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Was Punk in den 70-ern war, ist heute Hiphop- All Black Everything, Islam und Berghain

Für die FAS schreibt Mareike Nieberding über „Das Neue Schwarz-Islamistischer Dresscode“, das die Parallele zwischen dem aktuellen Trend der Designer-und Hiphop-Szene und der meist gefürchtesten Weltreligion schlägt. So interessant jene Beobachtung ist, so könnte die globale Wechselbeziehung beider Strömungen zwar Grund für die schwarze Uniform sein, doch sind weitere Faktoren für diese Ästhetik und ihren Ursprung verantwortlich.

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All Black Everything – die Bewegung und Popularität der Afro-Amerikaner

„Das neue Schwarz“, das der Autorin zufolge ganz richtig von Rappern wie A$AP Rocky getragen und von Designern wie Rick Owens entworfen wird, hängt nicht nur mit dem düsteren Kleidungsstil der frommen Moslems, Isis-Anhänger und Salafisten zusammen, sondern auch mit der afro-amerikanischen Bewegung und dem Empowerment jener Kultur. Mit der Wahl des Präsidenten Barack Obama als erster schwarzer Präsident kam für die afro-amerikanische Kultur Hoffnung auf. Doch erst kürzlich hat der Fall um Ferguson die Nation erneut gespalten: ein unbewaffneter schwarzer Junge wurde von einem weißen Polizisten erschossen, der Täter blieb ungestraft. Michael Brown ist einer von vielen, deren Schicksal aufgrund ihrer Hautfarbe tödlich endet. Noch immer herrscht Ungerechtigkeit gegenüber der schwarzen amerikanischen Bevölkerung. Ihre Revolution ist noch lange nicht beendet. Ferguson demonstrierte Tage lang gegen den Beschluss. Auch viele Rapper kritisierten das Gerichtsurteil öffentlich. Gerade Rapper wie Kanye West und Lupe Fiasco sind es, die den All-Black Everything Look mit ihrem politischen Einfluss initiiert haben. Aus ihren politischen Zeilen wurde ein Trend.

Auch Weiße kleiden sich von oben bis unten in Schwarz und nehmen damit eine Hautfarbe an, die seit jeher diskriminiert wird. Um die Diskriminierung von Schwarzen und verschiedenen Körpernomen ging es auch Rick Owens bei der Präsentation seiner Spring 2012 Kollektion.

Was der Punk in den 70-ern war, ist Hiphop heute. Denn Hiphop ist nach wie vor politisch, leistet Widerstand und bewegt Millionen Menschen weltweit.

Und warum ist weder der alte Punk noch Gothic oder Rock aktiv? Die Frage, warum diese Strömung einschließlich der Modeströmung verschwunden ist, beantworten die Inhalte des politischen Hiphop.

https://www.youtube.com/watch?v=yVA-xTBeHyM

Das Lied „Run this World“ aus dem Jahr 2009 thematisiert mit den Zeilen All Black Everything viel mehr auch die Macht des Plattenlabels des nahezu einflussreichsten Rappers Jay-Z. Hier wird deutlich, dass die schwarze Uniform tatsächlich wie die Autorin es beschreibt als Kriegsgewand und Metapher für das Böse zu verstehen ist.

Die Farbe Schwarz jedoch hat der Hiphop damit nicht unbedingt den radikalen Moslems entliehen, sondern viel eher  ihrer eigenen Hautfarbe, und ihrer eigenen Revolution.

Für Berliner Schüler mag der Stil der Isis-Kämfer jedoch interessant sein wie Niebering beobachtet. Doch wird von Berliner Schülern gesprochen, muss eben auch stark unterschieden werden: Sind es Anhänger des afro-amerikanischen Hiphops oder Anhänger des Islams, die vermutlich ebenfalls überwiegend Hiphop hören. Ihre Schnittstelle in jedem Fall ist der Hiphop. Auch Migranten fühlen sich diskriminiert wie aus den Zeilen des deutschen Rappers Shindy hervorgeht, und übernehmen auf der einen Seite den Stil der Amerikaner, auf der anderen Seite den Stil der frommen Moslems. Das wird besonders mit Rapper Bushido deutlich, der sich als frommer Moslem mit Bart inszeniert und seine Beziehung zu Berliner Moscheen pflegt, gleichzeitig der deutschen Regierung droht. An dieser Stelle geht wie im Artikel der FAS beschrieben, der Stil ineinander.

Health Goth – Glaube und Technik

Beim erwähnten Healt Goth spielt bei der Entstehung besonders der Sport und die Technik eine maßgebliche Rolle. Unter Basketballshorts werden dazu schwarze Leggins kombiniert, die Waden betont. Alexander Wang gehört auch mit seiner aus verschiedenen Sportartiten inspirierten H&M Kollektion zu den Erfindern des Health Goth. Daraus könnnte sich schließen lassen, dass Sport zu einem düsteren Glauben geworden ist. Rick Owens jedenfalls ist bekannt dafür, dass er sich mit Sport aus seiner Drogensucht befreit hat. Designer wie Owens gucken sich viel mehr als die Farbe auch den Schnitt ab. Doch die Parallele besteht darin, dass auch diese Gruppe ihren eigenen Glauben hat. Bleibt man beim Hiphopper ist es der Glaube an Gerechtigkeit im Schwarz-Weiß Konflikt, betrachtet man Health Goth ist es Gesundheit, Sport und Technik. Interessanter ist im Bezug auf die islamische Religion die Frömmigkeit des Health Goth und der Bart des Hipsters, die sich in der Erscheinung des einen oder anderen Moslems wiederfinden. Indem der längst veraltete Begriff Hipster genutzt wird, verdeutlicht sich an dieser Stelle, wie verschiedene Stile ineinander gehen und die Konstruktion und Verfolgung des Ursprungs sich erschwert.

