Louis Vuitton SS 2015 – Ella Krugylanskaya ‘The Trench’ 2013

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Besonders folgendes Motiv ist mir aufgefallen, als ich mir die vor einigen Monaten die neue Kollektion von Louis Vuitton für Frühling/Sommer 2015 ansah: ein bedrucktes Minikleid zeigt klischeehafte Werkzeuge einer Frau: Lippenstift, Nagellack, Wimpernzange. Ein Schminkköfferchen ist auch zu sehen, selbstverständlich aus dem eigenen Hause im erkennbaren Monogramm. Es finden sich auch Salz-und Pfefferstreuer, Telefon und Autos. Zuletzt verwundert in Plastik verpacktes Essen To-Go.

Die Frage, ob Louis Vuitton sich dem klassischen Rollenmuster bedient oder die Frau neu entwirft, warf ich in einem anderen Beitrag bereits auf. Die Frage lässt sich auch mit jenem Muster bedruckten Rock, Hose und Kleid der letzten Kollektion ebenfalls nicht einfacher klären. Ein so modernes Unternehmen könnte im Zuge des neu auferlebten Feminismus’ jene Schminkutensilien parodieren, ähnlich wie Moschino, oder diese zu einer Ästhetik einer weiterhin existierenden Form von Weiblichkeit machen.

Als ich in einem Zeitschriftenhändler das Cover eines Kunstmagazins sah, musste ich jedoch direkt an jene Kollektion denken: die New Yorker Künstlerin Ella Krugylanskaya, die in Riga geboren ist, beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Frauen. Auf der Suche nach ihrem Verhältnis zu Feminismus traf ich auf ein Porträt der Elle zu, indem sie ihre Arbeit als “Tongue-in-Cheek Feminismus” bezeichnet, also als nicht ganz ernst gemeinten. Das Werk The Trench aus dem Jahr 2013 zeigt eine Frau, dessen Körper eine Inszenierung des zweiten Gesichts darstellt: ob sie es ist, die verantwortlich ist, oder der Betrachter, ist ungewiss.

15_04Bild: Style.com, www.ellakru.com

“Queen of Minimal” Hanne Darboven im Städel Museum

Das Städel Museum lud Freitag zum “Queen of Minimal” Abend, um die vier ausgestellten Werke der Künstlerin Hanne Darboven mit der französischen DJANE Chloé und der jungen deutschen Philharmonie zu feiern.

image-900x900Von der deutschen Künstlerin Hanne Darboven hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Besonders ihr ikonenhaftes Aussehen machte mich neugierig auf ihre Kunst. Bis vor ihrem Tod 2009 trug die Künstlerin ihr Haar nahezu kahl geschoren. Ihr Gesicht ernst und nachdenklich. Müde. Auf ihren letzten Bildern, die im Internet zu sehen sind, ist sie in maskulinen Anzügen zu sehen.

Da ich mit ihrer Kunst nicht im Mindesten vertraut war, interessierte mich vor allem der Vortrag Florentine Gallwas, die als Mitglied des Beistandes der gleichnamigen Stiftung aus Hamburg, in das Werk Darbovens einführte. Für Darboven sei die Abstraktion der Kunst Musik. In ihren Kunstwerken stellte sie Noten visuell dar. Vier davon sind im Metzler Foyer des Städels zu betrachten.

imageBevor sie die “totale Abstraktion” entwarf, studierte die Künstlerin in Hamburg, in New York kam sie mit Minimal Kunst in Berührung. Entstanden ist “Kunst, die hörbar, aber nicht benutzbar” sei trotz ihrer politischen Aussagen mit ihrer Kunst wie Gallwas betonte. Nach Unruhe, Krieg und Faschismus sei Darboven zufolge “Ruhe das höchste Anliegen, das du praktizieren kannst”.

Ihre Kunst ist in der Tat sehr abstrakt und schwer zugänglich wie ich finde und so war es mir nicht möglich, während des Abends diese zu erfassen. In ihren Werken sind Zahlenabläufe zu erkennen. Diese wurden jedoch auch in Musik umgewandelt. Entstanden sind 61 Opera.

Einen besseren Zugang hatte ich zu ihrer Arbeit als Komponistin. Zu hören waren Werke Darbovens neben denen der Komponisten Philip Glass, Henry Purcell oder Arvo Pärterst zwischen zwei Vorträgen, später im Neubau unter der Erde an verschiedenen Stationen aufgeführt von der jungen deutschen Philharmonie.

Der Professor Heiner Blum, Lehrender an der Hochschule für Gestaltung Offenburg und Mitgründer des Robert Johnsons, wurde geladen, um mit Dr. Martin Engler das Verhältnis zwischen klassischer und elektronischer Clubmusik herzustellen. Zu Beginn war Blum darum bemüht, ein großes Missverständnis der Musik geklärt. Minimal bedeute nicht selektiert und seelenlos, sondern sei auf das Nötigste reduziert die Seele bewahrend. Das ganze sei dann “funky”, die mathematisch reudzierte Musik. Wie im Robert Johnson etwa, wo die Musik durch die Audio-Anlage fühlbar sei und die Seeleentdeckt werden könne. Blum erwähnte neben Bach, dessen Einfluss auf die elektronische Musik nicht zu bestreiten sei, zwei weitere Namen. Da ich selbst mit jenem Genré nicht ganz so vertraut bin, haben diese mein Interesse geweckt. Leon Theremin habe durch das nach ihm benannte Musikinstrument Theremin im Grunde genommen den ersten Synthesizer erfunden. Luigi Russolu war es, der sich in seinem musikalischen Manifest “lárte dei rumori” (Die Kunst der Geräusche) mit dem Sound der Großstadt, den Straßen und Maschinen auseinandersetzte.

Zugegeben erklärte ich Minimal Musik immer auf die selbige kritisierte Definition. Maschinengeräusche, seelenlos und technisiert. Ich versuche jedoch, diese Musik, die ich lediglich zum Tanzen höre, besser zu verstehen, eine tiefere Poesie zu entwickeln.

Besonders jene Anekdote hat mich bewegt: die schönste Musik, die er gehört habe, sei der Herzschlag seines ungeborenen Babys im Leibe seiner Frau. Die erste Musik, die jeder Mensch höre, sei ohnehin der Herzschlag der Mutter und 120bpm würden auch der Musik der französischen DJane Chloè entsprechen.

