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Ich träume gerne. In Kleidern, von Kleidern. Die Wellen meines Rockes schlage ich selbst, um nicht im Rhythmus des Meeres zu ertrinken. Das Weiß, ich habe es der Priesterin gestohlen. Das Rosé, ich stahl es den Rosen. Das Elfenbein, ich stahl es den Elefanten. Der Mensch, der nichts in sich sieht, sieht seinen Körper am liebsten beschmückt.

Ich träume gerne in Kleidern von Kleidern. Von den Orten, an denen ich sie tragen könnten, von den Gesprächen, in die sie mich einladen könnten, von den richtigen Worten, von denen sie fallen könnten. Als orientalische Königin, als europäische Elfe. Der einsame Stoff erzählt Gedanken, wenn Schweigen triumpiert, weil meine Verlegenheit nicht anders kann. Aber was wäre ich nur für ein einsamer Mensch, wenn ich nicht träumen könnte? Wer kann schon der trockenen Wahrheit des Realismus entgegen blicken, ohne sich selbst zu entführen.

augen zu und durcheinsWie ein jeder versage ich tagtäglich als Abhängiger, der nur einen Weg kennt, denn ich kann auf diesen Stoff nicht verzichten. Doch ich kann auf diesen Stoff nicht verzichten. Er befreit mich von meinen Ängsten so schön, so schön. Nichts auf der Welt befreit mich so schön von den Sorgen dieser Welt wie dieser Stoff. Es ist diese fatale Geschichte im Leben, die vorher zu sehen ist. Was das Leid nicht empfinden lässt, führt zu noch größerem Leid. Mag der Stoff Träume erleben lassen, so entfernt er dich von ihnen. Es sind nichts als Illusionen von diesem Stück Liebe, die dieser Stoff zu bieten hat. Das Gefühl liegt in der Realität, dort, wo dein Herz nicht findet.

bild 1 kleinRock aus Crêpe in Rosé und Seiden-Volants Bluse in weiß genäht von meiner Anne Songül Toprak.

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