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Während die Modeelite sich bereits in Paris tummelt, ist mein Blick bei Dolce & Gabbana hängen geblieben. Nicht nur die auf dem Laufsteg präsentierten stolzen Mütter im Rahmen der verkauften (Familien-)Werte haben mich zum Nachdenken angeregt, sondern auch die als Kronen fungierenden Kopfhörer. Das italienische Haus bietet stylische Kopfhörer speziell für Damen angefertigt. In der männlich dominierten Technikwelt sind Produkte, die den Fokus auf Design, Mode und Trends legen, eine Nische. Der Versuch von Dolce & Gabbana ist jedoch enttäuschend. Mit Perlen und Steinchen verziert wirkten sie viel zu überladen, für den Alltag mehr als kitschig. Zu schade eigentlich, denn von einem Label mit so viel Sinn für Spitze und Weiblichkeit könnte man Stilvolleres erwarten. Noch dazu sind sie entstanden in Kooperation mit der amerikanischen Marke Frends, die durchaus schönere Modelle zu bieten hat. Eines dieser Modelle, das mir zugeschickt wurde, ist hier zu sehen. Noch ist die Marke in Deutschland unbekannt, was sich jedoch noch ändern könnte.

Bieten Firmen wie Sennheiser eine gute Hörqualität, so wird das Design meist vernachlässigt. Form follows function, klar, aber, wer es stylisch, modisch oder aufregend mag, wird mit den schwarzen Kissen von Sennheiser nicht glücklich.

Aber wie könnten die perfekten Kopfhörer für Damen aussehen?

Die Fashionleute des Streetwears anzuziehen, das gelingt gerade auch Beats By Dre. Doch auch die gehypten Kopfhörer sind weder eleganter noch modischer. Mit einem Hiphop Image und einer raffinierten PR hat sich die von Apple aufgekaufte Marke, die einst von Legende Dr. Dre gegründet wurde, selbst auf deutsche Straßen katapultiert. Gelingen konnte es dem Unternehmen mithilfe des Beats Designers Robert Brunner, indem die Kopfhörer in der Farbe der Basketball-Uniformen designt wurden. Begonnen beim Basketballbarstar Kobe Bryant, der sich wie viele andere seiner Mannschaftsmitglieder umsonst damit zeigte, trugen auch etliche Hiphop-Stars das Fashion-Accessoire. Gewinnen konnten sie zuletzt auch zwei Schwestern des Kardashian-Clans, nämlich Kendall und Kylie Jenner als Markenbotschafter, die sicherlich auch einen großen Einfluss auf den Hype haben.

Selbst Rapper Kanye West trägt Beats By Dr Dre. Auch wenn ich zurzeit den ganzen Tag „All Day“ höre, kann ich mich von Kanyes Image nicht dazu hinreißen lassen, sie zu tragen. Sie sind definitiv zu klobig, die Form zu aufdringlich und zuletzt sehr hart. Das Logo mit dem Anfangsbuchstaben B quietscht förmlich wie die Reifen eines Autos danach, anerkannt zu werden: schließlich kommen Hörer mit Preisen ab 200 Euro einem Statusobjekt gleich. Gerade auch für Jugendliche. Nicht verwunderlich für ein Genre wie dem des Hiphop, indem geprollt und ein Designername nach dem anderen gedropped wird. Modisch bzw. stilistisch gesehen sind die Farben in Schwarz-Rot und Grau jedoch sehr schlecht zu kombinieren, beißen sich sicher gelegentlich mit den Farben des Outfits. Und was mit der Funktion? Laut Computerbild stimmt das Preisleistungsverhältnis ganz und gar nicht.

Viel schlichter sind da schon die Köpfhörer von Sony, in Rosa oder Weiß gefallen sie mir sehr gut. Für nur 12 Euro habe ich die Bügelhörer vor Jahren bei Saturn entdeckt. Seitdem sehe ich sie auch oft in Deutschland an anderen Mädchen. Sportlich, aber cool sind sie gut zu kombinieren, und sehen dabei gerade in Rosa unheimlich süss aus. Einem rausgesuchten Testbericht zufolge fällt das Fazit jedoch nicht sehr gut aus, was die Funktion betrifft. Als Zweitkopfhörer können sie jedoch sicherlich gut unterwegs genutzt werden. Bei dem Preis tut es nicht weh, wenn man sie verliert. So billig sie auch sein mögen, wünschenswert ist dennoch lange Haltbarkeit, damit sie nicht auf einer Müllhalde in Afrika landen, wie ein großer Teil unseres giftigen Elektroschrotts.

