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Vor genau zehn Tagen wurde das Video zu Beyonces Song 7/11 veröffentlicht. Darin sieht man Queen B wie sie gerne genannt wird, im Bad, auf der Terrasse und vor dem Bett ihres Hotelzimmers tanzen.

7 117/11

Die Supermarktkette 7/11 ist in den USA vermutlich das, was bei uns der Spät oder Netto ist, wenn er nach 20 bzw. 22 Uhr noch geöffnet hat. Beyonce zeigt sich in dem Video wie eines der Mädchen, die gerne mit Freunden tanzen, Spaß haben und zeigen, was sie drauf haben. Im Song beschreibt sie ihre Tanzschritte, die ihre Zuschauer zum Tanzen motivieren können und damit vielleicht auch zum Kauf des Albums. Denn schließlich ist ein Video nichts als die Werbung dafür, so kreativ manche auch sein mögen.

Sie macht deutlich wie gut sie Twerken kann. Aber auch den Blowout spricht sie an, also das geföhnte Haar, dass sie sich durch das Tanzen raus schwitzt, und das geglättete Haar wieder krausig macht. Sie beschreibt damit das Problem vieler Frauen, deren Haaren abends beim Feiern gehen nach kurzem Tanzen bereits ihre Form verlieren.

Wave ya hands side to side
Wave ya hands side to side
Wave ya hands, to side, to side
Wave ya hands side to side

Ooh wee be-be freaky deaky
Think me see she pink bikini

Rock that groovy dye dashiki
Nefertiti, edges kinky
Sweatin‘ out my blow out
Sweatin‘ out my press
This trick about to go off
Mad cause I’m so fresh
Fresher than you
I’m fresher than you 

Fresher than you, oh

Was sich hier plump anhört, ist Alltag vieler junger amerikanischer Mädchen. Beyonce gehört zu jenen Musikern, die gerne das Leben ihrer Zuhörer widerspiegeln. Ob Beyonce selbst gerne mit ihren Freundinnen zu Hause oder auf der Suite tanzt, sei dahin gestellt. Sie inszeniert in diesem Video ihre vermeintliche Privatsphäre und zeigt ihren Fans „ich bin eine von euch“, kaufe im Supermarkt ein, und tanze mit meinen Mädels im Zimmer auf Hiphop, während ich durch Europa toure.

Das Video erinnert besonders an eine Arbeit des belgischen Künstlerkollektivs Leo Gabin, das in der Ausstellung „Pivat“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt zu sehen war. Die Arbeit „girls room dance“ zeigt die Videos verschiedener Mädchen, die ihre Tanzkünste filmen und auf Youtube stellen. Beyonce reagiert in dieser Videoästhetik damit auch auf jenes Youtube-Phänomen. Es ist damit nicht neu erdacht, sondern nachgespielt.

In ihrer aktuellen Trendschiene ist sie mit dieser Ästhetik neu, so einfach die Arbeit zum Video auch aussehen mag, sie steht im Zeichen der Internetzeit, die jede Nische öffnet, und eine „Aktivität“ vieler jungen Frauen zeigt, die bisher im Verborgenen blieb. Gleichzeitig animieren bestehende Videos auf Youtube auch andere Mädchen und fordern sie heraus, zu zeigen. Besonders interessant ist, dass alle Kameras der Mädchen ähnlich platziert sind, und damit Videos aufeinander zu reagiereren scheinen. und zuletzt macht auch Queen B mit, und antwortet mit ihrem Video zu 7/11.

Lyrics: genius.com Bild: Snapshot 7/11, Beyonce

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