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Als ich vor einigen Monaten im Feed eines Models auf Instagram den Spruch “Girls compete with one another. Women support each other” las, war ich inspiriert, ergriffen und zugleich bestärkt, Selbiges zu tun. Andere Frauen ebenso zu unterstützen wie ich es selbst habe erfahren dürfen.

Der Zusammenhalt zwischen Frauen ist genauso sehr Ziel des Feminismus wie die Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Letzteres wird vom Mann erwartet. Doch die Bedingung unter Frauen, einander zu respektieren und gleichwertig zu behandeln, ist genauso sehr eine Erwartung, die zu Tage treten soll.

Feminismus ist wieder wichtig. Es geht zwar in der westlich geprägten Welt nicht mehr um das Recht, arbeiten zu dürfen, sondern das Recht, auf der Arbeit und überall anders auch, gleichwertig behandelt zu werden.

Feminismus muss daher neu definiert werden, sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen, und zuletzt auch Frauen herausfordern, sich selbst und ihre Anforderungen zu deklinieren.

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Es gibt viele Frauen, die sich gerne vergleichen. Hin und wieder gehöre ich auch zu diesen unsympathischen Frauen. Im Fitness-Studio, in den Öffentlichen, auf der Landstraße, aus dem Auto. Ein wenig ist es “normal”, aber ein wenig ist es verstörend, wenn es ältere Frauen tun, die sich mit Jüngeren vergleichen. Seit ich meine Haare kurz trage, passiert es immer und immer wieder, dass ältere Frauen sich mit meinem Haar vergleichen. Ich schwanke zwischen Rassismus – meine Haare sind auffällig dunkel – und dem einfachen Neidtrieb in einer Gesellschaft, in der ohnehin Jugendwahn und Neid besteht.

Im Türkischen sagt man über einen Mann, der “glotzt”: öküz, was auf Deutsch “Ochse” heißt, aber nicht sehr nett gemeint ist. Eine Frau sagt es, wenn sie begafft wird, auch in der Türkei kommt das Hin und Wieder vor, wenn nicht andauernd. Mittlerweile aber muss ich einsehen, dass Deutschland da nicht fortschrittlicher ist. Hier glotzt jeder Mann eine Frau an, die er gut findet. Hat man aber die Frau gefragt, ob sie das will? Frauen glotzen ja auch nicht den ganzen Tag minutenlang andere Männer an. Sexuelle Belästigung über Körperkontakt ist ja schon ein Tabu, wie dürfte man sich da je über “harassment” mit Blicken beschweren? Mit Gutaussehen oder die-Blicke-auf-sich-ziehen hat das nicht viel gemein. Es ist sexistisch, aber nicht etwa, weil es Männer tun, sondern der weitverbreitete Irrglaube besteht, Männer dürften Frauen anglotzen bis sie nachgibt. Ob schüchtern, oder aufreisserisch spielt dabei keine Rolle.

Es gibt natürlich auch Frauen, die sich gerne von Männern verführen lassen. Mir fällt da eine Frau ein, die auf sozialen Medien sich gerne mit anderen Männern zeigt. Sie ist Journalistin. Und wenn sie die Gelegenheit hat, gutaussehende, prominente, junge Männer zu treffen, macht sie die gern mal an, Zwinker hier, Zwinker da.

Aber das ist zum Glück nur die Ausnahme. In “reicheren” Gesellschaften, nennt man sie ja eigentlich “Sugarmama”. Zurück zu den Männern auf der Straße. Bei den Amerikanern nennt man das “Catcalling”, aber wie ein Video einer New Yorkerin zeigte, müssen sich die Frauen dort weitaus mehr Kommentare geben. Das aber dürfte hier auf “Deutschboden” nicht so gerne verbal geschehen, sondern mit Blicken. Und der nennt sich Sexismus.

