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Vor nun fast zwei Jahren habe ich mir jetzt selbst die Haare abgeschnitten. Es war unter anderem deshalb, weil ich immer der extremen Ansicht war, dass schon immer einmal habe machen wollen und müssen. Die Haare abrasiert bis auf einen cm kurz. Als es dann aber tatsächlich soweit war – ich stand vor dem Spiegel mit meiner eigenen Schere – war es schon zu spät. Und wie zuvor meine Stammfriseurin schon immer gesagt hatte: “Wenn’s weg ist, dann ists weg. Ich schneide dir lieber immer erst einmal weniger ab.” Mein Haar war dann nun wirklich nicht mehr da wo es sein sollte, sondern tief unten im Waschbecken. Schmerzhaft war es insofern nicht, als dass sie vor der Trennung nur leicht unters Ohr reichten, geschädigt waren und durch etliche Blondierungen, eine unerträgliche Farbe angenommen hatten, zuletzt auch durch eigenständiges Färben. Am nächsten Tag musste dann also auch direkt ein Männerfriseur Hand anlegen. Und von da an fing es an: vom Märchen über einer Aufklärungsepoche bis hin zu einer Reise, die sich als Alptraum hat entpuppen sollen. Das Schlechte zuerst: “Freunde” und Bekannte belächelten mich. Dabei hatte ich selbst schon in unterschiedlichen Phasen mit der Haarlänge zu kämpfen. Zeitweilen lernte ich, andere Menschen wiederum selbst nur nackt in ihrer Art zu sehen. Und dann gab es natürlich die Komplimente. Gerade die Reaktionen der Fremden waren ermutigend. “Wie heißt diese Frisur”, fragte einer aus dem Auto, nachdem er angehalten hatte. Eine junge Frau fragte mich ungläubig in der Drogerie, wie so die Reaktionen seien, sie habe es schon auch immer einmal machen wollen. Frauen wie sie und ich es bin, wurden für diesen simplen Wunsch degradiert. Und das war der eigentliche Alptraum.

Es muss noch heute vielen anderen Frauen mit kurzem Haar so gehen. Es wird geguckt, als zu maskulin, radikal oder aggressiv abgestempelt. Manche denken bemitleidend, eine Krankheit wäre der Grund, oder ein “Britney-Spears-Moment” sei der Fall gewesen, und schätzen auch sonst die Person vor ihnen falsch ein. Abgesehen von den Werteurteilen der Anderen, als Trägerin dieses Haars, oder besser Non-Hairs, war ich mit mir und in mir zu Beginn ziemlich im Reinen und entspannt. Es ist Lebenserfahrung zum Einen, und zum Anderen lernt eine Frau – wie es vermutlich nur Männer mit ihrem kurzen Haar gezwungenermaßen können und dürfen – dass sie Charakter haben darf. Meine Schwester sagt immer: “Ja, lass sie dir schneiden. Wenn man kürzere Haare hat, hat man meist mehr Charakter. Es muss kompensiert werden. Lange Haare sind schön, aber langweilig.” Persönlichkeithaben, das musste ich erneut lernen, aber es war mir auch vergönnt. Zum einen machte es Spaß, “Mir doch egal, was andere denken! Ich bin einfach ich, so pur und leicht.” So und so ähnlich war mein Leitspruch. Aber lernen musste ich auch – und ja, lernen ist immer mit Schmerz verbunden -, dass ich zum Einen taffer rüber kam, zum Anderen dadurch aber auch habe mehr wegstecken müssen. Eine Berliner Friseurin hatte mir zuvor selbst erklärt, sie dürfe nicht verletzbar sein als Frau mit ihrem kurzen Haar. Sie selbst hatte sich zwar damals von ihrem rapunzellangem Haar trennen wollen, um nicht auf ihr Äußeres reduziert zu werden. Dennoch aber hatte sie heute damit zu kämpfen, immer die Starke und Harte abgeben zu müssen, auch an Tagen, an denen sie verletzbar war. Ein weiteres Geheimnis verriet sie mir aber: selbstbewusste Männer seien es, die sich von ihr angezogen fühlten.

Zu meiner Verwunderung war es tatsächlich so, dass weitaus mehr Männer auf mich reagierten als je zuvor mit langem, braunen oder gar blondem Haar. Während das lange, braune Haar die meisten abschreckte, das blonde wiederum attraktiver ankam, aber mich dennoch als unsichtbar markierte, so war doch das braune, kurze Haar das, was den Männern immer Anlass genug war, über ihren Schatten zu springen, und mich anzusprechen. “Fuckk”, sagte einer, als ich vorbei lief. “Ich liebe diese Frisur.” Ein anderer meinte: Frauen mit kurzen Haaren sind einfach cool.” Und auch sonst wusste ein Jugendlicher mich in Offenbach zu beschützen, als einer aus der Gruppe mich dazu aufforderte, meine Kappe wieder aufzusetzen. Ob Ablehnung oder Bestätigung, die Begeisterung der Frauen hält sich in Maßen. Haarlängen werden verglichen, lange Mähnen über die Schulter geworfen, getuschelt, auf das Haar gezeigt, und gar – das kam auch schon vor – meine Frisur photographiert. Während es die einen inspirierte, und die anderen abstieß, lasse ich es wieder wachsen. Es muss nur einem selbst gefallen. Ob kurz oder lang. Und das gilt nicht nur für’s Haar: was einer wie trägt, ist jedem selbst überlassen. Denn geurteilt wird sowieso. Zwar muss das eigene Haar nicht per definitionem einen definieren, aber es muss schon gar nicht ab, um nicht auf sein Äußeres reduziert zu werden. Wem es gefällt, go for it, aber wer sich von seinem Haar trennt, um es Anderen recht zu machen; don’t!

Capos Musik ist Medizin für den Kopf. Alle familiären Probleme lösen sich in Nichts auf, hört man “Run, Run, Run”, Marathon. Da steckt Mitgefühl drin. Capo, so sehr er auch immer im Schatten seines großen Bruders stand, hat den Berg erklommen, und es geschafft, sich eigentständig zu entwickeln wie kein anderer. Das ist gesund und ziemlich cool, wenn ich sagen darf, typisch für meinen 1990er Jahrgang.