Das Gespräch mit Prof. Blum war leider zu kurz, und hätte spannender werden können, wenn der Moderator etwas mehr auf dieses spezielle Genre eingegangen wäre. Es war aber definitiv sehr lehrreich und eine sehr kreative Zusammensetzung. Wie Prof. Blum selbst beobachtete hat das Städel Museum drei verschiedene Welten zusammen gebracht, die so zuvor nicht gemeinsam dargestellt werden: Klassische Musik, Electro und den White Cube der Minimal Kunst.

Bevor die französische Electro DJane Chloé im Saal auflegte, bewegte die junge deutsche Philharmonie das Publikum, indem sie an Kompositionen der Künstlerin Hanne Darbovens und Musikern anknüpften. Chloé, die bereits in Pariser Museen auflegte, habe ich leider nicht mehr miterleben können. Doch insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die gut besucht war. Das Publikum war etwas älter, aber dennoch durchmischt. Etwas mehr junge oder sagen wir besser lockere Menschen hätte ich mir erhofft. Grund dafür könnte sein, dass nicht genug Werbung bei verschiedenen Zielgruppen gemacht wurde, oder aber der Eintritt in Höhe von 10 bzw. 12 Euro. Herr Prof. Blum, der bereits selbst die Veranstaltungsreihe Robert Johnson theory durchführt, war ein toller Gast. Eine DJane einzuladen hat man sich vermutlich von den französischen Kollegen abgeschaut, wenn das Publikum sich demnächst noch etwas auflockert, sehe ich in Frankfurter Museen (auch mit dem Mak, und der Schirn) große Hoffnung, kreative Abende, von denen es viel zu wenige in Frankfurt gibt, in der Bankenstadt einzuführen.

Besonders bewgt hat mich die junge deutsche Philharmonie, die im Souterrain zwischen Werken von Neo Rauch, Yves Klein und Jonathan Meese zu hören war. Eine einmalige Erfahrung, die ich so noch nie zuvor in irgendeinem Museum erlebt habe.

Was Punk in den 70-ern war, ist heute Hiphop- All Black Everything, Islam und Berghain

Für die FAS schreibt Mareike Nieberding über “Das Neue Schwarz-Islamistischer Dresscode”, das die Parallele zwischen dem aktuellen Trend der Designer-und Hiphop-Szene und der meist gefürchtesten Weltreligion schlägt. So interessant jene Beobachtung ist, so könnte die globale Wechselbeziehung beider Strömungen zwar Grund für die schwarze Uniform sein, doch sind weitere Faktoren für diese Ästhetik und ihren Ursprung verantwortlich.

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All Black Everything – die Bewegung und Popularität der Afro-Amerikaner

“Das neue Schwarz”, das der Autorin zufolge ganz richtig von Rappern wie A$AP Rocky getragen und von Designern wie Rick Owens entworfen wird, hängt nicht nur mit dem düsteren Kleidungsstil der frommen Moslems, Isis-Anhänger und Salafisten zusammen, sondern auch mit der afro-amerikanischen Bewegung und dem Empowerment jener Kultur. Mit der Wahl des Präsidenten Barack Obama als erster schwarzer Präsident kam für die afro-amerikanische Kultur Hoffnung auf. Doch erst kürzlich hat der Fall um Ferguson die Nation erneut gespalten: ein unbewaffneter schwarzer Junge wurde von einem weißen Polizisten erschossen, der Täter blieb ungestraft. Michael Brown ist einer von vielen, deren Schicksal aufgrund ihrer Hautfarbe tödlich endet. Noch immer herrscht Ungerechtigkeit gegenüber der schwarzen amerikanischen Bevölkerung. Ihre Revolution ist noch lange nicht beendet. Ferguson demonstrierte Tage lang gegen den Beschluss. Auch viele Rapper kritisierten das Gerichtsurteil öffentlich. Gerade Rapper wie Kanye West und Lupe Fiasco sind es, die den All-Black Everything Look mit ihrem politischen Einfluss initiiert haben. Aus ihren politischen Zeilen wurde ein Trend.

Auch Weiße kleiden sich von oben bis unten in Schwarz und nehmen damit eine Hautfarbe an, die seit jeher diskriminiert wird. Um die Diskriminierung von Schwarzen und verschiedenen Körpernomen ging es auch Rick Owens bei der Präsentation seiner Spring 2012 Kollektion.

Was der Punk in den 70-ern war, ist Hiphop heute. Denn Hiphop ist nach wie vor politisch, leistet Widerstand und bewegt Millionen Menschen weltweit.

Und warum ist weder der alte Punk noch Gothic oder Rock aktiv? Die Frage, warum diese Strömung einschließlich der Modeströmung verschwunden ist, beantworten die Inhalte des politischen Hiphop.

Das Lied “Run this World” aus dem Jahr 2009 thematisiert mit den Zeilen All Black Everything viel mehr auch die Macht des Plattenlabels des nahezu einflussreichsten Rappers Jay-Z. Hier wird deutlich, dass die schwarze Uniform tatsächlich wie die Autorin es beschreibt als Kriegsgewand und Metapher für das Böse zu verstehen ist.

Die Farbe Schwarz jedoch hat der Hiphop damit nicht unbedingt den radikalen Moslems entliehen, sondern viel eher  ihrer eigenen Hautfarbe, und ihrer eigenen Revolution.

Für Berliner Schüler mag der Stil der Isis-Kämfer jedoch interessant sein wie Niebering beobachtet. Doch wird von Berliner Schülern gesprochen, muss eben auch stark unterschieden werden: Sind es Anhänger des afro-amerikanischen Hiphops oder Anhänger des Islams, die vermutlich ebenfalls überwiegend Hiphop hören. Ihre Schnittstelle in jedem Fall ist der Hiphop. Auch Migranten fühlen sich diskriminiert wie aus den Zeilen des deutschen Rappers Shindy hervorgeht, und übernehmen auf der einen Seite den Stil der Amerikaner, auf der anderen Seite den Stil der frommen Moslems. Das wird besonders mit Rapper Bushido deutlich, der sich als frommer Moslem mit Bart inszeniert und seine Beziehung zu Berliner Moscheen pflegt, gleichzeitig der deutschen Regierung droht. An dieser Stelle geht wie im Artikel der FAS beschrieben, der Stil ineinander.

