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Auf diesem Blog wird Weiblichkeit selbstverständlich gefeiert, aber die Kritik an ihr gehört genauso sehr hier her. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag Gedanken zu einer Schwierigkeit im Leben vieler Frauen teilen, die mich seit Längerem beschäftigt: Der Weiblichkeit nicht genügen zu können, nicht weiblich genug zu sein.

Unbenannt

Gerade für heterosexuelle Frauen ist Weiblichkeit manchmal ein Ideal, das sie zu erreichen versuchen, um den Erwartungen des Mannes wie ihrer Selbst gerecht zu werden. In unserer Gesellschaft gibt es selverständlich verschiedene Ausprägungen des Weiblichkeitsideals. Aber um den Körper kommen wir nicht umhin. Wie wir unseren Körper darstellen hängt natürlich nicht nur von unserem Geschlecht ab, sondern auch von unserem Alter, unserer Kultur, unserer Religion, unserer Klasse.

In unserer Gesellschaft höre ich Frauen über sich selbst und andere Frauen immer wieder sagen “das sieht nicht weiblich aus”; das sieht “männlich aus”. Sie benutzen diese Zuschreibungen negativ, wenn nicht als Beleidigung. Dabei meinen sie die Gesichtszüge einer Frau gleichermaßen wie die Körpersilhouette. “Ja, aber sie ist einfach viel zu groß, wie ein Mann.” oder ganz konrekt: “sie sieht total männlich aus”, oder “Sie hat überhaupt keine Oberweite, sie ist voll flach” oder “Schau mal, sie hat voll das breite Kreuz” oder “sie ist sehr stämmig” oder “sie ist voll dünn, wie ein Kind, voll unweiblich.”

Aber was sieht nach Weiblichkeit aus? Ein Gesicht, indem schwarze dichte, lange Wimpern naiv klimpern, eine Nase profillos stupsig verläuft, ein sich lasziv aufgebauschte volle Lippen eines offenenen Mundes bewegen. Die Taille schmal, der Busen üppig, die Beine lang.

Wieviele Frauen entsprechen dem? Aber ist die Frage nicht viel mehr: Wieso gilt nur das als weiblich, sondern nichts anderes? Auch schmale Lippen, dünneres Haar, ein kleiner Busen können wunderschöna aussehen. Ungetuschte kurze Wimpern, flache Wangen, eine gerade Silhouette sind keine Formen, die eine Frau unschön machen müssen. Und warum können wir nicht beginnen, Weiblichkeit mit mehr zu konnotieren? Warum können wir unter Weiblichkeit nicht Stärke, und Intelligenz verstehen?

Aber auch um bei dem Körper zu bleiben, der traditionell Weiblichkeit definiert: Das eigentliche “Problem” ist die Tatsache, dass Weiblichkeit als Ideal heißt, schön zu sein. Eine Frau, die als weiblich anerkannt wird, gilt als schön und attraktiv. Deshalb störe ich mich an diesen Normen, mit der man Schönheit und Weiblichkeit festzuschreiben versucht. Viele Frauen leiden an ihrem Körper und glauben, dem Ideal der Weiblichkeit nicht gerecht werden zu können. Dabei ist Schönheit wie auch Weiblichkeit nichts Festgelgtes. Schönheit ist nichts, das man messen kann. Entweder man ist es, oder nicht. Aber ist man es nicht, heißt es nicht, dass man es nie sein kann. Und dabei spreche ich nicht von Schönheitsoperationen mit denen man sich schön zurecht formen kann. Nein, man muss es aus dem Inneren strahlen lassen, und das kommt nicht von ungefähr: Selbstbewusstsein, Körperbewusstsein, und Intelligenz und Sinnlichkeit.

Aber bei Weiblichkeit ist das Problem auch, dass wir Charaktereigenschaften dem zuordnen und diese formen eben auch das Aussehen.

Aber Diskriminierung gegen gewollte Weiblichkeit selbst gibt es auch genug:” das sieht viel zu feminin aus”, heißt es dann meist. Wenn Frauen auf ihren Körper achten, werden sie meist abgwertet, genauso, wenn Frauen Kind und Familie wollen und gerne Hausfrau sind. Auch das wird abgwertet, wobei über das Klischee der gebährenden, unemanzepierten Frau herzgezogen wird. Auch das ist nicht so ganz richtig.

Es ist wichtig, ob “weiblich” oder nicht, körperbewusst zu sein, seinen Körper zu lieben so wie er ist, ihn zu akzeptieren und sich selbst wert zu schätzen unabhängig von irgendwelchen festgesetzten Normen und Regeln. Genauso wichtig ist es, Weiblichkeit auch von der Körperlichkeit unabhängig zu machen, indem man Weiblichkeit mit mehr als nur dem Körper konnotiert, was nicht heißt, dass man sie missachten muss. Weiblichkeit ist nichts Anderes als ein Teil eines Menschengeschlechts.

Bild und Video: Kurzfilm “Supervenus” gezeigt zum 17. Brüssel Shortfilm Festival, Das Making-Of gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=5lnPSPXWKzw

  1. Die Ursache dieser Probleme liegt im Frauenhass, der älter als Judenhass ist und die gleichen Methoden hat. Als Jude kann man tun und lassen was man will. Es wird einem immer negativ ausgelegt. Ist ein Jude sparsam, ist er geizig. Gibt ein Jude viel Geld aus, ist er dekadent… Bei Frauen läuft es auch so. Ist sie schmal, sieht sie aus wie ein Kind. Ist sie füllig, ist sie undiszipliniert. Ist sie irgendwas dazwischen, ist sie konturlos.

    Biologisch bzw. sexuell, ok. Eine große Brust signalisiert instinktiv, dass eine Frau Spaß am Sex hat. Instinktiv “denken” Männer, dass Frauen mit großen Brüsten eher bereit zu Sex sind als Frauen mit kleinen Brüsten. Mit breiter Hüfte und großem Po gebärt ein Körper leichter.

    Warum aber sollte man das gesellschaftliche Leben nach diesen sexuellen Merkmalen ausrichten bzw. worin liegt das Problem wenn man diese Merkmale nicht hat? Für die persönliche Wahl des Sexualpartners, ok. Aber sonst? Die Abwertung aufgrund dieser Merkmale ist Sexismus und Frauenhass.

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