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Chic Goes Wild Campaign Image 2 - copyright Marcel LennartzIm Frühjahr erblüht unser Herz begleitet von dem Duft der Natur umgeben von ihrer farbenprächtigen Schönheit. Temperaturen erlauben das Spiel mit der Kleidung. Wo kann die Garderobe für die schönste Jahreszeit am angenehmsten erweitert werden? Jenseits des Internets sind es Boutiquen, die unseren Sinnen etwas bieten.

Chic Outlet Shopping hat für die Frühjahrskampagne „Chic Goes Wild!“ mit nationaler und internationaler Expertise gearbeitet, um uns den Frühling auch in den Villages beim Einkaufen nicht missen lassen zu müssen. Eine Blüteninstallation des derzeit gefragtesten Floristen der Modewelt, der unter Anderem für Dior und Jil Sander die Bühne dekorierte, schmückt die Villages in ganz Europa. Neben den eigens entworfenen Kreationen von Marc Colle, die bis zum 30. April zu bewndern sind, ist es die Berliner Manufaktur Frau Tonis Parfum, die zurzeit exklusiv den limitierten unisex Duft bietet.

Den passenden Duft für die Villages in Wertheim und Ingolstadt kreierte Stefanie Hanssen mit ihrem Team. In der Nähe von München traf ich die Gründerin mit ihrem Duftexperten Sean Dunn für ein Gespräch über die Stilikone Frau Tonis, den Duft Berlins und den Weg, den eigenen Geruchssinn zu verfeinern.    

Sean Dunn, Stefanie Hanssen (Frau Tonis Parfum)_1

 Pure Chic Parfum. Wie würden Sie den Duft beschreiben?

Sean Dunn:  Zur Blumenstrecke hat der passende Frühlingsduft eine zytrische Noten kombiniert mit Holznoten, um eine waldige Assoziation zu wecken, und mit dem grünen Apfel eine geballte fruchtige Frische reinzubringen. Maritime Noten erinnern entfernt an den frostigen Winter. Das Frühlingserwachen, das erste Sprießen des Grüns sollte in den Duft gebannt werden.

Stefanie Hanssen: Weicher Moschus und sanfte Hyazinthe runden diesen frisch-fruchtigen Duft ab. Hinzu treten sanftes, ätherisches Zedernholz, die Schärfen des Rosa Pfeffers und des Vetivers. Im Hintergrund rauschen frische maritime Noten, die diesem Parfum seinen extravaganten und unvergesslichen Charakter verleihen.

Im normalen Alltag wird der Geruchssinn in Deutschland kaum noch benutzt. Gibt es bestimmte Orte, die sie gerne aus Leidenschaft besuchen? 

Stefanie Hanssen: In Berlin definitiv. Ich mag sehr gerne waldige Gegenden, Biergärten, die mit vielen Lindenbäumen umgeben sind. Ich mag die Linde überhaupt sehr gerne. Es ist der typische Baum, der Berlin prägt. Daher gibt es in unserer Manufaktur den Duft „Linde Berlin“, der einer meiner Lieblingsdüfte ist, den ich so sehr mit der Stadt verbinde.

Sean Dunn: Ich mag auch einfach ganz banale Dinge. Den Duft in Wäschereien mag ich wegen der Frische. Da ich im Süden von Berlin wohne, mag ich auch gerne türkische und arabische Supermärkte. Denn dort gibt es ganz andere Gerüche, die es sonst in deutschen Supermärkten nicht gibt. Wenn ich im Urlaub bin, ist es interessant zu schauen, wie Supermärkte an anderen Orten riechen. Allein Waschmittel unterscheiden sich von Italien zu Deutschland. Genauso spiegeln sich auch die Vorlieben bestimmter Düfte verschiedener Nationalitäten. Frische Düfte sind eben in Deutschland sehr beliebt.

Auch Chic Outlet Parfum sollte bewusst nicht opulent sein. Ist der Geschmack also minimalistischer?  

Sean Dunn: Ja, das würde ich schon sagen. Der deutsche Geschmack geht schon eher in Richtung Minimalismus und Frische. Was Parfums angeht, dürfen es eher zytrische Noten sein als schwerer Moschus.

In Indien werden wohl gerne Parfums, die in Europa für Frauen kreiert wurden, von Männern benutzt. Gibt es in Deutschland bei Frauen und Männern Unterschiede?  