Deutsch-türkische Gesellschaft treffen sich einmal: in der deutschen Gesellschaft ist es genauso wie in der deutsch-türkischen und zu guterletzt auch türkischen Gesellschaft verpöhnt, mit 30 Jahren unkoventionell zu leben. In der Türkei heißt es dann “evde kalmis” (zu Haus geblieben), wenn eine Frau nicht genügend Heiratsanträge bekommen hat, und noch immer bei den Eltern wohnt. In der deutschen Gesellschaft gibt es das zum Glück ja nicht, das Beleidigen und Lustigmachen über Frauen, die nicht im hohen Alter geheiratet haben, was es aber sehr wohl gibt: den Glauben, eine Frau, sei dann für jeden verfügbar. Wenn sie nicht in festen Händen ist. Für die deutsch-türkische Gesellschaft in Deutschland bedeutet das dann doppelte Last: Es wird gelästert, und verurteilt. #Geschlechterdebatteheute #wasdirdeinsoziologiestudiumnichterzählt

Die einen nennen sie Narzissten (Youtuberin Chloe), die Anderen nennen sie vielleicht verhaltensgestört (Therapeuten), die letzten, und das sind die Betroffenen, die diese Art tagtäglich zu spüren bekommen, wissen; das sind Clowns. Sie wollen unfassbar viel Aufmerksamkeit, sie kennen sich selbst nicht, weshalb sie sich überwiegend in den Gesichtern derer zu lesen versuchen, die sie hübsch finden. Youtuber haben Recht. Sie sind eine Art Kinder im Körper eines Erwachsenen, aber sie sind dabei auch ein Stück weit gruselig.

Vermutlich sind sie sogar verhaltensgestört, was nicht problematisch wäre, wenn ihnen der Gang zum Therapeuten gelingen könnte, sodass sie ein Urteil eines fachkundigen Therapeuten bekommen könnten statt an anderen ihr Können auszutesten, wenn nicht ihre Grenzen. Wenn man das Verhalten von denen abbekommt und zu spüren bekommt, muss man wissen, wen oder was man da überhaupt vor sich hat.

Für den alltäglichen Umgang versteht sich. Dieser Clown nämlich, gleich dem Gruselmann aus dem Film “Es” versteht, einen nervigst zu verfolgen, während er vorgibt, Interesse zu zeigen. Letztenendes will er sich natürlich nur etwas beweisen, und allen anderen da draußen zeigen, dass er “Die Eine” abbekommt. Was das aber mit einem machen kann, wird da gerne ignoriert.

Dieser Clown aber, und das ist das eigentlich Schwierige an ihm, trägt eine Maske und kann sich selbst nicht erkennen, weshalb er auch die Aufmerksamkeit bei Anderen statt sich selbst zu finden verhofft. Er verpasst nämlich dabei die Möglichkeit, mehr aus sich machen zu können. Überschätzung ist da das, was ihn zu einer Art Karikatur macht und dazu bewegt, später zu heulen. Der Clown hat auch Talente, gewiss. Doch weiß der, der seine Talente nicht kennt, diese nicht einzusetzen, sondern schlichtweg seine clownesque Art, das er als männliches Talent des Verarschens erkennt, auszuspielen und somit sein Können unter Beweis zu stellen. Seine Männlichkeit ist ihm im Grunde eine Last, weil er sich nicht kennt. Frauen macht das übrigens verrückt, weil sie nicht wissen können, dass sie es mit einem Clown zu tun haben, der tagsüber den Normalo abgibt.

