicht unauffällig erfolgreich. Tagsüber gelangweilt vor dem Computer sitzen, per Mausklick Ex-Freund oder die Neue des Ex-Freundes stalken, telefonieren, ein paar Online-Einkäufe erledigen, und dann noch hin und wieder genervt Menschen wegschicken, sind das Sahnehäubchen der Karriere. Das weiß dann nur leider keiner, denn nach außen hin tragen diese Menschen die Atittüde und den Anschein aufrecht: “Super, läuft alles”, heißt es denn, wenn gefragt wird, wie es so auf der Arbeit läuft.” Abends dann schnell zum Dinner gehuscht, wird geglänzt. Es wird ja für diese eine Firma gearbeitet, was dann auch referrert werden muss. Da gehört dann die volle Aufmerksamkeit jenen, die eben bei dieser Firma arbeiten, während andere weitaus in unbekannteren Branchen und Gefilden ihr Geld verdienen. Aber dieses Angeben, das darf man. Schließlich hat man sein ganzes Leben investiert, wenn nicht verbraucht. Für sich selbst war da weniger Zeit. Persönlichkeitweiterentwickeln, oder Erfahrungen sammeln, oder gar einfach mal glücklich sein waren da oft nicht drin. Abstriche mussten gemacht werden, für – in einer Leistungsgesellschaft besonders wichtig – das Ansehen und den Status, den es über die Arbeit eben so gibt. Der Lohn ist vielleicht gar nicht mal so hoch, aber das muss ja keiner wissen. Meist erweisen sich dann noch die ein oder anderen Aufträge über unseriöse Wege als gewinnbringend. Die Selbstdarstellung geht weiter.

Die Realität holt einen dann aber ein. Das passiert spätestens dann, wenn Stellen abgebaut werden, die Rolle in der Firma von der nächsten jüngeren Dame ersetzt wird oder dem sehr viel ambitionierteren, jungen, gutaussehenden Absolventen von der Universität. Unzufriedenheit macht sich breit, auch weil stehts der Druck besteht, mithalten zu müssen, den Anforderungen dieser Firmen gerecht werden zu müssen, die meist selbst eine Politik betreiben, die nicht lebenswert, sondern zum Scheitern und Leiden verurteilt. Für den Namen aber will keiner aufgeben. Wie auch? Den ganzen alten Verwandten, Eltern oder Schulfreunden kann man ja dann auch nicht die Wahrheit erzählen. Die würden’s ja doch nicht verstehen.

Und was Neues wagen? Den Urlaub in Costa Rica brauche ich. Außerdem wollten Stefan und ich noch ein Ferienhaus zum Abschalten am See. Aber so weiterleben? 8 Stunden Arbeit zahlen sich nicht für die zwei Stunden, in denen erzählt wird, wie toll man es im Leben habe und alles erfolgreich über die Bühne bringen könne, nicht aus. Und dann gibt es doch Leute, die sich irgendwie trauen, das Leben zu leben, von dem sie sich niemals gewagt hätten zu träumen. Das kann dann die eigene Schwester sein, die Nichte oder der Sohn des besten Freundes, der eine Karriere als Straßenmusiker anstrebt. Den Mut hatte man dann nicht. “Aber die ist doch eh blöd”, heißt es dann trotzig wie ein kleines Kind, von denen, die sich ihre Identität hinter einem großen Namen aufgebaut haben, ohne wertgeschätzt zu werden für das, was sie können und sind. Nämlich viel mehr als ihre Arbeit. Und so werden aus Jobs Namen und aus Namen Menschen, die versagen. Noch mehr aber wertvolle Lebenszeit über Bord werfen.

