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Es gibt Altersstufen, in denen scheinbar jeder das Gleiche erlebt. Hier in Deutschland, mit meiner Generation und Gesinnung. “Wenig arbeiten, viel Verdienen” soll damit aber nicht gemeint sein. Das ist so ein Vorurteil, das über meine (Millenial)-Leute gerne über diverse (Nachrichten-)Portale und (wissenschaftliche) Analysen verbreitet wird.

Durchaus ist der ein oder andere aber auch bereit, zu arbeiten. Unter einer Bedingung: menschlich soll es zugehen. Auch auf der Arbeit. Und dazu gehört auch die Goldene Regel, der der ein oder andere gerecht werden darf. “Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu.”

Da wir aber unser eigenes Mantra haben: “Mach ich nicht mit. Halte die moderne Welt eh nicht aus. Mach mein eigenes Ding”, ist das Fußfassen in der Arbeitswelt umgänglich. Darauf folgt aber nicht nur die “freie Selbstständigkeit” wie sie beispielsweise die Frauenzeitschrift Jolie (April 2020) aufführt, sondern auch die Aufstellung neuer Regeln: keine Diskriminierung, kein Mobbing, keine Altersbenachteiligung, auch kein Lookism.

In vielen Unternehmen, ob in der Türkei oder Deutschland, herrscht aber das Mantra der Machtverteilung. An der Universität lernen wir, diese zu hinterfragen. In der Realität aber sind diese noch fest verankert. Das macht es für diese Generation, der Begriffe wie kulturelle Aneignung, Patriarchat, und Ausländerfeindlichkeit ein Begriff sind, insbesondere schwierig, die Normen, die diktiert werden, hinzunehmen.

Wir sind nicht faul. Wir wollen nur ein gutes Leben. Und da wir heute im Jahr 2020 leben, dürfte dies auch keine allzu freche Behauptung oder Erwartung sein. Unsere Eltern haben schließlich Armut erlebt, ob als Nachkriegskind oder Gastarbeitermensch. Sparsam leben war ein Muss.

Wir müssen auch heute noch lernen, zu sparen und sparsam zu leben. Nicht nur aber wollen wir auch Ausgeben, sondern auch Verdienen. “Generation Praktikum” hat nicht nur ausgedient, sondern wurde auch geistig wie materiell und körperlich, mental ausgenommen. Dass ich persönlich heute mit 29 broke bin, ist kein Problem. Dass es aber schwierig ist, in einer Arbeitswelt zu überleben, die (k)eine Moral hat, die es erlaubt, jedem, der anders ist (ob klein, ob groß, ob dick, ob gay, ob schwarz, ob weiß, ob gelb, ob grün, ob alt, ob jung, ob reich, ob arm), das auch anmerken zu lassen, das eigentlich Tragische.

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