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Rapper Mortel sah ich das erste Mal live auf dem Konzert von Nimo im vergangenen Jahr. War er Franzose? Deutscher? Oder doch Afrikaner? Ich konnte es nicht sagen. Er kam irgendwie aus dem Nichts. Dabei macht er schon mit “Stimmen der Unterschicht” feat. Nimo und Azad in einem breiteren Publikum von sich Reden. Ein Song, der auf seinem Mixtape Racaille im vergangenen Jahr erschien. Und mit “Depart” etablierte er seinen “Recaille”-Sound des Straßenraps weiterhin.

Jetzt kommt er mit neuem Album “Arriveé” daher und ist angekommen. Angekommen im großen Rap-Game. Und tatsächlich, um auf seine Herkunft zurück zu kommen: er ist im amerikanischen Stützpunktort Bitburg geboren, ist kongolesischer Abstammung, und lernte durch Verwandte in Paris, die er besuchte und die selbst Hip Hop hörten, die fanzösische Kultur kennen. Daher der Name: Mortel, zu Deutsch “tödlich”. Continue reading ›

Es lohnt sich immer, im Sommer einen Kurztrip nach Berlin zu machen. Auch wenn es dabei ein bisschen so ist, als würde man Lotto spielen. Denn der Berliner Sommer gleicht einem Mythos, das weiß jeder, der ihn erlebt hat. Die beste Zeit für die deutsche Hauptstadt ist der Frühling und der Herbst, aber wer es wagt, im Sommer die Stadt zu besuchen, könnte das Glück haben, ordentlich Sonne an der Spree genießen zu können oder in einer der etlichen Bars am Wasser unter freiem Himmel die Nacht durchzutanzen. Im schlimmsten Fall riskiert man tropisches Wetter mit einem ordentlichen Schuss Regen. Aber selbst das dürfte den Trip in eine Stadt wie dieser nicht verderben. Und der sonst so schmerzhafte Berliner Winter… Continue reading ›

Im Sommer, wenn die Kaiserstraße zum urbanen Dschungel wird, finden gleich wenige Straßen weiter die Rooftoppartys der Frankfurter Gastronomen James und David Ardinast statt. Wöchentlich organisieren sie auf den Dächern des 25hours Hotels in der abgelegenen Niddastraße Feste. Die Schlange ist lang, der Andrang groß, willkommen jeder: sowohl Turnschuh- als auch Anzugträger.

Bilder: Lottermann & Fuentes Continue reading ›

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As a sight for sore eyes in the front row of celebrated designer houses between Rihanna and Nicki Minaj, the singer and songwriter Miguel has entered the arena of Superstars in the United States – even if he might be still a sleeper for Europe and Asia. A reason for that: he is no way getting converted into a product of the industries as he remains true to himself establishing his very own music and songwriting. With his third album Wildheart he confirmed what he has proven best, who he is: the new rockstar of RnB emerged from a modest soul singer to a wayward artist. 

As part of his Wildheart-Tour Miguel came to Germany, where he already is a household name as he has a huge diverse fan base here as well since his song „sure thing“. He knows how to entertain especially the women, when he performs on stage with his sexy and rocky attitude, simultaneously asking his fans to promise to not fit into the norm before performing „what’s normal anyway“. Dressed in white leather Miguel has become a star, who is able to fill the space. With a topless body he sings himself into the hearts of his audience. And he knows to dance with the Crotch-Grab. Like an angel from Los Angeles, who likes to sin. His album is a matter of sin and love anyway. And his whole album is a book of poems. Before the concert in Frankfurt, I met inside of the tourbus in contrast a too boyish to be 30, but too grounded to be not handsome down-to-earth but charismatic Miguel.You might inhale every word that comes from a “free spirit and a wild heart”. In our interview for AMY&PINK, answering like a poet, speaking like a singer, Miguel gave us the chance to join his thoughts on his album Wildheart, L.A. and his very own personal journey of life and love.
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Auf Instagram postete meine 16-jährige Cousine vor einigen Tagen in ihrer Story mal wieder ein Bild von sich, in gewohnt cooler Pose vor ihrem Spiegel in Chucks und einem blumigen Haarkranz wie er von vielen Mädchen als Feature zur Verschönerung und Umspielung angewendet wird. Ich schickte ihr als Antwort ein paar Emojis, die sie beschreiben sollten: ein Smiley mit Sonnenbrille, ein rosa Herz, einen roten Kussmund und eine Prinzessin. Womit ich ihre Erscheinung im Gesamten eigentlich auch wahrnahm, war neben ihrem starken Selbstbewusstsein ihre Klugheit. Mir fiel ein, dass in der feministischen Theorie kritisiert wird, dass Mädchen oft Komplimente für ihr Aussehen gemacht wird, aber selten Lob, Wertschätzung oder Bewunderung für ihre Fähigkeiten.

Sie hatte schon mit einem Herzen geantwortet, aber ich wollte ihr noch zeigen, wie ich sie eigentlich sah. Also schickte ich ihr drei Brillen. Brillen, Symbole für Fleiß, Intellekt, Präzision, einem starken analytischen Seh- sowie Denksinn und zuletzt neben Intelligenz auch respektable Klugheit. Ich schrieb ihr, dass ich sie klug fand, und daraufhin sendete sie mir gleich zwei Herze mehr als davor.