Heute im Hugendubel. Eine innere Stimme sagt: “Nein, geh da nicht rein, nein, die wollen dich da nicht.” Was sich jetzt witzig oder fast gespentisch gruselig anhört, ist eine Stimme, die besonders vor dem Eingang nicht wegzukriegen ist. Nicht nur die Temperatur wird unangenehm, wenn die Glastüren aufgebrochen werden, sondern das menschliche Klima. Bänker huschen in ihrer Mittagspause vorbei, Leseratten blicken gierig um sich, während sie sich müßig mäßig bewegen, Geschäftsfrauen stolzieren rücksichtslos stumpend. Da denkt man sich einmal, heute mal nicht auf Sparmodus machen und auf amazon bestellen, das Klima schonen, die deutsche Wirtschaft ankurbeln, und direkt bei einer Buchhandlung kaufen (wenn auch Kette), die eben ein persönlicheres und größeres Angebot hat, und durch gelungene Import – Exportverträge nahezu jedes aktuelle Buch im Bestand hat. Falsch gelegen. Schwarze Haare, schwarze Augen, schwarze Augenbrauen, noch nie in einer Buchhandlung gesehen: “Hilfe, der Kanacke ist da”, und so wie die auch noch aussieht, kann die doch gar nicht lesen. Deutsche Vorurteile, welcome! Kanacke, hübsch, Modemädchen, Anlass also. “Ähh, doch, schon, also Lesen und Schreiben lernt man ja schon auch, selbst in einem Schwellen- oder Entwicklungsland.” Aber die Damen und Herren der Hugendubel-Mitarbeiterschaft sind weder geschult, noch belesen, wenn es um unterschiedliche Menschen, gar Kunden geht. Sind das dann nicht die eigentlichen Kulturbanausen, die sich für die eigentliche Elite des deutschen Hochadels aus Literatur und Theater halten? Leider kennen die meisten Mitarbeiter nicht einmal die Standardwerke, das ist traurig, aber auch nicht verwunderlich, wenn immer wieder die Rede einer Buchmarktkrise ist. Bei aller (Kapitalismuskritik-)Liebe, so leicht verschlägt es den ungebildeten Türken dann doch nicht wieder in die Hugendubel-Buchhandlung. Der Büchermarkt selbst frisst ihre Bücher, nicht die Kinder, und schon gar nicht die mit Migrationshintergrund. Stichpunkt: Interkulturelle Kompetenzen, die in der ein oder anderen, deutschen Institution noch immer nicht angekommen ist. Ein Umdenken muss stattfinden, Sensibilisierung, gerade in einer hohen Kultur wie der Literatur und Kunst.

Es gibt ein Alter, indem Jungs denken, ihnen gehöre die Welt. Das muss so Anfang 20 sein. Da ist ihr Ego besonders groß. Meist, weil eine gewisse Reife fehlt, und die Vernunft darüber, wie die Dinge im Leben wirklich laufen. Wenn es also um das Thema Frauen geht, gibt es in diesem Alter kein Aufhalten. Sie denken, sie könnten sich eine Frau einfach krallen. Ob auf der Berufschule, der Uni, auf der Arbeit, per App oder in der Bar. Frauen genießen es natürlich überwiegend, wenn sie bewundert und begehrt werden. Aber es ist eben doch so, dass das Interesse der jungen Männer begrenzt ist, wenn sie auf etwas reifere Frauen stehen. Ein Fallbeispiel.

Er braungebrannt, wenn auch nur Solariumbräune, durchtrainiert, single, jung, lernt sie kennen, als er in seinen bittersten (eigentlich besten) Jahren ist; nachdem er von der Liebe, seiner großen Liebe enttäuscht, gekorbt und bös links liegen gelassen wurde. Diese Frau also, mit der er jetzt zusammen ist, fand ihn natürlich wie auch sonst jede: äußerst attraktiv. Er hingegen wollte sich und seinen Freunden was beweisen, seine sexuelle Reife und Überlegenheit unter Beweis stellen und erproben, zeigen wie männlich(er) er war. Sie hingegen wollte ihrem Ex-Lover inklusive Mädels beweisen, dass sie den begehrten hübschen Toyboy, oder sagen wir fairerweise: Sohn, zustehend abbekommt. Denn sie war mehr als zu zahlen bereit, nämlich seine Wäschemachen, ihn chauffieren und sich um Angelegenheiten wie seine Steuererklärung zu kümmern. Also sagte sie nicht nein, als er ihr den Hof machte. Und er wies sie auch nicht ab, als sie an seine Jugendliche Dummheit anknüpfte. Die gewisse Härte aber, die dieser Junge auszustrahlen versuchte, hat er bis heute nicht. Er ist schwach, und ein kleiner Macho, der sich selbst überschätzt, aber so ziemlich so verhält, wie wir es in der Alltagssprache unter “südländisch” kennen: er wohnte bei Mama. Nur war die eben die Freundin. Nicht aber, weil sie etwas älter war, sondern bereit, ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, während er weiterhin nach der Liebe des Lebens intuitiv Ausschau hielt, für den Fall, dass er noch zu einem Mann heranwächst. Auch, wenn sie für ihn wie Butter für die Seele ist und er der Meinung ist, sie haben einen sehr guten Charakter, so ist er noch immer gefesselt in seinem Leben.