Health Goth – Glaube und Technik

Beim erwähnten Healt Goth spielt bei der Entstehung besonders der Sport und die Technik eine maßgebliche Rolle. Unter Basketballshorts werden dazu schwarze Leggins kombiniert, die Waden betont. Alexander Wang gehört auch mit seiner aus verschiedenen Sportartiten inspirierten H&M Kollektion zu den Erfindern des Health Goth. Daraus könnnte sich schließen lassen, dass Sport zu einem düsteren Glauben geworden ist. Rick Owens jedenfalls ist bekannt dafür, dass er sich mit Sport aus seiner Drogensucht befreit hat. Designer wie Owens gucken sich viel mehr als die Farbe auch den Schnitt ab. Doch die Parallele besteht darin, dass auch diese Gruppe ihren eigenen Glauben hat. Bleibt man beim Hiphopper ist es der Glaube an Gerechtigkeit im Schwarz-Weiß Konflikt, betrachtet man Health Goth ist es Gesundheit, Sport und Technik. Interessanter ist im Bezug auf die islamische Religion die Frömmigkeit des Health Goth und der Bart des Hipsters, die sich in der Erscheinung des einen oder anderen Moslems wiederfinden. Indem der längst veraltete Begriff Hipster genutzt wird, verdeutlicht sich an dieser Stelle, wie verschiedene Stile ineinander gehen und die Konstruktion und Verfolgung des Ursprungs sich erschwert.

Die Schnitte der frommen Moslems jedenfalls entsprechen einer Kleiderregel, die nicht nur von der Frau erwartet, den Körper zu bedecken, sondern auch vom Mann. Interessant ist schlussfolgernd die Frage, wie fromm und gläubig jene Jugendkultur ist. health goth

Berghain, Techno-Ghetto und Moslems

Jener Stil ist selbstverständlich nur eine Subkultur. Mit dem Berliner DJ Emal Barikzay tauschte ich mich über einen expliziten Dresscode in der deutschen Hauptstadt aus. Als ich ihm sagte, der damalige Hipster (mittlerweile Health Goth) ähnele vielen Moslems, schickte er mir das obenstehende Bild. Die abgebildeten jungen Leute erinnern gerade auch durch ihre Erscheinung als Gruppe an ihr muslimisches Pendant. Dieser Stil könnte auch deshalb in der deutschen Hauptstadt zu erkennen sein, da der “Berliner Underground” sich gerne mit Goldkettchen an den Dresscodes des islamischen Berliner Ghettos bedient. Oder einfacher: als Kopie eines Stils, der überweigend auch in London zu sehen sei. Doch auch ihre Darstellung ist sakral, als stelle die Welt des Berghains zur Zeremonie des Lebens eine Kirche da. Aber auch da muss im Publikum unterschieden werden: lassen sich manche in Basketballtrikot blicken, so erscheinen manche in einem trashigen Ghetto-Stil.

Ob Musik, Religion oder Politik, wer auch immer den schwarzen Einheitslook erfunden hat: Am Ende landet er auch beim Modemenschen.

Bildquelle: (1) http://theuptownlounge.com/wp-content/uploads/2012/01/asap-rocky-interview-magazine-8.jpg (2): widerzufinden auf Instagram emal_b

Beyonce 7/11

Vor genau zehn Tagen wurde das Video zu Beyonces Song 7/11 veröffentlicht. Darin sieht man Queen B wie sie gerne genannt wird, im Bad, auf der Terrasse und vor dem Bett ihres Hotelzimmers tanzen.

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Die Supermarktkette 7/11 ist in den USA vermutlich das, was bei uns der Spät oder Netto ist, wenn er nach 20 bzw. 22 Uhr noch geöffnet hat. Beyonce zeigt sich in dem Video wie eines der Mädchen, die gerne mit Freunden tanzen, Spaß haben und zeigen, was sie drauf haben. Im Song beschreibt sie ihre Tanzschritte, die ihre Zuschauer zum Tanzen motivieren können und damit vielleicht auch zum Kauf des Albums. Denn schließlich ist ein Video nichts als die Werbung dafür, so kreativ manche auch sein mögen.

Sie macht deutlich wie gut sie Twerken kann. Aber auch den Blowout spricht sie an, also das geföhnte Haar, dass sie sich durch das Tanzen raus schwitzt, und das geglättete Haar wieder krausig macht. Sie beschreibt damit das Problem vieler Frauen, deren Haaren abends beim Feiern gehen nach kurzem Tanzen bereits ihre Form verlieren.

Wave ya hands side to side
Wave ya hands side to side
Wave ya hands, to side, to side
Wave ya hands side to side

Ooh wee be-be freaky deaky
Think me see she pink bikini

Rock that groovy dye dashiki
Nefertiti, edges kinky
Sweatin’ out my blow out
Sweatin’ out my press
This trick about to go off
Mad cause I’m so fresh
Fresher than you
I’m fresher than you 

Fresher than you, oh

Was sich hier plump anhört, ist Alltag vieler junger amerikanischer Mädchen. Beyonce gehört zu jenen Musikern, die gerne das Leben ihrer Zuhörer widerspiegeln. Ob Beyonce selbst gerne mit ihren Freundinnen zu Hause oder auf der Suite tanzt, sei dahin gestellt. Sie inszeniert in diesem Video ihre vermeintliche Privatsphäre und zeigt ihren Fans “ich bin eine von euch”, kaufe im Supermarkt ein, und tanze mit meinen Mädels im Zimmer auf Hiphop, während ich durch Europa toure.

Das Video erinnert besonders an eine Arbeit des belgischen Künstlerkollektivs Leo Gabin, das in der Ausstellung “Pivat” in der Schirn Kunsthalle Frankfurt zu sehen war. Die Arbeit “girls room dance” zeigt die Videos verschiedener Mädchen, die ihre Tanzkünste filmen und auf Youtube stellen. Beyonce reagiert in dieser Videoästhetik damit auch auf jenes Youtube-Phänomen. Es ist damit nicht neu erdacht, sondern nachgespielt.

In ihrer aktuellen Trendschiene ist sie mit dieser Ästhetik neu, so einfach die Arbeit zum Video auch aussehen mag, sie steht im Zeichen der Internetzeit, die jede Nische öffnet, und eine “Aktivität” vieler jungen Frauen zeigt, die bisher im Verborgenen blieb. Gleichzeitig animieren bestehende Videos auf Youtube auch andere Mädchen und fordern sie heraus, zu zeigen. Besonders interessant ist, dass alle Kameras der Mädchen ähnlich platziert sind, und damit Videos aufeinander zu reagiereren scheinen. und zuletzt macht auch Queen B mit, und antwortet mit ihrem Video zu 7/11.

