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Plus Size

Die französische Nationalversammlung möchte ein Gesetz zum Model-Mass-Index verabschieden, um Unterernährung zu bekämpfen. Die Industrie ist dabei, Plus-Size Models zu etablieren. Doch wie effektiv ist die Bezeichnung “Plus-Size”, wenn es darum geht, verschiedene Körpergrößen und Formen als Schönheitsideal zu akzeptieren?

Ein australisches Model kämpft derzeit mit der Organisation “droptheplus” gegen die Bezeichnung, womit sie auf großes Echo zustieß. Stefania Ferrario erklärte mit einem Posting auf Instagram, dass sie ein Model ist und auf das Label “Plus Size” verzichten möchte. Die Bezeichnung “Plus Size”, die ab Größe 4 (in europäischer Größe 36) von der Industrie vergeben wird, kritisiert sie deshalb, weil es für Mädchen schädlich sein könnte, ein Model so zu nennen. “Plus” heißt nämlich mehr als die Norm.  Sie ruft dazu auf, Models aller Formen Größen und Ethnien zu haben, und “beirrende Labels” zu unterlassen. Sie fühle sich nicht stolz, “plus” genannt zu werden, sie fühle sich aber stolz, ein Model zu sein.

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Auch Marken wie H&M oder ASOS haben bereits Plus Size Models eingeführt, doch was ist mit all dem, was dazwischen ist? Calvin Klein engagierte bereits letztes Jahr Model Dalbesio für eine Underwear Kampagne, wozu die amerikanische Elle sie als  “in-between” Model bezeichnete.

Es scheint demnach unverzichtbar, auf Kategorien zu verzichten.

Gerade als Gegenbewegung zu den ultra dünnen Models ist der Begriff “Plus Size” nicht zu umgehen. Erst, wenn sich von Zeit zu Zeit die vorerst ungewohnten Körperformen der “Plus-Size” Models etabliert haben, wird es möglich sein, diese nicht mehr als unnormal zu betrachten. Letztlich sind Kategorien in erster Linie nichts als neutrale Beschreibungen. Aber gerade Plus-Size impliziert eben doch, dass es mehr, also fast “zu viel” ist. Dass mehr Körpergewicht an sich als unästhetisch empfunden wird, ist nicht nur das Ergebnis der Modeindustrie, sondern auch der Einfluss der bestrebten Gesundheit, Sportlichkeit und dem beruflichen Erfolg. Gerade auch welches Bild ein Unternehmen bzw. eine Kultur und Gesellschaft von Geschlecht hat, ist von großer Bedeutung. Die Frau als Sexualobjekt einerseits, als Subjekt mit eigener Bestimmung andererseits ist in der Gesellschaft nicht gern gesehen. Das lange, schmale Model präsentiert in ihrer zarten Körperhaltung damit auch die noch immer geforderte Unschuld der Frau. Stefano Ferrario vertritt nicht nur als Model mehr Masse, sondern eben auch eine Stilrichtung, die sexier, und weiblicher ist, womit sie an Pin Up Mädchen erinnert.

Stefano Ferrario kämpft jedoch in erster Linie auch für gesündere Vorbilder junger Mädchen. Und da hat auch die Mode(l)industrie nach wie vor einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung von dem, was als schön und was als hässlich gilt. Die Abschaffung der Bezeichnung Plus ist bereits der erste Schritt für die Gesundheit der Mädchen, ganz egal, ob sie mehr um die Rippen haben, oder konchendünn sind.

Bilder: Snapshot Instagram Stefania_Models, Calvin Klein

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