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Cara hier, Cara da, Cara überall! Mal hält sie in einem Spot eine geliebte Katze auf dem Arm,  mal singt sie für ihre Topmodelkolleginnen wie Doutzen Kroes, für Topshop tanzt sie den Harlem Shake, ganz zu schweigen von ihren Albereien mit Karl Lagerfeld. Für die größten Modeunternehmen neben Topshop hat sie natürlich auch für die spanische Kette ZARA und die schwedische Kette H&M gemodelt. Ihre freie Zeit verbringt sie mit It-Girls wie Georgie  May Jagger, auf dem roten Teppich knutscht sie mit Sienna Miller und Rita Ora.

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Das 20-jährige Cara Delevingne ist derzeit das meistefragteste Gesicht. Schönheitsideale einer Masse sind meist ein durchdachtes Marketingkonzept, die den Versuch unternehmen, der Geschmack einer größtmöglichen Zahl zu treffen.  Jegliche Blogs haben bereits vor Monaten prophezeit, dass sie die nächste Kate Moss wird, Fotograph Mario Testino hat es ausgesprochen. Ob ihr dieser Status erhalten bleibt, wird die Zeit erklären. Denn derzeit ist ihre Popularität zu erklrären, wohingegen Kate Moss sich noch bis ins spätere Alter trotz der tausend neuen deutlich größeren Models gehalten hat, weil sie Persönlichkeit hat. Was macht Cara Delevingne so populär? Subjketive Schönheit könne man nicht erklären. Die Schönheitsideale einer Gesellschaft aber schon. Warum ist Cara Delevingne so erfolgreich? Weil ihr Äußeres und ihre Präsenz Spiegel der Gesellschaft ihrer Anhänger ist. 14 Faktoren

nachträgliche Anmerkung: Mit diesem Artikel möchte ich auf garkeinen Fall sagen, dass das Model nicht schön sein könnte. Ich stelle lediglich die gegenwärtigen Schönheitsideale in Frage, hinter denen meist Rassismus, Ideologien und kommerzielle Trends dahinter stehen. Ihr kennt das ja: Wirklich schön findet man nur die Menschen, die man liebt, für das Innere. Alles andere ist fake, reine Oberfläche, reine Geometrie. Rein garnichts.

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Die Internetgesellschaft:Ihre Popularität hat das Model auch dem Internet zu verdanken. Cara, die durch ihr junges Aussehen und die einstige Beziehung zu Harry Styles – Mitglied der Boyband One Direction – vor allem sehr junge Fans hat, sammelt durch Social Media im Internet Fans.  Auf Facebook hat sie derzeit 400.00 Fans, was für ein Model sehr viel ist. Ihre Beine haben 1300 Fans auf Twitter, ihre Augenbrauen ebenfalls wie Kerstin Rottmann ebenfalls in ihrem sehr ausführlichen Artikel auf WELT ONlINE schreibt. Die britische Marke Topshop, wofür Delevinge arbeitet, ist das erste Unternehmen, das mit Google gemeinsam die Fashion-Show den Kunden als Live Stream angeboten hat, um dabei zu sein.

Konsumgesellschaft: Cara scheint die Marken nicht auszuwählen, für die sie arbeitet. Sie springt von einer Marke, zur nächsten. Genauso wie ihre Fans. Dass Jugendliche der westlichen Nationen viel konsumieren, ist nichts Neues. Dass der Westen durch den Kapitalismus funktioniert, der ständig kommerzielle Trends entwirft, auch nicht.

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Blond & Blauäugig Weltmachtstrukturen: Dass das derzeit gefragteste Gesicht Blond und blauäugig ist, verwundert natürlich nicht. Die Industrienationen USA -Großbritannien und Deutschland zählen noch immer zu den wichtigsten Staaten des Westens. Dass sich die Bevölkerung kulturell verändert hat, wird ignoriert. Das Schönheitsideal der Haar- und Augenfarbe bleibt bestehen. Demonstriert wird nicht nur das das, womit sich die meisten identifizieren, sondern auch das, was für „erstrebenswert“ gilt. Das blonde und blauäugige Ideal vertritt auch die politisch Überheblichkeit des Westens. Dass die Modewelt auch rassistisch ist wie die Welt selbst, ist nichts Neues. Zugleich wird  auch in der Mode noch immer gerne mit den klischeehaften Rollenverteilungen gespielt: die Frau als (das negative Bild) Barbie, die sich schminkt und nur modisch ihre Individualität hervorzeigt.

