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Nike hat einen Ganzkörperanzug rausgebracht. Das nette Ding gibt es für 540 Euro zu haben. Seriously? Zum Vergleich: einen ähnlichen Burkini gibt es von türkischen Marken, die eine etwas altbackenere, aber ebenso modische Variante für 16,90 Euro anbieten. Da auch Nike sich vornehmlich nicht sehr für faire Arbeitsbedigungen einsetzt oder zumindest in der Presse eine bescheidene Figur abgibt, fragt sich, warum so viel ausgeben, wenn es ein ähnliches Teil auch für etwa ein Dreißigstel gibt.

Die Zielgruppe aber kann sich ohnehin garantiert kein Outfit für 540 Euro leisten, zumindest nicht in Deutschland. Da hat Nike nicht darauf geachtet, dass die migrantische Community, die sich zu verhüllen hat, gar nicht die finanziellen Ressourcen hat, da sie einer anderen Schicht angehören, einer prekären Arbeiterklasse, die auch aufgrund ihrer aussichtslosen Lage als verschleierte Muslime weder finanziell noch kulturell aufsteigen kann. Beides geht schließlich Hand in Hand. Zumal auch Frauen, die ein Kopftuch tragen, auch gerne heimlich Bikini tragen, fern der Gesellschaft, die sie dafür verurteilt. Nike aber zu tragen, hat natürlich mehr Quality, mehr Output, ein besseres Image auch für den Träger. Aber Tatsache ist, dass das nur auf der Straße funktioniert, einem öffentlichen Raum, in dem ohnehin jeder bekleidet ist. Nike kann auf der Straße als so cool gelten wie es mag, mit diesem Burka-Badeanzug wird es die jungen Frauen, die es in ihrer Rolle als Frau zu unterstützen vorgibt, nicht erreichen. Überteuerte Preise, overrated feminism!

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