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Anthropologin Giulia Mensitieri beschreibt in ihrer Doktorarbeit “Das schönste Gewerbe der Welt” (Originaltitel: “Le plus beau metier du monde”) die Prozesse der Mode, die sich um die Modehauptstadt Paris herum abspielen. Besonders auf die Schattenseiten macht Buch aufmerksam.

Vom Model über den Moderedakteur bis hin zu Stylisten, Designer und Praktikanten, um nur einige wenige genannt zu haben. Die Teilnehmer der Modeindustrie, sie alle haben zu leiden für den großen Traum, den die Mode zu verkaufen versucht. In sachlicher Schreibe und in klar, veranschaulichender Sprache, übersetzt von Lena Müller, bringt Mensitieri dem Leser die Welt der Mode in kritischem, sozio- und kulturanthropologischem Ansatz näher. Die Stofflichkeit, die Farben und die Substanz selbst stehen weniger im Fokus. Auch die kreative Arbeit, die sich viel mehr unter dem Begriff der “art direction” sammelt”, wird in dem 285-seitigen Buch nicht behandelt. Die Gewinne und Gewinner der Mode, die den eigentlichen Traum vorleben, erhalten die Nebenrollen. Viel mehr betont die Autorin und Wissenschaftlerin die Formen der Ausbeutung, des Prekariats und dessen gewaltige Mechanismen, die sich allesamt unter dem Kapitalismusbegriff befinden und wofür sich trotzdessen die Fans der Mode zu unterordnen verstehen. Für jene, die Mode verstehen wollen, ob nun gemocht oder weniger, eine Pflichtlektüre, die nicht nur für Furore, sondern auch viel Aufklärung sorgen dürfte.

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