Wenn auch die “Der Pate-Filme”, die Cem Anhan fährt, oft weit hergeholt und unrealistisch sind, Capos eigene Filme machen einem das Leben leichter. In seinem jüngsten Lied “Der Puls steigt” erzählt er, was er für die Liebe bereit ist zu tun. “Im Rhythmus gefangen”, ein Song, der nicht nur die türkische Kultur feiert, sondern auch den zum Prinzen geworden Sohn, zeigt sich Capo einmal mehr von seiner romantischen Seite. Die Tatsache, dass so viele Mädchen davon träumen, wifey von Capo zu sein, ist ein Beweis für seinen Mut und den Lebensweg, den er geht.

Denn er ist ein Kämpfer. Das zeigten eben auch die Zeilen “Weil wir von Grund aus Kämpfer sind m m m, Mama hat gezeigt wie’s geht, m m m”, eine Anspielung auf die eigene historische Geschichte der Familie. Seinen offenen Umgang damit brauchen die Fans. Denn familiäre Probleme sind nur allzu oft die Realität migrantischer Jugendliche in Deutschland. Capos aus der Tiefe-Rappen, dieses Herzausschütten gepaart mit der richtigen Melodik, der Kombination aus Jazz, Balkan, und arabischer Orientalistik lassen zu seinen Wortklängen mitsummen, die Wahl der Frauen ist ohnehin nur ein weiterer Schachzug, der von Capos Geschmack zeugt. Aber er hat es eben auch faustdick hinter den Ohren.

Interessanter Name, noch interessanter ist vielleicht ihr Äußeres, und ganz besonders interessant, ist, dass sie auch etwas sehr Schönes macht. Poppy Ajudha ist aber nicht primär etwa Model, oder Schauspielerstar, auch wenn ihr Name an Cara Delevignes ältere Schwester und ihr Gesicht an das einer Zoë Kravitz erinnert (ja, die Model- und Schauspielertochter von Lenny Kravitz und Lisa Bonet), so ist doch klar, warum sie die Neuentdeckung schlechthin ist.

Die 24-jährige South Londoner stammt nicht nur aus einer sehr jazzigen Musikszene, sondern bringt sie auch Intellekt mit, indem sie Strukturen hinterfragt. Die junge Wilde des contemporary Jazz experimentiert mit jenen Komponenten der Musik und Kulturen, denen sie sich widmet. Ihr Look ist orientalisch-afrikanisch, sie hat einen Bachelor in Anthropologie und Musik an der Hochschule für Orient- und Afrikastudien und bringt genau das, nämlich eine nicht allein westliche Perspektive in ihrer Musik zum Ausdruck.

Für ihr erstes Lied, mit dem sie erst einer breiteren Masse bekannt gemacht wird, hat sie Mahalia mit an Bord. So zart sie wirkt, in “Low Ride” zeigt sie an der Seite der weitaus bekannteren Künstlerin zur Verstärkung leidenschaftlich von der Leidenschaft der Verführung, und dem “Knistern” all in-between. photo credit: Harry McCulloch

Feiert ihr auch so Menschen, die aussprechen, was sie denken. Besser dann auch noch singen, was sie denken. Ich schon! Die Britin mit dem deutsch-klingenden Nachnamen ist fierce, und eine fighterin. “Therapist” ist eine ehrliche Abfuhr der 22-Jährigen. Dass Mae Muller schon aus einem coolen London selbstbewusst herausspaziert, war schon in “Anticlimax” zu sehen. Ihre sehr mädchenhafte Stimme beweist sich gegen die Welt der Jungs, denen sie den Laufpass gibt, und für die Welt der Männer, von denen sie träumt. Und mit “Dick” wird es nur noch heftiger. Aber wieso die Britin verurteilen, wenn sie emotional über die Dinge singt, die sie und ihre gesamte (Instagram-)Generation ohenhin schon beschäftigt. Sie selbst hat auch dazu eine Meinung: “…es muss nicht metaphorisch sein. Ich möchte Dinge aussprechen, die jeder im Kopf für sich denkt.” Für manche mag es zwar nicht so recht verständlich sein, weiß Mae, aber sagt eben auch selbst, dass es emotional ist. Und wer sich manchmal genauso fühle, der könne sich eben auch damit identifizieren. Sie kenne die Message, die sie verbreiten möchte. Mae Muller muss sich für ihre Sprache aber gar nicht rechtfertigen. Denn wer S****** erlebt, darf es auch beim Namen nennen. Und wer es schafft, wie Mae Muller ihre Songs wie aufbereitete Rosensträuße anderen jungen Mädchen da draußen zur Aufheiterung zu schenken, und dabei die besten Ratschläge parat zu haben, der verdient, für seine Stimme und Sprache, die Anerkennung zu bekommen, die ihr obliegt. Bravo Mae Muller! Am 17.Februar ist Mae Muller übrigens live in Berlin im Privatclub zu sehen.

Bilder: Rosaline Shahnavaz

Heute wird Elias unter die Fittiche genommen. Der 1996 geborene Ali Bayila Bolonga hatte seinen ersten größeren Part auf dem kontroversen Song “Erdbeerwoche” von KC Rebell & Summer Cem. Ein Album erschien letztes Jahr, von Epic Records wurde sein jüngstes Video “BENZO” gerade erst vor weniger als zwei Wochen veröffentlicht. Er scheint hoch gehandelt zu werden. Aber gerade auch ein 22-Jähriger muss wissen, dass Rap ein gefährliches Spiel ist. Continue reading ›

“Butterfly” ist der Song der britischen Künstlerin Cleo Sol, der vor wenigen Tage erst veröffentlicht wurde. Zwar wissen wir nicht viel über die britischen Soulsängerin, nur, dass sie unter ihrem wunderschönen Namen 2018 bereits eine EP namens “Winter” herausgebracht hat, die uns mit vier tiefen Songs bescherte. Aber der eigene Gesang der Londonerin klingt zu Klavier feucht-fröhlich frühlingshaft-sommerlich zu herbst-winterlich traurigeren Gefühlen. Ihre Lyrik ist herzzereißend und herzaufhellend zugleich. Wie die Briten so schön sagen: “lovely”! Liebenswert erscheint sie auch in ihrem ersten Video zu “Sweet Blue” hier. “Butterfly” hingegen zeigt die Schöne friedliebend melodisch zu Gitarre wie einst Oasis mit “Wonderwall” nur allzu schwer greifbar wie ein Schmetterling in seiner eigenen Anschauung.

