Güle, güle Istanbul – Willkommen im deutschen Land der Individualität und Freiheit

Güle, güle Istanbul – Willkommen im deutschen Land der Individualität und Freiheit

Als ich in der Türkei war, habe ich mich zugegebenermaßen sehr auf meine Rückkehr nach Deutschland gefreut. Weil mir ganz einfach vieles zu oberflächlich schien und mir kritische Unterhaltungen fehlten. Weil die Käsepackungen in Deutschland mit integriertem Aufschluss wie auch der alltägliche Verkehr dich nicht um dein Leben fürchten lassen. Ich habe meine Heimat aus Angst idealisiert. Jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, habe ich selbst herausfinden können, was meine eigenen Prioritäten sind: aufrichtiges, natürliches Gruppengefühl und Herzlichkeit beispielsweise. Dies kann die deutsche Gesellschaft nicht bieten. Daher bleibt nichts anderes übrig, als an einem Kreis mit jenem Charakter selbst zu arbeiten und zu finden. Dass ich dabei aber in Istanbul auf kritische Gedankenexkurse nicht verzichten muss, habe ich in den letzten Tagen in Gesprächen mit unzähligen Menschen gelernt. Schauspieler, Maler, Tänzer, Juristen, und und und.

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Wenn man zwischen zwei Kulturen aufwächst, kann man sich nirgends zur Ruhe setzen. Man ist ständig auf der Suche, die Gedanken kreisen sich Tag und Nacht. Wo gehöre ich hin? Wo kann ich mich niederlassen und beginnen, mein Leben zu leben? Für manch andere ist das kaum vorstellbar. Es ist wahrlich so, als würde ich ständig auf einen Lebensstatus hinarbeiten, der sich nicht um materialistische, äußerliche Merkmale bemüht, sondern schlicht eine innere Ruhe erwünscht. Gerade in Deutschland ist die Integrationsdebatte eine große Hürde im Leben vieler Menschen mit Migrationshintergrund. Statt zu leben, sind wir damit beschäftigt über das richtige Leben zu sprechen, nachzudenken und uns anzupassen.

In Istanbul ist das für mich persönlich anders. In den Augen meines Gegenübers bin ich eine Türkin, die aber in Deutschland, einem angesehenen Land geboren ist und deutsche Bildung genossen hat. Ja, ich muss zugeben, als Deutschtürkin genieße ich in der Türkei einen besonderen Umgang. Europa ist ein Label, das mich in ihren Augen wertvoller und interessanter erscheinen lässt. Anders als in Deutschland wird meine Vertrautheit mit einer anderen Kultur geschätzt, während Deutschland hingegen türkische Migranten noch immer als 2.klassige Menschen betrachtet.

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Istanbul, sinneserfüllte Tage

Istanbul, sinneserfüllte Tage

bild1Istanbul lehrt mich, das Leben mit all meinen Sinnen wahrzunehmen. So sehr ich das Internet auch schätze, so sehr ich auch die deutsche Mentalität schätze, in Deutschland mögen wir reich sein, und doch sind wir zu oft die ärmsten Menschen der Welt. Denn, ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht: wir sind einsam. Wir arbeiten, weil wir nichts haben. Das Geld, das wir verdienen, geben wir aus, irrsinnig wie wir sind, um die leeren Plätze zur Rechten und Linken mit vollen Tüten zu belegen. Was auch immer über soziale Netzwerke geteilt wird, geschieht meist, weil uns im echten Leben die Menschen fehlen, die wir uns zum Erleben wünschen. Ob ein Frühstück oder die Beteiligung an einer politischen Diskussion. Wir haben uns von dem entfremdet, was wir selbst sind: dem Menschsein. Dabei haben wir lange verlernt zu lieben, noch länger aber haben wir verlernt, zu genießen. Die Nächte sind leere Versprechungen, all die Kleider seelenlose Hüllen, das Internet der einzige Notausgang, um uns abzulenken, das Gefühl zu geben, Menschen und Gefühle ersetzen zu können. Uns ist kalt, aber es liegt nicht bloß am Wetter, es liegt an unserer Lebensführung. Was wir aber wollen, sind Menschen. Menschen mit Haltung, mit Kraft und Lebensenergie. Wir wollen Menschen riechen, sie etwas aus dem Herzen sagen hören, wir möchten ihnen aber auch zuhören. Ihren Geschmack möchten wir schmecken, ihre Bewegungen fühlen. Ob wir leer sind oder nicht, wir sind Denker. Was es bedeutet, das Leben zu genießen, haben wir bei all den Gedanken um das richtige Leben verlernt.