Augenbrauen: Ihre Augenbrauen mögen zwar burschikos wirken, dennoch ist guter Haarwuchs ein Zeichen von Fruchtbarkeit. Der heterosexuelle Mann wird demnach angesprochen. Und gerade weil sie hart wirken, vielleicht auch die homosexuelle Frau. Jedenfalls ist nicht nur mit Cara, sondern auch dem Image von American Appparel die Augenbraue dicker geworden. Galt man früher noch damit barbarisch, so sind sie an dem derzeit gefragtesten Model der Welt zum Schönheitsmerkmal avanciert. Früher trugen die weibliche Mannequin einst dünnen Brauen, die Sexyness des modischen Zeitgeistes spiegelten. Heute dürfen sie dick sein, denn Natürlichkeit ist im modernen Leben gefragt! Da dünne Augenbrauen billig und bemüht wirken, haben dicke Brauen Klasse! Noch wichtiger: Sie sieht damit unschuldig aus wie ein Kind, wohingegen dünne Brauen verdorben wirken. Außerdem ist Cara ja kein Bauernmädchen, sondern aristokratisch, was ihre Brauen in einen anderen Schatten wirft. Sie sieht damit gesund, natürlich und zugleich markant aus. Einzigartig macht sie die Tatsache, dass kein anderer sie so einfach „nachmachen“ kann.

 

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Streetstyle: Die meisten Models haben einen sehr langweiligen Stil. Den Streetstylefotographen bieten sie dazu meist eine Pose zum Einschlafen. Nicht so, Cara! Sie  posiert, schneidet Grimassen, trägt auffällige provokante Kleidung der neusten Kollektionen. Für Fotographen ist sie das perfekte Motiv, für Designer das perfekte Model, wenn sie die Kleidungs authentisch auch auf der Straße privat trägt. Damit setzt sie selbstverständlich Trends.

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Victoria Secret und das 2-Geschlechtermodell: Ist ein Model erst einmal für Victoria SEcret als Engel auf dem Catwalk geschwebt, ist ihr eine Karriere sicher. Für Kate Moss hat es nicht gerecht, dazu hat sie zu viel Persönlichkeit und nicht die erwünschte Größe. Doch wie kann es sein, dass Cara trotz kurvenloser Silhouette gebucht wird? Victoria Secret Models geben vor, kurvige Frauen vorzustellen, die es nicht sind. Worauf es ankommt, ist viel mehr das dichte Haar, oder der blonde Typ. Neben den vermehrt südlndischen  brasilianischen Models, die allesamt eingesetzt werden, um die Latinos der USA und der Welt anzusprechen, ist Cara eine Vertretung für die blonden Frauen, die sich auch gerne schminken und einkaufen, also für ihr „pinkes“ Aussehen interessieren. An diesem Punkt werden also auch Frauen angesprochen, die kein Tom-Boy sind, sondern an der überfeminisierten 2-Geschlechterordnung festhalten. Bei Victoria Secret spielen Frauen auf dem Catwalk immernoch das sexualisierte Objekt des Mannes.

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Kunst hat die Macht, etwas zu verändern. Neben etlichen Bürgerinitiativen haben große Künstler sich für die Rechte der Frauen eingesetzt. Mit ihren Songs und Videos haben sie Großes bewirkt. Mehr als manche Politiker und Politikerinnen je erreichen werden. Hier eine kleine Auswahl. Durch ihren Einfluss auf die Mode, und unseren damit einhergenden Lebensstil verdanken wir ihnen, dass Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern nicht nur angesprochen, sondern sogar vermindert wurden.

Während heute über frauenfeindliche Songs disktuiert werden muss, wurde der Frau ein feministischer Song von einem Mann gewirdmet. „Keep Ya Head up“ ist eines der würdevollsten Texten. Der Grun, warum 2Pac noch immer die einzige Lebegende des Rap ist.

Die Unabhängigkeitserklärung der Frau. 1964

Crass Systematic Death hinterfragt die Geschlechterrollen und identitäten, die sozial konstruierten Geschlechter.

