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Es lohnt sich immer, im Sommer einen Kurztrip nach Berlin zu machen. Auch wenn es dabei ein bisschen so ist, als würde man Lotto spielen. Denn der Berliner Sommer gleicht einem Mythos, das weiß jeder, der ihn erlebt hat. Die beste Zeit für die deutsche Hauptstadt ist der Frühling und der Herbst, aber wer es wagt, im Sommer die Stadt zu besuchen, könnte das Glück haben, ordentlich Sonne an der Spree genießen zu können oder in einer der etlichen Bars am Wasser unter freiem Himmel die Nacht durchzutanzen. Im schlimmsten Fall riskiert man tropisches Wetter mit einem ordentlichen Schuss Regen. Aber selbst das dürfte den Trip in eine Stadt wie dieser nicht verderben. Und der sonst so schmerzhafte Berliner Winter… Continue reading ›

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Im Sommer des Jahres 2015 besuchte ich zum ersten Mal das wundersame Viertel Balat in Fatih Istanbul. Es ist eines der alternativen, aber bunten Bezirke, die viel Geschichte in sich tragen und weiterhin dabei sind, sich sehr facettenreich zu entwickeln. Gerade auch das Kreativpublikum liebt den Bezirk.
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Der Name der Stadt verrät, wofür es sich herzukommen lohnt. Doch allein das Baden wie es einst Goethe tat, ist es nicht, sondern auch einmaliger Kaffee und Kuchen lassen sich genießen, und durch die Straßen der Altstadt schlendern.

Das Badehaus im Radisson Blue war einst so begehrt, dass sich 1917 Damen über den Ehevertrag versichern ließen, das Wochenende in Wiesbaden verbringen zu können. Damals wurde also nicht nur Wünsche und Erlaubnisse versichert, nein, Wiesbaden war ein begehrter Kurort. Auch Goethe verschlug es in das Badehaus Schwarzer Bock. Dort schrieb er während seines Aufenthalts im Jahr 1818 folgende Worte nieder: ,,Beim Baden sei die erste Pflicht, dass man sich nicht den Kopf zerbricht.“ Das Thermalbad Schwarzer Bock im Radisson Blue ist nur eines von vielen Bädern in Wiesbaden, die auch ohne Hotelbesuch zugänglich sind.

Ein weiterer Ort, der Wiesbaden durch seine lange Geschichte bereichert, ist das Café Maldaner. Es ist mit der Bebauung im Jahr 1859 nicht nur uralt, sondern auch das erste Café seiner Art, um genauer zu sein der Wiener Art in Wiesbaden. Das in der Marktstraße gelegene Wiener Café-Haus bietet Kuchen aus der hauseigenen Konditorei in einem wundervollen nostalgischen Ambiente. Die nebenliegenden Straßen und kleinen Gassen der Innenstadt laden zu weiterer Nostalgik ein, vor allem zu Zeiten des Weihnachtsmarktes.
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Seit meiner Geburt besuche ich Istanbul im Sommer. Wenn man in einer Millionenstadt wie dieser tagtäglich nicht nur unzähligen Fremden begegnet, sondern geliebten Menschen aus der Familie, fühlt man sich auch immer ein wenig wie zu Hause. Ich habe dennoch angefangen die Menschen in der Stadt für ihre eigene Kultur fern von Erzincan oder Darmstadt zu lieben, die Lebendigkeiten auf den Straßen, Geschichten und all‘ die anderen Süßigkeiten, die ich als Kind bekam. Mit der Zeit haben sich die Menschen und die Orte, die ich kennenlernen durfte, verändert. Dabei gibt es 10 geliebte Dinge, ohne die ich Istanbul nicht verlassen kann, und mit euch teilen möchte, für den Fall, dass es euch auch einmal in diese Stadt verschlägt.

