Ein Zara Mädchen – Sein oder Nichtsein?

Ein Zara Mädchen – Sein oder Nichtsein?

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Ein Zarmädchen – Sein oder Nichtsein?

Zara, Frankfurt. Gestern fand der erste Samstag des alljährlichen Zara Sommerschlussverkaufes statt und wie jedes Jahr finden sich alle Damen in einem Gedränge zwischen rot markierter Kleider der letzten Kollektion wieder im Streit um die besten Schnäppchen. Per E-Mail für den Online Verkauf für Donnerstag  00:00 Uhr angekündigt, sehe ich Mädchen auf Instagram sich über den Beginn informieren.

Konnte man sich vor einigen Monaten das eine oder andere Teil zum Originalpreis nicht leisten, findet man sein Lieblingsstück im reduzierten Bereich, wenn man denn Glück hat.

Aber auch jenseits des Schlussverkaufs frage ich mich jedes Mal, wenn ich einen Zaraladen in Frankfurt oder Istanbul betrete: soll ich es mir nun kaufen oder nicht? 5 Gründe, die mich immer wieder vom Kauf abhalten.

Weiblichkeit

Mögen die Kampagnenbilder androgyne bis konservative nordische Frauen porträtieren, so ist Zara in Deutschland definitiv ein Kostüm der Weiblichkeit. Die Kleider Zaras betonen die Femininität und lassen Frauen aus aller Welt „weiblich schön“ aussehen. In Zaras finden sich von Frauen mit Kopftüchern bis Frauen mit kurzen roten Haaren die unterschiedlichsten Typen mit unterschiedlichster Herkunft, Nationalität und Religion. Was die Frauen hier verbindet ist das Frau-Sein und damit definieren sie sich auch im traditionellen Sinne. Sie achten auf ihren Körper und sind meist geschminkt. Selbst die hellen Typen findet man hier jenseits des Klischees der deutschen Natürlichkeit mit langen Haaren und wallenden Röcken. Es sind meist jene an die Geschlechterrollen angepassten Frauen ohne Mut zur Kreativität, wobei ich mich immer wieder Frage: Möchte ich so ein Mensch sein, der auf den ersten Blick als Frau zu erkennen ist? Die meisten Frauen sind von oben bis unten perfekt gestylt mit langen Haaren, getuschten Wimpern und den dazu ordentlich erwählten Kleidern. Präsentiere ich mich hier auf diesem Blog nicht ähnlich? Ja, aber die Realität lässt mir selten Zeit dafür, zumal ich gerne auch den traditionellen Erwartungen mit ungeschminktem Gesicht und gammligen Klamotten trotze.

Wenn ich also Teile für Outfits rauspicke, frage ich mich auf dem Weg zur Kasse jedes Mal: möchte ich so aussehen wie all die anderen Frauen auch, die sich größtenteils mir ihrer Weiblichkeit definieren und dabei einen Wettbewerb antreten gegen Frauen um Männer? Ich frage mich, ob ich dieses Image mitmachen soll. In Zarakleidern sieht provoaktiv ausgedrückt, jede Frau gleich aus. Vor Allem die orientalischen Frauen in Frankfurter unter sich, die so unglaublich gerne dort einkaufen wie auch viele der nordischen Frauen, zum. in Frankfurt.

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„Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

„Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

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Die Fotographie „Antonia+yellow cab“ William Kleins aus dem Jahr 1962 zeigt eine mondäne Frau vor dem Taxi posierend auf den Straßen New Yorks, zu sehen seit gestern in der Schirn Kunsthalle Frankfurt in der Ausstellung „Paparazzi! Fotographen, Stars und Künstler“. Resultiert die Ästhetik jener konzeptualisierten Modefotographie aus früheren meist ungewollten Paparazzibildern, so ist es heute Gang und Gäbe, dass sich Gäste der großen Modestädte von New York bis Mailand selbst auf den Straßen in Szene setzen, ja gar davon abhängig sind, fotographiert zu werden. Wer als Mode-Journalistin hinter der Kamera stand, steht heute im Rampenlicht, denkt man dabei nur an Miroslava Duma oder Anna Dello Russo. Sie lieben die Inszenierung wofür sie von Suzy Menkes bereits Kritik einbüßen mussten. Doch genießen sie die Blicke, die Aufmerksamkeit für ihre Präsenz und ihre Kleiderauswahl wie sie sonst nur den Models vorbehalten war. Für etablierte Stars wie Kanye West verhält es sich ähnlich, wenn sie die Modewoche besuchen. Doch es geht darüber hinaus. Die Mode reicht der Masse solcher großen Stars nicht, sie sind an ihrem Leben interessiert. Stellvertretend sind es meist Männer, die waffenähnlich Kameras mit sich tragen. getarnt Voyeur spielen, um das richtige Bild zu schießen, werden sie von dauerhaften Verfolgungen nicht müde. Sie verfolgen Stars auf Schritt und Tritt, und dabei kommt es nicht selten zu gewaltigen Auseinandersetzungen zwischen Jäger und Gejagtem. Genau diesen Interessenkonflikt wie auch Intention und Profil jener Beteiligten stellt die Ausstellung vor. Continue reading „„Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt“

