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Paris, Sommer 2018. Im Café. Ein deutsch-jüdischer Referent sitzt mit am Tisch. Ein Gespräch über Deutschrap und migrantische Jugendkultur. “Bei Haftbefehl sind eigentlich nur die Beats gut”, heißt es in etwa.

Ein Kritiker ist gefühlt jeder Musikhörer in Deutschland. Zu Recht. Im Land der Dichter und Denker werden sogar Schüler ob mit oder ohne Migrationshintergrund, zu hochkarätigen Kritikern, wenn es um Deutschrap geht. Auf sozialen Medien wird geschrieben, kommentiert, kritisiert und gestritten.

Der neueste Track “Conan und Xenia” kommt dabei nicht gut weg. Um an seinem Image vom Jahre 2016 anzuknüpfen, ist Haftbefehl zurück mit Shirin David. An der Seite der Youtuberin und TV-Prominenten, sollen Klicks generiert werden. Shirin David selbst braucht die Anerkennung der Musikgemeinde, um sich als Rapperin zu etablieren. Neben Hava und Rapperin Mel kommen Zweifel um ihre Authentizität und Glaubhaftigkeit in Sachen Feminismus und Skills auf. Doch auch Rapper Aykut Anhan hat es schwer, sich 2020 zu beweisen.

In den vergangenen Jahren traten unzählige Rapper ans Licht. Mit guten Zeilen lassen die meisten den Frankfurter Rapper ziemlich dumm dastehen. Dardan zum Beispiel ist jetzt in. Shindy immer noch einer der beliebtesten Musiker, die tatsächlich gehört werden. Aber auch Rin kommt gut an. Etliche Newcomer sind weniger bekannt, aber dafür interessant für das Publikum.  Einen gewissen Respekt vor Frauen haben dabei sogar die Stuttgarter Rapper. Ganz zu schweigen von der jungen Generation der Newcomer Rapper, die immer weniger frauenfeindliche Zeilen von sich geben. Sie haben ein positiveres Frauenbild, weniger diskriminierend, auf Augenhöhe.

Bei Haftbefehl wird aber schon eine Verkäuferin nur als “Nutte” bezeichnet. So wie in dem Song “Conan & Xenia”, das vergangenen Donnerstag mit einem von Shirin David hinzugefügten Part nochmals neu veröffentlicht wurde.
Wenn eine Verkäuferin für ihr Fraudasein als “Nutte” abgewertet und bezeichnet wird: was für ein Frauenbild, wenn nicht Menschenbild, oder besser Haltung muss dahinter stecken? Wir reden hier weder von einer Prostituierten, noch von einer Frau, die in sexueller Beziehung zu Rapper Haftbefehl steht.  Selbst eine Frau, die sich in seinen Augen unmoralisch oder nuttig verhält, sprich überpropotional sexuell aktiv ist, verdient diese Bezeichnung nicht.

Auch Barbara Shirin Davidavicius, die den weiblichen Part übernimmt, macht von dem Wort Gebrauch. Dabei kritisiert sie selbst “Slut-Shaming”. Für ihre sexuelle und weibliche Identität will sie von ihrer Fangemeinde und Kritikern zu Recht nicht verurteilt werden. Doch indem auch David Frauen als “Nutte” beschimpft wird sie zu einer Art weiblichem Haftbefehl, die beleidigend um sich schießt.

Eine Form von Sexismus gegenüber dem eigenen Geschlecht, bei der nicht klar wird, was folgende Zeile bedeuten soll: “Deu-Deutscher-Rap, ich sperr’ die Nutten in den Zoo.” Ist sie Zuhälterin, oder nur frauenfeindlich? Kritik am eigenen Geschlecht ist erlaubt. Doch anders als das Wort “Bitch” ist Nutte keine Kritik, Beleidigung oder ermächtigende Bezeichnung, die sich Frauen selbst zuschreiben. Frauen, die mit Sexarbeit Geld verdienen, als Nutten zu bezeichnen, ist falsch. Frauen, die keiner Sexarbeit nachgehen, als Nutten zu bezeichnen, ebenso. Ob von Männern oder Frauen. Es ist auch kein metaphorisch oder bedeutungsvoller Begriff im Rap. Es ist höchstens eine Anspielung an “Lass’ die Affen aus dem Zoo”, jener Zeile des Liedes “069” (das übrigens fast haargenauso klingt wie Conan). Auch bei 069 war nicht ganz klar, was die Message ist. Kritisierte Haftbefehl die gewalttätigen “Affen”, wollte er sie auf eine Gegenkultur los lassen oder sollte er einen darstellen?

Shirin Davids wie auch Haftbefehls Musik funktioniert nur über ihre Selbstdarstellung, und ihr Image, wozu auch eine gute Prise “asozial-sein” gehört, ohne straße-sein zu müssen und einer wie von der klassizistischen Gesesllschaft verschmähten Unterschicht.

Also warum ist die Musik trotzdem gut? Weil, um auf den Expat zurück zu gehen; Producer Bazazzian dahinter steckt. Dem Referenten nach der eigentlich kreative Macher und Künstler der Musik Haftbefehls.

The first time I had the opportunity to see musician Banks live was in 2014. And I was overwhelmed by my first and last girl crush so far in front of the stage.

In 2013 no one was quite sure if she could have the ability to stay. BANKS has been new. She has been trendy. And she has been quite unique.

The music industry does cherish the uniqueness of musicians, but more often it happens that musicians end up recognizing themselves not anymore.

If a musician has made it to a sort of worldstage, even with their uniqueness (see The Weeknd) it might happen that they start changing themselves to be perceived as what is called “the norm”, or even “mainstream”.

However there are only a few artists, which can be described as “mainstream”. Lady Gaga, Justin Bieber and most of all Katy Perry belong to this category in music.

They are unique, if not very unique in their own way – for sure – but they embody iconic pop culture, which has been proved as much more promising and ongoing. They manage to reach the world. Their personality does play a role, too. But it is the combination of a poppy, funny and talented sound that moves people from all over the world to listen to their music. That doesn’t apply to the music of BANKS. The Californian girl is mysterious and independent especially as a female musician, singer-songwriter and performer. Her audience, which shouldn’t be underestimated, understands her own journey. Her newest song played at “1Mic 1 Take”, shows BANKS singing “Drowning” in an updated version of her 5 year old song with a Caribbean emphasis. Banks feels her music, and she does share her perception of her true feelings, no matter, which boards she treads only by jazzing “Drowning” for her audience up. She sings for her audience, and that’s why her audience still replies.