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Neulich entdeckte ich im Frankfurter Kaufhof, in dem ich hin und wieder meinen Blick im schönen Erdgeschoss über gut ausgewählte Accessoires und Beauty-Produkte schweifen lasse, eine Marke, die längst aus meinem Fokus geraten war: Wolford. Bekannt waren mir vor allem die Strumpfhosen der hochwertigen Marke mit dem schlichten schwarz-weiß Logo.

Mein Blick jedoch blieb nicht an den Strumpfhosen hängen, die selbst Beyoncé auf der Bühne trägt, sondern an wunderschön klassisch stilvollen Rollkragenpullover – und kleider. Durch den elastischen Polysteranteil war mir beim Betrachten bereits klar, dass diese Teile sehr eng am Körper anliegen müssen. Sie erinnerten mich an den Stil von Kim Kardashian, die mit ihrer neuen Sexiness die Modewelt aufrüttelt. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass die von Kim Kardashian kombinierten Teile wie sie auf Instagram zu sehen sind genau von dieser Marke sind: Wolford aus dem österreichischen Bregenz. 

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Kim Kardashian & die weibliche Körperbetonung

Nach dem Size Zero Trend, der lange Jahre auch das Schönheitsideal der Modewelt beherrschte, entwickelt sich zurzeit eine Gegenbewegung: nicht nur die Etablierung der Plus-Size Models steht auf der Agenda, allem voran geht es darum, den Frauenkörper in seiner Vielfältigkeit auch in der Medienwelt gespielt zu sehen. Denn haben weder alle Frauen dünne, lange Beine, noch sind sie alle zusätzlich kurvig wie es die Victoria Secret Models darstellen: jeder weibliche Körper ist individuell, und mittendrin steht Kim Kardashian mit einer Größe von 1,59 cm und einem üppigen Busen und Hintern. Ihre Beine sind kurz, ihre Taille schmal, der Bauch flach. Und dabei tritt sie mit der größten Selbstsicherheit in Paris auf ohne sich darüber Gedanken zu machen, als “billig” oder “zu sexy” wahrgenommen werden zu können. Mag man ihre Person ablehnen oder nicht, ihr Aufreten hat Präsenz. Marken wie Gucci oder Dolce & Gabbana haben es schwierig, ihre traditionell italienische Sexiness populär zu machen, gefragt ist sie derzeit sehr viel mehr von Häusern wie Balmain, die auf das Schönheitsieal der Kim Kardashian aus den USA reagieren. 

Wolford ist dabei eine Marke, die wie keine andere den Körper einer selbstbewussten Frau zu betonen weiß. Bei so einer extremen Betonung auf die weibliche Silhouette fallen alle weiteren Auffälligkeiten weg: weder florale Muster, noch außergewöhnlichen Schnitte oder Farben. Es bleibt klassisch, und schlicht, aber extrem sexy. Wer sich für den Alltag dafür entscheidet, muss das nötige Selbbstbewusstsein mitbringen, denn alles ist sichtbar.

Es ist daher kein Zufall, dass Kanye West als Stylist seiner Gattin ausgerechnet Wolford zum Bestandteil der Garderobe macht. Mag Kim für viele als stillos gelten, oder der Marke Wolford nicht würdig sein: die Kombination der Wolford Teile ist gelungen, ihr Stil bringt die aus der Mode gekommene Sexiness zurück. Wer sie aus ihren Zeiten an der Seite von Paris kennt, weiß, wie sich das Mädchen aus L.A. einst kleidete. Heute trägt sie Designer wie Givenchy, und wird mit qualitativ hochwertigeren Stoffen bestückt ohne dabei auf eine attraktive Wirkung verzichten zu müssen. Kanye West hat ihr einen Hauch Klasse verpasst! Stil setzt eben ein gewisses Wissen voraus. Und gerade an einem Paradebeispiel wie diesem Reality-Star geht hervor, dass durch die Fähigkeit anderer, in diesem Fall Kanye West und Riccardo Tisci, die Wirkung eines Menschen verändert werden kann. So sophisticated sie also aussehen möchte, so wenig gelingt es ihr allein. Die Kennerschaft ihres Partners über Wolford ist ihr für diesen sophisticated Look im Rollkragenpullover als sexy, aber bewusste Frau eine Hilfe.  Aus dem Interview mit Style.com im Rahmen der zur New York Fashion Week gelaunchten Kollektion mit Adidas geht hervor, dass Wolford-Teile  von Kanye selbst für Kim umgeschneidert wurden. Der Stoff liegt so eng an der Haut, dass er bekleidet dennoch nackt wird. Doch werden dabei nicht alle Merkmale des Körpers offen gelegt, lediglich die Silhouette betont, der Körper mit weißem Stoff bemalt. Für eine Frau, die lediglich Stoff über den Körper legen möchte, um nicht nackt zu sein, aber einen gewissen Anreiz von Nackheit vorzugeben, die perfekte Wahl.

