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  1. Glaubt nicht, die 20-er wären die besten Jahre eures Lebens. Entweder hattet ihr sie schon, oder sie stehen euch noch bevor. Die 20-er aber sind dazu da, um das Leben von der harten Seite kennenzulernen.
  2. Was auch immer ihr beginnt, liest und informiert euch zuvor darüber. Bereitet euch besonders auf die Arbeitswelt vor. Mobbing, Sexismus, und unfaire Methoden stehen dort an der Tagesordnung.
  3. Haltet euch fern von fake friends, die an euren Freund oder eure Freundin wollen, euch für Instagrambilder ausnutzen, oder als Mülleimer für ihre Probleme.
  4. Geht zum Therapeuten, oder lasst euch psycholgisch beraten. Holt euch Informationen und Hilfe im Internet, aus Büchern, von ausgebildeten Ärzten. Aber tut etwas für eure Psyche!
  5. Hinterfragt eure Herkunft und Identität.
  6. Überlegt euch, wer ihr seid, wer ihr sein möchtet, und was ihr mit eurem Leben machen wollt.
  7. Scheißt auf euer Aussehen. Aber pflegt euch, zieht euch gut und sauber an.
  8. Ernährt euch gesund.
  9. Zwingt euch nicht zum Sport.
  10. Zwingt euch zu nichts, was andere gut finden. Festivals, LSD, One-Night-Stands.
  11. Kriecht anderen Menschen niemals in den Arsch, und scheißt drauf, was andere über euch denken.
  12. Rebelliert gegen alles, was ihr schlecht findet, und kämpft für alles, das ihr gut findet.
  13. Seid kein Sexist, oder (Kultur-)Rassist, sondern Mensch mit Charakter.
  14. Behaltet euch Ideale, habt Werte, und sucht euch Vorbilder.
  15. Sucht euch ein Fach, für das ihr Leidenschaft aufbringt und beschäftigt euch damit, bis ihr der Beste darin seid. Wenn auch nur für euch 😉
  16. Hört auf euch selbst, die innere Stimme. Na, ihr wisst schon, die im Bauch, oder oben irgendwo im Gehirn. Diese leise Stimme, die einfach zu leise ist.
  17. Seid selbstbewusst. Und tut dafür alles, was es braucht.
  18. Achtet immer darauf, wer oder was euch ein gutes Gefühl gibt.
  19. Klärt mit euren Eltern die Fronten.
  20. Scheißt auf die 20-er und alles, was ihr je darüber gehört oder in Filmen gesehen habt. Ihr lebt im Hier und Jetzt. Immer.

Inspiriert von : “It’s All In Your 20s: Mind The Age. Avoid Mistakes Others Make, von K N AJIT NARAYAN, und 101 SECRETS FOR YOUR TWENTIES von Paul Angone.

Als junger Mensch versucht jeder, seine Jugend zu nutzen, während die Ältesten die Jugendlichen meist ausnutzen. Ob für ihr Ego, oder ihre Arbeit. Aus der Naivität, Naivität oder Naivität der Jungen, die es möglich macht und zulässt.

Wer sich fragt, warum Models, Musiker oder Autoren verschwinden, wie auch viele andere junge Menschen untergehen, obwohl sie kurz zuvor noch omnipräsentiert waren, oder lebhaft versuchten, ihre Arbeit zu verrichten: ihr Talent wird genutzt, ihr Wille, und ihre Schwäche, keine Lebenserfahrung zu haben.

Ein, zwei Zusprüche können die Jungen leicht hochmütig machen. Das wissen die Ältesten, die sie ausnutzen. Aber, in welchem Berufsfeld wir auch sind, als junger Mensch braucht es an Unterstützung, nicht nur (Eigen-)lob, denn der stinkt. Junge Menschen brauchen Einführung in Themen und Arbeitsfelder, Vielfalt und Optionen an Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, aber auch faire Verhaltensweisen und Löhne.

Wie alt wir auch sein mögen – meine Generation hat allesamt Eltern, die unterstützt werden müssen. Ältere gehören der Risikogruppe an, wie auch Vorerkrankte. Das bedeutet für unsere Eltern großen Stress. Weil sie nicht nur um ihre Kinder sorgen müssen, sondern gleichzeitig um ihr eigenes Leben. Wenn auch nur mental, so brauchen sie gerade jetzt auch die Stütze ihrer Kinder.