Rapper UFO361 hat es nicht leicht, aber anders – und hoffentlich – als ein Drake, hat Ufuk Bayraktar wie UFO361 bürgerlich heißt, keinen Ghostwriter am Start. Denn seine Texte sind durch und durch lit.

Titel wie “Irina Shayk”, “Scheiß auf eure Party!”, oder “Wir sind High 2.0” haben Witz und machen Spaß und bringen sicherlich auch die Kasse zum Klingeln. Dennoch ist er der Künstler im Game schlechthin, und macht wie bekannt über Künstler viele Phasen durch. Er scheint abgefucked, dann wieder gutgelaunt, auf der Höhe, in der Tiefe, geflashed vom Geld, Erfolg und Ruhm, dann wieder enttäuscht, einsam und nachdenklich in aller Ruhe vermutlich am Schreiben – hoffentlich allein – und zuguterletzt bleibt er wie er ist; dichterisch, sagenhaft, gut. Keine Frage, Ufo361 ist allzu kindlich, was die Kollegen im Rap sicherlich verärgern sollte, aber er reagiert, und genau deshalb ist es so gut, ihm zuzuhören. Als Rap-Fan hat man ja doch lieber einen Rapper vor sich, der irgendwie auch erlebt hat, was er da von sich erzählt. Wenn nach zwei Wochen der nächste Hit erscheint, muss der Rapper schon noch hinter dem Lebensstil stehen, der kurz zuvor noch hochgefeiert wurde. Continue reading ›

In Deutschland gibt es ja die weit verbreitete Annahme, Neid sei legitim und brauchbar. Nicht aber der Neid, der gefühlt wird, oder der, der sich äußert mit “Ich bin so neidisch auf dich”, sondern der, der Missgunst hervorruft. Da werden dann nicht wie in der türkischen Kultur etwa Fluche oder Verwünschungen ausgesprochen, gelästert oder Gerüchte in die Welt gesetzt, sondern von Angesicht zu Angesicht, böse Blicke hin- und hergeworfen, geschwiegen oder doch – ironischerweise, da in Deutschland ja kaum über Gefühle gesprochen wird- alles schlecht geredet, da man ja selbst schlechte Erfahrung gehabt habe oder sehe, dass das alles einfach nicht so passieren könne. Das ist demotivierend. Aber weil in Deutschland jeder alles haben will, infantil wie das so ist, ohne ein wenig Empathie oder Respekt entgegen zu bringen, wird dann aus Neid sabotiert, ignoriert und die kalte Schulter gezeigt. Selbst bei der eigenen Familie, Freunden oder weiteren Bekannten und Arbeitskollegen. Continue reading ›

Ich war noch nie in Amsterdam! Und wie das ja ist mit dem “Sag niemals nie”, bei einem Niemals wird es nicht bleiben. Und dann sollte es das The Exchange Hotel zur Bleibe werden. Denn das Hotel, das wohl mitten in Amsterdam gelegen ist, sieht einfach nach einem Fashion-Week-Erlebnis aus. Also, jeder, der Mode liebt, ist dort sicherlich am Besten untergebracht. Ein haus-eigenes Café gibt es im The Exchange auch noch, perfekt für die kühnsten Regenbogenträume. Hier bekommt ihr mehr Einblicke in das Hotel sowie die Buchungsoptionen. Continue reading ›

Make Up ist heute wichtiger denn je und was ist noch wichtiger? Richtig, Skincare. Die braucht es nämlich für ein gutes Make Up. Und die “Skincare-Routinen” der Models und Beautygurus über-wiegend auf Youtube sind heute gefragter denn je. Denn Soziale Medien machen aus jedem einen Star. Gab es früher nur eine Marilyn Monroe, so ist eben eingetroffen, was Andy Warhol, der Urheber des Popartkunstwerks “Marilyn Diptych” bereits 1968 prophezeit hatte: ”In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.” Also muss ein gutes Hautbild daher. Die hochauflösende Kamera hält nicht nur jede Falte eines Hollywoodstars auf der Leinwand fest, sondern auch jene derer, die mit den sozialen Medien in einer Art Semi-Öffentlichkeit stehen.

Ein weiterer Grund für die Popularität der strikt eingehaltenen Skincare-Routine hängt auch mit dem großen Stichwort dieser Zeit zusammen. Soziale Medien suggerieren zum Einen völlige Transparenz, kramen aber zum Anderen auch jene Intimität aus der Tiefe der menschlichen Seele hervor. In der Realität sieht das dann so aus, dass Youtuber von der richtigen Körperhygiene erzählen, in Unterwäsche ihre “Body-Transformation” zeigen, oder auch andere Geständnisse in Hinblick auf Körper, Gefühlswelt und Identität machen. In der Welt des Youtubens wird nichts verpönt. Persönliches vor der breiten Masse zu erzählen, gilt gar weder als peinlich noch privat, sondern schlicht bewundernswert. Erfahrungen, die zuvor nur einem ausgewählten Kreis anvertraut wurden, werden heute vor laufender Kamera mit einem Millionenpublikum geteilt. Es gibt einen gesamtgesellschaftlichen Konsens in der Welt der Medienverbraucher darüber, dass jeder das Recht hat, etwas vom Anderen erfahren und lernen zu dürfen und zu können. Die Gesellschaft ist über die sozialen Medien auf digitaler Augenhöhe menschlicher geworden und zugleich inniger. Es scheint, die Aufklärung der neuen Zeit findet über die Informationsgesellschaft hin auf Youtube statt.

Wohlbemerkt handelt es sich dabei lediglich um die Welt der digitalen Community, die sich auf Netzwerken wie Snapchat, TikTok, Instagram oder insbesondere auch auf Youtube zusammenschließt und findet. Letzerer Kanal besonders zeigt die Skincare-Routinen von Models, Schauspielerinnen und anderen Persönlichkeit aus der Welt der Mode. In den meist 3 bis 9-schrittigen Verfahren erklären die überwiegend weiblichen Darsteller wie sie ihr Gesicht reinigen, pflegen, peelen, abwaschen, massieren und vorbereiten; scheinbar für die Welt da draußen, die besonders der Frau auch heute noch schwer zu schaffen macht. Gleichzeitig zeigen die Videos aber auch das wahre Gesicht der Protagonisten, fern von Make Up und Maskierung. Besonders die Youtuber, die unzählige Abonennten haben, zeigen nicht nur wie sie vor und nach dem Make Up aussehen oder der Skincare-Routine nach dem Aufstehen und Zubettgehen, sondern auch sich öffnend, was sie denken. Das Make Up-Ausziehen oder zumindest das Gesichtreinigen steht insofern im Zeichen der Zeit, als dass es den Betrachter mitnimmt, in die Seele zu blicken. Continue reading ›

Mit Fallin hatte Alicia Keys vor etwa zehn Jahren unser Herz erobert. Das Jahr beginnt mit ihrem neuen Lied “Underdog”. Ihr Sound ist jazzy soulig, aber auch poppig und ländlicher geworden, ihre kritische Stimme hat sie sich dabei beibehalten. Inspirierend war sie ja eh schon immer.