Stilinspiration: Musikerin Banks aus L.A.

Stilinspiration: Musikerin Banks aus L.A.

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Für diesen Look habe ich mich von der amerikanischen Musikerin Banks inspirieren lassen. Das Mädchen mit den großen Rehaugen und dem kleinen zierlichen Mund kommt aus der Stadt der Engel. Mit ihrer weichen sentimentalen Stimme zu elektronischen Sounds gehört sie zu den Künstlern, die das neue Genré mitgestalten. Ähnlich wie Woodkid und Weeknd, verleiht die einstige Psychologie-Studentin gefühlvoll mit ihren tiefsten Gedanken den sonst so harten technischen Klängen Sinnlichkeit. Mit letzterem tourte sie 2013 und coverte seinen Song  “What you want„. Ein Lied, das in ihrer Stimme zum ursprünglichen Text zu eines jener Lieder wird, die die Liebe zwischen Frauen leidenschaftlich zum Ausdruck bringen. Doch bekannt ist sie mit ihren Hits „Warm Water“ und „Before I ever met you“ über alle Blogs hindurch geworden. „Looking you over, and you don’t know my name yet… But by the time you looked away, already knew I couldn’t fake it. Wer kennt es nicht? Jede Nacht, die wir draußen verbringen, in der Hoffnungen, diesen einen so called Richtigen zu treffen. Für Abende wie diese geben wir uns besonders viel Mühe, gut auszusehen. Wir planen unser Outfit ins letzte Detail, und rennen vor der Party noch in Läden wie H&M herum, wo der Song übrigens auch läuft. Der Lebensstil einer Banks entspricht der Farbe Schwarz.“I tend to wear all black. I like feeling sexy, feminine, effortless, and real“, beschreibt sie treffend ihren eigenen Look.  Continue reading „Stilinspiration: Musikerin Banks aus L.A.“

The Weather Diaries. 3rd Nordic Fashion Biennale im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

The Weather Diaries. 3rd Nordic Fashion Biennale im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt gewährt in der Ausstellung „The Weather Diaries“ der dritten Nordic Fashion Biennale Einblicke in die die Kultur des hohen Norderns anhand ausgewählter Designer bis zum 21. September 2014.

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Ich kann mehr als schönsein, allein, indem ich es nicht sein möchte.

Ich kann mehr als schönsein, allein, indem ich es nicht sein möchte.

In letzter Zeit ist es still auf diesem Blog. Das liegt zum einen daran, dass ich mich zurzeit intensiver im Studium mit Themen auseinandersetze, die auch auf diesem Blog behandelt werden. Zum anderen liegt es daran, dass ich seit einigen Monaten an einem Artikel für ein anderes Medium arbeite. In diesem Artikel geht es um Schönheit. Ich selbst habe mich dabei so sehr in das Thema reingesteigert, dass ich mit diesem Beitrag einmal wieder meine persönlichen Gedanken, die ich mir während der Recherche gemacht habe, teilen möchte.

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„Living Dolls: Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen“ heißt eines der Bücher, über die wir heute im Seminar „Neuer Feminismus“ sprachen. Ob Slutwalks oder Femen, immer wieder geht es in unseren Diskussionen um den Körper der Frau, der zum Objekt wird von Männern wie von Frauen selbst in Kultur, Religion, und Industrie. Wann sexuelle Selbstbestimmung beginnt und wo sie mit der Reduzierung darauf endet. Continue reading „Ich kann mehr als schönsein, allein, indem ich es nicht sein möchte.“