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Da ich zurzeit zur musischen vacatio, wie ich es zu nennen pflege, in der Türkei bin, möchte ich kurz darüber informieren, dass ich nicht jeden Tag Online bin und dadurch Blog-Posts unregelmäßig veröffentlicht werden.

Ob Online oder Offline, zu schreiben höre ich niemals auf. Das sei als höre der Schrifsteller auf, zu denken.

Denn Schreiben bedeutet Leben. Zu schreiben bedeutet auch zu denken. Es dürfen von den unendlichen Gedanken jedoch nur die besten auf das Blatt.

Jedem, der gerne schreibt, ist es gleichgültig, ob dazu eine Serviette, der Notizzetel vom Hotel oder ein spezielles Notizbuch benutzt wird. Manchmal ist es auch eine kleine Fläche auf der Zeitung, neben all den anderen besonderen Worte, die es sich verdienten, gedruckt, gezeigt und gelesen zu werden.

Wenn der freie Vogel zur Erinnerung die Luft verlassend in der Reinheit des weißen Papiers ankommen will, ist jede weiße, beschreibbare Stelle bestimmt als Leinwand für die Ewigkeit. 

Wer das Chaos liebt, neigt dazu, nicht daran zu denken, etwas zum Schreiben einzupacken. Denn wie schön ist es, fremde Menschen anzusprechen, um nach Stift und Papier zu bitten, und ins Gespräch zu kommen.

Wenn mein persönlich auserwähltes Notizbuch nach meinem eigenen Verständnis von Ästhetik nicht vergessen wird, benutze ich zurzeit für die Sommertage dieses helle Büchlein aus Bast-Cover von teNeues. Zuvor nutze ich das „Universal-Notizbuch“ von Reklam, das wahrlich mit der Aufforderung und Beschreibung des Buches zugleich „record your ideas“ ein großartiger Klassiker ist.

Die Ästhetik, die mit dem schönen Gelb und der schwarzen schlichten Aufschrift an die großen Klassiker, die wir zu Schulzeiten als gute Schüler zu lesen begannen, um für das Leben zu lernen, erinnern, sind für den kleinen Schreiberling eine kleine Annäherung an die Großen. Es braucht nicht viel Worte, schon garkeine Bilder,  um zu erklären, wie hochwertig das ist, was sich in den Klassikern mit der Aufschrift Goethe beispielsweise befindet.

Es bereitet eine kleine Freude, das Selbstgeschriebene so wie das der Großen bewertet zu sehen und regt zum Träumen an.

Da ich nun nach vier vollgeschriebenen „Universal-Notizbüchern“ im Hugendubel Frankfurt wenige Tage vor meiner Abreise das Pastellgelb entdeckte, entschied ich mich, für die zukünftigen Gedanken auf Reclam vorerst zu verzichten.

Nicht nur die Schlichheit der Haut gefällt mir, sondern auch die letzte Doppelseite im Inneren des Buches.

Im übertragenen Sinne bedeutet TYPUS ORBIS TERRARV Die Gestalt der Welt auf Erden. Besonders gefällt mir dazu die Weisheit Caesars auf der Weltkarte:  „Was mag schon demjenigen bei menschlichen Dingen groß scheinen, dem die ganze Ewigkeit und die Größe der ganzen Welt bekannt sei?“

Die Weltkarte wurde übrigens von dem Geographen und Kartografen Abraham Ortelius im Jahre 1612 entworfen. Vom gebürtigen Augsburger stammt auch die allseits bekannte These, dass alle Kontinente einst unmittelbar miteinander verbunden waren, durch Naturgewalten wie Erdbeben auseinandergerissen wurden.  Auf Wikipedia ist außerdem nachzulesen, dass diese These nicht nur zur Unterteilung der Kontinente „Europa, Amerika, und Afrika führte, sondern als „Beleg „für die Grundlagen der Theorien zur Kontinentaldrift und der daraus entstandenen Plattenektonik gewertet (wurde), die sich faktisch erst im 20.Jahrhundert etablieren konnten.“

Die Einführung dieser Errungenschaft und dem Weltbild Ceasars gefallen mir in diesem Notizbuch sehr gut. Mit dem Stift verhält es sich nicht anders. Benutzt man doch stets den, der funktioniert. Ganz gerne mage ich die klassischen, schlichten Kugelschreiber. Oft sind es dann doch unschöne Werbe-Kulis, die man irgendwo zu Hause findet, von Kommilitonen oder Fremden ausleiht.  Hätte ich das Geld und die Zeit zur Stilisierung würde ich mich  für einen MontBlanc oder Parker entscheiden.