Zurzeit sind auch wir Jungen überfordert. Egal in welchem Alter, der Druck lastet und er wird vorerst anhalten. Das ist die bittere Wahrheit. Aber es gibt auch genug Gründe, um zu hoffen. Denn die Regierungen leisten, was geleistet werden muss. Für die Einzelnen unter uns bleibt die Aufgabe, zu tun, was immer auch in unserer Macht steht. Neben der Quarantäne hilft die Unterstützung für die eigenen Eltern, Großeltern und Älteren in der Gesellschaft: Familie, Nachbarschaft, Freundes- wie auch Bekanntenkreis, aber auch die Älteren, die wir tagtäglich bei kurzen Einkäufen auf der Straße sehen. Ein “Alles in Ordnung” kann manchmal ein Lächeln auf ihr Gesicht zeichnen. Denn nicht nur viele junge Menschen leben allein, sondern besonders auch ältere.

Nachfragen, sich um den Zustand erkundigen, die Eltern auf andere Gedanken bringen, Ängste nehmen, beruhigen, ablenken, zusammen lachen und für sie da sein. Und ihnen versichern, dass auch wir auf uns achten.

In Zeiten der Pandemie ist wichtig, Rücksicht auf andere zu nehmen. Das Haus selten zu verlassen, um die Verbreitung einzudämmen. Ebenso wichtig ist es, auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen.

Wellness ist ein Begriff, der in dieser Zeit wichtiger denn je ist.

  1. Einatmen und Weitermachen. Wenn das Leben auch eingeschränkt sein mag, die Realität geht weiter. Allen Pflichten muss also weiterhin nachgegangen werden, ohne dabei den Überblick zu verlieren und sich aus der Ruhe – auch in Zeiten der Krise – bringen zu lassen.
  2. Rückzug. Zeit für sich nehmen ist besonders auch hier wichtig.
  3. Routinen. Noch nie waren Routinen so wichtig. Sie fördern die mentale Gesundheit, und können gerade jetzt dem Alltag Ordnung verschaffen.
  4. Gedanken über das Leben machen. Damit nicht alles zu Kopf steigt, lohnt es sich, die Zeit wertvoll zu nutzen, und sich darüber im Klaren zu werden, welche Ziele verfolgt werden möchten, Träume, Wünsche.
  5. An Vertraute wenden. Gerade in Zeiten der Krise können nahestehende Menschen Stütze sein, gegen das Alleinsein helfen. Wenn auch nur per Telefon, sozialer Medien oder sonstiger Kommunikationsapps.
  6. Rücksicht auf die Umwelt und die eigenen Bedürfnisse. Anspannung ist ein Thema. Aber auch die allgemeine Rücksicht in dieser Situation. Denn nach wie vor ist es wichtig, möglichst nicht mit anderen Menschen in (körperlichen) Kontakt zu treten, und Risikogruppen wie bereits krank, oder ältere Menschen zu schützen. Auch das fördert den gesamtgesellschaftlichen Zustand.
  7. Unterhaltung: für die eigene Gesundheit gilt, auch immer mal wieder zu lachen. “Corona Virus” von Cardi B (meine persönliche Empfehlung), aber auch sonstige Präfenz in Sachen Unterhaltung, Ablenkung und “Auf-andere-Gedanken-kommen” können helfen.
  8. Ruhe bewahren. Immer wieder Ruhe bewahren.
  9. Weiterhin Informationen einholen. Es ist wichtig, sich permanent zu informieren. Auf soziale Medien oder Gesagtem zu hören, ist weniger für den Einzelnen hilfreich. Besser ist es, seriöse Seiten, Dienste oder Sendungen der Nachrichtenkanäle aufzurufen, aber auch Anweisungen und Informationen der Bundeszentralen und Institutionen einzuholen.
  10. Dingen nachgehen, die Freude bereiten (sofern sie nicht die Alltagssituation “öffentliche Menschenmengen vermeiden” überschreiten). Für den eigenen Zustand und die Wellness ist es wichtig, weiterhin Dingen nachzugehen, die Spaß machen, Freude bereiten, und Glücklichmachen können. Auch in kleinem Kreis, mit den kleinen Dingen des Lebens.

