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„Warum wird denn Milka so oft fotografiert, so bekannt ist sie doch garnicht.“ “Ich finde es immer so witzig, Promis live zu sehen. Dann sieht man immer, dass sie in echt dicker, kleiner und hässlicher sind.“ „Oh mein Gott, wollen wir uns in die erste Reihe setzen??? Aber nee, das ist doch soo peinlich, wenn man dann weggeschickt wird.“

Man mag es kaum glauben, aber das sind Exzerpte aus einem Gespräch in der dritten Reihe. Dass es auch andere Gespräche während der Fashionweek durch Begegnungen interessanter Menschen geben kann, möchte ich mit diesem Beitrag zeigen.

Mode ist in Deutschland bei den heutigen Intellektuellen noch nicht ganz angekommen. Weil zu Wenige, in dem, was das Auge sehen kann, wahrlich etwas Schönes sehen.

Nachdem wir uns also schon das letzte Mal auf AMY&PINK über die 99% im Zelt mit dem Artikel „Wer bist du überhaupt?“ aufgeregt haben, möchte ich  heute die 1% vorstellen.  Die meisten „Who is Who“-Artikel,  die in modischen Bildzeitungen vorgestellt werden, sind nicht von Belang. Denn zwar mag das Wort Prominenz aus dem Lateinischen kommen ( prominentia = das Hervorragende; aus pro minere) – doch nicht ganz so  in Deutschland! Die folgenden Menschen, denen ich während der Fashion Week in Berlin begegnen durfte und ein paar Worte und Weisheiten austauschen konnte, sind neben den talentierten Mode-Designern DIE IT-Menschen schlechthin. Weder haben sie Geld, noch bekannte Eltern (das erfährt man jedenfalls durch die Medien nicht). Und dennoch haben sie Etwas, das gewisse Etwas, das sie von allen anderen im Zelt unterscheidet und aus der Reihe hervorhebt.. Es sind auch nicht unbedingt Menschen, die unseren Blick mit außergewöhnlicher Kleidung auf sich ziehen. Nein. Mit ihren Outfit auf sich Aufmerksamkeit ziehen, das haben sie nun wirklich nicht nötig. Es sind Persönlichkeiten, die in der ersten oder letzten Reihe sitzen, die auf dem Catwalk stehen, oder hinter der Bühne. Die wirklich interessanten sind die, die sich am Material interessieren und nicht in erster Linie zur Vermarktung ihrer selbst kommen, in der ersten Reihe ständig um sich blicken. C-Promis, etliche Blogger, in dieser Szene jedenfalls viel zu viele. Wir stellen Designer vor, die Mode überhaupt kreiieren, Make up-Artisten, die Models für den Look vorbereiten, Models, die die Mode präsentieren und Kritiker, die bewerten, ob das letztlich alles auch gut oder schlecht war.

Wer sind diese anderen 1% der Besucher, die eine starke Persönlichkeit haben, und sich für Mode und alles andere auf der Welt interessieren. Belesene Menschen, klug, intelligent und feinsinnig mit einem Hang zur Kreativität oder Schönheit, oder Konstruktionstechnik. Jedenfalls immer mit Interesse am Menschen. Man kann mit ihnen stundenlang über Gott und die Welt sprechen, statt über C-Promis, als gebe es nun wirklich nichts wichtigeres auf der Welt. Das Zelt wimmelt voll von Prototypen und dennoch versuchen sich viele dieser Menschenzu rechtfertigen. Doch jeder, der von der realen Welt in dieses Zelt hüpft, emfpindet eine große Abneigung, den verurteilenden Blicken gegenüber, dem arroganten Ton, und der Ignoranz der Seele des Gegenübers.

Der Journalist, die Bloggerin, das Model, der Make-up-Artist, der Besucher oder der Philosoph. Es sind alles Personen, die sich in erster Linie mit ihrem Können und Charakter definieren, und dadurch für ihr Selbstbewusstsein bewunderswert sind. Die, die etwas kreeiren – ein Look, Kleidungsstück oder ein Text, stets mit Tiefsinn, erheben den eigenen Namen durch ihren Nachlass.

Oftmals liest man von ihnen, noch schöner ist es , wenn man sie selbst vor sich stehend kennenlernen darf.