Seine Beziehung macht sein Leben nicht besser oder schlechter, es ist nur ein Resultat seiner Entscheidungen, die er als junger, naiver Boy machte. Seine Freundin umsorgt sich weiterhin, besonders, wenn er abends unterwegs ist. Bis er sich hat eines Tages dazu aufraffen können, ein eigenes Leben aufzubauen, selbstständig zu werden und die Frau seines Lebensweges zu treffen, wird es vielleicht lange dauern, was aber noch andauernd, ist die Tatsache, dass das alles, nur keine Liebe ist.

Es schimmert, glänzt und scheint: der Highlighter, unser Lieblingsprodukt hat sich noch immer auf Platz eins der Beauty Materials für glamouröse Auftritte gehalten. Einer der besten unter ihnen ist der RMS Living Luminizer. Mit der cremeartigen Substanz können Augenlid, Nasenrücken, Kinn und Schlüsselbeine akzentuiert werden. Enthalten sind in der Marke, die zur modernen Naturkosmetik gehört, Inhaltsstoffe wie Kokosnussöl, Bienenwachs und Rizinusöl. Einziger Knackpunkt: auch dieses preisgekrönte Beauty Produkt enthält Mica, ein Mineral, über dessen Herkunft und Weiterverarbeitung wenig Transparenz herrscht. Bild und Produkt über organic shop amazingly.

Über zehn Jahre Unterschied liegen zwischen Supermodel Doutzen Kroes und Topmodel Romee Strijd, und doch sind sich die beiden VS-Engel und Vlogger ähnlicher als man meinen könnte: Unapologetic (nicht entschuldigend), dieses Wort, das im Deutschen einfach nicht so recht ausgesprochen werden will. Denn während deutsche Frauen fabelhaft kritisch sind, so können doch die Nachbarn einige Dinge besser. Nämlich, sich nicht dafür schämen, wenn sie etwas nicht wissen, es aber lernen wollen. Diese freundlich-süße Naivität und Attitüde, und der gleichzeitige Wissensdurst wie auch Sichselbstnichternstnehmen sind alles Komponenten, die sie positiv und schön machen, ohne dabei dümmlich zu wirken. In ihren Youtube Videos sagt eine Doutzen Kroes etwa “Was ist mit einen Auge, das kleiner ist als das andere?”, während sie herausfinden möchte, was sie gegen den Altersprozess unternehmen kann, dem sie explizit als Model stärker ausgesetzt ist. Romee Strijd wiederum erklärt beim Schminken, holprig, aber selbstbewusst, dass ihre obere Lippe schmaler ist als die untere. Weder Scham noch Beschönigung oder Runterspielen sind bei den zwei Schönheiten angesagt. Sie stehen zu ihren “Schönheitsfehlern” und wie man im Türkischen so schön sagt: “Schönes hat immer einen Fehler”. Wie schön, dass sie dazu stehen, denn das macht sie tatsächlich nur schön. Natürlichkeit ist angesagt, aber dazu gehört es auch, ehrlich zu sagen, was gedacht wird. Das gelingt hier in Deutschland in der ein oder anderen Situation keinem. Auch wenn die zwei beruflich als das gelten, was in Deutschland unter GNTM abschätzig als “Dümmchen”, und “Model” abgetan wird, so wissen die beiden, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, aber dennoch reflektiv zu sein, wenn nicht zu strahlen. Das ist stark! Und so können sich auch die kritischsten Frauen eine Scheibe davon abschneiden!