Es gab einmal eine Stadt, die hieß Berlin. Sie war schön, sie war bunt, sie war dreckig, aber sie war freundlich. Jeder wollte etwas von ihr, also kamen sie alle. Aus der ganzen Welt stürmten sie nach Berlin, dem einstigen Mittelpunkt für Musik, Kunst und Kultur. Backpacker kamen aus Australien, sie suchten ihre Seelen, sie kamen aus Stuttgart, sie suchten gute Geldanlagen, und sie kamen runderhum aus allen naheliegenden Städten mitunter der ehemaligen DDR. Sie bauten die Stadt finanziell mit auf, brachten Kultur und ihre eigene Perspektive auf ein gutes Leben, von dem sie nur eine vage Vorstellung hatten, mit sich. Sie investierten Geld in jene neue Heimat, ihre Hoffnungen und Träume setzten sie auf diese eine Karte. Die Ureinwohner der Stadt hatten nur darauf gewartet, bis die Kinder weiterzogen, und der Traum der Anderen, der zu ihrem Alptraum geworden war, aufhörte. Ihre Stadt hatten sie nicht mehr wiedererkannt. Ein Café nach dem Anderen ploppte auf, verglast, aus Marmor und Gold, voller Mensch, die einander zu beeindrucken versuchten. Ein Getränk etwa kostete nicht mehr 2 Euro, sondern 6, und auch sonst lief das Berliner Alltagsleben nicht mehr wie es gelebt und geliebt wurde. Doch die Stimmen der eigentlichen Anwohner hatte keiner gehört. Die Stadt wurde von den neuen Zugezogenen rücksichtslos gesäubert, poliert, um nur dann selbst unaufgeräumt hinterlassen zu werden. Die Stadt, von der sie dachten, gleich einem rohen Diamant entdeckt zu haben, wollten sie nun selbst an ihrem eigenen Finger funkeln sehen. Das Recht hatten sie bereits aus ihrer Heimat mitgenommen. Nun suchten sie ihren Frieden, das eigentliche Schmuckstück im Leben eines Menschen, in ihrer neuen Wahlheimat. Für den Wohlstand hatten sie schließlich selbst hart gearbeitet, und sich ein Stück von Berlin erkämpft zu glauben gehabt. Die sogenannte Berliner Luft und Freiheit. Ihre neue Wahlheimat hatten sie dabei zum Abbild ihrer Selbst gemacht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ihre Ideale hatten sie den Anderen neu auferlegt, Traumhäuser wurden erschaffen, Lebenswelten, die die eigenen Berliner Anwohner nicht hatten verstehen können. Aber bei aller Kritik, die da war, wollten sie die neue Heimat nicht mehr den Anderen übergeben und gehen. Und dennoch, und das war der größte Fehler, der dieser Stadt angetan wurde, sahen sie es nicht ein, der Stadt zurück zu geben, was sie sich genommen hatten; die Freiheit, so zu sein wie sie es waren. Arm, aber glücklich. Und so leben sie heute noch weiter, ohne zu begreifen, dass ihre Ignoranz die Lebenswelten anderer beeinträchtigt. Und so leben sie noch heute weiter und taumeln umher, die neuen Besitzer. Sie scheitern tagtäglich an ihrem eigenen Glück, sie selbst zu sein. Hatten sie ihre Seelen gefunden? Um die Geschichte ihrer selbst hatten sie einen großen Bogen gemacht, um die Geschichte der Anderen einen noch Größeren und um das Jetzt und Heute wollten sie nicht mehr sehen. Sie hatten die Gespräche satt. Sie hatten schließlich selbst kaputte Familien hinter sich gelassen, kamen aus Aufsteigerfamilien mit zerplatzten Träumen und unerfüllbaren Erwartungen. Aber auch die Zugezogenen hatten ihr Recht, glücklich zu sein. Sie hatten nur geglaubt, dass sie die Stadt mit ihren Anwohnern hätten mit ihrer Bürgerlichkeit retten können, während sie vergessen hatten, dass sie erst sich selbst retten mussten. Und so wurde aus der einstigen Stadt, die “arm, aber sexy” war, nur noch ein langer, schwerer Atem. Denn das Geld, das die Anderen hier haben verdienen wollen, war ihr geringstes Problem. Die Stadt wollte ihren eigenen Pissgestank wieder. Ihr altes Wesen, ihre selbst erschaffene Realität und ihre glückseligen Fluchtwege. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie weiter, in der Hoffnung, zu bekommen, was sie suchen, Liebe, die sie nicht bereit waren, zu geben.