Vor drei Jahren bereits hatte sie verkündet, sich fortan natürlich und ungeschminkt zu zeigen. Sie war es Leid, als Musikerin, sexy aufzutreten. Denn, wenn sie sich mit ihrem Stil zurückhielt, bezeichnete man sie beschimpfend als Lesbe. Noch heute stellt sie sich dem Gegenüber. Ihr geflochtenes Haar trägt sie wie vor zehn Jahren, ihre Stimme ist nicht minder stark wie auch ihr Selbstbewusstsein. Ihr eigenes Skincare-Ritual, das sie auf ihrem Channel hochgeladen hat, ist übrigens genauso alternativ, spirituell und ungeschminkt wie sie!

In ihrem neuen Song erzählt sie nicht nur vom Underdog-Sein, und dem damit einhergehenden Feingefühl für das wesentlich Wichtige im Leben, sie scheint sogar selbst ein wenig in der Szene dazu geworden zu sein. Traurig ist das nicht, sondern ermutigend. Denn sie singt, was sie denkt. Recht muss sie es nicht jedem machen. Sie ist sich selbst treu geblieben in ihrer Musik, und so darf sie noch lange ihre Musikliebhaber auf ihre persönliche (Musik-)Reise mitnehmen, und mit ihrer Intuition bezaubern.

Nike hat einen Ganzkörperanzug rausgebracht. Das nette Ding gibt es für 540 Euro zu haben. Seriously? Zum Vergleich: einen ähnlichen Burkini gibt es von türkischen Marken, die eine etwas altbackenere, aber ebenso modische Variante für 16,90 Euro anbieten. Da auch Nike sich vornehmlich nicht sehr für faire Arbeitsbedigungen einsetzt oder zumindest in der Presse eine bescheidene Figur abgibt, fragt sich, warum so viel ausgeben, wenn es ein ähnliches Teil auch für etwa ein Dreißigstel gibt. Continue reading ›

Beiden Schwestern liegt eine Ausstrahlung zugrunde, aber nur Beyonce ist es, die im Vordergrund steht. Trotz des hohen Erfolges, der Kunst und dem Risiko, neue Wege eingeschlagen zu haben, ist Beyonces jüngere Schwester Solange erst mit einem Video einer breiteren Masse bekannt geworden. Jenes Video, das von einem Mitarbeiter aus dem Abteil der Sicherheitsverwaltung ungefragt veröffentlicht wurde, zeigt eine Schwester, die die Wut vor dem Ehemann der eigenen, älteren Schwester nicht zurückhalten kann. Über die Tritte jener Auseinandersetzung wurde die ganze Welt informiert, wer diese beiden Schwestern zusammen aber sind, weniger. Beyonce Knowles geboren 1981 im texanischen Houston wurde gerade wegen ihres Talents darauf getrimmt, ein Superstar zu werden, wie Britney Spears und viele ihrer Generation. Bevor es mit ihrem ersten Album „Dangerously in Love“ 12 Mio. Platten werden sollten, die sich unter ihrem eigenen Namen verkauften, war sie Teil der erfolgreichen Girlband Destiny’s Child. Mit Hits wie „I‘m a Survivor“, „Bills, Bills, Bills, oder „Independent Women Pt. 1“ schafften sie den Durchbruch, steuerten dabei aber insbesondere in den USA zu einem positiveren und emanzipatorischen Frauenbild bei, das von Unabhängigkeit der afro-amerikanischen, amerikanischen, wenn nicht universalen Frau geprägt werden sollte. Continue reading ›

Mabel ist schon lange auf dem Radar der RnB-Fans, aber auch auf dem der Popfreunde des guten Radiogeschmacks. Die im andalusischen Málaga geborene britisch-schwedische Sängerin verfolgt zwar Trends um Afrobeat, Reggaetón und Trapsound, die auch die spanische Sängerin Rosalía innehat, kennt ihre Wurzeln aber auch im klassischen RnB. Mit der Stimme einer Sade, als Tochter der funkig-poppig 90s Hiphop Sängerin und groovy Tänzerin Neneh Cherry, einem Vater, der mitunter für Massive Attack und die Sugababes Musik produzierte, hat Mabel die besten Voraussetzungen, das Beste aus sich selbst hervor zu holen. Continue reading ›

Wenn von Sexismus in Deutschland die Rede ist, scheiden sich die Geister. Die einen meinen, “sowas gibts hier gar nicht”, und die Anderen finden, “doch, und ob es den gibt, du siehst ihn nur nicht.” Und wo ist er sichtbar? Dort, wo er nur unsichtbar sein kann, hinter den Mauern der Arbeitszimmer der Unternehmen. Junge Frauen werden hin und hergeschickt, müssen Kaffee kochen, die Recherchearbeit leisten, für die sich die Männer oft zu schade sind. Die Figur wird ausgecheckt, die Kleider kommentiert, und dann, wenns noch schlimmer wird, angemacht und eingeladen.

Das Problem mit Unternehmen ist, dass sie denken, dass Frauen etwas von ihnen wollen und ihre Antwort darauf ist: “Nee, bekommste net.” Okay, und was wollen Frauen? Frauen wollen die selben Arbeitsbedingungen. Mehr ist es nicht. Die Köpfe jener Männer aber, die noch scheinbar in den 60ern leben, sind an die strukturellen Veränderungen nicht angepasst. Sie sind auch nicht aufgeklärt über die neuen Bestimmungsrechte und Möglichkeiten, die Frauen heute haben. Es mögen zwar nur kleine Nuancen sein, die Frauen sich noch in der Welt der Männer unter dem Feminismus erkämpfen wollen, augenscheinlich unterstützt werden Frauenvereinigungen häufigst auch, doch noch immer nicht dann, wenn Frauen die Gelände und Terrains betreten, die vornehmlich von Männern gemacht, bedient werden und im Glauben geführt werden, sie seien Eigentum der Männer: überwiegend die Arbeitswelt, und Macht, oder anders gesagt: Einfluss, Kontrolle und Führungsqualitäten wie auch analytisches Denken, die beansprucht werden, weil sie Männern zugewiesen werden.

