Das bedeckte Haar ist erst dann schön, wenn es nicht zensiert ist, sondern selbstbestimmt

Das bedeckte Haar ist erst dann schön, wenn es nicht zensiert ist, sondern selbstbestimmt

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Nach den Istanbuler Protesten vor zwei Wochen, die selbst auf der Mercedes Benz Fashion Week ausgetragen wurden, sperrte die türkische Regierung erst Twitter, um nun heute Youtube zu blockieren. Noch mehr schlechte PR kann die derzeitige Regierung wenige Tage  vor den Kommunalwahlen, die als richtungsweisend für die Parlamentwahlen gelten, nicht gebrauchen. Die Angst sowie der Druck sind groß. Grund für die Blockade sei ein Mitschnitt eines möglichen Militäreinsatzen in Syrien wie die Welt schreibt, während der Focus von einem intimen Video berichtet. Seit einigen Tagen ist die Veröffentlichung eines Videos angekündigt, dass die Liason zwischen Erdogan und einer ehemaligen türkischen Miss dokumentiert. Wenn das Gerücht stimmt, so stellt sich einer der frommsten Regierenden als Doppelmoralist dar. Wie hätte es auch anders sein sollen?

Seine Anhänger, fromme zur Kritik unfähige Moslems sind diejenigen in der Türkei, die die Bedeckung der Frau erwarten, verpflichten. Und damit kommen wir auch dort an, worum es in diesem Blogeintrag im Hinblick der Mode eigentlich geht.

mc 03 en favorim !!Ob eine Frau ein Kopftuch tragen möchte oder nicht, ist ihre eigene Entscheidung, ihr Menschenrecht der freien Ausübung ihres Glaubens. Doch die wenigsten Frauen tragen das Kopftuch, weil sie es selbst möchten. Gerade all`die Frauen, die dem westlichen Ideal entsprechen wollen und Teil der westlichen Welt sind, würden ihr meist langes Haar am liebsten der Welt zeigen. Ihr dickes, von der fehlenden Sonne unter dem Tuch verstaubtes Haar würden sie liebend gerne färben, kürzen, frisieren. „Die Schönheit der Frau ist ihr Haar“, heißt es in diesem Kulturkreis. Dies mag ich zu bezweifeln, doch geht es um die Reize der Frau, so ist es nichts als das Haar, womit Frauen dieser Physik es schaffen, die Blicke auf sich zu ziehen. Wenn die schönsten langen schmalen Beinen den nordischen Frauen gehören, der knackigste Hintern den latein-amerikanischen Frauen, gehören die schönsten Haare den orientalischen. Wen wundert es, dass man den schönen Frauen aus Eifersucht verbietet, das reizende Haar dem anderen Geschlecht vorzuführen?  Continue reading „Das bedeckte Haar ist erst dann schön, wenn es nicht zensiert ist, sondern selbstbestimmt“

MBFW Istanbul: Von Kopf bis Fuß getrunken in Weiblichkeit

MBFW Istanbul: Von Kopf bis Fuß getrunken in Weiblichkeit

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Türkische Bloggermädels wie Nil Ertürk sind unkreativ, wenn es um Individualität geht. Aber um Individualität geht es ihnen auch kaum. Es geht darum, schönstmöglich Weiblichkeit mit Stil zu präsentieren.

Eine schöner als die andere könnte man meinen, wenn man sich im Antrepo, dem Gebäude der diesjährigen Mercedes Benz Fashion Week, umsieht. Die Mädchen glänzen von Kopf bis Fuß wie das Meer, das von der Terrasse zu bewundern ist. Während in Berlin aus einer Jugendkultur um den Kampf der Individualität kreative, kunstvolle Gewänder entstehen, geht es den vorwiegend weiblichen Besuchern der Istanbuler Modewoche um Weiblichkeit und Schönheit. Androgynität sieht man selten. Das findet auch Facehunter über dessen Besuch sich die Türken sehr freuen. Wer von ihm fotographiert wird, schätzt sich glücklich. Bei so vielen schönen Mädchen fällt es nämlich nicht einfach, aufzufallen. Doch die Schönheit türkischer Frauen ist unbestreitbar, fragt man Yvan Rodic. Der weltumreisende Blogger Facehunter findet die türkischen Mädchen Istanbuls wunderschön wie die Stadt selbst, weshalb er immer wieder zu Besuch kommt.

Gemachte Haare sind eine Selbstverständlichkeit. Schließlich sind die Preise der kosmetischen Dienstleistungen so niedrig, dass sich nahezu jede Frau jeder Schicht in Istanbul ein gepflegtes Äußeres leisten kann. In der Türkei wird durch den Lifestyle der Serien das Leben der Reichen noch stärker glorifiziert als er bereits auf den Straßen der Stadteile Bebek gezeigt wird. Anders in Deutschland wird in Istanbul gerne geprotzt. Denn unter den Reichen sind viele Neureiche, die gerne ihren Erfolg zeigen, vor Allem auch mit dem Aussehen.