Es hört sich witzig an, aber ich bin kein Fan von Frankfurt. Das liegt daran, dass in dieser Stadt nur eines zählt, wenn es um menschlichen Umgang geht: Geld. Geld, und darauf folgt Status, geldbringende Berufe, und zuguterletzt Konsumgüter. In Frankfurt wird viel gekauft und konsumiert. Und dazu gehören auch Orte, die neben der Bleibe selbst sehr viel Geld herausfordern: Restaurants, Kulturangebote, Shoppinglocations von Douglas über Zara bis hin zu Prada und Co., aber auch das “normale Leben”, das sich eben dadurch auszeichnet wie sich Menschen einander vorstellen. Manieren hat in Frankfurt meist nur der, der Geld hat. Dass sich die Menschen da gerne mit jenen Menschen umgeben, die es haben, ist klar. Denn in Frankfurt kann nur kultiviert leben, wer Geld hat. Die Stadt selbst hat außer ihrem Fußball keine Kultur. Goethe lebt seit gefühlt tausenden Jahren nicht, und selbst Museen erwarten 12 Euro für einen Eintritt, obwohl es sich in Frankfurt keineswegs um New York oder London handelt, wo solche Preise doch locker und sicher gerechtfertigt sind. Die meisten Frankfurter selbst halten Frankfurt nicht aus. Der Frankfurter Flughafen ist 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die meisten Leute, die in Frankfurt wohnen, sind gar nicht da. In Frankfurt selbst sind häufig Menschen, die aus anderen Städten herkommen, oder eben aus dem Ausland zum Arbeiten in der Finanzbranche. Unter ihnen sind gewiss Menschen mit Humor und Kultur. Also lohnt es sich, zu erwähnen, dass man aus dem internationalen Frankfurt kommt, oder gar dort lebt und arbeitet. Dass das Bankensystem auch aus Frankfurt aus gesteuert wird, und dementsprechend Menschen anzieht, die für Geld und Status in diesen Segmenten der Bankenbranche auch arbeiten möchten, ist ebenso klar. Es scheint aber an Überhand zu nehmen, weshalb Menschen, die kein Geld haben, oder das, was es dazu braucht um als solches bezeichnet zu werden, abgewertet werden. Frankfurt ist insofern eine asoziale Stadt, als dass die Menschen keinen Wert auf menschliches Miteinander legen. Wert bedeutet hier Geld, Aktien, Designergüter, die zeigen, dass man es geschafft hat. Dass ausgerechnet hier, und in Hamburg – der einzigen Stadt, die das Geldhaben als Wichtigkeit übertrumpft, weil sie es wirklich hat (das Geld) – so viele Menschen auf der Straße leben und wie Dreck behandelt werden, ist kein Zufall. Aber das passiert eben, wenn Menschen nach Produkten fischen. Mein Cousin sagt, es mache Menschen blind, der Status und das Einkaufen. Und Recht hat er. Frankfurt ist reich an Geld, aber arm an Menschlichkeit. Hier gilt nicht “arm, aber sexy”, der Spruch, den der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit in die Welt raus gehauen hat und es mit der Hauptstadt cool machte, und keineswegs beschämend, kein Geld zu haben. In Berlin ist das Straßenleben daher auch besser ausgeprägt, dort herrscht Menschlichkeit, weshalb es gewiss die Menschen dort auch aushalten. In Frankfurt trifft dies nicht zu, aber auf die Nachbarstadt Offenbach. In der verhassten Schwesterstadt kommt es einmal mehr auf das Miteinander an, aber auch in der Nachbarsstadt fehlt es an Manieren im Alltagsleben. Aufstieg bedeutet in Frankfurt wiederum eben auch Kultiviertsein, denn das kann sich keiner leisten. In naheliegenden Dörfern oder gar Nachbarbundesländern wie Nordrhein-Westfahlen sieht das aber anders aus. Die Menschen dort haben Kultur, und das witzigerweise trotz der Tatsache, dass der Ruhrpott als ein Gebiet der Arbeiterklasse bekannt ist. Das mag Frankfurter nicht so Recht beeindrucken, denn in Deutschland gilt, aus der Arbeiterschicht zu kommen selbst als minderwertig. Dies mag auch erklären, warum Frankfurt als eine Stadt, die durch Aufstieg gekennzeichnet ist, Menschen anzieht, die raus wollen aus ihrer Arbeiterschicht. Dies gilt für Menschen mit Migrationshintergrund gleichermaßen wie für Menschen mit deutschem Hintergrund. Daraus resultiert dann der gewisser Anteil der herrschenden organisierten Kriminalität, des Drogenksonums, der Obdachlosigkeit und zuguterletzt des elitären Ellenbogenkampfes. Lebenswert ist das Leben in Frankfurt nicht. Nur wer Geld hat, genießt die Wahrnehmung. Jeder Andere ist nicht viel wert. In Städten wie New York oder London ist es genauso hart, sicherlich, aber das dürfte es für eine Stadt wie Frankfurt nicht selbstverständlicher machen, den Atzen raushängen zu lassen, und Menschen nach ihrem Äußeren, den Herstellern ihrer Kleidung und weiteren Gütern, die sie mit sich tragen, zu bewerten, und demnach, gut oder schlecht, zu behandeln. Nicht wer Geld hat, lebt und weiß, sich anderen gegenüber korrekt zu verhalten, menschlich, sondern der, der reich ist, an allem, doch nicht nur an Geld.