Lyrics: genius.com Bild: Snapshot 7/11, Beyonce

Augen-Makeup: Nicht ohne Eyeliner

Was das Alltagsmakeup für die Augen betrifft, kann ich den Eyeliner seit einigen Jahren nicht mehr weglassen. Entweder meine Augen sind vollkommen ungeschminkt, oder getuscht mit Eyeliner betont. Allein die Wimperntusche reicht nicht mehr aus. Dabei trug vor einigen Jahren kaum einer den Eyeliner jeden Tag. Viele Mädchen schminken sich heute intensiver, damit könnte Wimperntusche allein zu leicht wirken. Da heute mehr Bilder denn je gemacht werden, nicht nur von Stars, haben sich auch die Schminkgewohnheiten vieler jungen Frauen verändert, die mit Instagram ebenfalls auf einer kleinen aber öffentlichen Bühne stehen. Denn auf einem Bild wird Make up aufgefressen, womit es automatisch leichter als in der Realität wirkt.

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Der Eyeliner war bereits zu Zeiten der Ägypter ein wichtiges Element. Die ägyptische Kultur demonstrierte, dass auch die Kultivierung des Körpers  Ideal einer Hochkultur sein konnte, nicht nur des Geistes, oder Verstandes. Cleopartra ist ihr schönstes Aushängeschild. Mag sie oft schöner dargestellt worden sein als sie war, ihr Look ist ein Kult, der selbst noch die heutige Ästhetik prägt. Das muss man erst mal schaffen. Aber ohnehin war Kleopatra eine bemerkenswerte Person, ihr Make Up, ihr Aussehen unterstrich dies nur, glorifizierte sie. Die Inszenierung des Körpers geht Hand in Hand mit der Machtstellung, und inneren Haltung. Sie war eine machtvolle Frau, die als letzte Frau das ptolemeäerischen Reich regierte. Zur Ausbreitung ihres Reiches nutzte sie sogar Männer aus: sie machte Caesar und Marcus Antonius zu ihren Geliebten. Mag die Schminke damals auch zum Schutz gedient haben, wie er auch vor dem bösen Blick bewahrte, er galt auch zur Verschönerung, und damit zur Verführung.

Von Leindwanddiven wie Brigitte Bardot, Sophia Lauren oder Marlene Dietrich wurde der Eyeliner in der modernen Zeit ebenfalls getragen. Auch heute dient er zur Betonung der Augen. Der Eyeliner zieht das Auge katzenartig in die Länge, der Blick wirkt schärfer, das Gesicht ikonenhaft klassisch, womit es durch bedeutende Frauen der Geschichte konnotiert ist als etwas Herausragendes, Bedeutendes. Wenn man seine Augen betont, gibt man dieser Linie des Körpers mehr Bedeutung und ruft nach Aufmerksamkeit für die Augen. Man fühlt sich mit Eyeliner also gewissermaßen wie ein Star, lädt aber auch ein, in die Seele zu blicken, nicht zu starren, sondern zu verstehen, was hinter den Augen liegt. Besonders aber ist der Schmink-Prozess auch meditativ: während man die Linie zieht, schätzt man seine Augen, findet Gefallen darin und schafft aus dem Sehsinn einen Kult: das menschliche Auge ist ein Wunder: in seiner unendlichen Form und Farbe, sowie dem, was er wie sieht.

Und als könne man klar eine Linie sehen, während man die Linie zieht. Dabei kann man unfassbar gut nachdenken.

Das Element, das auch gerne von Pinup-Frauen genutzt wurde, wirkt in seiner Form kokett verführerisch. Denke man an vornehme, konservative Hausfrauen, die ebenfalls den Lidstrich trugen oder heute noch tragen, fällt auf, dass die Art und Weise wie der Lidstrich aufgetragen und zu Kleidern kombiniert wird, auch den Stil und  die Wirkung bestimmt. Hinzu kommt selbstverständlich Gestik und Mimik sowie das eigene Verhalten, was allesamt den Look dominiert.

Ob ein dünner langer Lidstrich, oder dicker kurzer: Die Form muss gelernt sein und setzt Übung voraus. Ein schlecht aufgetragener Eyeliner kann genau das Gegenteil bewirken, dreckig aussehen und die Form des Auges ruinieren. Dann verzichtet man lieber ganz darauf, oder übt weiter, bzw. trägt es noch einmal neu auf. Ich selbst habe den ultimativen Eyeliner noch nicht gefunden. Derzeit benutzte ich von P2. Er könnte schwarzer als schwarz sein. Zumal er beim Auftragen an Dichte verliert. Meine Wimpern tusche ich mit der Loreal Volimnous Maskara. War sie jahrelang mein Favorit, da sie tatsächlich viel Volumen macht, bin ich auf der Suche nach einer neuen Maskara. Denn sie sorgt weder für Schwung, noch trennt sie die Wimpern. Am Ende des Tages hat man Fliegenbeine. Hinzu kommt, dass Loreal nicht frei von Tierversuchen ist.

Augenbrauen: Wenn ich ungeschminkt bin, können meine Brauen nicht dick genug sein, als Accessoire sozusagen oder Betonung im Gesicht. Bei geschminkten Augen präferiere ich zu dünneren Brauen. Dicke Brauen jedenfalls hin oder her: Manche mögen es verwuchern lassen, wer aber zu dichte Brauen hat, sollte die Brauen für einen zivilisierten und gepflegten Look zupfen und schneiden, ganz wie die Ägypter. Dies trifft in diesem Fall auf mich und einige andere Mädels zu, die es gerade mit dem Trend übertreiben: denn auch ich gehöre zu den Mädchen, die die Augenbrauen vor zwei Jahren noch deutlich dünner trugen. Und selbst Cara Delevingne würde mit dünneren Augenbrauen zwar deutlich konventioneller als Model aussehen, aber meiner Meinung nach besser. Ich selbst habe sie mir regelmäßig mit dem Faden zupfen lassen. Irgendwann kam ich auf die Idee, es selbst machen zu können, aber man kann einfach nicht alles selbst machen. Es gibt Menschen, die professionell auf einem Gebiet arbeiten, jahrelange Erfahrung haben und wissen, was sie tun. Meinen Leserinnen aus Frankfurt empfehle ich daher Rosies Beauty Salon in der Porzellanstraße. Rosie neigt dazu, die Augenbrauen dünn zu zupfen. Daher sollte man ihr die Form genaustens erklären, wenn nicht ein Bild mitbringen. Allen anderen empfehle ich die perfekte Zupferin zu finden, immer mit der Bitte erstmal wenig zu zupfen statt viel. Denn Brauen wachsen leider immer seltener und unregemäßiger nach. Aus diesem Grund auch immer Mal für mehrere Monate nach dem Zupfenlassen gar nicht anrühren und wuchern lassen. Ohnehin bringt es nichts, alle zwei Wochen zur Zupferin zu gehen, sie braucht Material, also Haare, um jedes Mal aufs Neue die beste Form herauszuholen.  Beachten solltet ihr auch, dass diese (meist) Damen keine Maschinen sind. Mal sieht es besser aus, mal schlechter. In jedem Fall macht es einen unglaublichen Unterschied. Selbst Mädchen mit dünnen Brauen empfehle ich dies. Eine gute Zupfern holt nämlich die beste Form heraus, und gibt dem Gesicht sowie den Augen die prägende Linie. Kleiner Tipp: In der Türkei ist das Gerücht weit verbreitet, Knoblauch verschnellere den Wachstum: also das stinkende Zeug auf die Brauen schmieren, ich glaube jedoch fest an Sonnenlicht!

