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thicke3

Ich befürworte es, Frauen als “schön” darzustellen. Auch befürworte ich es, Männer als Schönlinge zu präsentieren. Aber was ich garnicht befürworte ist die Darstellung von der Frau als reines Sexobjekt, das lediglich dazu benutzt wird, den Mann besser, männlicher und “cooler” darzustellen.

Im neuen Video des Songs “Blurred Lines” von R’n’B Sänger Robin Thicke, TI. und Pharrell werden die drei Musiker von drei attraktiven, nackten Models gejagt.

Was wie eine Provokation scheinen mag, ist eine weitere neue Social Media Ästhetik, die lediglich zur Popularitätssteigerung von #Thicke dienen soll. Bester Einstieg für den längst nicht jungen Bruder Justin Timberlakes zurück ins Musikbusiness?

Mag Freizügigkeit ein Privileg der Modernität sein, so meine ich dennoch, dass dieses Bild rückständig ist. Nackte Frauen gab es bereits in etlichen Musikvideos zu sehen. Doch immer wieder werden diese Models von Künstlern benutzt. Dass nackte, schöne Frauen Musen und für Künstler sein können, mag ein schönes, romantisches Bild sein, aber die Frauen hier sind keine Inspirationsquelle, sondern eine animalische Antriebsquelle, die lediglich dem Selbstwertgefühl des Mannes dienen sollen.

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Einseitigkeit der deutschen Streetstyleblogs

Ein Türke auf einem deutschen Streetstyleblog? Völlig undenkbar. Deutsche Streetstyleblogs sind zurzeit unkreativer wie sie es nicht sein könnten. Sie zeigen lediglich ihresgleichen. Gleich und gleich gesellt sich schließlich gern.
Wenn es um die Modehauptstadt Berlin geht, werden auf Blogs wie Glamcanyon oder einst Stil in Berlin stetig der ein und selbe westliche Typ vorgestellt. Armyjacken, Beanie-Mütze und Röhre – vorgestellt wird eine europäische Jugend, die sich nicht individuell, sondern stets nach den neuesten “Must-haves” einkleidet. So hat sich das Modediktat von den Magazinen auf kommerzielle Blogs verlagert. Die vorgestellte Gruppe lebt nach einem Lifestyle, der um 360° über Social Medie Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagramm offengelegt wird. Eben genannte Streetstyleblogs scheinen längst nicht an Person und individuellem Stil interessiert zu sein. “Echte Menschen” mit scheinbar gutem Geschmack fungieren nur als Kleiderbügel, wie es sonst Models auf Laufstegen tun – ohne Persönlichkeit. Ihre Kleidung ist aussagekräftiger als ihre Person. Diese stellen den Menschen darunter gar in den Schatten. So ist es nicht verwunderlich, dass es in Berlin-based Blogs an authentischen Punker, lässigen Reggea-Typen fehlt. Sie sind weder authentisch noch individuell.

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eleonora

It’s Fashion – Mode im Fernsehen

Das hier abgebildete Mädchen im Ombré-Look ist Eleonora Carisi von der ich das erste Mal in meinem Interview mit Yvan Rodic von Face Hunter erfuhr, als ich wissen wollte, wer in seinen Augen als Streetstylephotograph ihn immer wieder mit dem eigenen Stil beeindruckt.  Vorgestellt wurde die Modebloggerin und Shopbesitzerin aus Turin, die längst ein Star in Italien ist, – in Deutschland völlig undenkbar- von der neuen deutschen Mode-Sendung “It’s fashion”, die seit dem 13.März auf dem Sender Einsplus ausgestrahlt wird. Die Moderation hat Jessica Weiß übernommen, Gründerin von Journelles. Mit dem Blog LesMads wurde Jessica Weiß an der Seite von Julia Knolle zur erfolgreichsten Modebloggerin Deutschlands. Gekonnt souverän, informiert und sympathisch berichtet sie in der ersten Folge aus der Modestadt Mailand über Fashion-Shows, Modeblogger, Vintage Stores und Jungdesigner. Vorgestellt wird eine Sendung, die redaktionell von ihr mitgestaltet wird, in einem Blog-Konzept. Im Intro erscheint Jessica Weiß in der gewohnten Blooger-Pose neben Jeans in Outfits, die aus Ledershorts oder College-Jacke bestehen. Die Looks sind enttäuschend unkreativ und durchschnittlich. Doch vielleicht für die Masse gerade deshalb so einfach, nachzustylen.  Die Illustration der erwählten Modestädte Paris, London, Mailand und Berlin spiegelt die gewohnte Kulisse der bekannten Streetstyle-Motive wieder und lässt ahnen, wohin die Sendung den Zuschauer mitnimmt.