Gerade wird das Haar in der modernern Version des Ombré getragen. Die Spitzen erhalten nicht mehr den starken Kontrast wie es letzten Winter noch gesehen wurde, sondern werden bereits im Augenbereich schon heller. Roter Lippenstift sowie getuschte Wimpern in Kombination mit Eyeliner sind ebenso ein beliebter Stil. Unter den Besuchern befinden sich auch viele Frauen mit gemachter Nase und meist dazu noch aufgespritzten Lippen. Der Trend der verkürzten geraden Augenbrauen verstärken den Einheitslook. Erst im Nachhinein habe ich bemerkt, wie viele Mädchen ich unbewusst mehrmals fotografiert habe. Dabei fehlt es Istanbul keineswegs an Kreaitivität und Individualität. In Vierteln wie Cihangir, Galata und Taksim (Asmali Mescit) gibt es sehr viele junge, kreative Menschen mit ausgefallenen Stil, die sich meist von der anatolischen Kleidungskultur beeinflussen lassen. Doch unter den Besuchern befinden sich größtenteils Designstudenten oder die geladene High Society. Da das Gebäude öffentlich für jeden betretbar ist, werden ähnlich wie in Berlin restliche Karten verteilt. Unter den Besuchern sind also viele Fans, die in der Hoffnung kommen, ihre Stars zu treffen. Stars besuchten die Modewoche aber kaum. Am Dienstag verstarb nach 269 Tagen im Koma der 15-jährige Berkin Elvan, der während der Proteste zum Brotkaufen das Haus verlassen hatte. Um Anteilnahme an der Trauerfeier zu zeigen, wurde am Dienstag die Fashion Week abgebrochen. Tausende gingen in weiten Teilen der Türkei auf die Straße. Die Proteste hielten zwei Tage an bis ein weiterer kleiner Junge in Istanbul, und ein Polizist in Tunceli ums Leben kamen.
Die Aspannung machte sich auch im Zelt bemerkbar, denn die Shows waren sowohl Mittwoch als auch Donnerstag von vielen Prominenten unbesucht. Erst Samstag, am letzten Tag der Mercedes Benz Fashion Week Istanbul, kamen viele Prominenten zur Show des Stardesigners Hakan Akkaya, der mit seiner Beliebtheit mit Guido Maria Kretschmer zu vergleichen ist. Im Publikum saßen auch viele Mädchen mit Kopftuch, die bewundern um sich blickten, doch dabei auch sehr zurecht gemacht zur Modewoche kamen.

Der Stil der Istanbuler Modewoche zeigte schöne, gepflegte Mädchen, die stolz ihre Weiblichkeit betonen. Etwas mehr Kunst und Individualität könnten Istanbul jedoch nicht schaden, denn in diesem Wettbewerb der Weiblichkeit zu überleben ist eine Kunst, die meist in Künstlichkeit endet. Von berufstätigen Frauen, die es nicht einsehen, ihre Weiblichkeit aufzugeben, könnte sich Deutschland jedoch auch eine Scheibe abschneiden.

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Du denkst zu viel nach, denk nicht so viel nach!

Du denkst zu viel nach, denk nicht so viel nach!

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„Ich kann es nicht, ich kann es nicht lassen.“

Gesicht in die Hände legen, Ellbogen absützen. Gesicht vor die Hände halten, denken. Schwerer Kopf

„Wir sterben, ich kann nicht glauben, dass wir sterben. Ich kann nicht glauben, dass ich geboren wurde. Warum ich geboren wurde? Die zwei wichtigsten Tage im Leben sei der an dem ich geboren bin und der an dem ich wüsste, warum. Es beschäftigt auch andere Menschen, der Sinn des Lebens. Ich bin nicht allein. Ich bin so leer. Ich bin nicht die Einzige. Vielen Menschen geht es so. Aber diese Leere, ich fülle sie mit meinen Gedanken über die Leere. Ich kann nicht anders. Warum sterben wir? Ob es ein Leben nach dem Tod gibt? Ob ich als Vogel wiedergeboren werden könnte, ob das Leben fassbarer, lebenswerter als Vogel ist? Ob ich das Leben als Mensch nicht zu schätzen weiß, ob Tiere nicht Menschen sind, ob das Wort Tier nicht die Erfindung des Menschen ist wie das Wort  der Kunst? Ich weiß es nicht, wüsste ich es doch bloß. Wenn ich doch nur das Geheimnis erfahren könnte. Wenn doch nur Gott es mir zuflüstern würde. Eines Tages wird meine innere Stimme das richtige Wort fallen lassen gleich Sesam öffne dich. Ich werde es eines Tages erfahren. Ob ich ein fertiger Mensch bin, wenn ich sterbe?  Ob ich Gott treffen werde, wenn ich nicht mehr atme. Ich atme, ich bin gerade da. Ich fühle mich sehr real, sehr echt, sehr anwesend. Ob ich die Liebe nicht zu oft vergesse? Ich vergesse zu oft, wofür es sich zu leben lohnt, wenn ich nachdenke. Ich bin einfach mit meiner Existenz überfordert, ich kann nichts dagegen tun. Vielleicht sollte ich es mehr zu schätzen wissen, vielleicht habe ich den Wunsch geäußert auf die Welt zu kommen, bevor ich die Welt betrat. Ob der Himmel eine Fata Morgana im echten Himmel ist, aber ich nur zu blind bin.

„Du denkst zu viel nach, denk nicht so viel nach!“

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Pastelltöne: Ich will ein Mädchen (sein)

Pastelltöne: Ich will ein Mädchen (sein)

pastelblau rochasNach der vergangenen längst vermissten Weiblichkeit, schien sie bei ihrer langsamen Rückkehr mit ihrem größten Vorurteil zurück zu schlagen. Rosa, eine Farbe so schwach und einfühlsam zugleich, wie sie dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird, verbreitete sich letzten Winter unter der Masse wie ein gefährlicher Nebel. Als gefährlichen Nebel müssen ihn jene wahrgenommen haben, die Geschlechterkategorien vor Allem die heterosexuelle Norm und die damit einhergehenden Ideale und Erwartungen kritisch betrachten. Dazu gehören auch die letzten altmodischen Feministinnen dieses Landes.

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