Auch die sexy Strumpfhosen Wolfords dienen dem Reiz. Es scheint, Kanye West hat sich auch bei der Kollekton für Adidas von der Unterwäsche seiner Frau inspirieren lassen. Erst vor einem Monat präsentierte die Marke zum 65jährigen Bestehen die neue Kollektion der Strumpfware.

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Fotographenelite der Kultmarke: Helmut Newton, Mario Testino & Cuneyt Akeroglu 

Auch wenn derzeit in Deutschland die internationale Marke Wolford (noch) nicht wieder im Gespräch ist, mit Strumpfhosen, von denen sich Kanye West vermutlich hat inspirieren lassen, wurde Wolford in den 90-er zum Kult und arbeitet seitdem mit namhaften Fotographen. Helmut Newton schoss ikonenhafte Bilder, die Frauen in surreal anziehenden Szenen zeigen. Es hätte sich damals gelohnt, Strumpfhosen nur der Verpackung wegen zu kaufen. Zu sehen sind seine Bilder heute noch immer in der Helmut Newton Foundation in Berlin. In Deutschland ist er eine Legende. Denn nicht nur seine Bilder bleiben für immer in Erinnerung, auch seine Geschichte ist ergreifend und berührend zugleich. War der Fotograph 1920 in Berlin als Sohn einer jüdischen Knopffabrikantenafmile geboren, so musste er durch den aufkommenden Nationalsozialismus im Alter von 18 Jahren aus Deutschland flüchten. Erst landete er in Singapur, später in Australien, wo er für die Vogue arbeitete, um in den 70-ern zu den bestbezahltesten Fotographen zu werden. Der deutsch-australische Fotograph setzte in seinem prägenden Stil der Erotik und Sexiness Frauen kämpferisch in Szene. Ihre Reize waren ihre Waffe, dabei waren sie atemberaubend gefährlich wie auch hier in der Werbekampagne für Wolford.

Ein anderer geliebter Fotograph ist Mario Testino. Seine Bilder sind zwar weniger ikonenhaft, doch entsprechen sie der sehr viel glamouröseren Ästhetik von heute. Für seine derzeitige Ausstellung “In your Face” in Berlin, kam der Fotograph mit peruanischen Wurzeln zur Fashion Week im Januar in die Hauptstadt. Dort traf ich ihn zur Konferenz des ZEITmagazins, und es wird einem schnell klar, wofür sie ihn alle lieben: er hat eine großartig charmante Art, seine südamerikanische herzlich und lockere Art erwärmte das steife Publikum im Nu. Er gehört zu jenen Männern, von denen man als schön und anziehend empfunden möchte, wenn man vor ihm steht. Das muss der Zauber seiner Bilder: selbst ein Topmodel wie Gisele Bündchen sieht auf Bildern nur so sexy aus wie ihn der Fotograph betrachtet. Und so wirkt das Model in der Kampagne wie es sich manch eine traditionelle Frau zu wünschen mag: anziehend in ihrer Bewegung, ihrem Körper. Die neueste Kollektion wurde von einem weiteren Fotographen gemacht, der zu meinen Lieblingen gehört: Cüneyt Akeroglu. Für die türkische Vogue bewies er im vergangenen Jahr wie gut er sein Handwerk beherrscht: wunderschöne Bilder des Topmodels Doutzen Kroes als antike Göttin sind entstanden. Für die 2015 Kollektion Wolford sind klassich schöne Bilder einer ebenfalls schönen Blondine gemacht worden, die neben Strumpfhosen auch Unterwäsche vorführt.  Für die Onlineseite bleibt zu wünschen, dass diese Bilder dort bald zu sehen sind. Denn die Models und Bilder zeigen im Online-Shop leider nicht wie schön und stylisch die Teile kombiniert werden können, der Stil der Bilder spiegelt auch nicht das Image der Marke Wolford. Doch sie an einer kurvigen Frau wie Kim K. zu sehen, zeigt, wie gut englandliegende bedeckende Stoffe am Körper aussehen können. Ich jedenfalls möchte mehr Mode von der Marke sehen. Auf meinem Blog wird es aber bereits in Zukunft öfter Teile der Marke Wolford kombiniert zu sehen geben.

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