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Zur Präsentation der SS 15 Kollektion lud Designerin Iris van Herpen vergangenen Dienstag auf die Dächer des Musee Centre Pompidou. Bekannt für ihren Hang zur Technik und räumlichen Dehnung des menschlichen Körpers, besuchte die niederländische Designerin zur Inspiration ihrer Entwürfe der “Magnetic “Motion” die Large Hadron Collider (Großer Hadronen-Speicherring) am CERN (Europäische Organisation für Kernforschung). Auch ihrer Sonderstellung als eine der wenigen Künstlerinnen der Pariser Modewoche wurde sie gerecht: zur Realisierung ihrer skulpturalen Modeentwürfe arbeitete sie mit dem kanadischen Architekten Philip Beesley und dem dänischen Künstler Jolan van der Wiel.

IMG_8864Das Radikale an ihrer Mode ist nicht nur die Erhebung zur Kunst sowie der Verschmelzung technischen Fortschritts, sondern die prägende Natur am weiblichen Körper. Nicht etwa, weil van Herpen wie viele der anderen Designer gängig klassisch traditionelle Motive wie das der Blumen nutzt wie es so oft in den vergangenen Wochen wenn nicht Jahren gezeigt wurde. Mit der Technik bringt sie den Menschen wieder zurück, zu dem, was er ist: zur Natur. Sowohl die Oberfläche der Tiere als auch physikalischer Gebilde der Natur zieren den Körper der Frauen. Iris van Herpen ist dafür bereit, den Körper weiter zu denken. Das Relief wird aus einem eindimensionalen zeitigen Gedanken zu einem futuristischen 3D Gewand. Interessant ist dabei, dass der ironischerweise so dürre Körper der Models durch die insektenartige Oberfläche sexuell aufgeladen, fast fetischisiert wird. Und trotz des künstlerischen Anspruchs verzichtet die Designerin nicht auf den Sex-Appeal in ihrer Kollektion. Denn Kunst und Mode schien lange den Sexiness-Charakter auszuschließen. Iris van Herpen hingegen zeigt ein tiefes Dekolléte, kurze Kleider, Cut-Outs. Zwischen transparenten Kleidern finden sich auch ausgeweitete oversize Schultern in Schwarz, sogar eine Jacke im Bomberstil. Natürlich keine einfache Bomberjacke, sondern eine dunkelblaue, stachelig und glänzend wie die mysteriösen, fast angsteinflößenden Insekten dieser Welt.

In Wasser gekleidet, ihr Gang so bemüht  leicht, ließ das Kleid zum Finale durchblicken. Als führe sie über das rote Meer, ihre Lieder so wässrig wie das Nichts um ihren Körper. Inge Gognard bemalte die Lieder mit einer transparenten Substanz von M.A.C. as Haar blieb offen verspielt, streng im Mittelscheitel wie der Beautylook bereits auch bei anderen Designern gezeigt wurde. Zu den ohnehin animalischen Kleidern trugen die Models igelartige High Heels ohne standfesten Absatz wie sie an den Meister Alexander McQueen erinnerten. Ihre Models liefen gut, waren vielfältig schön. Nachtdunkle Haut jedoch vermisste ich, da gerade ein durchsichtiges wässrig weißes Kleid intesiv gewirkt hätte.

IMG_8854IMG_8860IMG_8876IMG_8882IMG_8891IMG_8897Iris van Herpen zeigte erneut eine starke Kollektion, die von Kritikerin wie Suzy Menkes, Model Saskia de Brauw, und Schauspielerin Gwendoline Christie bewundert wurde.  Iris van Herpen schafft es, durch Betonungen auf den Körper der Frau ihre Stärke hervor zu heben. Mit ihrem besonderen Interesse an Wissenschaft, Natur und ihrer besonderen ästhethischen Note kreiert sie Kunstwerke für die Zukunft.

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