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“Kiss and Tell”, war das letzte gute Stück des britischen Allstar-Rappers Skepta, den er gemeinsam mit Newcomer AJ Tracey aufgenommen hatte. Der Hispanic-Vibe tangiert nun auch einen Skepta. Aber wem kann dies verübelt werden? Das Mitmachen beim neuesten Trend.

Spanische Musik – selbst in der HipHop-Welt – bleibt, und sie hat noch immer großen Einfluss, wenn nicht heute wieder eine goldene Zeit der Auferlebung.

Spanische Wörter und die dazugehörigen weiblichen Stimmen werden zwar seit jeher in der Rapwelt zur Verbreitung genutzt, und doch, sie hören sich gut an, solange sie nicht allzu billig, zusammenhangslos und sexistisch in die Lieder eingearbeitet werden.

“Papi Chulo” (zu Deutsch: cooler Papa, sprich cooler Typ) wird von keiner Frau eingesungen. Octavian und Skepta scheinen es auch gar nicht nötig zu haben. Sie besingen sich lieber selbst. Aber auf Frauen im Clip wird selbstverständlich dennoch nicht verzichtet. Solange Respekt herrscht, lässt sich’s anhören. Und ansehen.

Bildquelle: Youtube, Screenshot “Papi Chulo” – Octavian & Skepta

Es gibt viele Rapper und Sänger in Frankfurt, Offenbach und drumherum. Aber die herausragenden, und das können nicht viele sein, sind Rola und Reezy. Beide sind seit Jahren im Game. Rola hat es scheinbar derzeit nach Berlin gezogen, Reezy wiederum attackiert das Rapgame ziemlich tüftig aus den Studios Frankfurts.

Zusammen haben die beiden in einer Traumcollabo 2018 bereits den Song “Chilln” herausgebracht. Für den einläutenden Frühling wieder hörbar. Eine Mischung aus klassischem RnB und Trapsoul à la Bryson Tiller nämlich.

Für kommenden Freitag erwartet uns bereits ein neuer Track aus dem Hause Rola: “Homies”, heißt der Titel, der bereits ahnen lässt, worum es in der Liebe gehen dürfte. Bei Reezy wiederum ist es nur eine Frage der Zeit, bis “Rolle im m8″ zu hören ist. Der Song, der aus dem Studio als Snippet mit Beat online schon angekündigt ist, klingt vielversprechend.

Rapper sind schon echt so ein Faszinosum. Sie sind männlich wie kein anderes Geschöpf. Sie weinen wie Frauen es nicht können, und sie schreiben wie Politiker es nicht können. Sie sind aggressiv, genügend Gründe dafür haben sie. Sie sind sportlicher als Kickboxer, wenn sie mit Drehkick gen Kamera treten. Sie sind doper als der größte Läufer. Sie können auch romantisch, wie gesagt, wenn sie verletzt sind, sie haben eine Mutterseele. Fast möchte man(n) sagen, sie sind nicht nur Faszinosum, sondern Prinzessin, mehr als ich es je sein werde. Als Frau fragt man sich da: “Hat ihnen die Mutter nicht gesagt, dass sie es können, die Sache mit der appearance, oder wurde es ihnen einfach nicht häufig genug gesagt?”

Ich weiß es nicht. Aber sie brauchen die Aufmerksamkeit, und sie verdienen sie, mehr als ein Journalist sich je davon erträumen lassen darf. Von Fremden, Freunden, Followern, Feuds, Frauen, und Fans. Der Widerstand aber, den die meist männlichen Rapper leisten wollen – gegen die Gesellschaft und alles, was sie sonst so im Alltag nervt –  könnte für die einen Fluch sein, für die Anderen der Segen schlechthin. Denn sie brauchen den geistigen Input, wie den materiellen Output. Für die Erfolgreichsten unter ihnen kommt das Eine aber eben mit dem Anderen. Das macht sie wegweisend, gerade auch, weil viele einen Migrationshintergrund haben und inspirieren können. Sie sind fortschrittlich wie der größte Broker in ihrer Persona, und broker als der größt möglich gefeierte Debütant der deutschen Literaturszene.

