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Nicht noch eine Künstlerbiographie könnte man meinen. Es sind doch so viele im Entstehen. Doch die Biographie der phänomenalen Künstlerin Alicia Keys, „More Myself – Mehr ich selbst”, die nun auch in deutscher Fassung zu haben ist, zeigt den Weg einer jungen Frau auf ihrer Achterbahnfahrt zu mehr Selbstbewusstsein. Ihre Autobiographie ist dabei mehr als eine selbsterzählerische Darstellung ihres bisherigen Lebens, stattdessen ein ehrliches Resümee ihrer bisherigen Karriere als Weltstar, Lebensgeschichte und Selbstentfaltung.

Die 1981 als Alicia Joseph Augello-Cook in New York geborene RnB-Sängerin, Songwritern, Produzentin, Unternehmerin und Aktivistin setzte Meilensteile in der Musik mit “Fallin”. Doch auch spätere Lovesongs und feministische Anthems wie “If Ain’t got you”, “No One”, oder “Girl on Fire” zeugen von einer Stärke ihrer Worte, die noch bis heute in den Ohren einer Vielzahl verschiedenster Menschen erklingen.

Ihre Darbietung als ausgebildete Pianistin mit Hang zu Beethoven, Chopin, den sie in ihrem Buch als “Homie” bezeichnet oder der herausragenden Nina Simone machten sie mitunter musikalisch zu der Alicia, die heute auf einer der größten Bühnen der Welt steht. Nach unzähligen Kämpfen, Erfahrungen und erzielten Ergebnisse.

Nebenbei hat sie als mediales Vorbild eine No-Make-Up-Revolution gestartet, als Mutter ihrem Kind Egypt erlären müssen, was das N-Wort bedeutet, und meisterhaft eine 17-köpfige Reise in das Land ihrer Vorfahren organisiert. Mit einer taffen Mutter, italienisch-afroamerikanischen Wurzeln, und Hell’s Kitchen als Wohnort hat sie ihre Talente in die Hand genommen, um die auf sie wartenden turbulenten Zeiten in Angriff zu nehmen.

In einer, ihrer und von ihr mitbegründeten Epoche durchschreitet Alicia Keys an der Seite ihrer Co-Autorin Michelle Burford dabei auch die großen Fragen unserer Zeit: Rassismus, die Musik-Industrie, aber auch die Bedeutung des Ausfalls einer intakten Kernfamilie. Es sind nicht nur Themen, die sie zudem gemacht haben, die sie ist, sondern auch Themen, aus denen sie die Befreiung gesucht und gefunden hat.

“More Myself – Mehr ich Selbst” ist die Biographie einer Künstlerin, die gegen Ende ihrer 30-er davon erzählt, wie sie als Protagonistin mehr zu sich gefunden hat. Die Lektüre, ob um einen Blick in ihr zu Leben werfen, oder die Frage nach dem Selbst auf ihrer Reise mitbeantwortet zu bekommen; sie ist es wert.

Bildquelle: Schreenshot aus Alicia Keys’s NPR Music Tiny Desk Concert (Youtube; 22.06.2020), Knaur

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