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APACHE 207 wurde anfangs belächelt, hat sich aber mittlerweile fest eingebrannt. In der Bravo gab es ihn zum Aufhängen als Poster, Sido, ein alter Hase des Games, hat mit ihm kollaborieren wollen. Man will ja am Zahn der Zeit bleiben. Rap ist für den ein oder anderen eben mehr zu Business als Kunst geworden. Zumindest ist Apache gerecht und anständig in der Etablierung seines eigenen, hart erkämpften Genres. Der Sound von Apache, ein Begriff, der übrigens aus dem Türkischen apaçi kommt und eine Anlehnung an den Indianerstamm Apache ist, macht sich nicht viel von Verurteilungen. Der legendäre Look des Salt Bae dürfte ihm da auch als Vorbild einen Gefallen tun. Nach Nusret zieht nämlich auch Volkan Yaman wie er bürgerlich heißt, seine Show ab. Ähnlich wie die meist türkischen Jungs in der Heimat seiner Eltern, die hinter dem eigenen Stil von Musik über Kleidungsstil bis hin zur Lebensanschauung stehen und diesen feiern. Das Revival der 80-er und des 90-er Bubblegum wie auch Happy Hardcore im Deutschrap hat er schließlich selbst miterfunden und durchgesetzt. “Apache macht Rap, in dem die Härte des so genannten Straßenraps auf den ironisch gebrochenen Kitsch von Cloud Rap trifft”, findet Christoph Möller beim Deutschlandfunk. Er erinnert damit eben auch an Rin, und den ersten Rapper, wenn nicht Urvater des Cloudrap Yung Hurn. Es stehen aber noch weitere Inspirationsquellen im Raum.

Mit dem Namen eines Motorradmodells und eines Kampfhub-schraubers erfüllt er die rhetorischen Anforderungen des Raps. Verbale Angriffe sind schließlich Teil des Ganzen, dass das dann wiederum meist nicht jugendfrei macht. Aber hey, who cares? Der ehemalige Kfz-Mechatroniker mit Ausbildung nach dem Abitur in der Tasche, steht er eben mit Leib und Seele für Kraftzeuge und Kraftausdrücke. Gelten neuesten Studien zufolge aber ohnehin nicht Schimpfwörter als ein Beweis für Intelligenz oder einen hohen Sprachwortschatz? ‘Sex mit dir’ lädt zwar fast zum Fremdschämen ein, aber wenn ein 22-Jähriger offen und ehrlich nach Erlaubnis fragt, dann ist das fast so fortschrittlich wie die Gesetzesgebung in den skandinavischen Ländern, die ein Fordernis mit “Ja” vor dem Geschlechtsverkehr voraussetzen. Ziemlich neu, und gleichbe-rechtigt, und jah, ehrlich, selbst für einen Rapper dieser Art. Die Tabulosigkeit dieses Jungen, mit dem schwarz-glänzendem Haar in Vintagejeans bleibt fürs Erste. Denn Apache ist nicht nur da, – die Rauchzeichen sind bereits auch aus der Ferne sichtbar.

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