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1. Die Fahrt mit dem Dolmuş
Dolmuş bedeutet „Gefüllt“, und genau so funktioniert der Minibus: er fährt erst los, wenn der Bus voll ist. Im Dolmuş zu sitzen, ist echt ein günstiger Spaß. Man hört oft witzige Gesprächsfetzen, oder sieht älteren Frauen dabei zu, wie sie High Five auf der Fahrt schlagen. Nicht nur also, weil es günstig ist, kann man gut auf das Taxi verzichten. Auch wenn man kein türkisch kann; es ist im Gegensatz zur -Ubahn und dem öffentlichen Bus sehr familiär, man erlebt die verschiedenen Menschen auf der Fahrt. Es hat in einer so protzigen Stadt etwas sehr angenehm Bodenständiges, und gleichzeitig sehr Alltägliches: unzählige Menschen nutzen den Dolmuş, um zur Arbeit, zur Familie oder zum Einkaufen zu fahren. Wie auf dem Bild zu sehen ist, bin ich gerade mit einem Blumenstrauss für ein wunderschönes Verlobungspaar auf dem Weg nach Tarabiya, eine der schönsten Fahrten entlang dem Meer, nachdem man das Businessviertel Levent hinter sich lässt.
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Während meines ersten Besuches in Prag, fuhr ich an den nur zwei Stunden entfernten Kurort Karlovy Vary. Auf die Idee kam ich per Zufall durch einen Film, dessen Ästhetik mich noch immer fasziniert. Als ich ursprünglich eine Reise nach Budapest plante, recherchierte ich nach der Vorlage des fiktiven Hotels aus dem Film „The Grand Budapest Hotel“, da ich davon ausging, es müsse in Budapest sein. Auf meiner Suche stieß ich jedoch zunächst auf eines in der Nähe Prags, das dem amerikanischen Regisseur Wes Anderson in seiner ästhetischen Gestaltung der Architektur diente: das Grandhotel Pupp im Kurort Karlovy Vary in der Tscheschichen Republik.

Nicht nur die Außenfassade, die vor den Wäldern ähnlich wie im Film hervorragt, ist seines Blickes wert: bereits im Café erhält man einen wunderbaren Einblick in den Stil der Räumlichkeiten und des Interieurs. Vor dem dreiteiligen Anwesen zu stehen, ist jedoch sättigend genug. Ich schließe noch immer in meinen Tagträumen die Augen, um vor mir das Grandhotel Pupp eingerahmt von der gewaltigen Natur zu sehen.

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In den Semesterferien verbrachte ich drei Tage über das Wochenende  in Zürich. Zürich ist sowohl in kultureller als auch wirtschaftlicher Hinsicht die wichtigste Stadt der Schweiz. Sie erinnert an Hamburg, und dennoch ist sie einzigartig. So spießig eine Stadt auf den ersten Blick wirken mag, so gegensätzlich ist die kleine Bewegung in ihr. Die Lebensqualität der Großverdiener gibt den Ton der Innenstadt an, doch genauso intensiv ist der verrückte Hauch des Dada präsent. Das erste, das ich in der Innenstadt bemerkte, war der Weg zur Zeitschrift “20 Minuten”; die in der ganzen Schweiz verteilt ist, um die Bürger über Mode zu informieren. Das Land hat anscheinend so viel Kapital, dass sie eine Lifestyle Zeitschrift herausbringt, die gar nicht mal so schlecht ist. In letzer Zeit habe sich aber die Werbung vermehrt wie mir meine Cousine aus Freiburg erklärte. Was die Mode betrifft, geben einige, wenn auch wenige Passanten dem deutschen Touristen das Gefühl, dass es sich um eine Weltstadt handelt. Ob der Hipster mit Bart oder all-in-black Triller – der Look ist definitiv gekonnter als in Berlin. Was die Mädchen betrifft, ist auch in Zürich der H&M-Look selbsverständlich sehr präsent, doch was die weiblicheren Mädchen anbgelangt: Extensions und lange Fingernägel wie ich sie in Deutschland nicht gesehn habe. Der Rest der Schweizer Bevölkerung in der Zürcher Innstadt ist gehoben konservativ gekleidet, doch die meist bunten Accessoires haben etwas hippiehaftes eben dadaisches. Und in der Bahnhofsstraße, der teuersten Einkaufsstraße Europas, kleidet man sich zwischen der wichtigsten Banken fein ohne so protzerisch zu sein wie man es von der Goethestraße kennt. Continue reading ›