Stefanie Hanssen: Mir fällt spontan ein Duft ein, den wir im Portfolio haben. Das ist der Duft „von Tulpe“. Es handelt sich dabei um das Grün des Tulpenstraußes. Dieser Duft, der sehr feminin wirkt, wird aber unglaublich oft von italienischen Männern gekauft. Wir fanden es eine lange Zeit sehr rätselhaft. Wir haben uns mit der Mentalität auseinander gesetzt und haben festgestellt, dass dieser Tulpenduft tatsächlich an die Mama erinnert und offensichtlich der Duft entweder für die Mama gekauft wird oder in Erinnerung an sie. Plötzlich hat das Parfum olfaktorisch eine ganz andere Bedeutung, wenn man sich dieser Erinnerung nähert.

Sean Dunn: Wir versuchen auch nicht strikt zu trennen zwischen Männer und Frauendüften. Es ist immer eine Geschmackssache. Wenn einem der Duft gefällt, soll man ihn gerne tragen. Wir halten die Trennung von Männer und Frauendüften für künstlich. Natürlich gibt es aber gewisse Tendenzen. Gerade bei Kunden aus der arabischen Welt werden Düfte genommen, die sehr opulent und blumig sind, die wir hier aber nie an Männer verkaufen würden.

Jeder Mensch hat einen Eigengeruch. Aus welchem Grund empfehlen sie dem Menschen dennoch ein Parfum?

 Sean Dunn: Wir versuchen immer Geschichten zu erzählen mit unseren Parfums. Es soll auf gar keinen Fall den eigenen Schweiß oder Körperduft bedecken. Es sind Inspirationen, die wir aus verschiedenen Situationen geschöpft haben. Die Geschichten werden angenommen von verschiedenen Personen oder auch nicht. Es soll den eigenen Geruch nicht verdecken, sondern im Idealfall mit dem eigenen Körperduft harmonieren und einen neuen Aspekt mitreinbringen. Gerade weil Düfte an jedem anders riechen. Es ist immer interessant zu sehen, wie sich ein Duft bei jemand anderem entwickelt.

Stefanie Hanssen: Duft als Inspiration ist unsere Philosophie. Wir waren es um ehrlich zu sein leid, Duft als Paarungshilfe zu sehen, was viele Marken machen. In der Werbung sieht man in der Regel unglaublich attraktive Menschen, die den Duft wie den heiligen Gral vor sich hertragen, die fast unbekleidet sind und damit viel erotischer wirken. Das wollten wir vermeiden. Unser Duft konzentriert sich auf das Wesentliche und dient im besten Fall zur Inspiration. Der Duft Pure Orange hilft mir allein durch den Berliner Winter zu kommen. Der Himmel ist sehr grau, sehr tief. Das ist ein Duft, der mich euphorisiert und mir ein besseres Gefühl gibt. Er macht mich, wacher, fitter und glücklicher. Das ist das Wesentliche, worauf es uns ankommt.

Sie selbst verzichten damit auch auf Models mit Image.

Ja, darauf verzichten wir.

Gibt es denn aber Menschen, die sie bewundern, für die sie gerne mal einen Duft kreieren würden oder sich vorstellen wonach sie riechen?

Stefanie Hanssen: Wenn dann überhaupt meine Großmutter, der dieses Geschäft gewidmet ist. Meine Großmutter heißt Toni Louise. Sie ist jetzt 85 Jahre alt. Ich bin eher bei meiner Großmutter aufgewachsen als meiner Mutter. Meine Mutter hat sehr viel gearbeitet, und meine Großmutter ist eben für mich Inspiration und die Frau, der ich viel zu verdanken habe. Sie ist die Frau, die mich großgezogen und geliebt hat und noch heute meine Stilikone ist. Wenn, dann für sie. Allerdings gibt es diesen Duft bei uns schon. Das ist der Duft der Rose. Mit Rose und Eukalyptus ist es ein sehr frischer Duft. Das ist die einzige Person, die mir auf Anhieb einfällt.

Sean Dunn. Mir fällt keine Person spontan ein. Ich versuche es immer an Bildern und Situationen fest zu halten als Personen.

 Sie führen den Duft der „Marlene Dietrich“. Wie riecht dieser?

 Ja, bei uns gibt es den Duft, den Marlene Dietrisch in den späten 20er Jahren getragen hat. Das ist das reine Veilchen. Das ist ein sehr exzentrischer Duft, ein unglaublich intensiver.

