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Es gibt nahezu nur einen, einzigen Beruf, der Frauen in der Welt der Medien sichtbar macht: grob, das Modeln. Dass Models selbst dabei die Frauen sind, die in den Medien am sichtbarsten sind, Platz bekommen und präsent sein dürfen, hat uns die Geschichte gelehrt. Und die Geschichte zeigt noch heute, dass wir in einer übersexualisierten Gesellschaft leben, in der der Frau nur ein Platz zugewiesen wird.

Als sichtbarste Repräsentantinnen und Soldatinnen an der fordersten Front der Medien, haben sie in der Medienwelt die Frau zu repräsentieren gewusst, aber in ihrem Frauenbild auch zur Stagnation geführt.

Sie werden gebucht, und erhalten – im Idealfall – als Gegenleistung ein Honorar. Fürs Laufen, Gesichtherhalten und Posieren. Dass dabei das eine Model glaubwürdiger als das Andere ist, zeugt von harter Arbeitskraft. Aber, wie die ein oder andere Arbeitskraft auch, werden sie ausgenutzt. Und das auch zu Kosten anderer Frauen.

Die meist weiblichen Models haben wie alle anderen Frauen auch ihr Recht, sich zu zeigen, und mit ihrem Körper und ihrer Arbeit damit, Geld zu verdienen. Nicht selten sind sie in der Modewelt auch Businessfrau, die ihren Körper bewusst einzusetzen weiß.

Und dennoch, – das war das eigentliche Problem in den letzten Jahren, wenn nicht im letzten Jahrhundert – wird und wurde das Aussehen eines Models mit Produkten verkauft, und umgekehrt Produkte mit der Frau.

Dies führte zum Einen dazu, dass der Beruf eine Illusion von Schöheit erschaffen und genährt hat, gleichzeitig – und das war das Schwerwiegendere daran – hat der Beruf dazu geführt, dass Frauen in einem einzigen Beruf haben Anerkennung erhalten können, als Frauen. Denn nach wie vor bleiben Frauen in männerdominierten Welten und Berufsfeldern unsichtbar.

Es gibt wenige Berufsfelder, die Frauen zulassen und gleichwertig betrachten. Männer hingegen sind in den Medien weiterhin sichtbar als Manager, Medienmogul, CEO, Comedian, Künstler, Rapper, Journalist, Moderator, Polizist, etc. Frauen hingegen sind überdimensional häufig in Medien in der Rolle als Model dargestellt. Angela Merkel, das ist die Ausnahme.

Wenn Medien Spiegel der Gesellschaft sind, dann ist Grund für die Unsichtbarkeit der Frau in der Medienwelt, dass Frau auch in der Realität nicht überall präsentiert sind. Aber wenn es eine Instanz gibt, die Medien selbst lenkt- und die gibt es durchaus – dann ist sie mitverantwortlich dafür, dass Frauen in ihrer üblichen Rolle dargestellt sieht: mit Körper als Hausfrau und Gebährmaschine. Die meisten Models repräsentieren nichts Anderes als das. Keinen Beruf, sondern einem gewissen Frauenbild.

Kontrovers ist dies deshalb, weil Models als das gelten, was der Name bereits sagt, als Vorbild oder gar “Anschaubild”, in der Mode. In Mode ist, dass Frauen nach wie vor nicht viel wert sind. Das ist für die Modewelt von Vorteil. Für die Frauen selbst, die in dieser Welt arbeiten, finanziell vielleicht auch. Platz aber, und das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, wird Frauen sonst nicht gemacht. Und solange heißt es weiterhin vor der Linse “Lächel mehr, zeig mir mehr von dir. Hier, bitte, mach!”

Als ich vor einigen Monaten im Feed eines Models auf Instagram den Spruch “Girls compete with one another. Women support each other” las, war ich inspiriert, ergriffen und zugleich bestärkt, Selbiges zu tun. Andere Frauen ebenso zu unterstützen wie ich es selbst habe erfahren dürfen.

Der Zusammenhalt zwischen Frauen ist genauso sehr Ziel des Feminismus wie die Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Letzteres wird vom Mann erwartet. Doch die Bedingung unter Frauen, einander zu respektieren und gleichwertig zu behandeln, ist genauso sehr eine Erwartung, die zu Tage treten soll.

Feminismus ist wieder wichtig. Es geht zwar in der westlich geprägten Welt nicht mehr um das Recht, arbeiten zu dürfen, sondern das Recht, auf der Arbeit und überall anders auch, gleichwertig behandelt zu werden.

Feminismus muss daher neu definiert werden, sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen, und zuletzt auch Frauen herausfordern, sich selbst und ihre Anforderungen zu deklinieren.

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