 

Westliche Schönheitsideale: Kendall Jenner, ein Model seiner Zeit (2)

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Kendall Jenner gehört in diesem Jahr zu den gefragtesten Models. Als Schwester von Reality Star Kim Kardashian hatte sie in der Familienserie “Keeping up with the Kardashians” mehrere Auftritte. Mit über 16 Millionen Instagram-Followern hat sie eine der 10 größten Fanbases auf der Social Media Plattform. Mit ihrer Schwester Kylie gehört die 19-jährige neben Nobelpreisträgerin Malala Yousefzai zu den einflussreichsten Jugendlichen des Jahres 2014. Erst diese Woche wurde bekannt, dass sie das neue Gesicht von der Beautymarke Estee Lauder sein wird, mit Karl Lagerfeld arbeitet sie erneut wieder, nachdem sie für Chanel lief. Mit dem zweiten Beitrag nach der Analyse, die den Erfolg des Models Cara Delevigne zu erklären versucht, möchte ich 10 Gründe präsentieren, die den Hype einer Kendall ausmachen.

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1) Eine Welt schaut der Kardashian-Familie zu: Bekannt geworden ist Kendall Jenner mit der Reality Serie “Keeping up with the Kardashians”. Eine kalifornische Riesenfamilie lässt sich von Milllionen Menschen in den USA bei ihren tagtäglichen Entscheidungen beobachten. Gemeinsam führt die Familie zwar Mode und Kosmetik-Unternehmen, den meisten sind sie jedoch aus dem TV bekannt. Wirklich interessant ist am Format als Phänomen nicht nur, dass es  eine Reality-Serie ist, sondern von einer Familie handelt. Und gerade Familien sind es, die als Gesellschaft alles, was passiert, im Privaten halten. Doch durch die heutige Transparenz sowie die Nachfrage nach dieser Transparenz kann sich dieses Fernsehformat erst durchsetzen. Die Familie als einziger Rückzugsort wird zur Öffentlichkeit ökonomisiert und in einer “Reality-Soap” inszeniert. Die Zuschauer sind also an den Beziehungen interessiert. Wie verhalten sich die Schwestern gegenüber der Mutter, den Ehemännern, den Halbschwestern, dem Stiefvater? Die Tochter Kim, die zum Poledance-Unterricht möchte (was ein neuer Sportrend ist) ist es peinlich, dass die eigene Mutter Kris mitkommen möchte. Normal sind sie dadurch, dass der Tochter die Mutter peinlich ist, ungewöhnlich jedoch mit ihrem Lebensstil, den sie öffentlichmachen.Interessant als Familienkonzept sind vor allem auch dfür die Zuschauer Gerüchte um das Verhältnis zwischen  den Schwestern, wenn es beispielsweise heißt, Kendall, hätte die Serie als Sprungbrett genutzt, Kim sei neidisch auf ihre Modelkarriere. Das Interesse an Familienbeziehungen ist es, was die Serie so erfolgreich macht: wo sonst sieht man Familien so offen über ihre eigenen vermeintlich echten Probleme sprechen? Hinzu kommt, dass die Familie in L.A. wohnt, und bereits vor dem Bekanntheitsgrad zu eine der wohlhabenden Bürger gehörte, die ein glamouröses Leben führen.kendall-jenner-love-magazine-cover-2014

2) The American Girl: auf dem Cover des LOVE Magazins wird ihr Gesicht mit diesem Statement beschriftet. Was aber ist ein American Girl? Ist sie das “last american Girl”, von dem Green Day singen, oder die american girl doll von Mattel?  Wikihow jedenfalls weiß, wie man ein american Girl wird. 1.Gepflegte Haare, 2.Einfaches Make Up, 3.klassiche und konservative Garderobe, 4.markelloser Teint, 5.girl next door, also freundlich, höflich, erfolgreich 6.Social Media (Facebook, …) simpel halten und diese regelmäßig nutzen, 7. Sport anschauen, 8.stark und bestimmt auftreten, 9. rausgehen und eine gute Zeit haben (mit Freunden treffen, shoppen,…) Es scheint wie perfekt auf Kendall Jenner zugeschnitten zu sein. Nicht ein Kiriterium, dass sie davon nicht erfüllt. Während Cara Outfits für die Streetstylefotographen bietet, setzt sich Kendall mit ihrem unuffälligen Kleidungsstil durch. Sie übertrifft das Bild damit, dass sie zu Schulzeiten geritten ist und Cheerleaderin war. estee kendall

3)Social Media: Der Spruch “being famous on instagram is like being rich on monopoly” gilt nicht für Kendall. Zwar hat sie die meisten Fans über das Fernsehen gewonnen, da sich durch das Liken der Bilder noch mehr Aufmerksamkeit ziehen lässt, haben die Kardashians ihren Bekanntheitsstatus auch der Social Media Plattform zu verdanken. Den Unternehmen jedenfalls ist jeder Follower Geld wert. Das sieht man daran, dass bereits Stars sowie “Instagram-Stars”, und Unternehmen über Instagram für Produkte werben. Wenn auch noch eine Kendall ihren neuesten Vertrag veröffentlicht, gewinnen die Unternehmen, in diesem Fall Chanel und Estee Lauder selbst auch Instagram Follower.

