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IMG_2952IMG_2973Die erste Männershow, die ich in Paris erleben durfte, ist die der Linie Issey Miyake Men. Ist sie längst nicht mehr in den Händen des Gründers, zählt sie noch immer zu jenen besonders kreativen japanischen Designern, die ihre Mode in Paris zeigen. Für den kommenden Herbst wurde eine mutiger Business-Look präsentiert. Besonders aufgefallen sind die Plunderhosen kombiniert mit Hemden, deren Kragen streng den Hals umschließen, womit sie an die Uniformen der Kampfkünstler erinnerten, denke man beispielsweise an die Rüstung des Aikidos. Betrachtet man das „Geschäft“ als Territorium, dass auch zu einem Schlachtfeld mutieren kann, so ist der Kampfsport als Parallele zu verstehen. Der Bussiness-Man scheint der moderne Samurai-Kämpfer zu sein. Jenes rezipieren von Formen, deren Wurzeln noch erkennbar sind, längst in entfernten Traditionen liegen und in neuem westlichen Kontext gezeigt werden, gehören – solange es authentisch ist- zu jenen gelungenen Designs.

Die Hosen, genannt Hakama wie sie auch im Aikido getragen werden, sind gekennzeichnet durch Falten. Auf jene Falten griff Issey Miyake bereits 1989 mit „Pleats Please“ zurück. Innerhalb von vier Jahren verselbstständigte sich die Idee zu einer weiteren Linie. Wie der Name bereits verrät, sind es Falten, die diese Linie ausmachen, Plissés. Sie bestehen jedoch nicht aus Seide, sondern aus 100% Polyester, und bezeugen in ihrer Innovation durch ihre Haltbarkeit. Die Falten sind „permanent“, wodurch sie sogar nach der Waschmachine ihre Form behalten. Bevor sie in besonderer Technik verarbeitet werden, beträgt der Stoff das dreifache des Ergebnisses.

Bereits letztes Jahr waren im Museum Angewandte Kunst Frankfurt in der Ausstellung „Tokyo Art Directors Club“ jene Stoffe inszeniert als Eiscreme, oder Donut zu sehen, um nur wenige der vielen unfassbar kreativen Motive zu nennen. Für die Kampagne des 20-jährigen Jubiläums erhielt das Taku Satoh Design Office Inc. den ADC Members Award FY2013. Wenig später erschien das Buch zu Issey Miyake Pleats Please. Es zeigt nicht nur die Verarbeitung des Stoffes, sondern allem voran auch wie verschiedene Frauen in Asien ihn tragen. Eine beeindruckende Publikation im Hause des Taschen Verlags.

Die Tasche zu Pleats Please ziert nicht nur derzeit Plakate in Paris, sondern auch viele der asiatischen Besucher, die nach der Show in der Metro saßen, nachdem die Fondation Cartier pour l’Art Comtemporain verlassen wurde. Ein klares Museum mit Fensterfronten, hell beleuchtet, die Außenfassade bedeckt mit einer vertikalen Pflanzenwand des französischen Gartenkünstlers Patrick Blanc wie es auch sonst an vielen Gebäuden in der Hauptstadt zu sehen ist. Geleuchtet hat zuletzt nicht nur das Licht im Gebäude, sondern auch das Haar der Models. Streng zurückgegelt wurde das Haar mit überdimensionalen goldenen Klammern verziert. Einen natürlichen Afro gab es jedoch auch zu sehen. Nicht nur unterschiedliche Typen wurden gezeigt, ein Model war professioneller in Körperhaltung und Mimik als das andere. Eine Show wie man sich sie hätte nicht besser vorstellen können, kehre denn der Geschäftsmann in jenem Look zurück, der lediglich zur Abwehr seine Instrumente harmonsich einzusetzen versteht. Das in Gel erstarrte Haar jedenfalls dürfte durchaus in gelassen friedlicher Manier zurück kehren ohne verurteilt zu werden!

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