Es ist ein lauter Veilchen-Duft, der keineswegs an dörfisches kleines Blümchen erinnert, sondern sehr städtisch und laut ist. Mit leichten Himbeernoten und Nagelackakzenten spiegelt er den Charakter der Frau Marlene Dietrich wieder. Er wird wie ein Puderraum, indem man sich schick macht für den nächsten Auftritt. Es hat etwas sehr Theatralisches und Opulentes. Er ist heutzutage nicht sehr beliebt, aber die eine oder andere Kundin findet damit genau das, was sie gesucht hat. Ein Duft, der keine Kompromisse macht.

Gerade in Charlottenburg heute spürt man noch das Berliner der 20-er. Wie würden Sie diesen Bezirk mit dem Duft beschreiben?

 Stefanie Hanssen: Das wieder belebte Charlottenburg im Sinne des wieder erstarkten Westberlin, was eben durch viele Geschäfte, Bauten, Situationen sich wieder entwickelt hat eher einen jungen, dynamischen Duft. Der alte Westen Berlins war mal sehr lange, sehr verschlafen. Es war langweilig und einfach traurig über den Ku`Damm zu gehen. Ich würde ihn als Aufbuchstimmung beschreiben, und ich glaube auch, dass er was Junges, Frisches, Dynamisches mittlerweile hat.

Wie würden Sie Kreuzberg beschreiben?

Sean Dunn: Auf jeden Fall würziger. lacht Schon ein bisschen mehr Moschus. Es wird auch etwas sinnlicher und dunkler als Charlottenburg.

Und Mitte riecht nach…

Stefanie Hanssen: dem jungen, hippen, trendy…

Sean Dunn: aber auch nach Linde.

Ja nach Linde muss es Richtung Friedrichstraße riechen, wo auch am Checkpoint Charlie Frau Tonis ist. 

Genau.

Wenn man zu ihnen kommt, darf man Düfte selbst kreieren lassen. Wie können Kunden den passenden Duft für sich finden?

Sean Dunn: Im Laden haben wir verschiedene Apothekerflakons aufgebaut, die ermöglichen den Eigenduft wahrzunehmen. Wir empfehlen immer, eine Runde zu drehen, an allen Düften zu riechen und sich einen Überblick zu verschaffen, und sich zu entscheiden, in welche Richtung man gehen möchte. Die Eigenkreationen sind im Grunde genommen Hilfestellungen. Falls ein Duft besonders hervor sticht, aber etwas hinzugefügt werden möchte wie beispielsweise bei zytrischen Düften oft eine dunklere, würzigere Note, machen wir das meist mit den Kolben, und tragen es auf die Haut auf, und sehen wie es sich auf der Haut des Kunden entwickelt. Es muss nicht immer eine Eigenkomposition sein, manchmal ist auch unter den 30 Düften der Duft dabei, nach dem gesucht wurde.

Wie sind Sie zu ihrem Beruf gekommen?

Sean Dunn: Zufällig. Vor zwei Jahren bin ich zu Frau Tonis Parfum gekommen mit einer gewissen Affinität und Interesse an Olfaktorik. Dort habe ich es dann gelernt. Zwei Experten waren bereits dort, die mich unterrichtet haben. Wir arbeiten auch mit einem Parfumeur zusammen. Wir sind auch eigentlich alle Quereinsteiger, Autodidakten, die eine gewisse Leidenschaft für Manufakturprodukte haben.

Wie kann man im Alltag selbst seine Sinne verfeiern, die Nase sensibilisieren?

Sean Dunn: Beim Essen fängt es eigentlich schon an. Man kann versuchen, raus zu schmecken, was in einer Suppe für Zutaten sind. Man kann auch selbst in Parfümerien gehen, und versuchen, etwas raus zu riechen. Es fängt schon beim Kleinen an. Man kann aufhören zu sagen, das riecht gut oder schlecht. Man kann versuchen, zu beschreiben, wie es riecht, und dabei analytischer rangehen.

Vielen Dank für das Gespräch. Chic Goes Wild_Mark Colle_Floral Installation_Bicester Village

Florale Installationen von Marc Colle sind bis zum 30. April in den deutschen Chic Outlet Villages zu bewundern, den limitierten Duft könnt ihr morgen hier gewinnen.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Chic Outlet Shopping entstanden.

Bilder: Marcel Lennartz, Chic Outlet Shopping

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