Gerade wenn es auch um Sexismus geht, der sich über Kommentare äußert, oder Blicke, passiert es, dass auch da Vergewaltigungen als die eigentlichen Probleme des Sexismus genannt werden, was sie auch sind, was aber den anderen sexistischen Männern Recht ist, da ihre sehr viel kleineren Espakaden, die häufig kleinen Foltereien gleichkommen, unerlässlich ignorierbar machen. Das lässt das Anprangern nicht zu. Von Aufstiegs- und Entwicklungschancen sei erst gar nicht die Rede.

Es ist häufig verständlich, dass der Sexismus in Deutschland unter den Teppich gekehrt wird, oder noch besser: verleugnet. Oft heißt es dann, “neeee, wir sind hier nicht im Nahen Osten. Also Frauen dürfen hier Autofahren, und sie dürfen auch arbeiten, und, naja, sie dürfen sich im Zweifelsfall scheiden lassen, können abtreiben, oder auch Mutterschutz bekommen.” Fakt ist doch aber, dass das alles nur Vorwände von den Männern sind, die sich selbst an dem eigentlichen Sexismus in Deutschland, der sich in anderer Form äußert, beteiligen, davon profitieren und sich die Debatte, die ablenkt, zu Nutze machen. Continue reading ›

Als Candice Swanepoel vergangenen Dienstag in einem schwarz-weißen Kleid mit Herzausschnitt ihren Auftritt auf der Fashion Week Berlin hinlegte, muss man nicht schlecht gestaunt haben. Die südafrikanische Schönheit, die zur Unterstützung von Designern ihres Ursprungsland kam, erschien zum Auftakt von Kopf bis Fuß gestylt in einem eleganten Aufzug. Das Label hinter der sportlichen Robe: Paris Georgia aus Neuseeland. Die junge Marke eines starken Designerduos, dass die Weiblichkeit so nimmt, wie es ihnen gefällt, ist zurzeit der Liebling unter den Models und Stilvorreiterinnen auf Instagram. Von Kendall Jenner über Lily Alridge bis hin zu Olivia Culpo weiß sich jede Schöne mit Paris Georgia in Schale zu werfen und zu glänzen. Mehr davon!

Schönheitsoperationen sind in einer Zeit von Instagram, in der Stars den Followern so nah sind wie ihre Katze, gefragter denn je. Junge Frauen in ihren besten Jahren lassen sich trotz glatter, unporöser Haut ohne jegliche Anzeichen von “Alter”, also Gelebtem und Erlebtem, Säure ins Gesicht spritzen. Grund dafür ist zum Einen der Social Media Star, zum Anderen auch die inflationäre Verwendung der Hyaluronsäure. Jeder Kosmetikerin ohne jeglicher Ausbildung ist es erlaubt, zu spritzen. Die Kosmetikdienste, die zuvor nur von Ärzten, oder Heilpraktikerinnen ausgeführt werden durften, sind heute günstiger denn je. Während in den Anfangsphasen des neuen Schönheitstrends die Ergebnisse so ungewöhnlich und teuer waren, dass sie an Lächerlichkeit grenzten, sind heute die Preise und leider auch Resultate lächerlich schön geworden. Continue reading ›

APACHE 207 wurde anfangs belächelt, hat sich aber mittlerweile fest eingebrannt. In der Bravo gab es ihn zum Aufhängen als Poster, Sido, ein alter Hase des Games, hat mit ihm kollaborieren wollen. Man will ja am Zahn der Zeit bleiben. Rap ist für den ein oder anderen eben mehr zu Business als Kunst geworden. Zumindest ist Apache gerecht und anständig in der Etablierung seines eigenen, hart erkämpften Genres. Der Sound von Apache, ein Begriff, der übrigens aus dem Türkischen apaçi kommt und eine Anlehnung an den Indianerstamm Apache ist, macht sich nicht viel von Verurteilungen. Der legendäre Look des Salt Bae dürfte ihm da auch als Vorbild einen Gefallen tun. Nach Nusret zieht nämlich auch Volkan Yaman wie er bürgerlich heißt, seine Show ab. Ähnlich wie die meist türkischen Jungs in der Heimat seiner Eltern, die hinter dem eigenen Stil von Musik über Kleidungsstil bis hin zur Lebensanschauung stehen und diesen feiern. Das Revival der 80-er und des 90-er Bubblegum wie auch Happy Hardcore im Deutschrap hat er schließlich selbst miterfunden und durchgesetzt. “Apache macht Rap, in dem die Härte des so genannten Straßenraps auf den ironisch gebrochenen Kitsch von Cloud Rap trifft”, findet Christoph Möller beim Deutschlandfunk. Er erinnert damit eben auch an Rin, und den ersten Rapper, wenn nicht Urvater des Cloudrap Yung Hurn. Es stehen aber noch weitere Inspirationsquellen im Raum. Continue reading ›

Die Sportmarke Columbia hat eine neue Kollektion rausgebracht. Zum Auftakt des Jahres gibt es Klassiker neu interpretiert für das neue Jahrzehnt. Mit der 2020 Collection unter der Idee Recut & Remastered sind drei Jacken von insgesamten 9 Teilen entstanden, die uns an die sportlich-stylischsten Zeiten der 80-er und 90er erinnern. Regenjacke, Anorak und Fleejacke in orange, lila, und grün-blauen Farben. Die Kurzvideos lassen einblicken in den Prozess und stellen nacheinander mit fünf ihrer Art die neuen Jacken ihre neuen Icons vor. Kann man sich definitiv reinziehen. Wer übrigens neugierig ist, wer die coole, ältere Oma auf einem der Bilder zur Stilinspiration ist: das dürfte die Tochter des Unternehmens, nämlich Gertrude „Gert“ Boyle (1924-2019), sein. Continue reading ›