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Gegenüber der EZB auf den Treppen der Frankfurter Oper sah ich das junge Paar sitzen. Sie hatten die Welt um sich vergessen, genossen die Zweisamkeit beim Essen. Beim näheren Hinsehen fiel mir eine extrem zerrissene Hose auf, die an den Knien zwei große Löcher hatte. Gewagt, rebellisch, abenteuerlustig. Wer ist das Mädchen? Agnieszka ist 19 Jahre alt, hat eben erst Abitur gemacht und hat noch keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben machen will, wie sie mir erklärt. Was sie aber eindeutig weiß ist, dass sie erstmal viel reisen möchte, bevor sie mit dem Studium beginnt. Auf ihrer Reise wird Agenzska mit ihrer rebellischen Art ganz bestimmt finden, wonach sie sucht!

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Am Ende des Tages besuchte ich mit meinen Kommilitonen die Rede von Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Linken. Trotz des Verbotes ist Sahra Wagenknecht nur wenige Tage vor der Blockupy Demonstration aufgetreten, um über „Freiheit, Kapitalismus und Krise“ zu sprechen. Sie hat wieder einmal bewiesen, warum sie einer der stärksten Frauen Deutschlands ist. Schon garnicht nur, weil sie zu ihrer Weiblichkeit steht. Ihr Kostüm in starkem Orange unterstütze den stilbewussten Auftritt der Grande Dame. Die promovierte Politikern wusste auf jede Frage schlagfertig zu anworten ohne die Fragen zu umgehen. Während viele Politiker das deutsche „Jobwunder“ gebührend feiern, setzte sich Wagenknecht mit ihrer rede nochmals gegen Hartz IV, Altersarmut und die hohe Arbeitslosenzahl ein. Vielleicht wäre Frau Wagenknecht ja mal eine Idee für das Cover der deutschen Vogue. Zu schade, dass daran weder die Vogue, noch die Politikerin Interesse hätte.

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Kolumnistin Silke Burmester kritisiert auf SPON die Errichtung des Barbie-Dreamhouses und den damit einhergehenden Lebensstil. Barbie unterstütze das Bild einer traditionellen Frau, die bloß backen und sexy aussehen könne.

Die Kolumnistin nimmt dabei den Lebensstil einer Puppe viel zu ernst. Dabei ist dieses „Dreamhouse“ wie der Name schon verrät lediglich eine überspitzte Darstellung des traditionellen Lebensstil, den wir im realen Leben der westlich liberalen Welt individuell auf uns zuschneiden. Der Hintergrund Burmester Autorenbildes ist witziger Weise in der Lieblingsfarbe der von Mattel erschaffenen Puppe gehalten. Rosa und Blau, sind das nicht die Farben, die uns seit unserer Geburt einem Geschlecht zuordnen und kategorisieren lassen? Kann es demnach sein, dass viele Frauen das traditionelle Geschlechtermodell gerne übernehmen, weil es nicht ganz dem scheint, wie es dargestellt wird?

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Barbie lebt nicht nur nach dem klassischen Modell, sie ist dem weit voraus. Sie hat nicht nur alle Berufe ausgeübt, von Hausfrau über Tierärztin bis Journalistin (insgesamt 108 Berufe, darunter auch männlich dominierte), sondern erzieht auch erfolgreich Kinder. Und dabei sieht sie blendend aus. Die Kritik scheint stets von jenen zu kommen, die nicht glauben mögen, dass es Frauen gibt, die studieren und arbeiten, Kinder erziehen, die Hausarbeit erledigen und dabei noch gepflegt aussehen. Es ist das altmodische Denkmuster der verbitterten Feministinnen, was längst überholt ist, aber eine ganz und gar hässliche Assoziation mit der Frauenbewegung hinterlassen hat. Denn nach all den Freiheiten ist nun die Weiblichkeit das Recht mancher Frauen, für was wohl gekämpft werden darf. Aber den Deutschen erscheint man als gepflegt, hübscher Mensch ja sowieso immer suspekt, wenn man dazu noch etwas kann. Oder etwas kann, und dann auch noch hübsch aussieht?