Die Schnitte der frommen Moslems jedenfalls entsprechen einer Kleiderregel, die nicht nur von der Frau erwartet, den Körper zu bedecken, sondern auch vom Mann. Interessant ist schlussfolgernd die Frage, wie fromm und gläubig jene Jugendkultur ist. health goth

Berghain, Techno-Ghetto und Moslems

Jener Stil ist selbstverständlich nur eine Subkultur. Mit dem Berliner DJ Emal Barikzay tauschte ich mich über einen expliziten Dresscode in der deutschen Hauptstadt aus. Als ich ihm sagte, der damalige Hipster (mittlerweile Health Goth) ähnele vielen Moslems, schickte er mir das obenstehende Bild. Die abgebildeten jungen Leute erinnern gerade auch durch ihre Erscheinung als Gruppe an ihr muslimisches Pendant. Dieser Stil könnte auch deshalb in der deutschen Hauptstadt zu erkennen sein, da der „Berliner Underground“ sich gerne mit Goldkettchen an den Dresscodes des islamischen Berliner Ghettos bedient. Oder einfacher: als Kopie eines Stils, der überweigend auch in London zu sehen sei. Doch auch ihre Darstellung ist sakral, als stelle die Welt des Berghains zur Zeremonie des Lebens eine Kirche da. Aber auch da muss im Publikum unterschieden werden: lassen sich manche in Basketballtrikot blicken, so erscheinen manche in einem trashigen Ghetto-Stil.

Ob Musik, Religion oder Politik, wer auch immer den schwarzen Einheitslook erfunden hat: Am Ende landet er auch beim Modemenschen.

Bildquelle: (1) http://theuptownlounge.com/wp-content/uploads/2012/01/asap-rocky-interview-magazine-8.jpg (2): widerzufinden auf Instagram emal_b

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5 Comments

  1. Interessant, wie du die Paralleln zwischen Hip-Hop, Health Goth, und dem Islam herausgearbeitet hast und welchen Effekt alle drei auf die Mode der Berliner Jugend hat. Ich habe mich erst vor ein paar Wochen mit Health Goth auseinander gesetzt und in dem Zusammenhang auch mit der Alexander Wang x H&M Kollektion und welche Implikationen diese Modeerscheinung hat. Du hast es gut ausgedrückt, der Glauben an das Düstere des Sports und der Gesundheit. Ich habe u.a. gelesen, dass die schwarze Kleidung ein Ausdruck des Gefühls von Traurigkeit sein soll.

    Dein Argument gefällt mir gut, da du als Kern dieser Bewegungen den Glauben voranstellst. Klingt für mich logisch, die Frage die sich dabei stellt: machen sich Hipster darüber überhaupt Gedanken? Ich würde behaupten, Nein.

    1. Meltem says:

      Hey Yasmin, die Autorin des verlinkten Artikels hat dies bereits getan, ich habe versucht ein paar Beobachtungen an dieser Stelle miteinzubeziehen, da ich mich in den letzten Monaten auch mit diesem Thema auseinandergesetz hatte.
      Ja, es soll ein Gefühl der Trauer darstellen, aber woher diese kommt, scheint noch etwas unbegründet, weshalb ich diese Interpretation des Health Goth nicht mit aufgenommen habe.
      Dass sich die meisten über ihre Kleidung so arg Gedanken machen, bezweifle ich. Schade finde ich nur jene, die es tragen, weil es andere tun, von denen sie wiederum nicht wissen, weshalb.

  2. Michael Brown ist einer von vielen, deren Schicksal aufgrund ihrer Hautfarbe tödlich endet.

    Hier war wohl weniger seine Hautfarbe als sein Verhalten dem Polizisten gegenüber die Ursache für diesen Ausgang. Lesen Sie nicht?

  3. Korongo says:

    Von Punk haben sie keine Ahnung.Punk hiess Freiheit und nicht irgendwelche Islam Regeln oder Macho
    getue.

    Und diese „Stammeler“ als Rapper zu bezeichnen ist eine Beleidigung für jeden Rapper.Diese Typen stammeln vor sich hin und können nicht mal reimen.

    Und dieser Satz „Auch Weiße kleiden sich von oben bis unten in Schwarz und nehmen damit eine Hautfarbe an, die seit jeher diskriminiert wird. “ ist an lächerlichkeit auch nicht zu überbieten.Mit Kleidung nehme ich also eine Hautfarbe an…was haben sie geraucht?

    Und wenn Kanye West mit Black Skinhead so tut als es ein Oxymoron wäre können viele Schwarze Skinheads auch nur lachen,denn die gab es schon von Anfang an.Sogar in Deutschland gab und gibt es welche und ja die hängen mit Weissen Skinheads ab und hören sicherlich kein HipHop.

    Also alles in allem ist der Artikel FAIL.

  4. Please do not glorify Islam or make comparisons with this fashion movement, I hope to goodness that Islam’s dark controlling, homophobic, mysoginistic, women-abusing, paedophilic cult is the last thing they are thinking about when they get dressed! Performers like dancers, DJ’s, Fashionistas wear black because it is easiest to mix & match when traveling, it is slimming in photos, it doesn’t show up dirt like other colours, head to toe black looks smart & severe therefore making it intense, sexy, interesting… I abhor the fact that you have put a picture of that pig anjem choudary (who openly threatens and ensights murder) next to some normal fashion kids…. if it were up to anjem chowpig all clubs would be closed, all gay people stoned to death, all women’s faces covered, not allowed to work or study, child marriage… grotesque comparison the freedom & beauty of club kid culure. If they are representing Islam in some way they had better check themselves before they wreck themselves and everything about freedom we hold dear

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