Die deutsche Parfümeriekette Douglas teilte vergangenes Jahr in einer Pressemitteilung mit, sie werde 70 Filialen aufgrund des stockenden Handels schließen müssen. Betroffen seien darunter auch Geschäfte in deutschen Innenstädten. Dies mag kaum verwundern. Denn in der heutigen Zeit konsumieren Jugendliche anders. Sie interessieren sich für Markenprodukte, sicherlich, aber sie achten darauf, wo sie hergestellt werden, wie sie hergestellt werden und vor allen Dingen, ob und was sie bewirken. Chemische Zusatzstoffe, die in Zeiten von Tschernobyl ringsumher gereicht wurden, Plantagen, die ausgeraubt wurden von Herkunftsländern, die seit jeher von Jugendlichen während und nach dem Abitur besucht werden, und zu guter letzt auch hinsichtlich der durch die Musikwelt des RnB und HipHop veränderten Schönheitsideale werfen bei jungen Menschen große Fragen auf. Wieso sollte man also jenes Produkt konsumieren, wenn es besser sein müsste? Continue reading ›

Der Dua Lipa Virus hat am Ende auch mich befallen. Was sich hier negativ anhört, ist gänzlich nicht so gemeint. Denn Fakt ist, Dua Lipa ist zwar schon lange am Pophimmel, konnte aber noch nicht ganz zeigen, was sie so drauf hat. Mit ihrem neuesten Song “Don’t Start Now” beweist sie nämlich, was sie hat: Charakterstärke. Ihre Stärken liegen nicht beim Tanz, auch nicht bei diversen Tönen, die sie zu treffen vermag. Was sie aber kann: Stilhaben, Elektropop beherrschen, und einfach die Linie weiter fahren, womit sie auch einfach Grundsteine für die feministische Musik legt, die zuvor nur Beyonce so richtig inne hatte, was den Pophimmel angeht. Es ist kommerziell, gar keine Frage, aber dennoch gut. Denn ihr neues Auftreten wie auch ihre sonstige Performances auf der Bühne können zutiefst beeindrucken. Die über 1,70m Große Dua Lipa, die keineswegs mager oder zierlich ist, hat in London begonnen, was schon im kosovo-albanischem Pristina seine Wurzeln hatte. Dort hat sie auch zu Ehren des Heimatlandes ihrer Eltern und ihrer eigenen Wurzeln das erste Festival gegründet. Mit 24 Jahren. Das Sunny Hill Festival brachte schon Miley Cyrus in eines der abgelegendsten Orte der Welt. Dabei hat gerade der Balkan eine der besten Musiksounds zu bieten, und beeinflusst noch heute mit seinen traditionsreichen und folkloristischen Liedgesängen und Instrumenten. Derweil ziert ihr Gesicht das neue Werbeplakat von Yves Saint Laurent. “Libre” der neue Duft der Freiheit, wie es heißt, zeigt Dua Lipa mit kurzem Bob, dicken, markanten Augenbrauen und einem Blick, der sagt: “ich schaff’s auch solo als Frau!” Continue reading ›

Das Rosenbadeöl von The Organic Pharmacy ist ein Badeöl mit Extrakten aus Sonnenblumenöl, Rosenpelargonie, Jojoba, Ringelblume und Rose als Hauptbestandteil mit einen mild leicht citrusartigem natürlichen Duft. Mit nur einer kleinen Menge wirkt das Badeöl wahre Wunder! Es ist entstressend, entspannend, und wohltuend, genau so wie auch für das Produkt über die Packung geworben wird. Preis: 59,95 über Flaconi Bild:flaconi.de

Die geschützte Orglamic Linie aus dem Hause STARSKIN, der holländischen Marke mit demFokus auf Pflege vor und nach dem Schminken, hat seit Herbst nun auch eine Augencreme. Die Velvet Pink Cactus Augenpflege beinhaltet neben Extrakten der hochwertigen Kaktusfeige weitere 8 kostbare Öle. Der Duft nach Lavendel beruhigt die Sinne. Reichhaltig und nährend wie die Konsistenz ist, eignet sie sich besonders nach dem Augenmake-Up, da die Haut gerade bei einem Augen-Make up extra viel Pflege benötigt. Preis: €41,99 15ml Testprodukt zur Verfügung gestellt von Starskin.

In einer Gesellschaft, in der behauptet wird, lediglich Männer, das andere, gegensätzliche Geschlecht wäre es, das Frauen dazu nötigt, sich schlecht für ihr Frauendasein zu fühlen, wird ja doch vergessen, welche Handvoll an Möglichkeiten es noch gibt: die Feindschaft aus den eigenen Reihen zum Beispiel. Dass sich Frauen in die Haare kriegen können – für Männer oder das letzte heiße Teil im Schlussverkauf, oder modern gedacht den besten Job und die damit einhergehende Anerkennung- ist bekannt, doch dass Frauen als konkurrierende Anwärterinnen in einem endlosen Kriegszug bestacheln, anpöbeln, bewerfen, und besticheln können, nicht. Und so wirft dies die Frage auf: Wofür das Ganze? Die meisten Frauen, die irgendwo stehen, an einem Ort physischer, mentaler oder psychischer Natur, werden meist für ihre Freiheit und Arbeit beneidet. Die Freiheit, die sie darin sehen, zu sagen, was sie denken, sich dafür stark zu machen und letztlich auch so zu handeln wie sie es für richtig empfinden. Und die Arbeit und Mühe, die sie aus Überzeugung in ihre Leidenschaft stecken.

Um es vorweg zu nehmen: es spielt keine Rolle, ob eine Frau Modelmaße oder ein symmetrisches Gesicht hat, der Job nur über Vitamin B möglich ist, oder jene Dame mit silbernem Löffel im Mund geboren ist. Ein jeder kämpft für die Maße und Ideale, die er hat. Feindschaft aber entsteht dann, wenn sich, in dem Fall die eine Frau, nicht so recht vorstellen kann, wieso jene andere nicht so handelt wie sie es täte, und sich überlegt, welche Möglichkeiten denn noch in Anbetracht kämen: “Was ist das Geheimnis dieser, jener Frau?” Das Geheimnis sei gelüftet: Es gibt keines.