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“Supermodels, wie wir es waren, gibt es nicht mehr”, kommentierte 2007 Claudia Schiffer, Supermodel der 90er, den Traumberuf vieler jungen Mädchen. Aber ist mit dem Jahre 2013 nicht wieder die Ära der Supermodels eingetroffen?

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Dass es in Deutschland keine richtigen Stars geben mag, liegt sicher daran, dass die Schere zwischen arm und reich nicht ganz so groß ist wie in anderen Ländern. Glamour ist die Flucht aus der Zerstörung in eine heile Welt des Wohlstands, der göttlichen Güte und Schönheit. Glamour ist der schöne Schein des unerreichbaren Glücks, die Hülle einer wohlsituierten Gesellschaft, die den Luxus hat, zum Hedonisten werden zu können, wenn die Sorgen den Menschen erdrücken. Glamour ist auch die Projektion von Idealen. Beim Anblick der langbeinigen Modelle versucht jeder Betrachter durch Identifikation den Modellen zu gleichen, begehren oder das eigene Selbst zu vergessen.

In einem so bodenständigen, grauen und reichen Staat wie Deutschland ist die Sehnsucht nach dieser Welt gering. Wenn ich an Glamour in Deutschland denke, fällt mir red!, das Promimagazin auf Prosieben ein, jene peinlich-kitschige Show, die keinen Stil hat, aber für eine ganz kleine Gruppe an Zuschauer zugeschnitten ist. Alles in Deutschland, was versucht, glamourös zu sein, scheitert. Deutsche “Stars” zu ignorieren, ist eine ganz natürliche Reaktion. Sie wissen sich nicht gut zu präsentieren, haben selten Talent und das gewisse “Etwas” für die Show zu bieten. Ihr größtes Manko ist ihre trockene Erscheinung, mangelnde Unterhaltungsfähigkeit und Desinteresse am Gegegenüber. Hinzu kommt, dass die Masse in Deutschland selbst ein Leben wie ein deutscher Star führen könnte, wenn er den wollen würde. Was einen Star auch ausmacht, ist schließlich die Unerreichbarkeit. Und ist denn nicht ein Star auch jemand, der weltbekannt ist? Ob Diane Kruger, oder Heidi Klum, erreicht haben sie den Weltstar-Status erst in den USA, bevor die deutschen Medien sich um sie bemüht haben.

Gerade als Model wäre ein so hoher Bekanntheitsgrad undenkbar. Von Schönheit lassen sich die Deutschen ohnehin nicht blenden. Weder die Geschichte einer süßen Heidi würde die Menschen hier rühren, noch die einer brasilianischen Adriana, die aus einer armen Familie den Weg ganz nach oben schafft. “Rags to riches” ist schließlich der amerikanische Traum und nicht der deutsche.

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Mode und Musik gehen Hand in Hand. Gerade im Hiphop und Rap gibt es eine langjährige Beziehung, die seit der Entstehung gepflegt wird. Doch war der Stil der 90er und 00er Jahre lässiger, deutlich männlicher- ob weite Shirts bei Nas oder enge Ripshirts bei 50Cent-  gibt es heute eine Gruppe an Jungs, die nicht nur ihre Muskel zur Schau stellen, sondern einen smoothen Stil präsentieren, der zwar noch dunkel ist, aber ernstzunehmender und feminin. Trotz der Gangta-Lyrik verabschiedet sich diese Gruppe von den weiten Jeanshosen, kombiniert engere Jeanshosen mit High Fashion.