In Notsituationen gilt nach wie vor: Arztaufsuchen, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, an Bezugspersonen wenden. Dieser Text soll und kann nur für diese Situation als kleiner Denkanstoß dienen.

Vor vielen, vielen Jahren erklärte mir einmal eine Mitschülerin: “Warum gehst du nicht zurück, wenn du es hier so scheisse findest?”, nachdem ich einmal mehr vor dem Unterricht im Geplauder mit türkischem Hintergrund Deutschland kritisiert hatte.

Ich bin kein Orhan Pamuk, der aus Liebe zum Land (die Türkei) kritisiert wie er sagt, aber wenig Verständnis und Solidarität für die schlechter gestellte Schicht übrig hat. Als einer, der aus der bürgerlichen Mitte kommt, seine osmanische Herkunft lobt und gleichzeitig Komplexe hat, weil er säkular und elitär, aber scheinbar seines Empfindens nach nicht gut genug für europäische Standards ist.

Kritik ist aber überall gefragt, auch in Zeiten, in denen soziale Medien überhand genommen haben. Auch im Hinblick auf das Attentat von Hanau. Das dürfte aber nicht Grund dafür sein, ein ganzes Menschenvolk, das immer noch unter vorgehaltenem Mund als ‘alman’ bezeichnet wird, die Schuld dafür zu geben, oder tatverdächtig zu machen. 10 Gründe, warum Deutschland noch immer lebenswert ist.

1. Der Döner, der schöner macht, ist in Deutschland entstanden, und hat nach Currywurst, Spaghetti und Gyros einmal mehr auch die deutsche Küche bereichert. Und auch sonst hat Deutschland ähnlich wie Großbritannien nahezu jede Küche zu bieten: von Afrikanisch über Vietnamesisch bis hin zu Libanesisch ist alles da.

2. Das Gesundheitssystem. Kaum in einem anderen Land gibt es so viel Angebot an Gesundheit, Kur und auch anderer Genesungswege wie auch sportlicher Betätigungsmöglichkeiten. Nicht aus eigener Tasche, sondern staatlich für jeden Menschen gegeben sind diese Angebote im Staat.

3. Sozialismus herrscht. Kommunismus und auch andere Herrschaftsformen haben ausgedient. Der sozialistische Geist, so kritisch er während des Nationalsozialismus auch betrachtet werden kann – mir fehlen dazu jegliche Fakten – ist noch immer präsent, und wenn selbst die SPD noch immer nicht führen mag, so ist doch in jeder Partei ein Stück des sozialen Gedanken da.

4. Deutschrap ist hier geboren. Nicht nur Rap gibt es – nein, explizit Deutschrap. Denn während amerikanischer Rap vom Gospel mitinspiriert ist, so ist der deutsche Rap von der deutschen Dichtung geprägt und geführt. Sie ist dabei ein Stück weit unabhängig, und daher auch zu einer eigenen Musikrichtung geworden, die Trends selbst setzt. Deutlich vom amerikanischen Rap bewegt, aber dennoch eigenständig unterwegs.

5. Nicht nur Essen ist in Deutschland aus jedem Land nahezu vorfindbar, sondern auch Menschen der verschiedensten Orte. Oft können Gastronomien unterschiedlicher Länder erlebt werden, aber die Menschen der verschiedenen Küchen kann und möchte keiner missen und ersetzen. Es gibt Kulturvereine, Kirchen, “Tage der Kulturen”, in denen jeder seine Kultur in Deutschland auslebt und häufigst auch jeden willkommen heißt. Das ist natürlich der Nachkriegsgeschichte zu verdanken, aber die Präsenz unzähliger Ethnien, Kulturen und Nationen, wie sie in Deutschland vorzufinden ist: einmalig.

6. Deutschland hat nicht nur Berlin als Großstadt zu bieten, sondern als polyzentrales Städtesystem gleich noch Hamburg, Köln, München, Frankfurt und Düsseldorf auf Lager. Das macht Deutschland ziemlich, ziemlich nice, denn jede Stadt kann es mit der anderen aufnehmen. Und jede ist dabei auch für sich anders schön, elegant und reichlich anziehend.