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Unsere Zeit verfliegt vor dem Monitor, dabei verlieren wir mit jeder Sekunde, jeder Stunde die Möglichkeit, unsere Sinne einzusetzen. Mag das Internet noch so sehr Kreatitivität fördern, uns informieren, den Austausch verleichtern, mit einem stillen Herz spüren wir nicht, dass wir existieren.

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Es gibt nichts Besseres, als einen lockeren Umgang mit der Zeit, den Menschen und dem eigenen Selbst zu pflegen. Was ich an der türkischen Kultur zum Ausgleich von einem Extrem zum anderen schätze, ist der leichte Umgang mit der Zeit. Wer die Zeit nicht zu ernst nimmt, braucht sich nicht vor der Zukunft fürchten. Wer seine Zeit zu verwerten weiß, statt sie zu planen, wird ihr niemals hinterher trauern. Was ich noch viel mehr schätze, ist der lockere Umgang mit Menschen. Die deutsche Gesellschaft ist unfassbar unterkühlt, distanziert und zu oft reserviert. Selten begegnen mir Menschen, die selbstbewusst eine lockere, coole Art haben, die sympathisch interessante Gespräche erlauben. All der negativen Eigenschaften Deutschland, die mein Newsfeed Facebooks spiegeln, möchte ich hier nicht begegnen. Und so werde ich auch die nächsten Tage das Internet vermeiden. Wo auch immer man sein mag, wenn man in seinen freien Tagen auf das Internet verzichten kann, so kann ich jedem nur empfehlen, soziale Netwerke zu umgehen, das Leben anderer Menschen nicht zu beobachten, sondern im Leben kennenzulernen und selbt ein Teil davon zu werden.

Selbst ich bin als „Deutschtürkin“ noch immer dabei, Gelassenheit und die Lust am Leben zu erlernen. Zu oft erwische ich mich selbst bei einem Spaziergang am Meer nachzudenken, statt zu genießen. Wir dürfen das neugierige, lebensfrohe Kind in uns nicht verhungern lassen. Keep curious, bitches!

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Istanbul, ach Istanbul

Istanbul, ach Istanbul

Es sind bereits sieben Monate seit meinem letzten Besuch in Istanbul vergangen. Um vor Semesterbeginn noch meine Schwester zu besuchen, habe ich spontan Sonntag meinen Flug gebucht. Als ich am Atatürk Flughafen ankam, fiel mir zunächst auf, wieviele Deutsche ebenfalls hergereist sind. Während früher viele nach Istanbul der Kultur wegen kam, sehe ich heute viele junge Touristen, die des „It-Faktors“ wegen eine Stadt besuchen, die sie ohne zu begreifen, wieder verlassen. Istanbul gilt bereits lange als Geheimtipp, aber da viele Menschen in Deuschland starke Vorurteile haben, sind es die wenigsten, die darüber informiert sind, was diese Stadt wirklich zu bieten hat.

