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Miguel war zurück mit „War und Leisure“, und konnte schließlich nur mit Skywalker an der Seite von Travis $cott bestechen. Doch mag der psychedelisch anmutende Song auch ein Sommerhit gewesen sein, er entsprach nicht ganz dem klassischen Miguel-Sound. Mit dem neuen Feature zu Ty Dolla $ign, und Rich the Kid lässt man dem RnB-Rockstar aber dann doch wieder den Raum, den er braucht, den RnB-Raum. Dass seine Stimme wie Zucker und Honig ist, schrieb ich bereits. Dieses Mal verleiht seine geschmeidig süßliche Stimme dem Ensemble die nötige Prise Pfeffer, oder sagen wir besser Superfood Kurkuma? In jedem Fall ist der afroamerikanisch-mexikanische Sänger nach spanischen Versuchen sich selbst treu geblieben. Miguel probiert sich gerne aus, und genau deshalb findet er auch immer wieder zu sich und seinem eigenen Sound zurück. Mitgeschrieben und produziert wurde der Song unter Anderem auch von Rex Kudo und Rupert Jr. Thomas. Miguels eigene Vocals lassen sich aber eindeutig erkennen mit „I wanna ride to Los Angeles…I like the sound of my name on your tongue“. Der Songwriter ist eben der bessere Schreiber, der wahrhaftig nur schreibt, wenn er denn wirklich kann. Miguels Partnerin Nazanin Mandi hat sich derweil ihren ersten Song produzieren lassen, von – wen wundert’s – Miguel. Und so gut sich der eine Ehepartner anhören mag, so schlecht singt leider der andere. Ehe ist kein Garant zum Erfolg. Mehr als die klassische Ehe hat Miguel aber den Stil, den es braucht, um an die Spitze zu kommen. Nicht nur modisch, sondern auch und ganz besonders mit Talent und Charme. Ranhalten muss er sich dennoch, denn für einen Künstler gibt es nichts Wichtigeres, als sich mit der eigenen Musik auseinanderzusetzen, und eben jener, die machen will. Miguel will den Erfolg noch mehr aber verdient er ihn, und wird die Massen erreichen können. Wenn nicht die Zeit, sondern seine reif ist!

3,7 Mio. Aufrufe in nur vier Tagen. Jorja Smith ist zwar kein Geheimnis mehr, und doch mausert sie sich langsam langsam, doch ziemlich steil nach oben an die Spitze mit nachhaltigem Effekt. An der Seite von Afrikas Superstar Burna Boy hat sie den neuen Sound zu „Be Honest“ kreiert, nachdem sie ihr tatsächlich sehr viel ruhigeres Debütalbum „lost and found“ veröffentlichte. Sie ist damit eine der jungen Generation englisch-sprachiger Künstlerinnen, die derzeit aktiv mit afrikanischen Musikern zusammen arbeitet statt sie zu zitieren wie es häufig der Fall war. Globalisierung und der langersehnte Schachzug aus einer Debatte um kulturelle Aneignung paaren sich dann doch recht einfach mit Jorja Smith und Burna Boys charakteristischem Sprechgesang, woraus sich letztlich trotz des kleinen Einschubs ein recht gelungenes Feature zu ergeben haben scheint.
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Ein wenig Frauenfeindlichkeit steckt darin, ein wenig Wahrheit, das ist Capo, der kleine Bruder von Haftbefehl, der in die Deutschrapszene so richtig Wind geblasen hat. Denn er hat den Flow, ähnlich wie Haftbefehl, und er hat das Bewusstsein, sein eigenes musikalisches Ding zu machen. Zwar ist er ebenfalls auf den Autotunezug gesprungen, aber seine Beauts wahren noch immer die Authentizität durch 80-er und 90-er Beats, und vor allem seinen erstklassigen Album „Alles auf Rot“.
Letzteres machte ihn so eigen und zeigt seine klare Stellung im Deutschrap, die wäre: alternativ. Ob es seine Idee war, für den zweiten Release des kommendes Capimo-Albums (Zusammenschluss der Rapper Capo und Nimo) auf einen Beat, der nicht ähnlicher als Miami von Will Smith sein könnte, drauf zu ziehen? Man weiß es nicht. Fakt ist, seine Stimme und sein Flow dazu harmonieren, und damit wäre er auch wortwörtlich ein wenig die bessere Hälfte Capimos. Das macht aber nichts, denn Nimo leitet ein, spricht die flacheren Worte, auf die man im Deutschrap ungern verzichtet und hat die schöne Singsang-Stimme. Capo widmet sich da – ein wenig älter wie er ist – eher den harten Worten zu, und machte das ganze dann auch erwachsenenreif. Ob sich Capimos Album, das in der Szene mäßig gefeiert wird, beweisen wird, zeigt sich in der Zukunft. Sicherlich aber veranlasst es einen Capimo, die nächsten eigenen Klassiker raus zu hauen. Solange heißt es „Another Day, Another Date“!

Rüsselsheim represents…Mero, der 18-jährige Enes Meral übernimmt gerade die deutsche Rapszene. In einem Neuköllner Hummus & Falafelladen droppt einer von vier Jungs den Namen Mero, als ich sage, ich komme aus der Rap-Hochburg Frankfurt-Offenbach mit Rappern wie Celo&Abdi, Haftbefehl, Capo, Nimo, Hanybal und Azzi Memo. Continue reading ›

Bushidos Ersguterjunge Signing Samra hat neulich ’n mega Hit rausgehauen. Gangstershit mit Gefühlen. Cataleya, man weiß nicht genau, ob er sie liebt oder hasst. Womöglich eine Hassliebe.

Wie Cigdem Toprak für die Welt schrieb: Rap heute ist romantischer denn je. Wenn auch immer noch gewalttätige Stilmittel genutzt werden; im Blickpunkt ist Liebe, das La dolce vita, und der eigene Erkennungswert. Es scheint, die Jungs, die ja doch problematischer in diese Gesellschaft integriert sind, kommen an, und das auf gutem Wege allemal! Continue reading ›

Meine neueste Entdeckung, auf die ich ganz persönlich stolz bin. Nach einer Playlist zu Jorja Smith & Co. stolperte ich auf Youtube über Lolo Zouaï, die gebürtige Französin zog es im jungen Alter nach Amerika, und heute mixt sie gekonnt beide Sprachen. Warum auch sollte man das Französische, eine der meistgeliebtesten Sprachen der Welt, links liegen lassen? Und dazu singt sie eben einfach ein wenig im Chanson-Stil, neumodisch, und sagen wir retrohaft modern. Ich liebe wie sie so Wörter wie Inshallah benutzt wie aus ihrem Hitsong „Desert Rose“ zu entnehmen ist. Ein anderer Hit ist: „High Highs to Low Lows“ indem sie, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ehrlich von „not just minimum wage“ singt. Herrlich ehrlich! Gibt ein gutes Gefühl für eine aus der Y-Generation, really! Continue reading ›

Nimo hat das Talent, deutsche Wörter auszusprechen, als seien sie von einer anderen Welt. Er sieht sowieso so Recht gut aus, er hat tiefe grün funkelnde Augen, einen Schwung im Gesicht, ein Gesicht für die Kamera. Noch mehr aber hat er die vielleicht schönste Stimme im derzeitigen Rap. Eine Mischung aus guter Junge und einem Rowdy auf den ersten Blick; verzogen, aber am Ende doch lieb. Genau so hatte ich ihn auch während meines Interviews für die FAZ erlebt, das Anfang des Jahres (leider nur print) erschien. Continue reading ›