Mit Frankfurt können viele nichts anfangen. “Langweilig”, heißt es da, “kriminell” oder “konservativ” wird schnell geurteilt. Selbst nur zum Kennenlernen wird Frankfurt gerne mal gemieden. Dabei lohnt es sich, der Stadt einen Besuch abzustatten, wenn auch nur auf kurze Dauer. Hier einige, wenige Beispiele dafür, warum Frankfurt einen Kurztrip wert ist.

Frida Kahlo ist für einen Schub an Inspiration für das Frausein immer wieder ein Fest. Natürlich aber auch für männliche Feministinnen. Wie gut, dass ihre Werke mit denen von 33 weiteren, internationalen Künstlerinnen in der Frankfurter Schirn Kunsthalle unter dem Titel “Fantastische Frauen” ausgestellt werden. Ab dem 13. Februar ist die große Ausstellung zu sehen. Aber auch sonst hat das Museum am Römerberg immer wieder sehenswerte Ausstellungen im Programm. Zu einem der kreativen Hotspots Frankfurts zählt das mäßig gentrifizierte Bahnhofsviertel. Das raue Tagesleben, unterschiedliche Menschen wie auch Lokale sind hier das Thema. Angelpunkt der hippen Szene ist gefühlt seit über einem Jahrzehnt das Café Bar Studio Plank. Publikum ist hier neben der Fans des von Ata Macias mitgegründetem Technoclub Robert Johnson, eine buntgemischte Menschentraube, die das weltoffene Frankfurt feiert, und sich von dem auch angezogen fühlt. Abends ist es gleich neben dem Nachbarsspäti Yok Yok ein beliebter Ort fürs Trinken, Plaudern und Verabreden, tagsüber ein schönes Café mit kreativer Luft und sehr guten Kaffeegetränken. Selbst, wer nur auf Durchreise ist, sollte sich das Café nicht entgehen lassen. Das in der Elbestraße an der angrenzenden Münchnerstraße gelegene Café liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Wenige Meter weiter folgt auch schon das Museumscafé des Tower MMK Elaines Delhi mit super Frühstück, schönem Ambiente und Frankfurter Heckmeck mit Stil. Starauflauf garantiert. In der Kirchnerstraße findet sich das italienisch angehauchte Bunca Café. Dort gibt es neben Oatly-Milch auch selbsterfundenen Chai Latte nach eriträischer Art, viel besser als bei Starbucks, weiß auch Gründer Samson Habtom glaubhaft zu sagen. Verifiziert und daher auch empfehlenswert! Gar nicht weit entfernt davon befindet sich das Mainufer. Über den Willy Brandt Platz und die Neue Mainzerstraße hin führt der Weg zur Untermainbrücke, ein wunderbarer Spaziergang mit Blick auf das Meer Frankfurts. Inspiration und Romantik garantiert. Entlang und um die Schweizerstraße herum sind dort die ansässigen Frankfurter anzutreffen. Zwischen Restaurants, kleinen Cafés und Läden ist das Viertel zu einem süßen Straßenleben fern des hektischen Frankfurter Alltags eine Alternative zum Verweilen und Erkunden. Eines der modischen Cafés, die sich dort befinden, ist das Moka Toaster, ein Mädchentraum und Plaudercafé für Männer, die das la dolce vita lieben. Zurück an der Alten Oper, einem der prägendsten Orte Frankfurts, wenn nicht der sehenswertesten Sehenswürdigkeit, gibt es ebenso einige, edle Cafés und Restaurants in der nahegelegenen Fressgasse, einer alten, noch immer sehr lebhaften Frankfurter Gourmetstraße. Wer den Blick auf die Oper beibehalten will, sollte es für einen Snack, guten Café oder auch Wein am Abend in der Tagesbar des Chinaskis r probieren. Das kleine, feine Boutique-Lokal gegründet von Lokalprominenz und DJ Julian Smith ist nicht nur ein schickes Delhi, sondern auch eines mit klassisch, köstlich, leichter Speisen. Sehr gut! Weitere Restaurants gibt es mitunter in der etwas heruntergekommenen, aber lebhaften und besonders historisch-schönen Kaiserstraße. Das EATdoori ist eines der guten Adressen, wenn es um etwas authentisch, indische Küche mit offenem, gemischten Publikum mit Hang zu Kosmopolismus und Streetfood geht. In der selben Straße ist auch der kleine, moderne Imbiss Chidoba, einem mexikanischen Burrito-Laden. Preiswert, vielfältig und schmackhaft gut. Sushi gibt es in der leicht gegenüberliegenden Straße im angrenzenden Rotlichtmilieu. Die stylische Bento Boutique hat freundliches Personal, tolle Gerichte, und rundum ein fabelhaftes Konzept mit kleiner, aber süßer Sitzmöglichkeit. Aber auch sonst befinden sich dort viele Lieblingsrestaurant der Frankfurter, die sich Essengehen zum unverzichtbaren Hobby und Erkunden der immer wandelnden Stadt gemacht haben. Wer mit großem Stil italienisch essen möchte, aber dabei auf große Salonidylle nicht verzichten mag, der ist im Herzen der Stadt, der Hochstraße im Pizza & Pasta Scalpi gut aufgehoben. Außerdem italienisch gut ist das Pizza Montana wieder zurück im Bahnhofsviertel. Dort gibt es speziell Neapler Pizza in coolem Ambiente, Instagramfreunde welcome! Wenn die Portionen auch etwas kleiner als herkömmlich ausfallen, so ist das Montana auch sonst ein beliebter Ort für die Kreativen, internationalen Geschäftsleute und Foodie-Touristen. Abends wird das Plank zur fancy Bar, aber in ruhigerer Ecke liegt das “The Parlour“. Die Bar ist zwar etwas gemütlich klein, aber hat eben Expertise in Getränken und eine Einrichtung, die an den adlig-modernen Stil Londons erinnert.