Es erinnert mich daran, wie sehr es mich freute, wenn mir jemand sagte, ich sei klug oder intelligent oder kritisch. Es ist mir nicht oft im Leben passiert. Ich habe unzählige Male gehört, wie hübsch oder schön ich sei. Es ist nicht so, dass es mich nicht freute, ich höre es sehr gerne, aber ich bin ehrlich: das Gefühl, das in mir eine Bewunderung über eben jene Eigenschaften auslöst, ist nicht im Geringsten damit vergleichbar. Ich habe mich jedes mal so unglaublich stark gefühlt, wertvoll und existent, als man mir sagte, ich sei klug. „Hübsch“ oder „schön“, so geschätzt, attraktiv und elegant man sich für sein Aussehen auch vorkommen mag, es hat so etwas Verfliegendes und gleicht einer Momentaufnahme. Du könntest es im nächsten Moment nicht mehr sein, weil die Zeit vergeht, du unsicher bist über dein Aussehen oder nicht präsent. Aber das Gefühl, reflektiert zu bekommen, dass du etwas kannst, „klug“, „intelligent“ oder „talentiert“ bist, bleibt lange bestehen. Es ist eine eigene Zuschreibung für die Identität, die ein Leben lang bestehen bleibt und stärkt.

Ich hatte dieses Gefühl genau fünf Mal. Ich erinnere mich an jedes einzelne Mal. Ich weiß ganz genau, von wem sie kommen, wann und wie sie mir gesagt wurden. Es waren bisher immer Männer, Familienangehörige ausgeschlossen. Von Journalisten, von Männern im „Date“ und auch einem Lehrer. Fünf Mal. Auch wenn ich es nicht die ganze Zeit hören muss, es ist zu wenig. Hätte man mir in der Schule das Kompliment öfter gemacht, ich hätte damals nicht so sehr gelitten. Denn aufgrund meines Äußeren wurde ich von meiner Deutschlehrerin abgewertet. Weil sie weder meine Kultur, noch meine Person verstand und ziemlich deutsch, den Aufwand, den eine Frau für ihr Aussehen aus Interesse und Wohlbefinden betreibt, verachtete, um sich nur ein wenig später selbst die Haare blondieren zu lassen. Als ich noch zur Schule ging, war es nicht so selbstverständlich wie heute, sich als junges Mädchen zurecht zu machen, zu schminken, modisch anzuziehen. Aber auch abgesehen davon: Lehrer wollten mich immer wieder loswerden, ob ich nun gut war oder nicht. Sie sagten mir zwar, ich müsse mehr geben, aber sie ermutigten mich nie mit meinen Fähigkeiten. Ich bin mir nicht sicher, ob sich auch das heute geändert hat.

Ich musste mich jahrelang dumm fühlen, das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein, zu scheitern. Es waren oft Frauen, die mein Können untergraben wollten. Lehrer, Professoren, die weder mich noch andere ermutigten. Ich habe mit der Zeit trotzdem an mich geglaubt, meine Erziehung verhalf mir dabei, das Ziel und Ideal zu haben, zu wissen, zu hinterfragen, etwas zu können. Und zuletzt auch mithilfe der Kommentare der Männer.

Aber gerade auch von Frauen sollte man öfter hören dürfen, was man kann, denn Frauen können immer anderen Frauen Vorbilder sein, die es gerade in dieser Gesellschaft noch viel zu wenig gibt. Auch für Männer.

Solange man jungen Frauen nicht sagt, dass sie etwas können oder etwas sind, das wertvoller ist als ihr Aussehen, werden sich Frauen auch nicht viel Mühe geben, Anerkennung für Eigenschaften wie Intelligenz, Klugheitoder Fleiß zu erhalten. Nicht nur, dass es das eigene Ich untergräbt, nein, es hemmt sogar die Mädchen ihn ihren jungen Jahren erst Recht nur. Denn wieviel Zeit würden Frauen in ihr Können stecken, lesen, sich weiterbilden, anspruchsvollen Interessen nachgehen, sich selbst verwirklichen und vom Korsett der Schönheit befreien, wenn man ihnen nur sagte, dass sie klug sind, statt schön.

*Auf dem Bild ist Katherine Johnson zu sehen, eine amerikanische Mathematikerin, die maßgeblich an der Berechnung der Flugbahnen des Mercury Programms sowie dem ersten Mondflug beteiligt war. Ihr Leben wurde 2016 neben das anderer zwei afroamerikanischen Mathemathikerinnen im Film „Hidden Figures“ verfilmt, der mitunter von Pharrell Williams produziert und musikalisch untermalen wurde.

balat

Im Sommer des Jahres 2015 besuchte ich zum ersten Mal das wundersame Viertel Balat in Fatih Istanbul. Es ist eines der alternativen, aber bunten Bezirke, die viel Geschichte in sich tragen und weiterhin dabei sind, sich sehr facettenreich zu entwickeln. Gerade auch das Kreativpublikum liebt den Bezirk.
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