Denn die Feindschaft wurzelt ja doch häufig dort, wo Unverständnis besteht. Unverständnis davon, was es heisst zu arbeiten, sich für etwas Mühe zu geben. Auch im Krieg herrscht immer dann Feindschaft, wenn der eine meint, das Selbe zu verdienen, ohne je den Finger dafür krumm gemacht zu haben, aber mit aller Gewalt dem Anderen die Sehnsucht aus den Fingern zu reißen, aus Überzeugung es stehe ihm ja selbst zu. Das erklärt einmal mehr die Gier jener Frauen, die in Feindschaft anderer Frauen stehen. Stichwort Solidarität und Kultiviertheit. Auch wenn sich die französischen Nachbarinnen im Falle von Weinstein etwas daneben benommen haben, die Filmdiven haben sich zu helfen und verbünden gewusst, auch möge es daneben gegangen sein, die französische Revolution lässt grüßen. Hierzulande ist man aber weiterhin damit beschäftigt, anderen Frauen die Augen auszukratzen, statt einfach mal vor zu lassen, denn die eigentliche Schwierigkeit besteht doch gegenüber des anderen Geschlechts. War ohnehin nicht früher der Mann Freund und Feind?

Frauen sollten sich Verbündete sein, zumindest gesellschaftlich, einander achten und ehren, denn nur so hätten sie die Zeit für Mann und Arbeit, die sie nur in poentielle Gefahren für sich und ihr merkwürdiges Ansehen im Leben investieren. Aber ist das Problem nicht bereits, dass zu viele negative Frauenbildern existieren? Auch unter Frauen. Die Journalistin Katja Hertin hat dazu ein gutes Buch veröffentlicht. Ein “Lexikon der weiblichen Klischees – Von Amazone bis Zicke”. Viele davon wird man nicht nur aus den Mündern älterer, oder sagen wir besser: altbackener Herren hören, sondern auch von Frauen unter Frauen über andere Frauen. Nicht nur aber Klischees sind im Umlauf, von denen ja häufigst gesagt wird, es stecke ein wahrer Kern darin, was das Ganze ja dann noch schwieriger, zu untermauern macht, sondern auch in aller erster Linie Vorurteile; es wird gemutmaßt, und dann geurteilt, wenn nicht gar verurteilt.

Aber auch sonst ist es in Deutschland nicht gerade einfach, als Frau einfach und als voller Mensch leben zu können. Zahllose, negative Frauenbilder von der Geschichte bis hin zur heutigen medialen Darstellung sind im Umlauf, und das zu Unrecht: von Heidi Klum und ihren Promimädchen, über eine feministische Alice Schwarzer, ihrer Gegenspielerin Verona Pooth bis hinzu einer verschmähend zur Mutter gemachten Angela Merkel. Dass die meist männlichen Redakteure die Damen dann gerne in einer Art Cage Fight sehen, ist dann noch einmal eine andere Geschichte. Vieles kommt von Männern, gar keine Frage: das Bild der zu hübsch und zu Dummen, und zu hässlich und zu Langweiligen, was gerade nicht heißt, dass diese Vorwürfe, Verurteilungen und Vorurteile anderen Frauen nicht Recht kämen, gar angezettelt werden. Sie verbünden sich dann meist sogar noch mit einem noch schwächeren Mann, und hetzen dann nochmal gemeinsam. Bekanntlich ist der eigene Weg ja doch der Beste. Wenn nicht für meine, so sollte doch dies zumindest für die nächsten Generationen erstrebenswert sein, denn machen auch heute noch Männer ohnehin nicht Frauen das Leben viel zu schwer?

Vor über 30 Jahren gründeten Ute Leube und Kurt Ludwig Nübling aus Liebe und Neugier zur Natur und ihren Heilungskräften Primavera. Heute führt das Unternehmen neben ihrer aufrichtigen Arbeit in Hinblick auf Nachhaltigkeit, organischer Inhaltsstoffe und fairen Arbeitsbedingungen Öle zur Aromtherapie, Pflege und letztlich gesünderen Lebensart. Sie glauben an die Heilungskraft der Natur in ihrer ursprünglichsten Form. Deshalb werden die Inhaltsstoffe natürlich weiter verarbeitet. Aus 500 Bestandteilen besteht beispielsweise das Rosenwasser ihrer Serie. Hinzu kommt, dass Primavera möglichst auf Umweltbelastung verzichtet, weshalb das Spray, das aus Glas hergestellt ist, ohne Kartonpackung auskommt, wenn es über Online-Versandhäuser bestellt wird. Das Rosenwasser von Primavera schenkt ein wenig Glück, Ruhe und einige, wenige Sekunden zum Entspannen. Mitgründer Nübling findet, die Natur könne erden. Das kann der Facial Toner von Primavera. Sowohl als Mist für Zwischendurch, über dem Make Up, oder als Gesichtsreiniger und Toner vor der Pflege funktioniert das Bio-Rosenwasser. 9,49 über medpex.de

Was hier affirmativ klingt, ist Tatsache: hej ORGANIC, die deutsche Marke gegründet in Dortmund, ist DIE Marke schlechthin, wenn es um organic geht, vegan und sozial ethisch vertretbar. Während nämlich die meisten Kosmetikmarken heutzutage nur natürlich, oder tierversuchsfrei, oder zumindest gleich beides sind, vereint hej ORGANIC neben dem veganen Aspekt noch ein weiteres kostbares Ding: Fairness. Was wir sonst nur von Kaffee, oder anderen Gemüsesorten aus dem Bio-Konzept der Supermärkte kennen, wird – mit einem Schuss Coolness, inspiriert sind die Behälter übrigens von Ginflaschen – vom Team um Mitgründerin Laura Rath Kosmetik für junge Menschen mit sozialkritischem Hintergrund, einer Affinität für Beauty, Wellness und Nachhaltigkeit angeboten.

Hauptbestandteil der Kosmetiklinie, die in Dortmund auch einen ersten Flagshipstore hat, ist Kaktusfeigenkernöl und Kaktusfeigenblütenextrakt, welches aus Marokko, unter fairen Bedingungen produziert, stammt. Das Öl, das sehr teuer ist, macht die Naturkosmetik so einzigartig. Zu kaufen gibt es die Produkte, die nicht ganz so günstig sind wie die sonstigen Biokosmetikmarken der Drogerien, unter anderem bei DM, Douglas oder Alnatura. Ökologisch hat aber eben seinen Preis, und die Qualität spricht für sich. Um die Marke selbst zu testen, und sich einmal selbst ein Bild zu machen, eignen sich die Sheet-Masken, die es im Set für 10,95 Euro. Bild: www.hejorganic.com