Highlights sind, wenn es um Frankfurt und die Sicht ihre Skyline geht, das Café Leonhards im Kaufhof, der Kaiserdom (Achtung, sehr viele Treppen) und das Mainufer. Dort findet an der Museumsmeile Schaumainkai auch stets zur Saison der Flohmarkt statt. Für echt typisches Sightseeing muss ein Besuch in eine der Ratskeller wie das Apfelwein Wagner für Ebbelwoi drinsein, eine Hop-On-Hop-Off Bustour oder Schiffsfahrt am Mainufer. Die am Mainkai startende Schifffahrt befindet sich in der Nähe des Römerbergs, dem sehenswerten Frankfurter Rathausplatz, der sogar schon Model und Instagramphänomen Bella Hadid überwältigt haben muss, als sie zu Besuch in der Bankenstadt war und sich hinter der Kulisse hat ablichten lassen. In naher Umgebung befinden sich außerdem noch die Galerien und Cafés der Brauchbachstraße, unmittelbar gelegen in der Nähe des Museums für Moderne Kunst und des romantischen, japanischen IMORI Cafés. Zur Übernachtung eignet sich das 25Hours Hotel The Trip. Das Hotel ist zwar der Adresse Niddastraße in einer schwierigen Lage, aber auch das ist eine Realität Frankfurts. Wer sich öffnen kann, sollte es ausprobieren. Denn das Konzept ist jugendlich und eben im echten, harten Leben angesiedelt, zwischen Fixerstuben, Obdachlosen und alten wie auch neuen Frankfurter Läden, das für viele Künstler auch ein Schatz gefüllt mit Inspiration ist. Ein weiteres Hotel ist Das Lindenberg. Es mag nicht sehr zentral gelegen sein, aber wer liebend gern mit U-Bahn oder noch lieber Taxi unterwegs ist, für den sollte sich der Aufenthalt im Konzepthotel lohnen. Wer es dann noch schafft, zu Fuß viele, weitere Orte zu erkunden, mit Frankfurter ins Gespräch zu kommen, und auf Entdeckungstour zu gehen, der wird sich sicher ein anderes Bild von Frankfurt machen können. Aber 48 Stunden Frankfurt, das kann Frankfurt in jedem Fall erfüllen.

