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Rapper UFO361 hat es nicht leicht, aber anders – und hoffentlich – als ein Drake, hat Ufuk Bayraktar wie UFO361 bürgerlich heißt, keinen Ghostwriter am Start. Denn seine Texte sind durch und durch lit.

Titel wie “Irina Shayk”, “Scheiß auf eure Party!”, oder “Wir sind High 2.0” haben Witz und machen Spaß und bringen sicherlich auch die Kasse zum Klingeln. Dennoch ist er der Künstler im Game schlechthin, und macht wie bekannt über Künstler viele Phasen durch. Er scheint abgefucked, dann wieder gutgelaunt, auf der Höhe, in der Tiefe, geflashed vom Geld, Erfolg und Ruhm, dann wieder enttäuscht, einsam und nachdenklich in aller Ruhe vermutlich am Schreiben – hoffentlich allein – und zuguterletzt bleibt er wie er ist; dichterisch, sagenhaft, gut. Keine Frage, Ufo361 ist allzu kindlich, was die Kollegen im Rap sicherlich verärgern sollte, aber er reagiert, und genau deshalb ist es so gut, ihm zuzuhören. Als Rap-Fan hat man ja doch lieber einen Rapper vor sich, der irgendwie auch erlebt hat, was er da von sich erzählt. Wenn nach zwei Wochen der nächste Hit erscheint, muss der Rapper schon noch hinter dem Lebensstil stehen, der kurz zuvor noch hochgefeiert wurde. Das macht UfO361 so authentisch, und er erinnert ein wenig an Raplegende Kid Cudi, der auch ganz offen im amerikanischen Fernsehen über den Kampf um seine mentale Gesundheit sprach, aber eben auch nach Day N’ Nite weitere Texte schrieb, die eben davon erzählten, ein Rapoutsider zu sein. UFO361 verwandt mit “Man on The Moon”? Eine vergleichbare Identität der beiden Rapper ist über Übersee jedenfalls da. Als ob die beiden ein Schnurtelefon verbinden würde. UFO361, der “alman” Kid Cudi, scheint die “Leiden des jungen Werther” des Amerikaners im Deutschen zu vermitteln.
Das für den 24.04.2020 angekündigte Album “Rich, Rich” hat bereits neben “Nur zur Info” das Feature, das groß angekündigt wurde, rausgehauen. Es handelt sich nämlich um Future für “Big Drip”. Der Beat ist nice, noch nicer die Tatsache, dass ein amerikanischer Rapper dieser Größe – ob gut oder schlecht gehandelt – auf einer deutschen Platte vertreten ist. Die deutschen Zuhörer mag das zu Teilen erfüllt haben. Doch UFO361, der dafür hat blechen müssen, kam in dem Feature nicht sehr gut weg. Denn auch, wenn er damit hat zeigen können, wohin er mit seiner Musik will; mämlich ganz nach oben, und er etwas von dieser Kunst versteht, er steht auf dem höchsten Level, die Stimmung der beiden kam nicht an.
Versteht denn nämlich Future überhaupt, was UFO361 da macht? Nach einem Quavo von Migos und dem Atlanta-Rapper Future braucht es definitiv mehr Tiefe, oder doch zumindest mehr Verständnis dem gegenüber, was UFO361 in seiner Kunst eigentlich rüber bringen will. Nicht nur für den nächsten Feature-Kandidat muss da mehr drin sein, sondern allem voran für UFO361. Denn ist nicht er der Star im deutschen Scheinwerferlicht des Rap? Bild: Screenshot Video “Nur zur Info – UFO361”

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