7. Neben Meinungsfreiheit herrscht auch sonst einfach nur das Wort Freiheit. Freiheit ist nicht nur ein Wert, sondern auch ein erreichbarer Lebensstil, der tief und fest in der deutschen Kultur verankert ist. Unzählige Künstler wie Beethoven, Goethe und Kant haben Meilensteine gelegt und prägen noch heute den Geist der deutschen Gesellschaft und Kultur.

8. Die deutsche Kultur ist nirgends gleich. Bayern ist so anders als Brandenburg. Es gibt immer etwas in Deutschland zu entdecken. Für jeden, mit allem. Amerikaner lebten hier, die ehamlige DDR hat eine besondere Geschichte, die Deutschland noch heute festhält, und auch sonst gibt es an jeder Ecke eine eigene, für sich interessante Geschichte für sich zu finden. Von Dresden über Erfurt bis hin zu Leipzig und Berlin; böhmisch un, preußisch wie auch polnisches Leben ist überall auffindbar. Nicht nur französische Einflüsse hat Deutschland zudem, sondern auch eben durch die angrenzenden Länder skandinavische, holländisch-belgische und auch sonst nicht-deutsche wie die der schweizer und österreichischen Nachbarn.

9. Deutsche Omis und Opis, die jedes Kind nehmen wie es ist und so dabei sogar häufigst Kindern Liebe schenken, die nicht ihre eigenen Enkelkinder sind, sind die Süßesten. Als ich im Kindergarten war, habe ich mir immer eine (deutsche) Oma gewünscht wie ich sie erlebt und kennengelernt habe. Auf allen Veranstaltungen waren sie für ihre Enkel anwesend. Denn Unterstützen, das können die deutschen Omis & Opis, das ist ihre Stärke.

10. Menschlichkeit. Auch wenn es in Deutschland noch immer zu Teilen Rassismus und Diskriminierung wie auch Herabwürdigungen gibt: die meisten Menschen sind großzügig, tolerant und verständnisvoll. Unzählige Menschen arbeiten in sozialen Einrichtungen, engagieren sich und helfen – von Mensch zu Mensch. Neulich habe ich einen jungen Mann einer Flaschensammlerin 20 Euro in die Hand drücken sehen. Die Aufnahme der vielen Menschen aus Kriegsgebieten wäre ohne ehrenamtliche Hilfe nicht möglich gewesen, und auch sonst gibt es Frauenhäuser, die Frauen aufnehmen, wenn sie nach Gewalterfahrungen, Missbrauch und Freiheitsraub Notunterkünfte aufsuchen müssen. Für jeden ist Platz da.

Wenn auch jeder unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse hinter sich hat, und Deutschland gar ein hartes Pflaster sein kann, so ist es doch ein Land, das sich mit Gutmütigkeit und Wohlwollen auszeichnet. Trotz vieler Einschränkungen, die tagtäglich stattfinden, ist es auch ein Land mit Möglichkeiten und Veränderungen, die immerzu eintreffen. Deutschland stagniert selten, es verändert sich meist fortlaufend. Und mag auch Solidarität nicht immer ganz so großgeschrieben werden wie in Frankreich, so ist doch hier eines wichtig: Zusammenhalt. Nicht im großen Stil, sondern im kleinen. Vom Bürger zu Bürger, die sich zu helfen verstehen.

Es gibt Altersstufen, in denen scheinbar jeder das Gleiche erlebt. Hier in Deutschland, mit meiner Generation und Gesinnung. “Wenig arbeiten, viel Verdienen” soll damit aber nicht gemeint sein. Das ist so ein Vorurteil, das über meine (Millenial)-Leute gerne über diverse (Nachrichten-)Portale und (wissenschaftliche) Analysen verbreitet wird.

Durchaus ist der ein oder andere aber auch bereit, zu arbeiten. Unter einer Bedingung: menschlich soll es zugehen. Auch auf der Arbeit. Und dazu gehört auch die Goldene Regel, der der ein oder andere gerecht werden darf. “Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu.”

Da wir aber unser eigenes Mantra haben: “Mach ich nicht mit. Halte die moderne Welt eh nicht aus. Mach mein eigenes Ding”, ist das Fußfassen in der Arbeitswelt umgänglich. Darauf folgt aber nicht nur die “freie Selbstständigkeit” wie sie beispielsweise die Frauenzeitschrift Jolie (April 2020) aufführt, sondern auch die Aufstellung neuer Regeln: keine Diskriminierung, kein Mobbing, keine Altersbenachteiligung, auch kein Lookism.