Bilder: Schirn.de, Archiv, https://das-lindenberg.de/

Als kleines Kind wollte ich immer unbedingt erwachsen werden, weil ich dachte, dann endlich ernst genommen zu werden, bis ich dann auch tatsächlich ernst und erwachsen wurde. Nur schien das außer mir, keiner so zu sehen. Die “echte Erwachsenenwelt” betrachtete weder mich mit meinen jungen 20 Jahren noch das Alter selbst, als ein solches, das es wert war, respektiert zu werden. Erzählt hatte man mir aber eigentlich etwas Anderes. Von wegen “mit 18 erwachsen und so”, “Verantwortung übernehmen”, “Reife zeigen”. Es war ein ziemlicher, wenn auch kleiner (Kultur-) Schock zugegebenermaßen, denn weder wird man hier als junger Mensch wertgeschätzt, noch gibt es überhaupt Respekt Älteren gegenüber. In dem Land, indem meine Eltern geboren sind, nämlich der Türkei, ist der Respekt Älteren gegenüber unabdinglich. Jüngere Menschen gelten als die Triebkraft der Gesellschaft. Daher ist es nicht schamhaft, “älter” zu sein als 20 oder 40, oder gar 80 und 60. Der Jugendwahn wie er hier überwiegend in Europa herrscht, ist dort drüben bei Weitem nicht so sehr ausgeprägt. “Die türkische Oma” Ajda Pekkan ist mehr Ausnahme als Regel. Hier aber nicht ernst genommen zu werden, obwohl schon lange offiziell als solches zu gelten, war jedes Mal von Neuem ein Schreck und Schlucken zugleich. Aber es muss jedem so gehen, der hier jung ist, egal ob in seinen Zwanzigern, Dreißigern oder gar Anfang 40ern.

Das erste Trauma erlebten wir als wir eingeschult und schon dann wie kleine Erwachsene behandelt wurden. Die Pubertät ist nur eine weitere Folge einer höllischen Achterbahnfahrt, die mit 16 zu einer Art Katastrophenmoment führt. Uns wird eingetrichtert, in zwei Jahren seien wir offiziell erwachsen sprich eine Art fertiger Mensch, der sich nicht mehr weiterentwickeln wird, sondern das Endstadium des Seins erreicht hat. Lehrer Siezen uns, während wir wie Taugenichtse, Halbreife und hoffnungslose Junge behandelt werden. Alt genug, um bestraft zu werden, zu jung, um eigene Entscheidungen treffen zu können. Wählen durfte man, den Führerschein machen, mit 21 noch einmal amerikanisch feiern, dass wir zur ausgereiften Version unserer Selbst wurden. “Jetzt, aber!” dachten wir uns und stürmten hinaus in die Welt der Erwachsenen und Arbeitswelt, bis wir auf der ersten Stufe bereits stolperten. Erster Schock: keinem passt unser Alter. Zweiter Schock: Wir werden nicht ernst genommen. Dritter Schock: Wir haben noch einen langen, harten Weg, um zu beweisen, dass auch wir Erfahrungen gesammelt haben. Wir werden als besserwisserisch, großmäulig, und überheblich abgestuft. Mit 25 stehen wir dann erst einmal blöd da, weil wir uns die Welt der Erwachsenen irgendwie anders ausgemalt haben. Supportive, entgegenkommend. Wir hatten geglaubt, die Welt der Erwachsenen hätte nur auf uns gewartet. Mit 28 tut’s dann nochmal so richtig weh. Noch immer haben wir alles verfehlt, und können es keinem so richtig Recht machen. Und da ist es schon für das, was als Jugendsünde bezeichnet wird und erlaubt ist, schon wieder viel zu spät. Aber sind wir jetzt erwachsen oder alt, oder doch junge Erwachsene, oder wie jetzt? Urplötzlich lassen die Erwachsenen die Hochmütigen raus, entpuppen sich als Greise, die sich auf ihr Konto die Erfahrungen der Welt zuschreiben. Die meisten unserer Veteranen geben auf, verkriechen sich in ihre Höhlen, und warten im Dunkeln darauf, dass sie am nächsten Morgen im neuen Jahrzehnt aufwachsen, in einer Welt, die sie hell, freundlich und ernstnehmend entgegen nimmt. Und doch, derweil wollen die Älteren noch immer nicht so Recht Platz für die Jungen machen.