Christiane Arp. Durch ein Interview dufte ich die Chefredakteurin der deutschen Vogue kennenlernen, die trotz der gegenwärtigen Kritik der Vogue gegenüber als eine der autoritätsstärksten Personen der deutschen Modewelt gilt. Jeder weiß, wer sie ist und wenn sie den Saal betritt, dann ist jedem klar, dass dieser Designer der Grande Dame gefällt. Doch dass sie nicht nur zur Kritik, sondern auch zur Unterstütung der Jungedesigner Berlins kommt, ist ganz deutlich. Es ist fast so, als sei die ausgebildete Mode-Designerin eine Ziehmutter mit ihren Meisterschülern. Dass sie für die Etablierung der Mode als Kulturgut in Deutschland sehr viel tut und maßgeblich neben bedeutenden Jouranlisten, die im Folgenden noch vorgestellt werden, für ein Bewusstsein verantwortlich ist, beweist sie damit nicht nur allein mit der Einführung des Vogue Salons.

Weitere großartige Journalisten der Tageszeitungen, die ich bereits kennenlernen durfte, sind Alfons Kaiser und seine Kollegin Jennifer Wiebking von der FAZ. Wie hilflos, ahnunglos oder ungenau PR-Agenturen manchmal arbeiten, beweisen übrigens diese Eintrittskarten. Sieht man genau hin, erkennt man, dass Kaiser in der ersten Reihe sitzt, während sich Wiebking mit einem Stehplatz zu ein und derselben Show begnügen muss.

Alfons Kaiser kenne ich nun seit einem Jahr und freue mich immer wieder, ihn zu sehen. Deutlich aufgeregt und freudig zeigt er sich immer. Es ist zu sehen, wie sehr er fasziniert ist von der Schönheit, die es zu sehen gibt. Als Modekritiker der FAZ ist er natürlich ein Ästhet. Im Interview für AMY&PINK konnten wir bereits mehr über sein modisches Weltbild erfahren. Zur Fashionweek sehe ich immer einen ganz gelassenen Journalisten, der trotz dem Stress nichts von seiner Herzlichkeit verliert, cool bleibt und großartige Text über die Fashionweek schreibt. Sehr zu empfehlen ist zum Beispiel dieser hier.

Helmut Fricke ist ein reisender Zeitzeuge, der die Grausamkeiten und Schönheiten der Welt zugleich festhält und teilt. Als Fotojournalist passiert es, dass er nur wenige Tage vor der Fashionweek in Afrika war, um zu dokumentieren, was in Kriegsgebieten geschieht. Seine Bilder unterstützen stets das Wort des Journalisten. Wenn es um die Sorgen oder um die Freuden des Lebens geht.

Stilkolumnist Tilman Prüfer erscheint gerne in Begleitung des Chefredakteurs Christoph Amend vom ZEITMAGAZIN wie hier zur Show von Vladimir Karaleev. Starkes Stilbewusstsein in Verbindung mit tiefer Beobachtungsgabe in Kontext von historischer Entwicklungen der Mode beweist er wöchentlich in der Stilkolumne. In Gesprächen ist immer deutlich zu spüren, dass Prüfer zu der Art von Journalist gehört, die ein weitreichendes Wissen angesammelt haben. So passiert es, dass man glaubt, ein Text über Mode zu lesen, aber letztlich bei der Philosophie landet. Die besten Journalisten unterscheiden sich von unzähligen anderen, indem sie das Leben kritisch und reflektiert im Ganzen präsentieren, sei auch die Rede nur von einem kleinen Stück des Kuchens. Einem Pullover, oder Regenmantel. In meiner eigenen Kategorie “Stilkunde” habe ich mich übrigens von der Herangehensweise Prüfers für die Stilkolumne inspirieren lassen.

Schauspielerin Wilma Elles. Mit dem wohl persönlichkeitsstärksten, durch Ausstrahlung in Faszination setzende Model während der Fashion Week, das aus Istanbul nach Berlin kam, um für die Designer im Rahmen von ISTANBUL Next zu laufen, durfte ich ein Interview führen, um sie besser kennenzulernen.

Makeup-Artist Stephan Schmied bereitet hier das Model für die Michalsky Nite vor. Für ihn erzählt jedes Gesicht eine neue Geschichte. Der gelernte Friseur verschönert Menschen schon seit 8 Jahren. Für ihn bedeutet die Arbeit am Gesicht auch genau das: Schöner-machen. Für ihn hat jeder Mensch etwas Schönes und jeder Mensch findet jemanden, der ihn schön findet.” Schönheit bedeutet, sich selbst schön fühlen”, findet Schmied.  Wer sich selbstsicher und sexy fühlt, der strahlt das auch aus, sagt er überzeugt. Kate Moss, Angelina Jolie, Liv Tyler, selbst Gerard Depardieu – diese Menschen haben für Schmied etwas Apartes, und Sympathisches, etwas Einmaliges, nichts Geklontes. Sie sind vielleicht nicht unbedingt klassische Schönheiten, doch sie strahlen Power und Selbstbewusstsein aus.Models hingegen sind für ihn eine Leinwand, die er bemalen kann. Besonders toll findet er aber auch asiatische und farbige Gesichter. Mit Michael Michalsky entwickelte er zusammen den Look für den Catwalk, der natürlich von den Stoffen inspiriert ist.