4)Warum hat Estee Lauder gerade Kendall Jenner auserwählt? Die Antwort bietet die Firma selbst: Sie präsentieren eine Frauengeneration, die sich 24/7 mit Mode und Beauty auseinandersetzt. Auf Instagram wird deutlich, wieviele Frauen sich im Alltag mit Produkten und ihrer eigenen Weiblichkeit auseinandersetzen. Auf Instagram ist der Körper und das Aussehen von großer Bedeutung. Auf Instagram, das auch als Microbiloggingdienst gilt, werden lediglich Bilder in Sekundenschnelle geteilt. Das Auge wird mit visuellen Eindrücken gefüttert. Es geht um schöne Dinge. Ich bin der Überzeugung, dass Instagram nicht nur aufzeigt, wie viele Frauen sich mit ihrem Körper, Fitness und Beauty auseinandersetzen, sondern dies auch beeinflussen. Instagram zeigt damit eine Nische auf, die sich von etablierten Medien wie Frauenzeitschriften abhebt und eigene Interssen durchsetzt. Mode und Beauty ist nur eines der wenigen Themen, die eine Frauenzeitschrift, meist unfundiert, oft kommerziell und keineswegs auf den Leser geschnitten, behandelt. Das Interesse scheint an Make Up und Fashion gewachsen zu sein, ebenso die Modeindustrie. Und zuletzt scheint sich das Interesse vieler Frauen über jene App durchgesetzt zu haben. Und sie zeigt die Realität: unzählige Mädchen setzen sich tagtäglich mit Mode und Schminke auseinander.

5) Produkt ausverkauft:  Jenner hätten viele abgelehnt, da sie ein “Reality-Star” sei. Manche Unternehmen könnten an ihrem Image nicht profitieren, Kendall als Model könnte Kunden abschrecken, die ihre Welt ablehnen. So könnten Unternehmen ihre Kunden nicht zum Nachkaufen verlocken, ganz im Gegenteil; Kunden verlieren.  Estee Lauder jedoch scheint sich mehr zu erhoffen. In ihren Beautyvideos zeigen die Schwestern, welche Produkte sie benutzen. Darunter befinden sich viele Produkte vn MAC, was die Beliebtheit bei jungen Mädchen gesteigert hat. Denke man nur an den Erfolg der einst unbekannten professionellen Marke Ben Nai: Benutzte Kim Kardashian ein Puder davon, war das Produkt ausverkauft. Doch auch das stilvolle Chanel profitiert am “Trash”: die Familie gehört einer kalifornschen wohlhabenden Gesellschaft an, die Status-orientiert ist, womit diese eine potentielle Kundschaft darstellt.

6) von L.A. nach Paris: Kendall und ihre Familie demonstrieren ein weiteres soziales Phänomen: die Familie steigt auf. Nicht nur materiell, sondern versucht sie es auch intellektuell. Paris bedeutet für Amerika Qualität, das königlich Hohe und Intellektuelle. Mag die Familie auch bereits wohlhabend gewesen sein, erst in den letzten Jahren haben sie ihr Vermögen vervielfacht. Aber in Paris reicht Geld allein nicht. Um in jenen Pariser Kreisen akzeptiert zu werden, muss man auch ihren Idealen entsprechen: und dazu gehört auch Bildung, Klasse und eine gewisse Bescheidenheit. Dass die Familie in ihrem Lebensstil der französischen Art in den Augen der Parisern nicht gerecht wird, könnte allein ihr Auftreten zeigen: fleischig, operiert, und amerikanisch glamourös. Die Familie zeigt, auch sie möchte es in Paris schaffen, und Anerkennung in der Modewelt erhalten. So wie viele andere normale Menschen auch.3-Kendall-Jenner-and-Olivier-Rousteing-in-Balmain-for-Sunday-Times-Style

7) Designerfreunde: Ähnlich wie Cara pflegt auch Kendall eine enge Beziehung zu Designern wie Riccardo Tissci, die von der Familie ermöglicht wird. Davon profitieren auch die Stardesigner selbst, wenn etwa Karl Lagerfeld an der Hand von Cara den Laufsteg betritt. Kendall selbst posiert mit dem jungen Designer Olivier Rousteing aus dem Hause Balmain. Creative Directors bestimmter Marken treten selbst in den Vordergrund wie Stars. Es geht soweit, dass sie für ihre eigene Marke modeln, oder wie hier sogar Anziehung zwischen Model und Creative Director suggerieren, um das Image der Marke lebendig und spannend zu erhalten. Der Creative Director wird damit zum Künstler ernannt, womit seine “Muse” verstärkt in den Vorschein tritt.

8)Pretty zurück in der Mode: Die Mode feiert verschiedene (Schönheits-)ideale: denke man an Shaun Ross, der als Albino einer Gruppe gehört, die aufgrund der Hautfarbe disrkiminert wird, oder Andrej Pejic, die als Mann für Frauenmode läuft, und das Geschlecht dabei wechselt, genauso wie Saskia de Brauw, die als Frau für Männermode posiert, oder Lara Stone, die für ihren üppigen Busen bekannt ist,oder Kate Moss, das Model, das für ihren rebellischen Lebensstil und den kurzen, dünnen Körper bekannt ist., oder etwa etliche brasilianische Models, die für ihre Exotik vergöttert wurden. Nun ist etwas in der Mode zurück, das lange ignoriert wurde: das hübsche, nette Mädchen. Braune Augen, braune Haare, ein blasser Teint.

9)Traumjob Modelberuf: Ist es sinnvoll diese Kategorie zu nennen? Ja, denn sie verkauft den Traum vieler jungen Mädchen. Sie habe vom Modeln geträumt seit sie 13 ist, heute ist sie 19. Sie modelt bereits seit einigen Jahren. Dies ist eine pubertäre Zeit, in der nahezu jedes Mädchen davon träumt. Denn der Beruf ist die große Bestätigung, schön zu sein. Kendall behauptet, an diesem Traum hart gearbeitet zu haben. Sie wurde bereits früh von der Schule genommen, dem “Home-Schooling” unterworfen, und wie nahezu jedes der Schwestern hat auch sie auf universitäre Bildung verzichtet.

10) Der zehnte Grund, der den Hype erklärt? Ihren Erfolg und das daraus resultierende Schönheitsideal könnte auch ganz einfach an der harten Arbeit und der einzigartigen Schönheit liegen. Ob sich ein Model hält, wenn der Hype vergeht, zeigt sich mit der Zeit…

Dank Instagram will ich Model werden!

Vergangene Wochen wurde der Artikel “Jung und schön. Und ganz schön unglücklich” von dem ehamligen Model Lina Scheynius auf sozialen Netzwerken oft geteilt. In diesem Artikel erzählt sie von ihren negativen Erfahrungen als Model, einem Beruf, von dem heute noch viel mehr Frauen träumen als sie es zugeben würden.

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Warum aber ist der Modelberuf so erstrebenswert? Er ist neben dem Beruf der Schauspielerin der einzige Beruf, der eine Frau als Schönheit erklärt. Dieser Beruf bestätigt, dass du schön bist. Und dafür erhältst du Anerkennung. Und da Frauen im traditionellen Bild über ihren Körper definiert werden, ist der Modelberuf derjenige, der ihn zu schätzen weiß, indem er ihn entlohnt.

