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pastelblau rochasNach der vergangenen längst vermissten Weiblichkeit, schien sie bei ihrer langsamen Rückkehr mit ihrem größten Vorurteil zurück zu schlagen. Rosa, eine Farbe so schwach und einfühlsam zugleich, wie sie dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird, verbreitete sich letzten Winter unter der Masse wie ein gefährlicher Nebel. Als gefährlichen Nebel müssen ihn jene wahrgenommen haben, die Geschlechterkategorien vor Allem die heterosexuelle Norm und die damit einhergehenden Ideale und Erwartungen kritisch betrachten. Dazu gehören auch die letzten altmodischen Feministinnen dieses Landes.

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Doch die weibliche Mode der südländischen Designer ist über Umwege auch in Deutschland angekommen. Nachdem ein rosa Mantel wie er bei Dior, Rochas und Celine zu sehen war, bot auch die spanische Kette Zara das unkonventionelle Stück an. Doch mit dem Pastell-Trend, der bereits im Sommer 2012 bei Chanel und Louis Vuitton begann, möchte es nicht aufhören. Derzeit hängt ein pastellblauer Mantel in den Boutiquen Zaras. Eben jene Farbe gab es auch diese Woche in Paris bei Rochas zu sehen. Glaubt man den Prognosen einiger Designer wie Rochas und Sonia Rykiel, so werden sich Mäntel, Kleider und Tops in diesen Farben auch im Winter noch verkaufen.

sonia rykiel2Fest steht, dass zu diesem Zeitpunkt die Macaronfarben in der Masse angekommen sind und diesen Frühling und Sommer viele Frauenkörper zieren wird bis man sich an den Farben satt gesehen hat.

Warum diese Farbe sich so ausbreitet? Noch vor gerade mal 30 Jahren hätten vermutlich die meisten dieser Frauen im Alter von 20 – 30 die ersten Strampler in Babyblau und Babyrosa ausgesucht. Heute sind viele dieser Frauen mit ihrem Studium oder ihrer Arbeit beschäftigt, das Kinderkriegen ist längst nach hinten geschoben. Ob sie lieber Babyblau oder Babyrosa tragen möchte, das fragen sich jene nun sich selbst. Der Traum vom Kinderkriegen ist damit einer, der in der Ferne liegt, aber dennoch tief im Innern. Pastellfarben sind damit vielleicht auch der Ausdruck nach dem Kinderwunsch, aber an erster Stelle zeigen sie doch die Veränderung, die dem weiblichen Geschlecht dieser Zeit mit ihrem Körper und ihrem selbstbestimmten Leben widerfährt. Pastellnuancen, die Leitfarben dieser Zeit, zeigen, dass das Alter 30 nicht einer Frau gehört, sondern den Mädchen. Pastellmädchen mögen Blümchen, Macarons und ziehen sich an wie Süßigkeiten als seien sie noch gerade Mal 10 Jahre alt. Wohlbehütet sind sie von ihren Müttern noch immer das kleine verwöhnte Kind. Naive Pastellmädchen, sie lassen sich Zeit beim Erwachsenwerden. Die Zukunft, gehört sie ohnehin nicht den Babys?

Bilder: Style.com

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