Ich bin der festen Überzeugng, dass Deutschlands schönste Frauen aus Hamburg und Bayern kommen. Dieses wunderschöne Mädchen ist aber kein Model, dazu hat sie zu viel Profil. Meine Freundin Johanna ist Politikwissenschaftlerin. Kennengelernt haben wir uns in Darmstadt durch meine Schwester. Mittlerweile lebt Johanna in Berlin und arbeitet in einem großen Unternehmen, dass bedeutende deutsche Firmen in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit berät. Dass sie unfassbar klug und feinsinnig ist, erwähne ich an dieser Stelle auch sehr gerne. Und für Mode interessiert sie sich nebenbei auch, also hat sie mich zu der Show von Frida Weyer begleitet.

Dass Rap Lisa anders als viele individuell-Aussehenden wirklich individuell ist, konnte ich intuitiv spüren. Dazu war ihr WWF-Rucksack mit dem Koala, der rote Samtrock, die nachgezogenen Augen und der leicht verirrte Blick tatsächlich in dieser Kombination viel zu alternativ. Lisa ist Illustratorin und eine talentierte Rapperin. Zur Fashionweek kam sie als Gast, da sie im Michelberger Hotel einen Auftritt hatte. Leider verstehe ich viel zu wenig, aber ihre soulige Stimme klingt wirklich ganz wunderbar zu ihren selbstgeschriebenen Songs. Noch so eine ungewöhnliche Person, die glaubt, 8 Jahre alt zu sein und eine 7072-Jahre alte Seele zu haben.

Ich bin auf der schlimmsten Fashionweek-Veranstaltung (Gala Frühstück) und denke mir wahrlich, aber was, wenn es hier einen gibt, der das ganze hier genauso schlimm findet. Einen Seelenverwandten, der das Ganze hier ablehnt? Wie soll ich ihn erkennen? Mich nimmt hier ja auch keiner als die Person wahr, die ich bin.

Nur wenige Minuten setzt sich Filipe zu mir. Gekommen ist er, um seine Tante, eine der Veranstalterinnen zu treffen. Mit Mode hat er eigentlich nichts zu tun. Weil ihm seine Haare nicht gefallen, trägt der gebürtige Berliner mit portugiesischen Wurzeln die blaue Mütze mit der Aufschrift “Berliner”. Sonst trägt er auch sehr gerne eine Schiebermütze.

Filipe ist eines der symphatischsten Menschen, die ich während der Fashionweek kennenlernen konnte. Er studiert Philosophie, damit er ganz klug wird, verrät er mir. Außerdem spielt er Theater an der Volksbühne Berlin und arbeitet als Sprecher für Werbungen.

Auf einem der Entry-Tickets der Fashionweek hat er mir aufgezeichnet, was nach dem Leben mit dem Tod kommt, den ich zur Erinnerung aufbewahrt habe, um mich daran zu erinnern, dass es in Dialogen viele Alternativen zum einfachen Wort zur Kommunikation gibt.

Amandine Hach ist ungefähr die coolste Bloggerin, die ich bisher in Berlin kennenlernen durfte. Wir treffen uns gern auf einen Kaffee zwischen den Events. Auf Lesberlinettes bloggt die hübsche Pariserin über Mode, stellt Interviews vor und zeigt auch ab und an, wie sie sich selbst kleidet. Ihr Stil entspricht dem französischen Chic, trägt aber auch oft Elemente einer lockeren, urbanen, Hiphop-Coolness. Menschen, die zwei Kulturen sehr gut kennen, haben oftmals die Fähigkeit, sowohl die eine als auch die andere Seite genaustens voneinander zu unterscheiden und zu analysieren. Interessante Gespräche mit Amadine über die deutsche und französische Kultur kann man stundenlang führen ohne sich je zu langweilen. “In Frankreich geht man zum Bäcker, spricht in der Schlange mit dem Unbekannten, der hinter einem steht, erst über das richtige Brot zum entsprechenden Käse, dann über den Status des Bäckers und landet bei Politik”, erklärt sie mir. Dass die Franzosen neben Mode, ein anerkanntes Kulturprodukt in der Nation im Nachbarland, auch an Themen der Philosophie, Kunst und Politik beweist Amandine. Mit ihrer lockeren, klugen Art ist sie wohl auch eine der Bloggerinnen, die nicht dem Stereotypen des sich-selbstdarstellenden, eingebildeten Modeopfer“ entspricht, deren Gesichter im Handy kleben. Dass sie mit ihrer weltoffenen und sehr symphatischen Art immer das Gespräch zu verschiedenen Menschen aufsucht, schätze ich an ihr besonders.