 

Dies gilt auch für die Kopfhörer von Frends für den Preis von 169 Euro, die bisher die elegantesten Kopfhörer sind, die mir begegnet sind. Zugegeben konnte ich mich nicht entscheiden zwischen der mittleren Größe der Bügelhörer in Roségold und den kleinen In-Ear Hörern Ella B, die filigran am Ohr hängen wie wunderschön goldene Ohrringe. Das Gold könnte hochwertiger aussehen, doch bei einem Preis für 100 Euro ist die Ästhetik akzeptabel. Das Model Layla, das ich hier trage, glänzt sehr schön, und passt perfekt zu meinem Oberteil, das ich mir letztes Jahr noch als eines der wenigen Teile von Zara gekauft habe. Zu meinem goldenen Smartphone passt das Roségold zwar nicht, doch bietet die Marke weitere Farben. Denn Frends hat sich genau auf jene Nische spezialisiert. In Kooperation mit der Designerin Rebecca Minkoff bietet die Kollektion FRENDS With Benefits zusätzlich mit auswechselbaren Kappen die Möglichkeit, Farbe, Laune und Stil an das Outfit anzupassen.

Der Jersey-Stoff meines Oberteils, der ja selbst durch den Elastananteil etwas Dynamisches hat, passt gut zu dem schneeweißem Leder, das an die Außenschicht eines Fußballs erinnert. Was jedoch die Eleganz bricht, ist die nietenartige Form. Die Form eines Zylinders statt eines Kegels würde besser aussehen. Wenn ich mit den Hörern am Ohr durch die Stadt laufe, habe ich das Gefühl, dass ich zu sehr auffalle nahezu andere damit pieksen könnte. Durch die nach außen gerichtete Spitze wirkt es zu futuritistisch, die Form nicht klassisch genug. Daher trage ich sie lieber im Zug oder in der Bibliothek, wo viele Mädchen darauf lunzen. Im Zug hört es sich ganz angenehm. Da sie nicht vollkommen das Ohr umschließen, gibt es keine Erschreckungsgefahr. Man hört also die Außenwelt noch, so wenig jedoch, dass man gleichzeitig abschalten und in die eigene Welt eintauchen kann. Sie drücken leider etwas beim Tragen, woran man sich mit der Zeit jedoch gewöhnt.

Für einen coolen Blick trage ich eine oversized Levis Jeansjacke, ein Schnäppchen aus der Männerabteilung des Oxfamshops. 90s Lippenlook ist möglich mit einem Lipliner von P2 im Ton Nude 010, schlicht Wimpern getuscht ohne Eyeliner ebenfalls von der Drogerie mit Essence Get Big Lashes. Zum Weiß der Hörer sehe ich mich selbst gerne in meinem Reebok Princess Sneakern, gerade da sie nicht aus Leder sind, nicht zu schade, öfter zu tragen. Die Farbe wirkt sehr clean, aber stylisch. Damit es keine Flecken bekommt, oder die Kappe verkratzt werden kann, werden sie in einem weißen Täschen geliefert. Praktisch ist auch die integrierte Freisprecheranlage. Was den Klang betrifft, ist der Bass stark, jedoch nicht allzu aggressiv. Der Fokus liegt mehr auf dem Design als auf der Hörqualität. Wer also auf die Funktion den Fokus legt, könnte sich bei anderen Marken umschauen. Gegründet wurde Frends 2006 u.A. von Keir Dillon, einem ehemaligen Snowboarder, um Mode und Funktionalität zu verbinden. Designt wird es in L.A., hergestellt in China, zur genauen Herstellung in Asien gibt es leider keine Information, was jedoch bei dem Transparanz wünschenswert. Mehr Information erhaltet ihr auf der Website.

Die perfekten Kopfhörer sind mit Frends durch die genannten Kritikpunkte bisher auch noch nicht gefunden, aber sie sind stylisch genug, um sich mit ihnen zufrieden zu geben.

5688-27485688-27785688-9517Quelle: http://www.fastcodesign.com

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