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Wenn ich an High Heels denke, kommt mir als erstes die amerikanische Serie Sex and the City in den Sinn. Millionen von Frauen muss diese Serie vor den Fernseher gezwungen haben. Dabei wurden Frauen dargestellt, wie  es hätte klischeehafter nicht geschehen können. Dass ihre sexuelle Freiheit zu einer Entwicklung der Situation der Frauen beigetragen haben soll, mag ich schwer bezweifeln. Als Pseudo-Feminismus habe ich das Konzept der Serie verstanden, wie die britische Feministin Laurie Pennie. Im Interview mit SPON erklärt sie, dass lediglich die westliche Frau, die in einer „Wohlstands-Enklave“ mit Nanny an der Seite, diesen Lebensstil lebt. Dem möchte ich hinzufügen, dass das manifestierte, kategorische Bild der Frau, die sich über Modetrends definiert, und damit nur in dieser eingeschränkten Hinsicht ihre Kreativität auslebt, tatkräftig unterstützt wird.

Selbstverständlich trägt sie High Heels, was in der neuen Serie „Girls“ weniger vorkommt. Zwar mag ich diese Serie ebenfalls nicht als Generationsserie ansehen, und ebenfalls so hochloben, wie alle anderen Journalisten. Doch die Art, wie sich die Protagonistn Hannah Horvarth ganz real, keinesfalls geschönigt, mit ihrer Situation als Drehbuchautorin und junges Mädchen jenseits der dominierenden Schönheitsideale präsentiert, ist bemerkenswert.

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„Ich bin kein Hipster. Nur weil ich Röhrenjeans und Undercut trage, nennt mich aber jeder so. Dabei interessiere ich mich für Musik und Kunst.“ Schrieb mir neulich ein Leser und kritisierte dabei meinen Artikel „Sei revolutionär – Hipster & Hitlerjugend“ Das Geständnis meines Leser gab mir zu denken. Hat denn der Kritisierte überhaupt verstanden, wovon die Rede war?

In eben jenem Artikel, den ich genau vor einem Jahr verfasste, kritisiere ich nicht die Hülle, ich kritisiere den Inhalt der Röhre und der Beanie-Mütze. Die Hipsterjugend leidet unter einem so immensen Druck mit den neuesten Klamotten und Hightech-Accessoires mit der Masse zu gehen, dass ich das selbe Verhalten provozierend nur der Attitüde der Hitlerjugend zuschreiben konnte.

Die parallele Frisur beider Jugendbewegungen, die in den USA „Hitler Youth“ genannt wird, ist dabei nur Marginal, oder harmlose Metapher. Ein Hipster kann auch einer ohne jene Artikel sein. Die Mütze ist ohnehin schon bald wieder over, weil Modeblogs den Tod dieser Massen-Frisur erklärt haben werden. Denn was an der Kleidung an erster Stelle zu kritisieren ist, mag nicht der Geschmack sein, sondern der unaufhörliche Konsum, die stupide Trendverfolgung und die hässliche Nachlässigkeit, Dinge nicht zu hinterfragen. Ich kritisiere die Haltungslosigkeit, die neutrale Meinung eben jener Gleichaltrigen. Die wenigsten Nazienkel der Hipsterbewegung haben eine Meinung zur Politik. Weil sie ein verstörtes Verhältnis zu ihren Eltern haben, sind sie so egozentrisch und narzisstisch, dass sie kein Interesse für das Gegenüber übrig haben. Und weil ihre Eltern ihnen Geld, aber keinen Halt geben, verderben sie an der Haltungslosigkeit. Sie laufen mit verbeultem Rücken durch das Labyrinth und tragen ihre Kleidung wie russische Massenmodels durch die Gegend. Dass Mädchen wie diese den Job ausüben, um der Armut zu entkommen, scheint den wenigstens bewusst zu sein. Wie auch? Die wenigsten interessieren sich ja für das, was sich hinter der schönen Welt versteckt.

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Nicht jedes Individuum ist ein geborener Selbstdarsteller. Die digitale Gesellschaft zwingt den Menschen, sich selbst darzustellen. Soziale Kanäle legen Berufsausbildung, Beziehungen, persönliche Interessen und zuletzt materielle Situation offen. Das Leben ist zu einem offenen Buch geworden, jede Bewegung online. Wurden eins Urlaubsbilder, die als privat galten, dem Kreis der realen Welt gezeigt, Erlebnisse erzählt, so werden live fremde Follower der sozialen Medien mit Hashtags informiert. Das Leben der anderen wird somit konsumiert. Das Leben selbst zu einer leidvollen 360° Selbstdarstellungsbewegung. Continue reading ›