Noch heute sind unzählige Berufe drum herum aufgebaut,zunächst vielleicht die ganze Modeindustrie: jeder, der die Voraussetzungen nicht erfüllt, aber davon träumt, macht etwas mit Mode. Und selbst Frauen, die Politik oder Wirtschaft studieren, sehe ich auf Facebook “Modelbilder” posten.

Der Modelberuf ist in meinen Augen keineswegs ein Beruf, der nicht wertvoll ist. Ich finde, dass er ein Teil eines kunstvollen Bildes sein kann, ich bewundere wie manche Models ihren Körper oder die Mode ins Szene setzen, und solange sie nicht ungesund sind, bewundere ich auch wie sie an ihrem Körper arbeiten. Die besten Models sind Sportler, Schauspieler, Persönlichkeiten, Revolutionäre und Vorbilder.

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Aber bleiben wir dabei, dass viele Frauen nicht Model werden, des Berufes wegen, sondern der Anerkennung, so fällt eben auf, dass viele Frauen sich noch immer über ihr Aussehen definieren.
In letzer Zeit schreibe ich auf diesem Blog öfter darüber, denn auch durch Instagram, was sehr weiblich und modaffin ist, fällt mir auf, wie viele darum bestrebt sind, als schön wahrgenommen zu werden. Ich denke, die neuen “Instagra-Girls”, die in der Mini kleinen App als Stars gelten, haben wieder den Traum danach bestärkt. Model Cara Delevingne, das mit Model Joan Smalls und Karlie Kloss das Cover der amerikanischen September-Ausgabe der Vogue ziert, hat Millionen Abonnenten. Auf dieser App kommt es auf Bilder an, und darauf, wie man aussieht. Sein Können unter Beweis zu stellen, ist auf Instagram etwas schwierig. Außerhalb dessen kommt es jedoch auch darauf an, was man kann. Viele Frauen verbringen unzählige Stunden auf Instagram, und um auf dieser Plattform Anerkennung zu erhalten, muss man eben schön aussehen. Dabei ist diese Plattform allem voran auch eine Marketing-Plattform. Man denke dabei nur an das neugeborene Model Kendall Jenner, das mit 15 Millionen Fans zu der Top Ten der meistgefolgten Personen auf Instagram gehört. Ob sie die Figur, das Gesicht und das Talent mitbringen mag oder nicht – es wäre zu naiv zu glauben, ihr Account spiele keine Rolle.

Aber auch außerhalb ist es bei den selbst alternativsten Mädchen immer noch von Bedeutung, schön auszusehen –  natürlichdeutlich weniger, denn sie haben den Raum, um sich zu entfalten. Vielleicht sollten wir uns von Instagram entfernen, und manchmal auch von dem traditionellen Bild der Frau als den schönen Körper und den Mann als das intelligente Wesen. Und Frauen tatsächlich wie es manche Feministinnen sagen, nicht nur Komplimente für das Aussehen machen, sondern auch für ihr Können. Aber wisst ihr, warum ich trotzdem ein Fan von der schönen Frau bin? Weil ich nicht nur Frauen mit schönen Gesichtsformen schön finden kann, sondern auch denen, die gute Charaktereigenschaften haben, oder tolle Fähigkeiten.

Bilder: Screenshot http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/44/model-lina-scheynius, Vogue.com

Die Ethnisierierung des Schönheitsideals einer Kim Kardashian

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“Was für ein Selbstbewusstsein”, kommentierte die Freundin meiner Schwester Kim Kardashian, als sie sich ihre Bilder auf Instagram ansahen. Ja, Kim Kardashian ist verdammt selbstbewusst. Neben den dünnen, langen Mädchen zeigt sie stehts ihr Dekolléte ausgiebig, und man könnte nicht gerade sagen, dass sie versucht ihren Hintern zu kaschieren. Sie macht nahezu jeden Trend mit: auch auf einen engen sportlichen Chanel-Zweiteiler, der von dem schmalen Model Cara Delevingne vorgeführt wurde, verzichtet sie nicht. Kurvige Frauen würden sich dies wohl kaum trauen. Denn allem voran muss sie viel Spott & Häme ertragen. Mit ihrer Figur könne sie dies nicht tragen. Und als sie nun auch noch ihren entblößten Hintern auf dem Cover eines New Yorker Magazins veröffentlichte, entstanden unzählige Memes, die sich über sie und ihren “Pferde”Hintern lustig machen. Natürlich möchte sie Ruhm, aber ich sehe ein Lächeln auf ihren Lippen: sie macht sich lustig, denn ihr Plan geht auf. Sie bekommt die Aufmerksamkeit, die sich wünscht. Solch ein Break, der unzählige Medien über sie berichtet, ist vielleicht sogar Instagram zu verdanken. All die scheußlichen Kommentare auch. Denn ihr opulenter Körper wird nicht seit gestern zunichte beleidgt. Man hätte die Bilder auch einfach ignorieren können, hat man aber nicht.

Ich weiß nicht so ganz, was ich von ihr und ihren Bildern selbst halten soll. In einem Beitrag sprach ich ihr den Ikonentitel ab, in einem anderen Artikel stellte ich ihre Rolle als Frau in den Medien in Frage. Sie objektiviert sich – das ist klar – und bedient sich per Instagram dem traditionellen Klischee der Frau, die nichts als ein Körper ist. Nicht mehr. Ihre Nacktbilder Bilder kann ich nicht mehr sehen, und ärgere mich auch über das Internet, das als Werbefläche für sinnlose Produkte genutzt wird. Dazu gehört auch ihr Körper und ihr Drang nach Aufmerksamkeit.

