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Mabel ist schon lange auf dem Radar der RnB-Fans, aber auch auf dem der Popfreunde des guten Radiogeschmacks. Die im andalusischen Málaga geborene britisch-schwedische Sängerin verfolgt zwar Trends um Afrobeat und Trapsound, die auch die spanische Sängerin Rosalía innehat, kennt ihre Wurzeln aber auch im klassischen RnB. Mit der Stimme einer Sade, als Tochter der funkig-poppig 90s Hiphop Sängerin und groovy Tänzerin Neneh Cherry, einem Vater, der mitunter für Massive Attack und die Sugababes Musik produzierte, hat Mabel die besten Voraussetzungen, das Beste aus sich selbst hervor zu holen. Continue reading ›

Wenn von Sexismus in Deutschland die Rede ist, scheiden sich die Geister. Die einen meinen, “sowas gibts hier gar nicht”, und die Anderen finden, “doch, und ob es den gibt, du siehst ihn nur nicht.” Und wo ist er sichtbar? Dort, wo er nur unsichtbar sein kann, hinter den Mauern der Arbeitszimmer der Unternehmen. Junge Frauen werden hin und hergeschickt, müssen Kaffee kochen, die Recherchearbeit leisten, für die sich die Männer oft zu schade sind. Die Figur wird ausgecheckt, die Kleider kommentiert, und dann, wenns noch schlimmer wird, angemacht und eingeladen.

Das Problem mit Unternehmen ist, dass sie denken, dass Frauen etwas von ihnen wollen und ihre Antwort darauf ist: “Nee, bekommste net.” Okay, und was wollen Frauen? Frauen wollen die selben Arbeitsbedingungen. Mehr ist es nicht. Die Köpfe jener Männer aber, die noch scheinbar in den 60ern leben, sind an die strukturellen Veränderungen nicht angepasst. Sie sind auch nicht aufgeklärt über die neuen Bestimmungsrechte und Möglichkeiten, die Frauen heute haben. Es mögen zwar nur kleine Nuancen sein, die Frauen sich noch in der Welt der Männer unter dem Feminismus erkämpfen wollen, augenscheinlich unterstützt werden Frauenvereinigungen häufigst auch, doch noch immer nicht dann, wenn Frauen die Gelände und Terrains betreten, die vornehmlich von Männern gemacht, bedient werden und im Glauben geführt werden, sie seien Eigentum der Männer: überwiegend die Arbeitswelt, und Macht, oder anders gesagt: Einfluss, Kontrolle und Führungsqualitäten wie auch analytisches Denken, die beansprucht werden, weil sie Männern zugewiesen werden.

Gerade wenn es auch um Sexismus geht, der sich über Kommentare äußert, oder Blicke, passiert es, dass auch da Vergewaltigungen als die eigentlichen Probleme des Sexismus genannt werden, was sie auch sind, was aber den anderen sexistischen Männern Recht ist, da ihre sehr viel kleineren Espakaden, die häufig kleinen Foltereien gleichkommen, unerlässlich ignorierbar machen. Das lässt das Anprangern nicht zu. Von Aufstiegs- und Entwicklungschancen sei erst gar nicht die Rede.

Es ist häufig verständlich, dass der Sexismus in Deutschland unter den Teppich gekehrt wird, oder noch besser: verleugnet. Oft heißt es dann, “neeee, wir sind hier nicht im Nahen Osten. Also Frauen dürfen hier Autofahren, und sie dürfen auch arbeiten, und, naja, sie dürfen sich im Zweifelsfall scheiden lassen, können abtreiben, oder auch Mutterschutz bekommen.” Fakt ist doch aber, dass das alles nur Vorwände von den Männern sind, die sich selbst an dem eigentlichen Sexismus in Deutschland, der sich in anderer Form äußert, beteiligen, davon profitieren und sich die Debatte, die ablenkt, zu Nutze machen. Continue reading ›

Als Candice Swanepoel vergangenen Dienstag in einem schwarz-weißen Kleid mit Herzausschnitt ihren Auftritt auf der Fashion Week Berlin hinlegte, muss man nicht schlecht gestaunt haben. Die südafrikanische Schönheit, die zur Unterstützung von Designern ihres Ursprungsland kam, erschien zum Auftakt von Kopf bis Fuß gestylt in einem eleganten Aufzug. Das Label hinter der sportlichen Robe: Paris Georgia aus Neuseeland. Die junge Marke eines starken Designerduos, dass die Weiblichkeit so nimmt, wie es ihnen gefällt, ist zurzeit der Liebling unter den Models und Stilvorreiterinnen auf Instagram. Von Kendall Jenner über Lily Alridge bis hin zu Olivia Culpo weiß sich jede Schöne mit Paris Georgia in Schale zu werfen und zu glänzen. Mehr davon!

