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Das Frankfurter MMK 2 zeigt zurzeit eine Auswahl der Entwürfe des internationalen Designers Kostas Murkudis. Nachdem er bereits Teile seiner Kollektionen dem Museum für Moderne Kunst übergab, und diese in vergangenen Ausstellungen gezeigt wurden, widmet die zweite Depandance in seinen wunderbaren Räumlichkeiten an der Taunusanlage mitten in Frankfurt dem Designer eine ganze Ausstellung. Bevor es also auf deutschen Laufstegen hochgradige Mode zu sehen gibt, scheint es viel mehr das Museum in Deutschland zu sein, das Vormachtsstellung mit Murkudis hat, Mode zur Kultur zu erheben. Und die Ausstellung wird dem gerecht. Manche Stücke sind durch ihre Aufarbeitung ein Meisterwerk, dem die Augen stundenlang folgen könnten. Ob die Objekte gefühlt werden dürfen, war mir unklar. Doch in mir wuchs die Sehnsucht, sie zu erfühlen. Gerade, wenn die Ausstellung Tuchfühlung heißt, ist die Verführung groß. Aber so versinkt man eben in der Vorstellung beim Anblick von Stoffen wie Bast. Ausgewählte Werke anderer Künstler verweilen derweil im Schatten. Denn die Exponate stehen nicht so recht im Dialog zu den Werken. Wie Murkudis der FAZ Ulf Lippitz im Interview erzählt, geht es dem Designer aber eher darum zu zeigen, “was in seinem Hirn passiert”, wenn er entwirft. Das Ausstellungsdesign bleibt schlicht und unaufgeregt. Dafür aber sind die skulptural aufgebauten Werke Murkudis raumgreifend, die verarbeiteten Stoffe Naht für Naht zu verfolgen und fesselnd zugleich. Im Interview lamentiert er zuletzt über den Status des Modemachers in Deutschland, der sei nämlich nichts anderes als ein Schwachkopf. Ins Museum hat er es dennoch geschafft, was so viel bedeutet wie, Mode wird in Deutschland vorerst nur als Kunst akzeptiert,und er selbst immerhin als Künstler!

Wenn man nicht gerade als Kunde in Boutiquen oder als Journalist in Showrooms Designerkleider bewundern darf, ist das Museum für den Besucher eines der wenigen Orte, an denen  besondere Entwürfe zu Gesicht zu bekommen sind. Bei einem Designer wie Kostas Murkudis ist das, was das MMK 2 dem Publikum bietet, eine Rarität. Da es hierzulande an öffentlichen Räumen für Mode fehlt, ist die Ausstellung in Frankfurt eine großartige Möglichkeit,  dem Interesse der Mode nachzgehen und sich damit auseinandersetzen zu können.

Es werden jedoch nicht nur seine Entwürfe bis Februar nächsten Jahres zu sehen sein, sondern er selbst auch in einem Talk mit der FAZ Journalistin Dr. Julia Voss im Dezember erlebbar, ein Gespräch, indem es sicherlich um Mode und Kunst gehen wird. Und mit einer Filmauswahl, die nun im deutschen Filmmuseum im August gezeigt wird, ist zu sehen, welche Bilder ihn in seinem Schaffen prägten. Gerade diese Form der Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Schaffen des Schöpfers ist unglaublich spannend und gelungen.

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