Da ich Keeping up with the Kardashians nur einmal geschaut habe, glaube ich, dass das öffentliche Familienszenario ebenfalls sehr relevant ist, wenn es darum geht, ihren Bekanntheitsstatus zu erklären. Aber auch das Leben eines wohlhabenden kalifornischen It-Girls mit armenischen Wurzeln, wie es auch viele Instagram-Stars zeigen, zieht das Publikum an. Dass sie jedoch nicht arbeitet, bezweifle ich stark. Gerade, was auch den Körper betrifft. So kurvig er ist, so trainiert ist er. kim chanel
Große, dünne Frauen dominierten in den letzten Jahren das Schönheitsideal. Es ist aber nicht nur die Modeindustrie, die dieses Ideal produziert: nein, es ist auch die Arbeitswelt- und Urbanität. Wer viel unterwegs ist, schnell von A nach B läuft, mobil ist, der hat es deutlich leichter, wenn sein Körper leichter ist. Ein Argument der Schönheitsindustrie ist stehts: Die Kleidung soll gesehen werden, aber was ist mit den Kleidern, die besser an kurvigen Frauen sitzen? Der Laufsteg führt oft auch vor, wie es gezeigt werden soll. Und gerade dieses soll ist das Problem. Kim Kardashian sei zu fett, heißt es oft in den Kommentaren. Ihr Hintern viel zu breit. Im Grunde genommen ist dies die gleiche Diskriminierung. Ja, es werden sowohl dünne als auch kurvige Frauen gleichermaßen diskriminiert.

lara stoneUnd der Westen scheint in den letzten Jahren nicht genug Hintern gesehen zu haben. Kurvige Frauen schämen sich meist für ihre Figur, aber warum bloß? Warum bloß muss es heißen, dass Kurven nicht schön sein können? Und warum müssen gleichermaßen dünne Frauen für ihre fehlende Oberweite kritisiert werden?nadia-aboulhosn-in-jonathan-saunders-and-margie-ashcroft-in-stella-mccartney_zps655ffcd1

Auf den Size Zero-Trend wird in den letzten Jahren verstärkt reagiert: Plus Size Models wurden eingeführt. Die Vogue druckte erst vor Kurzem Plus Size Models ab, Juergen Teller fotografierte das Ausnahmemodel Lara Stone, die für ihren üppigen Busen bekannt ist, und zeigte sie unretuschiert. Unperfekt perfekt. Die Bloggerin Nadia Aboulhousn zeigt sich seit je her verdammt sexy mit ihren Kurven. Sie nimmt viel Raum ein, nichts jedoch hängt. So eine starke und füllende Präsenz muss man erstmal handeln können.

originalDas Phänomen Kim Kardashian zeigt aber auf, was passiert, wenn Schönheitsideale der anderen abgelehnt werden, wenn einer den Hintern der anderen “zu dick” findet: er wird massiv beleidigt. Es ist der Preis, den Stars bezahlen könnte man behaupten, aber diesen Preis zahlt gar jeder, der auf einer Plattform vertreten ist, also auch auf Facebook & Co. Und wie Feministinnen und Menschenrechtler zurecht kritisieren, muss gegen solche Beleidigungen strenger vorgegangen werden.

Sawtche__dite_Sarah_Saartjie_Baartman_étudiée_comme_Femme_de_race_Bôchismann_Histoire_Naturelle_des_Mammifères_tome_II_Cuvier_Werner_de_Lasteyrie-700x533Auf dem deutschen Blog “mitvergüngen” setzt man sich mit Kim Kardashian und ihrem Hintern auseinander. Weder die Welt, noch die amerikanische Schauspielerin Tina Fey oder der Modeblog The Man Repeller zeigen, woher das Motiv stammt: Der selbige Fotograph nutzte das Motiv bereits vor vielen Jahren mit einem dunkelhäutigen Model nach einem Vorbild. Der Blog berichtet, dass Carolina Burmont 1976 bereits in dieser Pose fotographiert wurde, welches im Buch “Jungle Fever” abgedruckt wurde. Das Original hingegen zeige die 21-jährige Saartjie Baartman, die 1810 aus Südafrika nach Paris verschleppt wurde. Kaum zu glauben, aber Grund dafür sei ihr Hintern, “Fettsteiß genannt”, um ausgestellt zu werden. Im Grunde genommen wird hier der Körperbau einer Afrikanerin ähnlich zur Schau gestellt wie damals selbst Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland dunkelhäutige Menschen zur Völkerschau im Zoo.

balmain kimDie Autorin stellt in Frage, dass Kim Kardashian sich dazu Gedanken gemacht hätte. Als ob. Als ob der Fotograph und ihr ganzes Team, gerade ihr Ehemann Rapper Kanye West keinen Gedanken daran verschwendet hätte. Kim Kardashian wird selbst immer für ihren Hintern diskriminiert. Sie wurde nach Paris nicht verschleppt – das ist klar. Sie stellt ihn selbst zur Schau, und profitiert selbstverständlich an dieser “Ethnisierung”, jedoch zeigen die Kommentaren auf den sozialen Medien zu ihrem Hintern und ihrer Figur auch, dass die Zuschauer sie auch selbst ethnisieren und exotisieren. Es gibt dutzende Frauen mit diesem Hintern. Ob eine Nicky Minaj oder Iggy Azalea. Beide werden für ihren Hintern kritisiert. Auch sie spielen mit der Objektivierung, aber gerade die “weiße” Rapperin Iggy Azalea muss sich rassistischen Äußerungen antun. Ob eine Weiße so einen Hintern haben könne, wird immer wieder gefragt. Keiner weiß, ob er echt ist oder nicht, auch wenn die Rapperin selbst sagt, sie habe nichts machen lassen. Auch Kim Kardashian dementiert eine OP. Im Grunde genommen ist es auch egal – echt oder nicht:denn es ist ihr Schönheitsideal. Und gerade in Paris hat man für die Amerikanerin nicht viel Ansehen übrig.

Sie ist die große Ausnahme. Creative Director Olivier Rousteing scheint sie zu inspirieren, aber bei Balmain schafft sie es nicht auf den Laufsteg, obwohl sie das mit ihrem durchtrainierten Körper könnte, stattdessen läuft ihre dünne, lange Schwester. Kim setzt sich durch. Bei einem so strikten Schönheitsideal, das Paris diktiert, erscheint sie immer wieder mit tiefem Dekolléte, hautenger Kleidung, falschen Wimpern, dunklen schwarzen Haaren. Im Orient, woher ihr Vater kommt, wäre sie keine Ausnahme. In den USA ist sie es vermutlich auch nicht. Sie wäre eine von vielen attraktiven, weiblichen Frauen. Sie ist im Grunde genommen der erste amerikanische Star, der mit diesem Aussehen Ruhm erhält. Und sie hat ein neues Schönheitsideal erschaffen: Die durchtrainierte Kurvige. Ihr Bauch ist flach, ihre Beine schlank, der Busen und Hintern üppig. Auch wenn Tina Fey kritisiert, dass Stars wie Jennifer Lopez und Beyonce mit ihrem Hintern ein weiteres Körperteil ins Rampenlicht gebracht hätten, dem alle zu genügen hätten: mit iher kurvigen Figur revolutioniert sie dennoch. Und alle schauen dabei zu.

Quellen: https://www.tumblr.com/search/Champagne+Incident, http://www.nadiaaboulhosn.com/