Son Istanbul ziyarettim yedi ay önceydi. Okul baslamadan önce, Pazar günü ablami ziyaret etmek icin, ucus rezervasyonu yaptim. Atatürk Havaalanına geldiğimde, ne kadar cok Alman geldigini farkettim. Önceden Istanbul gelen Tourist, kültür icin gelirdi, bugünki genc ziyaretciler bu sehire Avrupada moda oldugu icin geliyorlar. İstanbul zaten yilardir en konusulan yerlerden biridir,ama Almanya’da cok önyargıları oldugu icin, bu şehir gerçekten neler sunabileceği farkında çok az kisi vardir.

Der alte Herr, den ich in Sisli traf, lebt seit 60 Jahren in seiner Geburtstadt Istanbul. Istanbul ist eines der schönsten Orte, verrät er mir. "Hier bist du frei." Deutsch spricht er auch, da er Verwandte in Braunschweig hat.
Der alte Herr, den ich in Sisli traf, lebt seit 60 Jahren in seiner Geburtstadt Istanbul. Istanbul ist eines der schönsten Orte, verrät er mir. „Hier bist du frei.“ Deutsch spricht er auch, da er Verwandte in Braunschweig hat. / Yasli begenfendi 60 yildir dogumsehirinde yasiyor. Istanbul dünyanin en güzel yerlerdenbiri. Neden sorunca „burada serbestsin“ diyor.

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Confiserie Orientale: Türkische Süßigkeiten in Berlin

Confiserie Orientale: Türkische Süßigkeiten in Berlin

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Die türkische Spezialität Lokum verfeinert mit Rosen und Pistazien

Eine Ottomane platziert im Salon des türkischen Cafès Confiserie Orientale in Berlin Mitte. Betritt man den feinen Laden in der Linienstraße neben der bekannten Bar Schwarzwaldstuben, taucht man ein in die süße vergangene Geschichte des osmanischen Reiches. Hochwertige türkische Köstlichkeiten wie sie von den orientalischen Machern selbst Lokum genannt werden, bietet Confiserie Orientale an. Das gelblich weiße Lokum, die Süßigkeit, die aus gelierter Stärke und Zucker entsteht, wird mit Marzipan, Rosen,  Früchten und Pistazien verfeinert.
Abgeleitet wird Lokma vom türkischen Wort „lokma“, was auf Deutsch mit „Happen, Bissen“ übersetzt werden kann. Wie ich selbst nachgelesen habe, heißt es vollständig „rahat-lokum“ „bequeme Häppchen“ und entstammt aus dem Arabischen von „rahat al-huqum“ was so viel wie „Vergnügen, Ruhe für den Gaumen“ bedeutet. In der türkischen Kultur wird Lokum oft zu Tee und verschiedenen Nüssen serviert.

Die Geschichte des Gründers Udi Cemil Bey 1883 in Istanbul

»WAS IST DER ZWECK DER SÜSSIGKEIT? Dass sie, nachdem man ihre Süsse genossen hat, nicht schwer im Magen liegt.«. Dies sind die Worte von Udi Cemil Bey, der im Jahre 1883 die Manufaktur Cemilzade in Istanbul gründete, welche noch heute Confiserie Orientale in Berlin mit seinen handgemachten Freuden beliefert. Bereits im Alter von 16 Jahren eröffnete Udi Cemil Bey im Statdteil Sehzadebasi im damaligen Osmanischen Reich einen Süßwarenladen, um die Familie nach dem Tod des Vaters zu versorgen. Für das handgemachte Marzipan, Lokum (türkischer Honig) und die Bonbons standen angereiste Kunden sogar Schlange. Es dauerte nicht lange, bis Udil Cemil Bey dafür selbst von den Franzosen dafür ausgezeichnet wurde. Doch Süßigkeiten waren nicht seine einzige Begabung. Bey war auch als Komponist und  Lautespieler(Udi) so bekannt, dass er mit 31 Jahren im Palastorchester angestellt die Tochter des damaligen Sultans Abdulmecit unterrichtete. Auch war er als Hafiz bekannt, der in der Lage ist, den Koran zu rezitieren.