Die 22-Jährige AWA Santesson-Sey wurde erstmalig entdeckt bei der schwedischen Version der Fernsehtalentshow X-Factor. Heute veröffentlicht sie erste Songs und Videos. “Like I Do” zeigt sie inmitten anderer junger Frauen, stark, bewaffnet und am Zahn der Zeit. Die Bilder sind das neue, modisch ästhetische Stilmittel und Standpunkt der Black girls, und solcher, die sich zu dieser Gruppe dazu zählen. Trotz starker Stimme, und der Verkörperung einer jungen, hübschen und stylisch auftretenden Künstlerin, ist vor allen Dingen eines zu sehen: Konzept, Konzept, Konzept. Awa Santesson-Sey wie sie bürgerlich heißt, arbeitet nun von London aus mit einem großartigen Team. Und noch großartigeren Vorlagen: von einem Jorja Smith-Styling über einem Gruppenbild a la Destiney’s Child- bis hin zu Beyonce und Solange Knowles Hair- and Make Up ist alles dabei, was ein RnB-Fan der jüngeren Generation zu finden hoffen vermag. “Like I do” erzählt von der Selbstbestimmung, Selbstliebe und Selbstbewusstsein, die drei großen S’s unserer heutigen Zeit, als Frauen versteht sich. Ob die 22-Jährige aber bereits in die Rolle, die ihr auferlegt worden zu sein scheint, gewachsen ist, wird sich vermutlich noch zeigen. Ein Konzept muss nicht immer von einer Künstlerin selbst kommen, aber ob sie auch hinter dem Konzept steht, oder gar daraus entwachsen ist, das ist es, worum es auch in der vermarktbaren Musik geht. Talent allein aber reicht nicht, auch und gerade in der kommerziellen Welt der Musik. Das hat aber hat sie immerhin wie bereits bei ihrem Auftritt 2012 zu sehen, jetzt heißt es nur noch werden, was sie singt, und leben. Auch mit 22.

Um Katy Perry kommt man nicht herum, denn, face it or not: sie ist eine Popikone, und vermutlich heute das, was einst Madonna war. Und umso cooler zu sehen, dass vor genau drei Jahren auf ihrer Hitsingle “Chained the Rhythm” mit ein wenig Sozialkritik Bob Marleys Enkelsohn Skip mit drauf war. Anders als die meisten Promikinder- und Angehörige ist Skip Marley scheinbar aber nicht darauf bedacht, sich zu fügen, sondern stets zu sein. Denn obwohl seine Stimme doch so sehr an die seines Großvaters erinnert, selbst auch die Erscheinung und sein eigener Singstil, so ist doch zu sehen: ein ganz eigener Charakter. In seinem neuen Video an der Seite von RnB-Queen H.E.R. besingt und beschwört er die Liebe zur Frau wie es vermutlich nur sein Großvater konnte. Mit dem Star der RnB-Stars, H.E.R. geben die beiden einen besonders guten Match an. Besonders schön einmal zu sehen; es heißt nicht Feature, sondern ein &, eine neue Art der Gleichberechtigung, bei der Frauen selbst als Duopartner, egal wie groß oder klein der Name ist, der gleiche Raum eingeräumt wird. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, und ganz gleich wie bei Michael Jacksons Neffe, dem neuen Shootingsstar Jafaar (“Got me Singing“); die Großen hinterlassen uns zumindest in unserer neuen Zeit ihre jüngeren Angehörigen, damit auch wir unsere eigenen Stars und Helden der neuen Zeit in Sachen Musik haben. Möge 2020 die beste Musik hervorbringen!

12 interessante Farben, die alle für sich eine eigene Sprache sprechen. “Vinyl Nude”, “Electro Peach”, oder eben “Tekno Red” heißen die LacquerInk Lip Shine 💄 von Shiseido. Eine Mischung aus Lack – glänzend, nicht unbedingt pflegend wie so viele Lipglosse neuerdings, aber dafür keineswegs austrocknend – und der Konsistenz eines glossigen Lippenstifts entsprechend. Die neuartige Idee ist eine Art 3-in-1 Stift für jede verführende Lage. Nicht ganz kostengünstig, aber dafür umso mehr statementfull.

Damit der LacquerInk Lip Shine aber nicht ausläuft, empfiehlt es sich, einen Lipliner in der Farbe zu nutzen. Dass der Stick ohne nicht auskommt, durfte ich an Tekno Red selbst erfahren, nachdem ich diesen für diesen Blog hier testen durfte.

Bleibt in der Welle des Vegan- und ‘made without cruelty’ -Trends, der ja doch so lange auf sich hat warten lassen bei all dem Umweltbewusstsein in der Vergangenheit bereits, zu wünschen übrig, dass auch dieser wie so viele, wenn nicht nahezu alle roten Lippenstifte, die rote Pigmentation nicht weiterhin aus Insekten gewinnt, denn das ist nicht nur ausbeuterisch, sondern zugegebenermaßen auch ziemlich ekelerregend, was nicht heisst, dass alles Geld, das bereits in rote Statementlips gesteckt wurde, ins Leere geht, denn genutzt sollten so noch definitiv werden, allein der Umwelt und Käfer zuliebe…!


Bild: Shiseido.de

Das Gute am FAZ Magazin ist ja, dass es selbst online ersichtlich ist. Alfons Kaiser, Dr. Alfons Kaiser wohlgemerkt, hat das etwas, das es braucht, ein Magazin zu führen. Mag er auch für die aktuelle Ausgabe kürzer getreten zu sein, mit einer Reportage um eine neue Ausstellung und Stiftung zum verstorbenen, aber noch immer legendären Azzedine Alaïa (dem so beliebten Modemeister, der nicht nur eine Modeliebhaberin wie Kim Kardashian bezirzen konnte, sondern auch Modelikone und Göttin Doutzen Kroes privat einkleiden) seit eh und je in seinem Element.

Ausserdem im Heft: eine kolumnenartige Sprache der Jennifer Wiebking, stets auf der Höhe der neuesten Trends und Gesprächsgepflogenheiten, soziologisch alltagstauglich gut. Soziologie, das ist nicht nur die insgeheime Leidenschaft der Beauty und Mode-Journalistin, die in London ihren Abschluss in eben jenem letzteren Fach machte, sondern eben ihr Talent für die Mode, die ja doch in ihrer oberflächigen Tiefe häufigst zu kurz kommt. Aber da das FAZ Magazin nicht nur optisch wie auch inhaltlich stehts zu glänzen weiss, sind selbst die Werbeblätter, die doch immer der Vogue gehörten, wunderschön lesbar. Continue reading ›