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Wenn ich an High Heels denke, kommt mir als erstes die amerikanische Serie Sex and the City in den Sinn. Millionen von Frauen muss diese Serie vor den Fernseher gezwungen haben. Dabei wurden Frauen dargestellt, wie  es hätte klischeehafter nicht geschehen können. Dass ihre sexuelle Freiheit zu einer Entwicklung der Situation der Frauen beigetragen haben soll, mag ich schwer bezweifeln. Als Pseudo-Feminismus habe ich das Konzept der Serie verstanden, wie die britische Feministin Laurie Pennie. Im Interview mit SPON erklärt sie, dass lediglich die westliche Frau, die in einer „Wohlstands-Enklave“ mit Nanny an der Seite, diesen Lebensstil lebt. Dem möchte ich hinzufügen, dass das manifestierte, kategorische Bild der Frau, die sich über Modetrends definiert, und damit nur in dieser eingeschränkten Hinsicht ihre Kreativität auslebt, tatkräftig unterstützt wird.

Selbstverständlich trägt sie High Heels, was in der neuen Serie „Girls“ weniger vorkommt. Zwar mag ich diese Serie ebenfalls nicht als Generationsserie ansehen, und ebenfalls so hochloben, wie alle anderen Journalisten. Doch die Art, wie sich die Protagonistn Hannah Horvarth ganz real, keinesfalls geschönigt, mit ihrer Situation als Drehbuchautorin und junges Mädchen jenseits der dominierenden Schönheitsideale präsentiert, ist bemerkenswert.

Gerade auf das omnipräsente flache, sportliche Schuhwerk möchte ich eingehen. Der Fuß etlicher Mädchen wird von Sneakern geziert. Barbara Russ erklärt auf Modabot die neue Sportlichkeit mit dem steigenden Körperbewusstsein, wie auch der Ernährungsumstellung. Auch Journalistin Jennifer Wiebking machte die Beobachtung, dass ein gutes Leben, und damit eine gesunde Ernährung und Sport für den Menschen in der westlich, wohlhabenden Gesellschaft immer wichtiger wird.

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Warum der Sneaker ebenfalls gerne getragen wird, möchte ich auch aus feministischer Sichtweise erklären. Der Sneaker, der in Kombination mit enger Röhrenjeans und Lederjacke gerne getragen wird, erklärt zudem auch die sexuelle Freiheit der jungen Mädchen. Eine Jeans, die die Silhouetten gänzlich offenbart, ist keine Begleiterscheung der Emanzipation im altmodischen Sinne. Sie stellt nicht in erster Linie eine arbeitstüchtige Frau dar, die sich der gedanklichen Arbeit statt häuslichen hingibt, sondern eine aufreizende, natürlich – weibliche Form der Frau selbstbewusst zur Schau stellt.. Diese Kombination, wie sie oft junge Schulmädchen in Deutschland tragen, hat den Anspruch, die Trägerinnen sexy und weiblich wirken zu lassen. Damit sexualisieren sich die Trägerinnen und werden zum Objekt. Da die Mädchen aber zur Schule gehen und demnach womöglich studieren werden, lassen sie sich nicht auf ihr Geschlecht reduzieren. Die kanadische Autorin Elizabeth Semmelhack erklärt den High Heel als erotischen Schuh, der im 19. Jahrhundert die Modewelt eroberte, bevor er vorher die Füße nackter Models auf französischen Postkarten schmückte. Das Schuhwerk ist damit ein erotisierendes Accessoire, auf das verzichtet wird. Warum der Schuh erotisierend wirkt, erklärt die biologische Anthropologistin der Rutgers University, Dr Helen Fischer. Der Schuh nötige Frauen mit gewölbtem Rücken und vorspringenden Hintern in eine „natürlich werbende Pose“, wie es anhand Säugetiere erforscht wurde.

Dass aber selbst in Clubs heutzutage Frauen vermehrt in Sneakern statt High Heels erscheinen, kann damit erklärt werden, dass in jenen Gesellschaften die Ungleichheiten zwischen Frauen und Mannern im 2-Geschlechtermodell abnehmen. Feministin Sheila Jeffreys behauptet, der Schuh zeige nicht nur, dass er von Frauen getragen wird, um den Mann zufrieden zu stellen, sondern bereite ihnen auch Schmerzen und verhindere auch das Wegrennen bei Gefahr. Um die Lücke der Macht zwischen den Geschlechtern zu kompensieren, seien Frauen ebenfalls gewzungen den Schuh zu tragen.

Wenn der High Heels also vom Sneaker ersetzt wird, so heißt das, dass sich die Ungleicheiten, solange nicht allzu sehr mit anderen Kleidungsstücken auf die Geschlechtermerkmale reduziert wird, verringern. Da jene auch studieren, ist es ihnen nicht mehr vorbehalten, nur für die Hausarbeit tätig zu sein und als Gebährmaschine und Lustobjekt des Mannes zu fungieren . Auch wirken Frauen mit dem Schuh selbstbewusster auf dem Boden, und vermeiden die Wahrehmung als „schwaches Geschlecht“. Somit vielleicht unter jenen Bedingungen womöglich doch eine feministische Errungenschaft.

Quelle: BBC News, Spiegel Online, Modabot Bilder: http://static.feber.se/, http://allerretour.org/

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