Für das weibliche Geschlecht gilt, das sich auch wieder zu jener Zeit überdurchschnittlich von den modernen Künstlern des Sturm & Drangs angezogen fühlt, sich nicht von jener notwendigen, aber zutiefst verletzlichen Männlichkeit in den Bann ziehen zu lassen. Denn so wirklich eifrig Handeln können das die wenigsten Frauen. Ihre Seitensprünge und medialen Eskapaden. Liebenswert sollten sie trotzdem für alle Frauen sein. Denn den Fame haben sie sich nicht umsonst verdient. Wer aber denkt wie ein Rapper, niemals so leben würde, für den gilt: “Date niemals einen Rapper!” Und wer sich mit ihnen zu messen versucht; “versucht es erst gar nicht, man(n) kann es ja doch nicht mit ihnen aufnehmen.

Xiara, die schöne Unbekannte war bereits auf Dardan’s “Genauso” so präsent, dass sie Eindruck schindete. Nach ihrem Debütsong “Boy Bye” folgt jetzt “Bei mir”, eine ebenso schöne Ballade.

Die 22-Jährige Wahlberlinerin, die aus Oberhausen kommt, ist die Außergewöhnliche im Deutschrap und Hiphop/RnB Genre.

Noch fallen die Kommentare der Gemeinde kritisch aus, aber das ist nur eine Frage der Zeit bis sie an den Sternenhimmel kommt. Denn sie ist die Stimme der jungen Generation der jungen Frauen und Männer, die romantisch ihre Erfahrungen erklungen sehen wollen.

Bild: @rafael.gru  

Nach der Trennung zwischen dem gefühlt wichtigsten Paar der deutschsprachigen Rapszene, nämlich Mozzik und Loredana, folgt ein Song, der als Disstrack ordentlich die deutsche Rapszene einheizt. Mit albanischem Flair, und gar Gangstergetue, wenn nicht hochgradig Stil im Blockbusterfilm, lieferte der bereits dem Publikum bekannte Rapper aus Kosovo nun auch Antworten.

Gramoz Aliu nämlich, heutiger Ex-Mann Loredanas, schlägt zurück und löst alle Fragen auf. “Auf Wiedersehen” ist ein Racheakt, aber wie so viele Rapper ist auch der kosovo-albanische Exportschlager so sprachbegabt, dass er aus seiner Emotionalität einen ganzen deutschen Rapsong gemacht hat. Mozziks Muttersprache ist keineswegs die Deutsche. Loredana, Ex-Wifey und neuartige Rapperin, wenn nicht Partnerin eines anderen Rappers wie aus der brodelnden Gerüchteküche der Szene hervorgeht, kriegt ihr Fett ab. In ihrer eigenen verständlichen (schweizerdeutschen) Sprache. Ein Rapper dieser Größe mag dies nicht auf sich sitzen lassen. Seine Sprachphantasie drückt aus, was er denkt und glaubt, zu leben.

Bei den Rapenthusiasten kommt das einmal wieder mehr als gut an. Denn guter Rap speist sich von einer unverwundbaren Verwundbarkeit, wenn nicht gar Ehrlichkeit, die bildlich so gewalttätig ist, dass sie ungefragt mitnimmt in die Welt und des Films des Protagonisten, dieses Mal mit Mozzik.

Ist Coolness wieder cool? Evan Klar hat etwas von Coolness, jener, die es braucht, um als Mann auch einfach seine Gefühle zu gestehen. Direkt, ins Gesicht. Das tut er mit “I Do”, der Newcomer macht uns wieder heiß auf kühlere Sounds, Stimmen und Stimmungen statt heißer HipHop-Töne.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet aus Australien jene Musik kommt, die das Potential hat, die Musik des gefühlten Jahrhunderts, nämlich Hiphop, abzulösen. Was nicht heißen mag, dass das eine besser oder schlechter als das andere ist. HipHop aber hat sich aus den meisten Gründen, die es braucht, um gehört zu werden, bewähren können als die wichtigste Musikrichtung der letzten Jahre. Das Recht hat sie, aber es kann sich auch ändern, zumindest Verändern. Was könnte da nicht besser helfen – denn Musik treibt schließlich an, das ist ihre Aufgabe, friedlich in bestem Falle statt animalisch und angreifbar, wenn nicht gar menschenverletzend – als die australische Prise “Chill”. Neben Evan Klar und DVNA sind auch die folgenden drei Musikernamen jene aus Australien, die neuentdeckt zur Abwechslung ab 2020 gebraucht werden.