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Im Türkischen sagt man über einen Mann, der “glotzt”: öküz, was auf Deutsch “Ochse” heißt, aber nicht sehr nett gemeint ist. Eine Frau sagt es, wenn sie begafft wird, auch in der Türkei kommt das Hin und Wieder vor, wenn nicht andauernd. Mittlerweile aber muss ich einsehen, dass Deutschland da nicht fortschrittlicher ist. Hier glotzt jeder Mann eine Frau an, die er gut findet. Hat man aber die Frau gefragt, ob sie das will? Frauen glotzen ja auch nicht den ganzen Tag minutenlang andere Männer an. Sexuelle Belästigung über Körperkontakt ist ja schon ein Tabu, wie dürfte man sich da je über “harassment” mit Blicken beschweren? Mit Gutaussehen oder die-Blicke-auf-sich-ziehen hat das nicht viel gemein. Es ist sexistisch, aber nicht etwa, weil es Männer tun, sondern der weitverbreitete Irrglaube besteht, Männer dürften Frauen anglotzen bis sie nachgibt. Ob schüchtern, oder aufreisserisch spielt dabei keine Rolle.

Es gibt natürlich auch Frauen, die sich gerne von Männern verführen lassen. Mir fällt da eine Frau ein, die auf sozialen Medien sich gerne mit anderen Männern zeigt. Sie ist Journalistin. Und wenn sie die Gelegenheit hat, gutaussehende, prominente, junge Männer zu treffen, macht sie die gern mal an, Zwinker hier, Zwinker da.

Aber das ist zum Glück nur die Ausnahme. In “reicheren” Gesellschaften, nennt man sie ja eigentlich “Sugarmama”. Zurück zu den Männern auf der Straße. Bei den Amerikanern nennt man das “Catcalling”, aber wie ein Video einer New Yorkerin zeigte, müssen sich die Frauen dort weitaus mehr Kommentare geben. Das aber dürfte hier auf “Deutschboden” nicht so gerne verbal geschehen, sondern mit Blicken. Und der nennt sich Sexismus.

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