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Breonna Taylor ziert das Cover der diesjährigen Septemberausgabe der amerikanischen Vanity Fair, nachdem ihr Tod wie der vieler andere durch die Pandemie und weitere weltweite Ereignisse in Vergessenheit geraten war.

Die gerade erst 26-Jährige Notfallsanitäterin wurde am 13. März diesen Jahres zum Opfer der in den USA herrschenden Polizeigewalt gezielt gegenüber Menschen afro-amerikanischen Aussehens. Porträtiert wurde sie mit Stärke und Unschuld in einem fliegenden türkisfarbenen Kleid von Künstlerin Amy Sherald. Wer ist die amerikanische Künstlerin, die bereits mit dem ersten gemalten Porträt der ehemaligen First Lady Michelle Obama Aufsehen erregt hatte?

Nach ihrem Bachelor of Arts 1997 an der privaten Clark-Atlanta University, zog es Amy Sherald 2004 für den Master of Fine Arts an das Maryland Institute College of Art. Die 1973 in Baltimore geborene Künstlerin zeigt in ihrem 20-jährigen Schaffen in ihren Gemälden Menschen ihrer Community in ihrem alltäglichen Leben. Darunter sind Familien wie die Künstlerin selbst sagt, ambitionierte Jugendliche mit Zukunft vor Augen, und auch sonst individuelle Personen wie sie selten zu sehen sind.

Dabei macht Amy Sherald von einer besonderen Farbe Gebrauch. Statt unterschiedliche Schwarztöne zu verwenden, stellt sie die Hautfarbe der gemalten Subjekte in ihren Ölgemäde stehts in einem Grau dar, angelehnt an die malerische Technik Grisaille. Eine epochale Stilrichtung, die bereits im Mittelalter und sogar spät in der Moderne verwendet wurde. Die abgebildeten Protagonisten werden dabei, ob skulpurtal, gezeichnet oder gemalt, verheiligt und ikonenhaft dargestellt. Damit schafft Sherald in ihren Werken eine Zeitlosigkeit. Trotz und gerade wegen der realen Genauigkeit, die die Bilder ausstrahlen, wird sie dem amerikanischen Modernismus zugeordnet.

Sherald möchte dabei die portärtierten Menschen von einer ethnischen, stigmatisierenden Zuschreibung lösen. Stattdessen ist deutlich zu erkennen, dass es sich um einfache, normale Bürger Amerikas handelt. Darunter Strandbesucher, Mütter, Opfer. Ihre Gemeinsamkeit dabei ist ihre Hautfarbe, doch möchte die Künstlerin keineswegs, dass sie auf das “Schwarz” reduziert werden.

Ihr Hang zur Mode ist dabei nicht zu übersehen. Die Bedeutung der Kleidung kristallisiert sich zusätzlich als wesentlich und codierend heraus. Die Porträtierten werden in ihrer modischen, modernen und trendigen Alltagskleidung gezeigt, zwischen Normalität, sozialer Zugehörigkeit und zwischenmenschlichen Beziehungen an verschiedenen Orten. Genau dieses Herangehen macht ihre Bilder nicht nur wahrhaftig, und modern, sondern unglaublich schön.

Bilder (von oben bis unten: (1) Breonna Taylor für die Ausgabe “The Great Fire” der Vanity Fair, (2) “What’s precious inside of him does not care to be known by the mind in ways that diminish its presence (All American)”, 2017, (3) Precious jewels by the sea,” 2019, (4)”She always believed the good about those she loved”, 2018 Bilderquelle: www.amysherald.com

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