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Die Mercedes Benz Fashion Week, die kommenden Dienstag im Erika Heß Stadion in Wedding beginnt, wird eine entspannte Modewoche, davon bin ich überzeugt. Umso mehr freue ich mich, auf Designer konzentrieren zu können, die ich schon seit Längerem aus persönlichem Interesse verfolge. Deutsche Modemacher haben es nicht einfach in ihrem Beruf, gerade weil das Vorurteil über ihre Kultur besteht, für Mode weder Interesse noch Kompetenz zu haben. Dennoch bahnen sie sich ihren Weg, so schwer dieser auch sein mag. Keinen der Berliner Designer sehe ich auf dem höchst möglichen Niveau, doch manche von ihnen sind auf dem besten Weg dahin. Andere wiederum lassen sich feiern, obwohl sie nicht einmal so genau wissen, wo es lang geht. In den nächsten Tagen werde ich insbesondere auf die folgenden Designer ein Auge werfen:

dawid

Dawid Tomaszewski Metamorphosis nannte sich die Kollektion für SS 2013, die mich fesselte. Die transparente Seide schmückte dabei die Frau, und erhob sie gleichzeitig. Er definiert die Frau nicht per se durch ihr Aussehen. „Die Dawid Tomaszewski Frau ist eine starke und durchsetzungsfähige Person und versteht es, diese Eigenschaften in ihrer Kleidung reflektieren zu lassen.“ Seine bisherigen Winterkollektionen waren sind definitv sehr unspektakulär, während seine Entwürfe für den Sommer ganz im Kontrast stehen und mich bisher überzeugten. lena hoschek

Lena Hoschek ist die körperliche und naiv verführerische Weiblichkeit authentisch und einzigartig auf der Berliner Modewoche wie keine andere Designerin. Dass sie von dem Ideal, das sie vorstellt, überzeugt ist, sieht man an ihr selbst. Sie ist die Personifikation der Lena Hoschek Frau, und weiß es, sich dafür feiern zu lassen und zu inszenieren ganz im Stil der internationalen „Stardesigner“. Gerade weil die österreicherische Designerin so überzeugt in einer Stadt mit unzähligen Subkulturen ihre vorgezogene Weiblichkeit präsentiert, ziehe ich den Hut vor so viel Selbstbewusstein ab. Ganz zu schweigen von ihren süß schönen Entwürfen, so 50-er sie auch sein mögen! lala berlin

Lala Berlin inszeniert sich gerne als hippes Berliner Label, ist damit aber nicht das, was es vorgibt zu sein. Die Entwürfe, die stark an Zara, H&M und &other stories erinnern, sind schön und tragbar, jedoch weder authentisch noch innovativ. Was mich dennoch immer wieder gespannt auf die Kollektion warten lässt, ist die Präsentation und der Gedanke dahinter. Dass sich die Designerin Leyla Piedayseh bemüht, den Nerv der Zeit zu treffen bzw. manchmal sogar voraus zu sehen, und Trends zu setzen, ist nicht zu übersehen. Für mich ist die Kollektion daher aus soziologischer Sicht sehr spannend! roshi

Roshi Porkar, die den diesjährigen Chloé Preis desFestival International de Mode et de Photographie in Hyères erhielt, wird ihre erste Kollektion auf der Mercedes Benz Fashion Week zeigen. Wie viele der Hyéres Teilnehmer lässt sich auch die junge Designerin aus Wien in ihrer Kreativität vom Kommerz kaum einschränken. Gespannt warte ich auf eine Kollektion, die eine große Idee einer Künstlerin bewahrt. Sie ist die siebte Designerin, die von der Elle und Mercedes Benz Fashion Week im Rahmen der Nachwuchsföderung ihre Kollektion zeigt. Wie die letzten Designer u.A. Steven Tai, gehört auch sie zu jenen Designern, die mit ihrer eigenen Ästhetk die Berliner Modewoche deutlich aufwerten. augustin t

Augustin Teboul gehört zu den wenigen Designern, die ich tragen würde. Mögen manche Teile mir für meinen Geschmack zu düster und nahezu kitschig wirken, so verkörpern die meist in schwarz gehaltenen Entwürfe eine Ornamentalistik und Feingliedrigkeit ,die mich so sehr berührt, dass ich sie am liebsten auf der Haut tragen würde.  Bei Augustin Teboul befindet man sich in der Welt der zwei Köpfe hinter der Marke, das bekommt man zu spüren, stärker als vermutlich bei irgendeinem anderen Berliner Designer. Es ist keine kosmpolitische Sprache, es ist schon sehr Avantgarde Berlinerisch, und genau diese zur Kunst werdende Lokalität aus der Sicht der Künstlerinnen individualisiert und interpretiert gefällt mir sehr. Jedoch warte ich ihre Entwicklung ab, bevor ich sie in den höchsten Tönen lobe!vladimir