Welche Notizbücher benutzt ihr gerne? Ich sehe viele Menschen durch die Leichtigkeit nur noch mit Laptops statt Büchern unter dem Arm. Hat diese Art der Mobilität schon die Notizbücher mittlerweile ersetzt? Was meint ihr?

  1. Ich würde gerne wissen, wie Du darauf kommst, Dich als „Schriftsteller“ zu bezeichnen.

    • Hallo Björn,
      neben meinen Artikel für Blogs wie AMY&PINK und meinem eigenen Blog verfasse ich auch literarische Texte, die noch nicht veröffentlicht wurden. Einige wenige kurze sind auf aber auf meinen weiteren Blogs nachzulesen: http://www.meltemtoprak.wordpress.com und musengefluester.wordpress.com. Der Begriff Schriftsteller beinhaltet jedoch keine (Eigen)Wertung. Ich ziehe generell den Begriff des Schrifsteller bloß dem des Autors vor. ( :

      • Ich vermute, Deine Vorbehalte gegenüber dem Autorenbegriff sind auf Auseinandersetzungen mit sogenannten „Postmodernen Theorien“ zurückzuführen. Vielleicht ist es ja der Ton des Handwerklichen, der dem Begriff „Schriftsteller“ eine Bescheidenheit verleiht, die dem Begriff „Autor“, der gemeinhin als anmaßend verstanden wird, fehlt. Du schreibst „noch nicht veröffentlicht“ seien Deine literarischen Texte. Sind denn Veröffentlichungen geplant? Ich möchte hier gar nicht beurteilen, ob ich Deinen literarischen und intellektuellen Anspruch gerechtfertigt finde, aber ich würde gerne wissen, wie Du jenen Anspruch mit Deiner Arbeit für Amy&Pink in Einklang bringst – oder siehst Du darin keinen Widerspruch?

        • Lieben Dank für Dein Interesse, Björn.
          Das hast du richtig erfasst. Ich denke aber auch, dass der Ausdruck als Schrifsteller nicht nur durch die handwerkliche Charakterisierung werteneutral ist, wie du auch sagst, sondern auch im Klang einen Hauch von Poesie trägt. Wer meine Texte veröffentlichen wird, ist unklar. 🙂 Aber ich plane, sie zu veröffentlichen. Zu deiner letzten Frage möchte ich sagen, dass ich da keinen extremen Widerspruch sehe. Die Sprache ist jugendlicher, klarer, direkter, die Themen, die ich bearbeite, meist dennoch von gesellschaftlicher Relevanz. Und da auch die Freuden des Lebens das Leben lebenswert machen, dürfen es manchmal auch weniger ernste Themen sein. Generell ist es aber so, dass jeder, der im jungen Alter schreibt, schon im nächsten Jahr die Welt anders sieht. Das gehört nun mal dazu. Aber ich strebe die Balance zwischen Oberfläche und Tiefe an.

  2. Hey Meltem, das gelbe Notizbuch kannte ich noch gar nicht. Find ich sehr ansprechend.

    Kennst du zufällig den Klarheit-Kalender? Ich hatte bisher immer das Notizbuch und den Kalender von Molsekine, aber Klarheit hat mich krass überzeugt, empfehle das so ziemlich jedem, der mir über den Weg läuft.

    Die Struktur hat mir total gefallen und mir richtig geholfen einen Kalender richtig zu verwenden. Anders als andere Kalender wird man bei Klarheit erstmal gebeten, die eigenen Ziele festzulegen. Hatte ich ehrlich gesagt keinen Bock drauf, weil ich das immer super schwierig finde, hat sich aber mehr als ausgezahlt. Ich bin viel fokussierter in meinem Alltag. Während man Klarheit im Alltag nutzt, wird man mit monatlichen reviews immer wieder gebeten, den aktuellen Stand der gesteckten Ziele zu beschreiben. Sehr zu empfehlen. Hier gibts mehr Infos: http://www.halloklarheit.de

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