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“Pass auf, wen du liebst!, Pass auf, wen du liebst”, rappt UFO361. Der türkisch-stämmige Berliner Rapper aus Kreuzberg ist einer jener, die dem Deutschrap etwas Wasser gegossen haben. Dank ihm kam aus Capital Bra der raus, der heute da ist. “Power” so hieß der Song, der das Beste aus beiden Berlinern rausholte. Man könnte meinen, das ist Gangsterrap auf neuem Niveau, aber es ist mehr; sogar mehr als Reaktion auf die bestehende Konkurrenz der verschiedenen Städte innerhalb des Deutschrap, nämlich originales Berliner Lebensgefühl, wenn es darum geht durchzukämpfen, und genau mit jener Lebenshaltung können sich viele in ganz Deutschland identifizieren. UFO361, der zum “Wireless-“Festival in Frankfurt einen langen Auftritt auf der Deutschrap-Bühne hatte, sang leidenschaftlich sentimental, aber sichtlich auch depressiv von Erlebnissen und durchlebten Gefühlen. Autotune und Playback waren dabei, aber heutzutage: live rappen, wer kann das schon noch? Auch UFO361 gehört zu jenen Performern, die dem kommerziellen Rap gut tun. “Des is Schlager”, meint ein Vater, der seine Tochter begleitet hat, als gerade “Pass auf, wen du liebst!” laut ertönt und Hunderte mitsingen. UFO361 hat mit Rappern wie KC Rebell und Summer Cem deutsche Musik auf ein ganz neues Level gebracht. Mit der Attitüde ihrer Stadt, ihren Inspirationen aus der türkischen und deutschen Sprache, die vor allen Dingen erstere beherrschen wie Deutschasse, und zuletzt auch ihrer positiven Einstellung der Musik in Deutschland gegenüber haben sie die deutsche Musiklandschaft besonders im Rap verändert. KC Rebell & Summer Cem, die auch zusammen gearbeitet haben und Größen wie Farid Bang hinter sich haben, konnten die Musikfans des Deutschraps mitreißen, UFO361 aus Berlin hingegen konnte sich alleine weniger durchsetzen. Berlin ist nicht nur in Sachen Rap ausgestorben (Capital Bra macht jetzt nur noch Schlager), sondern auch schwierig in Sachen Vermarktung nach außerhalb. Schnulzig und gefühlvoll gut ist es dennoch, nur viel mehr im Sinne der Hörer, die auch die amerikanischen und zuguterletzt deutschen, guten Producer schätzen und feiern. (Deutsch-)Rap Made in Germany. Ein neuer Sound ist entstanden. Drogenkonsum im Sinne der Marihuana, Verticken und Einkaufen sind zwar dennoch Bestandteil der Themen, die Fans aber wissen es mit Humor zu nehmen. Und sonst grölen die Jungs nahezu, high wie sie sind, und erzählen dabei zwischen Herzschmerz und Augemachenden Brüdern von den ganz großen Emotionen, das bewegt und berührt zutiefst. Ähnlich wie im Schlager, mit guter Laune, nur jugendlicheren, und damit auch den besseren Beats. Ein jeder weiß sich damit zu identifzieren, was auch erklären würde, warum Deutschrap die kommerziell erfolgreichste Musik ist. Nur UFO361 muss einer noch aufmuntern. Den Respekt, den er verdient, hat er noch nicht so ganz bekommen. Sein Sprössling Data Luv übernimmt hoffentlich, und es entsteht bald wieder etwas besser gelaunter deutscher Rap, Schlager, nein, Rap, Schlager, ach egal, deutscher Rapschlager!

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