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oberNicht jeder Tag ist Anlass, um sich in Schale zu werfen. Ein wertvolles Spitzentop wie dieses, dass sich vor 20 Jahren meine Mutter genäht hat wie der seidige Christian Dior Faltenrock aus den 70-ern, den ich bei Ebay für 20 Euro ersteigert habe, sind keine Stücke, die jeden Tag ausgeführt werden dürfen. Aber das Gefühl, das uns ein tolles Kleidungsstück verleiht, können wir nicht verleugnen. Für den einen ist es kein Seidenrock, sondern eine rockige Jeans. Für den anderen ist keine rockige Jeans, sondern eine Stoffhose oder ein Minirock. Was für einen Geschmack wir auch immer haben, die Mühe, sich Zeit für die Kleiderwahl zu nehmen, lohnt sich. Vor Allem im grauen Winter, wie wir ihn jedes Jahr in Deutschland erleben! Ich selbst muss mich morgens als Studentin auch oft zwingen, aber ich tue es immer öfter aus Überzeugung! Denn wenn wir Kleider tragen, die wir toll finden, fühlen wir uns auch gut. Dass wir jemanden, der uns gefällt, damit beeindrucken können, ist eine Sache. Eine viel wichtigere Sache aber ist, dass wir oberflächlich werden und es keine größere Freude gibt, als die Oberflächlichkeit! ober2Lang lebe die Oberflächlichkeit! Der Winter ist eine Zeit, in der man noch mehr nachdenkt. Alles wird in Frage, das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir fragen uns: hat das alles überhaupt noch einen Sinn? Es wird früher dunkel, zu kalt, um das Haus zu verlassen. Wir spüren den Körper, die Wärme, die wir benötigen nicht mehr. Der Himmel wird grau, unsere Gesichter und Kleider leider auch. Dabei ist das größte Glück an einem deprimierenden Tag die Oberflächlichkeit! Statt sich über die Kälte zu ärgern, kann man sich über den tollen Pullover freuen, wie Miranda Kerr so schön in einem Interview formulierte. Wenn man sich mit Kleider beschäftigt, vergisst man all seine Sorgen. Es ist ein wunderbares Gefühl, das wir zum Ausgleich brauchen. Unser Kopf wird leer, wir erfreuen uns an den Farben, wenn wir in den Spiegel betrachten, und an Komplimenten, wenn wir uns mit unseren Freunden treffen. Bei all den Gedanken, die uns im Winter beschäftigen und belasten, kann ein Lieblingskleidungsstück am frühen Morgen uns den ganzen Tag versüßen. Warum muss man immer in diesem Land so tiefsinnig sein? Warum lästert man so gerne über Leute, überwiegend Frauen, indem man sagt “die ist so oberflächlich” statt es selbst einfach auszuprobieren. Ja! Kleider kaufen, sehen, was einem selbst steht, sich pflegen, mit dem einen Körper befassen, gesund ernähren, aber auch an andere Komplimente verteilen. Und seit wann ist Oberflächlichkeit der Gegensatz von Tiefsinn? In wahren Freundschaften ist Oberflächlichkeit natürlich etwas, das wir nicht erleben wollen. Aber im Alltag? Um den Alltag zu erleichtern ist Oberflächlichkeit in Maßen die beste Lösung!

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