Vorallem die Farbe Schwarz und das Material Leder kommen für viele Rapper wie in folgenden Videos zu sehen ist diese Saison stark zum Einsatz, nachdem sie bereits für Fall 2012 auf den Catwalks präsentiert wurden.

A$AP Rocky feiert sich in dieser Hinsicht als Stil-Vorbild. Er selbst jedoch sieht sich auch nicht als Gangster. In seinem neuen Video zu dem Song “Fuckin’ Problems feat. Drake, 2 Chainz & Kendrick Lemar rappt er
Never met a motherfucker fresh like me                                                                                      all these motherfuckers wanna dress like me

Im Interview mit der GQ verrät er außerdem: If I’m wearing Rick Owens and all that other shit, [people in the hood] are not used to that,” Rocky says. “I’m going to be a fashion icon in a minute. I’m not going to do it in a corny matter. I have a voice that speaks for a whole other market—not just black people, but high fashion urban people. I mix street wear with high fashion. It’s never been seen before.”

Auffällig ist, dass Kendrick Lemar im Video annäherend das Gleiche wie Rocky trägt.

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Ein amerikanischer Geschäftsmann schreitet nach vorne, um vor einem hergerichteten Publikum vorzutragen. Während er durch den Gang läuft, winkt er den Gästen zu wie ein Präsident, der dem Volk eine Rede halten wird. Der Künstler der Moderne stellt sich und sein Werke lieber gerne selbst dar, bevor ein anderer ihn mit seiner Kritik nieder macht. Ein Tag nach der Pressekonferenz Jeff Koons mit einem Vortrag für ein ausgewähltes Publikum noch immer präsent. Mit 5,4 Mio für einen Koons, ist diese „Kunst“ gewiss exklusiv, doch beweisen über 100.000 Besucher der Doppelausstellung, die am letzten Wochenende ihre Finissage in Frankfurt feierte, dass Kunst massentauglich sein kann. Mit schlechtem Mode-Geschmack, und daraus folgend ohne jegliche Ansprüche auf Substanz.

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This article will be available in English in a few days.

Durch Kalinka Kalinka wurde ich Donnerstag auf das Werbevideo der neuen Accessoire Kollektion H&M’s aufmerksam, die von der Chefredakteurin der japanischen Vogue designt wurde.

In poppiger Kitsch-Ästhetik, diktiert Anna dello Russo zu dem Refrain „You need a fashion shower“ als selbsternannter Fashion- Guardian die Regeln ihrer mode-alphabetisierten Welt. Dazu trägt sie golden-türkise Accessoires ihrer Kollektion, die aus Taschen, Schmuck, Schuhe und einem Koffer besteht.

Ihre erste Lesson lautet „ Fashion is your declaration of your own freedom“. Diesen Satz einer Person abzunehmen, die animalisiert ein Minikleid aus Lackleder trägt, weil H&M andere Labels im Clip nicht erlaubte, und ihren Kopf mit einem Hut verziert, der an einen ausgestopften Vogel erinnert, fällt schwer und ist fast eine Herausforderung.Wenn Mode das Alphabet für den Menschen ist, befindet er sich in einem Gefängnis der Materialisierung. Und es kommt schlimmer: Wenn der Vogel, das Lebewesen, das wir Menschen mit Freiheit assoziieren, seiner Freiheit beraubt wurde, um dem Menschen als Schmuckstück zu dienen, ihn von der Masse abzuheben und gleichzeitig als Teil der Masse zu machen, dann wird genau das Gegenteil bewiesen: Nämlich dass der Mensch unter freiheitsraubendem Druck steht, aufzufallen und sich selbst zu definieren.

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