Schönheitsoperationen sind in einer Zeit von Instagram, in der Stars den Followern so nah sind wie ihre Katze, gefragter denn je. Junge Frauen in ihren besten Jahren lassen sich trotz glatter, unporöser Haut ohne jegliche Anzeichen von “Alter”, also Gelebtem und Erlebtem, Säure ins Gesicht spritzen. Grund dafür ist zum Einen der Social Media Star, zum Anderen auch die inflationäre Verwendung der Hyaluronsäure. Jeder Kosmetikerin ohne jeglicher Ausbildung ist es erlaubt, zu spritzen. Die Kosmetikdienste, die zuvor nur von Ärzten, oder Heilpraktikerinnen ausgeführt werden durften, sind heute günstiger denn je. Während in den Anfangsphasen des neuen Schönheitstrends die Ergebnisse so ungewöhnlich und teuer waren, dass sie an Lächerlichkeit grenzten, sind heute die Preise und leider auch Resultate lächerlich schön geworden. Continue reading ›

APACHE 207 wurde anfangs belächelt, hat sich aber mittlerweile fest eingebrannt. In der Bravo gab es ihn zum Aufhängen als Poster, Sido, ein alter Hase des Games, hat mit ihm kollaborieren wollen. Man will ja am Zahn der Zeit bleiben. Rap ist für den ein oder anderen eben mehr zu Business als Kunst geworden. Zumindest ist Apache gerecht und anständig in der Etablierung seines eigenen, hart erkämpften Genres. Der Sound von Apache, ein Begriff, der übrigens aus dem Türkischen apaçi kommt und eine Anlehnung an den Indianerstamm Apache ist, macht sich nicht viel von Verurteilungen. Der legendäre Look des Salt Bae dürfte ihm da auch als Vorbild einen Gefallen tun. Nach Nusret zieht nämlich auch Volkan Yaman wie er bürgerlich heißt, seine Show ab. Ähnlich wie die meist türkischen Jungs in der Heimat seiner Eltern, die hinter dem eigenen Stil von Musik über Kleidungsstil bis hin zur Lebensanschauung stehen und diesen feiern. Das Revival der 80-er und des 90-er Bubblegum wie auch Happy Hardcore im Deutschrap hat er schließlich selbst miterfunden und durchgesetzt. “Apache macht Rap, in dem die Härte des so genannten Straßenraps auf den ironisch gebrochenen Kitsch von Cloud Rap trifft”, findet Christoph Möller beim Deutschlandfunk. Er erinnert damit eben auch an Rin, und den ersten Rapper, wenn nicht Urvater des Cloudrap Yung Hurn. Es stehen aber noch weitere Inspirationsquellen im Raum. Continue reading ›

Die Sportmarke Columbia hat eine neue Kollektion rausgebracht. Zum Auftakt des Jahres gibt es Klassiker neu interpretiert für das neue Jahrzehnt. Mit der 2020 Collection unter der Idee Recut & Remastered sind drei Jacken von insgesamten 9 Teilen entstanden, die uns an die sportlich-stylischsten Zeiten der 80-er und 90er erinnern. Regenjacke, Anorak und Fleejacke in orange, lila, und grün-blauen Farben. Die Kurzvideos lassen einblicken in den Prozess und stellen nacheinander mit fünf ihrer Art die neuen Jacken ihre neuen Icons vor. Kann man sich definitiv reinziehen. Wer übrigens neugierig ist, wer die coole, ältere Oma auf einem der Bilder zur Stilinspiration ist: das dürfte die Tochter des Unternehmens, nämlich Gertrude „Gert“ Boyle (1924-2019), sein. Continue reading ›

Die deutsche Parfümeriekette Douglas teilte vergangenes Jahr in einer Pressemitteilung mit, sie werde 70 Filialen aufgrund des stockenden Handels schließen müssen. Betroffen seien darunter auch Geschäfte in deutschen Innenstädten. Dies mag kaum verwundern. Denn in der heutigen Zeit konsumieren Jugendliche anders. Sie interessieren sich für Markenprodukte, sicherlich, aber sie achten darauf, wo sie hergestellt werden, wie sie hergestellt werden und vor allen Dingen, ob und was sie bewirken. Chemische Zusatzstoffe, die in Zeiten von Tschernobyl ringsumher gereicht wurden, Plantagen, die ausgeraubt wurden von Herkunftsländern, die seit jeher von Jugendlichen während und nach dem Abitur besucht werden, und zu guter letzt auch hinsichtlich der durch die Musikwelt des RnB und HipHop veränderten Schönheitsideale werfen bei jungen Menschen große Fragen auf. Wieso sollte man also jenes Produkt konsumieren, wenn es besser sein müsste? Continue reading ›