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Die Competition zwischen den deutschen Städten Berlin und München habe ich bislang nur über Medien wie ZEITmagazin und Vice verfolgen können. Dazu reicht die Ähnlichkeit Rosenheims, die ich öfter wegen meiner Verwandten besuchte, nicht aus. Als ich vor knapp acht Wochen das erste Mal zum Oktoberfest in München war, konnte ich mir noch kein genaues Bild machen. Die letzten Tage, die ich in der süddeutschen Stadt verbrachte, haben mich aber nun über die Motive des Wettbewerbs aufgeklärt. Alternative vs. Spießigkeit. Durch die Armut Berlins verhielt sich die deutsche Hauptstadt tatsächlich in weiten Teilen bisher sehr statusfrei, gesellschaftsunabhängig und unbemüht. Dass das heute 2013 noch so ist, mag ich zu bezweifeln. Dass sie hässlich und dreckig ist, stimmt durch die Gentrifizierung auch nicht mehr ganz. Doch vergleicht man jenseits vom Prenzlauerberg die Spießigkeit Mittes, die sich gerade weil sie von der Berliner Subkultur hat inspirieren lassen, mit dem Rivalen, so steht fest: die Spießigkeit ist bei Weitem nicht so ausgesprägt. München, eine reiche Stadt, die Berlin finanziert, zeigt, was sie hat, was mich doch sehr an den Habitus Italiens erinnert. Läuft man die Maximilianstraße entlang bis zum Bayrischer Hof, wo dieses Bild im Spiegelsaal des Hotels entstanden ist, begegnet man unzähligen Designertüten, gespritzten Lippen und toten Tieren. Das Pendant hierzu ist selbstverständlich nicht Mitte, sondern Charlottenburg. Und dennoch zeigt letzterer Stadtteil mehr Stil und Klasse. Dafür ist München sehr viel herzlicher. Zwar ist es spießiger, aber wem ist aufrichtige Spießigkeit nicht lieber als gewollte Offenheit. Berlin ist spießiger als es das alte Image möchte, so sehr es dies auch bestreiten mag. Menschen jedoch, die von sich selbst mit Witz und Charme behaupten können, spießig zu sein, sind ja doch meist offener, als erwartet.  mehotel

München jedenfalls ist nicht zu Unrecht vielleicht die schönste Stadt Deutschlands. In jedem Fall bin ich von der Schönheit dieser Stadt begeistert, da ich nach Städten wie Köln, Hamburg, Frankfurt und Berlin niemals eine Schönheit dieser Art erwartet hätte. Dass Deutschland, dieses ach so triste Land so großen ästhetischen Geschmack in Architektur beweisen könnte, hätte ich niemals gedacht. Die Herzlichkeit ist nicht vergleichbar mit der Herzlichkeit der orientalischen Südländer, und dennoch hat diese Stadt im Vergleich zu Berlin Wärme zu bieten. Gerade auch das Dörfliche, das viele aus Bayern nach München bringen, hat etwas sehr angenehm Familiäres und Geborgenes. In dieser Stadt macht es jedoch keinen Spaß, arm zu sein. Den Preisen in Berlin kann auch im Jahre 2013 keiner etwas vormachen. Im Bayerischen Hof, das auf Wunsch von Ludwig I von Bayern 1839 erbaut wurde, jedenfalls ist jeder Cent für dieses wunderschöne barocke Ambiente wert. Der Pina Colada und Tee ist klasse, wie die Bedienung auch! Vom Barkeeper habe ich mir erzählen lassen, dass der Spiegelsaal mit genau einem Spiegel sogar den zweiten Weltkrieg überlebt hat. Es war die Nacht vom 24. auf den 25. April, als der bayerische Hof von einem Bombenangriff zerstört wurde. Hermann Volkhardt, dessen Vater das Hotel für 2,8 Mio Goldmarken erwarb, glaubte jedoch an den Wiederaufbau. Gekauft wurde vom Enkel Falk das Nebengebäude Palais Montgelas 1969, welches drei Jahre später zur Eröffnung der Olympischen Spiele eröffnet wurde. Heute wird das Hotel in vierter Generation von Innegrit Volkhardt geführt. Nach der Idee eines 10 Jahresplans der Komplementärin, gibt es seit 2005 auf dem Dach sogar ein Schwimmbad und einen Wellnessbereich, was ich selbst beim nächsten Besuch unbedingt noch erleben muss.