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romantic places in Berlin and Istanbul(2): princess cheesecake in Berlin-Mitte

romantic places in Berlin and Istanbul(2): princess cheesecake in Berlin-Mitte

Summer nearly ended, but I want to share with you my favourite four places in Berlin and Istanbul, which I visited this summer. At all the princesses: don’t miss Princess Cheesecake in Berlin!

When I’m in Berlin, especially for Berlin Fashion Week, I love spending time and having a deilicious cheesecake at the Princess Cheesecake in Berlin-Mitte. The  cafe, that is in Tucholskystraße, offers guests the wonderful opportunity to enjoy the sweet treats out in a typical atmosphere of a lovely free side street in Berlin-Mitte observing people passing by and getting tickled by the ray of sunlight.

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meltem on the streets of Istanbul: a violett walk through the city

meltem on the streets of Istanbul: a violett walk through the city

When my mother was finished with my prom dress, yards of fabric remained. The beautiful violett silk fabric was too beautiful to lurk in any corner, so she made a long skirt out of it.

The weather and aesthetics of Istanbul is the perfect place to wear a skirt like this. Not to mention an unofficial dresscode. No woman likes wearing short pair of trousers or mini-skirts as long as everyone is watching very intrusive.

When I walked with my sister through different districts of Istanbul, she tried to catch the perfect picture of me in the skirt my mother made for me. It was hot, we were tired, so moderate pictures were captured at different places. But I want you to accompany me and my sister on the walk through the city on the third day of my vacation.

This is my one of my favourite streets of Istanbul. This street starts in Cihangir and leads you to Taksim meydani, called Taksim square, where Istikklal-Street starts.

There is no escape out of reality. A lot of tourists are walking and enjoying Istanbul, but surely lots of people have to work and make their effort. But even the shoeshine man has to dress up to catch attention and earn money.

At Taksimsquare we took the Metro to go to the district Besiktas to have breakfast in Ask Cafe, which I will introduce you tomorrow.

When we finished our breakfast, we walked along the ocean to see those beautiful so-called „yalis“, which are mostly made out of wooden and inspired by the architecture of ottoman empire and the airiness of summer. All Yalis are build at immediate waterside. It seems that these houses on the pictures were actually at the seaside but divorced by the street.

We ended at Lucca in Bebek to have some fresh home-made limonade juice, which I really can recommend.The interieur design of Lucca is also really great and makes you feel very comfortable. Bebek is chique but cool.

The next district we visited is Ortaköy. The slogan of Ortaköy is „sokakta hayat var“ which means „life is on the street“. Here you can have the wonderful Boncuk-braceltts for your friends.Unfortunately the beautiful mosque of Ortaköy will be refurbished at the moment.

The last place I want to share with you is the Dolmabahce palace. I visited it once in January 2011, so we decided to admire it from the outside.Walking around Dolmabahce makes you feel you are in the ottoman empire and the much better years after Atatürk changed politics in 1924. Walking from Besiktas to the Dolmabahce is better than taking a taxi, because in Istanbul nearly every hour means rush hour. And dont miss the police officer. He might be the coolest you have ever seen. Most confident and knowing how to show, what he thinks of himself.

To see more pictures of Dolmabahce, have a look at my other blog: http://musengefluester.wordpress.com/2011/12/11/istanbul/

romantic places in Berlin and Istanbul(1): Restaurant and bar 5.kat

romantic places in Berlin and Istanbul(1): Restaurant and bar 5.kat

Summer has ended in Berlin and Istanbul for me. But I want to share with you four beautiful places that I really enjoyed this summer.

Garden Eden

5.Kat, which means 5th floor, is in the district of Cihangir and you won’t find a place like this twice. The interieur design of the terrace is made with love for detail. The light filigree wooden furniture refined with plants and not to mention the wonderful view on the Bosporus makes this place to a Garden of Eden.

5.Kat offers Italian, French and Asian cuisine, but at the terrace you should enjoy the view in the morning or in the evening by having a brunch or a cocktail.

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