Mode-Designstudentin Saskia

Saskia habe ich in Frankfurt im Nähkurs kennengelernt, als sie noch ihre Mappe vorbereitet hat. Mittlerweile studiert sie in Florenz Mode-Design, nachdem sie ihr Studium der Biowissenschaften abgebrochen hat. Sie ist ihrer wahren Leidenschaft nachgegangen. Viel mehr als die Zeichnerin, ist sie die Schneiderin. Saskia sagt gerne: „Man muss nicht zeichnen können, wenn man das, was man entwirft, selbst nähen kann.“ Deshalb beherrscht sie die Schneidershandwerskunst wie kaum ein anderer Mode-Designer. Nach Berlin ist sie gekommen, um ein Praktikum bei Kilian Kerner im Rahmen ihres Studiums zu absolvieren. Sie ist eine der positivsten Menschen, die ich kenne. Ihr Gemüt ist bunt und lebensbejahend, was sich auch in ihrem Geschmack äußert. Auf einem Berliner Flohmarkt in Neukölln hat sie sich blondes Haar von der Kuh gekauft, um auch mal wieder lange Haare tragen zu können, nachdem sie immer kürzer und kürzer geworden sind. Blau sind sie jetzt übrigens, weil sie etwas zu viel mit Freunden getrunken hatte.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle meinen lieben Kolleginnen von Maybelline. Judith und Filiz haben die Woche wirklich im Gegensatzu zu vielen anderen hart arbeiten müssen und fleißig gefilmt und geschnitten, um die Maybelline-Facebookfans jeden Tag mit Beiträgen der Fashion Week up to date zu halten. Wer die ganzen Veranstalter und Beteiligten der FashionWeek selbst kennenlernt, der weiß, dass die der Unternehmen meist die angenehmsten Menschen sind und kommen, um ihren Job zu machen. Den haben die beiden Mädels jedenfalls sehr gut gemacht und waren mir zu jeder Show mit der dritten lieben Kollegin Diana eine tolle Begleitung.

Getroffen habe ich außerdem Sarah und Nike (Nike leider ohne Sarah vor der Show von Augustin Teboul) von ThisiJaneWayne, Katharina von ILOVEPONYS, die süsse Anna (leider ohne Juliane) von REIGEN und Michal von EvewithoutAdam, die ich immer wieder gerne treffe und für einen Austausch von Blogger zu Bloggern gerne zwischen den Shows plaudere. Dazu gehören auch die Blogger Vanh, Julia und Benjamin, von denen ich leider keine Bilder machen konnte.

Gern gesehene Gäste, die den Status des Publikums wenn es um starke Persönlichkeiten geht, aufwerten, sind außerdem die wunderschöne Jana Ina, Politiker Klaus Wowereit, die großartige Sängerin Cassandra Steen und die Musiker Alina Süggeler und Andreas Weitzel von der Band Frida Gold. (Die Beschreibung von Frida Gold wurde nachträglich geändert.)

In der Mode ist es ähnlich wie in der absoluten Welt selbst. Es gibt die einen und es gibt die anderen, aber was besondere Menschen eben auszeichnet, ist, dass sie rar sind. Auf die Fashionweek freue ich mich wie immer der Mode wegen, aber genauso sehr der Menschen wegen. Denn wir könnten uns schließlich auch alle zu Hause die Sachen ansehen. Zu teilen, wie wir die Mode, die auf dem Catwalk präsentiert sehen, und alles auf der anderen Welt, sind für einen Menschen, der den Austausch sucht, eines der schönsten Dinge im Leben. Ich freue mich, dass sich die Zahl mit jedem Mal erhöht, indem ich einen weiteren besonderen Menschen kennenlerne. Denn ich bin davon überzeugt, dass auch in der Modewelt sehr viele davon unterwegs sind.

Bilder: Meltem Toprak; Amandine Hach

 

  1. der einleitungstext ist soooooo lang. dabei geht es doch nur um mode 😉

  2. …Dass es sich bei der “männlichen Begleitung” von “Musikerin Frida Gold” um den Bassisten der BAND Frida Gold handelt, und bei der “Musikerin Frida Gold” um Sängerin Alina Süggeler, ist Euch schon bewusst, oder? So von wegen wer ist wer und so… 😉 Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Ihr Euch nur unklar ausgedrückt habt.

  3. … uns hat der bassist einen namen? vieleicht heißt er andreas weitzel?

  4. Lieben Dank Katie und CC für die Anmerkung. Es war leider etwas unklar ausgedrückt. Ich habe es nun korrigiert! 🙂

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