In der Realität trotteln wir also weiter hin und her, gründen Startups oder Cafés, machen uns selbständig und jobben in Klamottenläden oder Callcentern, machen weiter Praktika und zusätzliche Fortbildungen, weil es weder Wertschätzung noch Anteilnahme oder Respekt für uns Junge gibt, während draußen unter den Alten ein Jugendwahn herrscht. Also entscheiden wir uns in letzter Minute doch noch einmal um: Also, wenn Erwachsenwerden so alt aussieht, können wir auch gleich darauf verzichten. Denn, wer braucht schon Erwachsensein, wenn dies bedeutet, sich über die Heranwachsenden stellen zu müssen? So not nice, dabei brauchen wir unsere jugendliche Energie für uns, nicht etwa dafür, dazu zu gehören, verdientermaßen. Also yalla habibi, Leben geht weiter!

Supermodel Miranda Kerr ist eine kleine Ikone in der Beautywelt, wenn man das mal so sagen darf. Drei Produkte ihrer Kosmetiklinie KORA Organics wurden hier bereits vorgestellt, und diese riechen überdurchschnittlich gut. Da überwiegend natürliche Inhaltsstoffe verwendet werden, sind die Cremes und Öle – auch wenn teurer als die meisten Produkte der Naturkosmetiklinien in Deutschland – das, was heute unter Clean Beauty verstanden wird. Miranda Kerr ist aber als Gründerin ihrer Marke auch wichtig, den dazugehörigen Lebensstil zu präsentieren, der ihre Marke KORA Organics wie auch die dazugehörige Skincare-Routine ergänzen soll. ‘Mind, Body und Skin”, lautet ihr Glaubensansatz, den sie als holistisch bezeichnet und lebt. Neben Kosmetik und Ernährung gehört dazu auch die Zuwendung hin zum Körper, die Kerr wie viele Models positiv betont. Das australische, einstige Victoria Secret Model, das heute als CEO ein Familienunternehmen mit drei Kindern und ihrer eigenen Marke Kora Organics führt, erklärt, wie wichtig es ist, mit einer Mediationssitzung, einen Ausgleich zu finden. Das Ergebnis der Auszeit, Ruhe und Entspannung, die sich buchstäblich im Gesicht zeichnet. Der Begriff ‘Mindfullness’ ist hier das Stichwort. Die Medizin ist dabei, sich verstärkt in der Wissenschaft mit der Auswirkung von Meditation auf das Gehirn außeinander zu setzen und sie als anerkannte ‘Therapiemöglichkeit’ zu etablieren. Miranda Kerr wiederum ist mitverantwortlich dafür, dass Meditation auch im populären Lebensstil bereits hat fest ein Bestandteil werden können. Kurze Meditationspausen von mehreren Minuten empfiehlt sie über den Tag hin verteilt. Morgens und abends wie auch bei Möglichkeit zur Mittagsstunde ist die heute in Los Angeles lebende Australierin darin routiniert, zu meditieren. Neben einer stringenten Organisation, Einheiten in Pilates, einer richtigen Ernährung, meistert sie für sich ihren Alltag und weiß mit Meditation diesen tagtäglich heldenhaft zu überstehen. Also Meditation à la Miranda Kerr, dalli dalli!