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Das Städel Museum lud Freitag zum „Queen of Minimal“ Abend, um die vier ausgestellten Werke der Künstlerin Hanne Darboven mit der französischen DJANE Chloé und der jungen deutschen Philharmonie zu feiern.

image-900x900Von der deutschen Künstlerin Hanne Darboven hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Besonders ihr ikonenhaftes Aussehen machte mich neugierig auf ihre Kunst. Bis vor ihrem Tod 2009 trug die Künstlerin ihr Haar nahezu kahl geschoren. Ihr Gesicht ernst und nachdenklich. Müde. Auf ihren letzten Bildern, die im Internet zu sehen sind, ist sie in maskulinen Anzügen zu sehen.

Da ich mit ihrer Kunst nicht im Mindesten vertraut war, interessierte mich vor allem der Vortrag Florentine Gallwas, die als Mitglied des Beistandes der gleichnamigen Stiftung aus Hamburg, in das Werk Darbovens einführte. Für Darboven sei die Abstraktion der Kunst Musik. In ihren Kunstwerken stellte sie Noten visuell dar. Vier davon sind im Metzler Foyer des Städels zu betrachten.

imageBevor sie die „totale Abstraktion“ entwarf, studierte die Künstlerin in Hamburg, in New York kam sie mit Minimal Kunst in Berührung. Entstanden ist „Kunst, die hörbar, aber nicht benutzbar“ sei trotz ihrer politischen Aussagen mit ihrer Kunst wie Gallwas betonte. Nach Unruhe, Krieg und Faschismus sei Darboven zufolge „Ruhe das höchste Anliegen, das du praktizieren kannst“.

Ihre Kunst ist in der Tat sehr abstrakt und schwer zugänglich wie ich finde und so war es mir nicht möglich, während des Abends diese zu erfassen. In ihren Werken sind Zahlenabläufe zu erkennen. Diese wurden jedoch auch in Musik umgewandelt. Entstanden sind 61 Opera.

Einen besseren Zugang hatte ich zu ihrer Arbeit als Komponistin. Zu hören waren Werke Darbovens neben denen der Komponisten Philip Glass, Henry Purcell oder Arvo Pärterst zwischen zwei Vorträgen, später im Neubau unter der Erde an verschiedenen Stationen aufgeführt von der jungen deutschen Philharmonie.

Der Professor Heiner Blum, Lehrender an der Hochschule für Gestaltung Offenburg und Mitgründer des Robert Johnsons, wurde geladen, um mit Dr. Martin Engler das Verhältnis zwischen klassischer und elektronischer Clubmusik herzustellen. Zu Beginn war Blum darum bemüht, ein großes Missverständnis der Musik geklärt. Minimal bedeute nicht selektiert und seelenlos, sondern sei auf das Nötigste reduziert die Seele bewahrend. Das ganze sei dann „funky“, die mathematisch reudzierte Musik. Wie im Robert Johnson etwa, wo die Musik durch die Audio-Anlage fühlbar sei und die Seeleentdeckt werden könne. Blum erwähnte neben Bach, dessen Einfluss auf die elektronische Musik nicht zu bestreiten sei, zwei weitere Namen. Da ich selbst mit jenem Genré nicht ganz so vertraut bin, haben diese mein Interesse geweckt. Leon Theremin habe durch das nach ihm benannte Musikinstrument Theremin im Grunde genommen den ersten Synthesizer erfunden. Luigi Russolu war es, der sich in seinem musikalischen Manifest „lárte dei rumori“ (Die Kunst der Geräusche) mit dem Sound der Großstadt, den Straßen und Maschinen auseinandersetzte.

Zugegeben erklärte ich Minimal Musik immer auf die selbige kritisierte Definition. Maschinengeräusche, seelenlos und technisiert. Ich versuche jedoch, diese Musik, die ich lediglich zum Tanzen höre, besser zu verstehen, eine tiefere Poesie zu entwickeln.

Besonders jene Anekdote hat mich bewegt: die schönste Musik, die er gehört habe, sei der Herzschlag seines ungeborenen Babys im Leibe seiner Frau. Die erste Musik, die jeder Mensch höre, sei ohnehin der Herzschlag der Mutter und 120bpm würden auch der Musik der französischen DJane Chloè entsprechen.

Das Gespräch mit Prof. Blum war leider zu kurz, und hätte spannender werden können, wenn der Moderator etwas mehr auf dieses spezielle Genre eingegangen wäre. Es war aber definitiv sehr lehrreich und eine sehr kreative Zusammensetzung. Wie Prof. Blum selbst beobachtete hat das Städel Museum drei verschiedene Welten zusammen gebracht, die so zuvor nicht gemeinsam dargestellt werden: Klassische Musik, Electro und den White Cube der Minimal Kunst.

Bevor die französische Electro DJane Chloé im Saal auflegte, bewegte die junge deutsche Philharmonie das Publikum, indem sie an Kompositionen der Künstlerin Hanne Darbovens und Musikern anknüpften. Chloé, die bereits in Pariser Museen auflegte, habe ich leider nicht mehr miterleben können. Doch insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die gut besucht war. Das Publikum war etwas älter, aber dennoch durchmischt. Etwas mehr junge oder sagen wir besser lockere Menschen hätte ich mir erhofft. Grund dafür könnte sein, dass nicht genug Werbung bei verschiedenen Zielgruppen gemacht wurde, oder aber der Eintritt in Höhe von 10 bzw. 12 Euro. Herr Prof. Blum, der bereits selbst die Veranstaltungsreihe Robert Johnson theory durchführt, war ein toller Gast. Eine DJane einzuladen hat man sich vermutlich von den französischen Kollegen abgeschaut, wenn das Publikum sich demnächst noch etwas auflockert, sehe ich in Frankfurter Museen (auch mit dem Mak, und der Schirn) große Hoffnung, kreative Abende, von denen es viel zu wenige in Frankfurt gibt, in der Bankenstadt einzuführen.

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Besonders bewgt hat mich die junge deutsche Philharmonie, die im Souterrain zwischen Werken von Neo Rauch, Yves Klein und Jonathan Meese zu hören war. Eine einmalige Erfahrung, die ich so noch nie zuvor in irgendeinem Museum erlebt habe.

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