In vielen Unternehmen, ob in der Türkei oder Deutschland, herrscht aber das Mantra der Machtverteilung. An der Universität lernen wir, diese zu hinterfragen. In der Realität aber sind diese noch fest verankert. Das macht es für diese Generation, der Begriffe wie kulturelle Aneignung, Patriarchat, und Ausländerfeindlichkeit ein Begriff sind, insbesondere schwierig, die Normen, die diktiert werden, hinzunehmen.

Wir sind nicht faul. Wir wollen nur ein gutes Leben. Und da wir heute im Jahr 2020 leben, dürfte dies auch keine allzu freche Behauptung oder Erwartung sein. Unsere Eltern haben schließlich Armut erlebt, ob als Nachkriegskind oder Gastarbeitermensch. Sparsam leben war ein Muss.

Wir müssen auch heute noch lernen, zu sparen und sparsam zu leben. Nicht nur aber wollen wir auch Ausgeben, sondern auch Verdienen. “Generation Praktikum” hat nicht nur ausgedient, sondern wurde auch geistig wie materiell und körperlich, mental ausgenommen. Dass ich persönlich heute mit 29 broke bin, ist kein Problem. Dass es aber schwierig ist, in einer Arbeitswelt zu überleben, die (k)eine Moral hat, die es erlaubt, jedem, der anders ist (ob klein, ob groß, ob dick, ob gay, ob schwarz, ob weiß, ob gelb, ob grün, ob alt, ob jung, ob reich, ob arm), das auch anmerken zu lassen, das eigentlich Tragische.

Die einen nennen sie Narzissten (Youtuberin Chloe), die Anderen nennen sie vielleicht verhaltensgestört (Therapeuten), die letzten, und das sind die Betroffenen, die diese Art tagtäglich zu spüren bekommen, wissen; das sind Clowns. Sie wollen unfassbar viel Aufmerksamkeit, sie kennen sich selbst nicht, weshalb sie sich überwiegend in den Gesichtern derer zu lesen versuchen, die sie hübsch finden. Youtuber haben Recht. Sie sind eine Art Kinder im Körper eines Erwachsenen, aber sie sind dabei auch ein Stück weit gruselig.

Vermutlich sind sie sogar verhaltensgestört, was nicht problematisch wäre, wenn ihnen der Gang zum Therapeuten gelingen könnte, sodass sie ein Urteil eines fachkundigen Therapeuten bekommen könnten statt an anderen ihr Können auszutesten, wenn nicht ihre Grenzen. Wenn man das Verhalten von denen abbekommt und zu spüren bekommt, muss man wissen, wen oder was man da überhaupt vor sich hat.

Für den alltäglichen Umgang versteht sich. Dieser Clown nämlich, gleich dem Gruselmann aus dem Film “Es” versteht, einen nervigst zu verfolgen, während er vorgibt, Interesse zu zeigen. Letztenendes will er sich natürlich nur etwas beweisen, und allen anderen da draußen zeigen, dass er “Die Eine” abbekommt. Was das aber mit einem machen kann, wird da gerne ignoriert.

Dieser Clown aber, und das ist das eigentlich Schwierige an ihm, trägt eine Maske und kann sich selbst nicht erkennen, weshalb er auch die Aufmerksamkeit bei Anderen statt sich selbst zu finden verhofft. Er verpasst nämlich dabei die Möglichkeit, mehr aus sich machen zu können. Überschätzung ist da das, was ihn zu einer Art Karikatur macht und dazu bewegt, später zu heulen. Der Clown hat auch Talente, gewiss. Doch weiß der, der seine Talente nicht kennt, diese nicht einzusetzen, sondern schlichtweg seine clownesque Art, das er als männliches Talent des Verarschens erkennt, auszuspielen und somit sein Können unter Beweis zu stellen. Seine Männlichkeit ist ihm im Grunde eine Last, weil er sich nicht kennt. Frauen macht das übrigens verrückt, weil sie nicht wissen können, dass sie es mit einem Clown zu tun haben, der tagsüber den Normalo abgibt.