Vladimir Karaleev ist in meinen Augen nicht so vielversprechend wie viele Journalisten und Blogger meinen. Es ist viel mehr seine Person und das um ihn herum, seine eigene Inszenierung, die die Wahrnehmung seiner Kollektionen beeinflusst. Seine Kollektionen sind weder unglaublich innovativ noch künstlerisch begabt, doch sie sind tragbar und bestechen in ihrer materiellen Qualität. Dass sie aber gleichzeitig auch eine Weiterentwicklung der bereits bestehenden Trends ist muss ich an dieser Stelle auch bemerken, was ich sowohl positiv als auch negativ bewerte. Aber auch hier interessiert mich die Kollektion vor Allem aus soziologischer Weise, denn hinter der kommerziellen Mode Karaleevs steckt eine Idee, die eben inszeniert unsere Gesellschaft durch ihren zeitmäßigen Anspruch spiegelt. Dass die Show und die Models vor Allem eine hohe Qualität haben, steht außer Frage. Mag die Veranstaltung auch im Zelt stattfinden, das Publikum ist konzentriert bei der Sache so wie man es sich bei vielen anderen Shows auch wünschen würde. Mehr Fachpublikum als Laufkundschaft bitte! sissi

Sissi Goetze halte ich für vollkommen unterschätzt. Ihre Kollektionen haben einen hohen Wert durch gut ausgewählte Stoffe, ihre Kleidung wirkt intellektuell. Obwohl ihre Mode ausschließlich an den nordischen Mann gerichtet zu sein scheint, bin ich von dem Stil dieses Mannes begeistert! Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Sissi Goetze, wenn sie sich mehr öffnen würde für andere Bilder der Männlichkeit, wohlgemerkt ästhetische kulturell differenzierende, sich maßgeblich steigern würde, in ihrer Kreativität mehr austoben könnte. Auch wenn mir viele ihrer Entwürfe persönlich nicht gefallen, da sich ihre Kollektion meines Erachtens nach noch zu sehr nach dem richtet, was in der nordischen Jugendkultur als hip gilt, statt mit ihrem Auge für Ästhetik sich davon zu befreien und eine neue Ästhetik zu entwickeln, hoffe ich eben auf jene beschriebenen Entwicklungen.  hien le22

Hien Le ist aber mein eigentlicher Star, mein roher Diamant. Der so junge Designer ist wohl am gefestigtesten in seinem Stil. Da können sogar Augustin Teboul ihm nicht das Wasser reichen. Waren sie erst von der Farbe schwarz überzeugt, so nahmen sie doch Nude in ihrer letzten Kollektion auf. Aber hochgelobte Designer wie Lala Berlin und Vladimir Karaleev schwanken noch viel stärker in ihrem Stil. Hien Le jedenfalls weiß, was er sieht und die Sprache, die er spricht, ist fabelhaft! Denn seine erste eröffnende Show auf der Fashion Week Berlin geht mir nicht aus dem Kopf. Rote Seide in höchster Qualität, ein minimalistisch femininer Stil, Applaus! Und die Entwürfe der letzten Männerkollektion für kommenden Winter erst…

Marina Hoermanseder ist eine kreative Rarität auf der Fashion Week. Doch da sie erst ihre zweite Show präsentieren wird, bin auch ich sehr gespannt, ob sie sich selbst übertreffen wird oder doch vielleicht etwas Ähnliches zeigen wird. Die Idee, sich von der Orthopädie inspirieren zu lassen, zeugt von einem großen Repertoire! Ich sah darin die Verletzlichkeit des Frauenkörpers, auch wenn dies nicht der Gedanke der Designerin war. Mögen ihre Entwürfe auch den Fetisch verfolgen und ich mich womöglich in den wenisten ihrer Entwürfe sehen, so freue ich mich dennoch ganz besonders auf sie, da sie die Mode zur Kunst erhebt.

Außerdem freue ich mich über Irene Luft, Malaika Raiss, Holy Ghost und Perret Schaad. Und natürlich auf all jene, die ich unterschätze!

Bild: Marina Hoermanseder http://www.zimbio.com/pictures/TU8wkOR1qJt/Marina+Hoermanseder+Runway+Show

Bilder: meltem toprak, lenahoschek.de, lalaberlin.de, elle.de, augustinteboul.com, vladimirkaraleev.com, sissigoetze.com, hienle.com, marinahoermanseder.com

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